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Neues Schiff gestartet: Seenotretter geben nicht auf

Di, 09 Okt 2018 | Von NNA Mitarbeiter

Ein neues Rettungsschiff soll die Seenotrettung im Mittelmeer fortführen. Mit dem Schiff setze die Zivilgesellschaft ein Zeichen, dass sie die europäischen Werte noch nicht aufgegeben habe.


Das schockierende Bild eines treibenden Leichnams deutet darauf hin, dass erneut ein Schiffbruch stattgefunden hat.

Das neue Rettungsschiff Mare Jonio will sofort die Seenotrettung wieder aufnehmen.

Damit soll ein Zeichen gesetzt werden, dass die Zivilgesellschaft die europäischen Werte noch nicht aufgegeben hat.
Fotos: sea-watch.org

ROM/BERLIN (NNA) – Ein neues Schiff unter italienischer Flagge, die Mare Jonio, wird zusammen mit der Astral der spanischen NGO Proaktiva Open Arms und dem Rettungsflugzeug Colibri von Sea-Watch ab sofort die Seenotrettung im Mittelmeer fortführen. Dies teile die Rettungsorganisation Sea-Watch e.V. mit.

Mit dem Schiff setzte die Zivilgesellschaft ein Zeichen, dass sie die europäischen Werte noch nicht aufgegeben habe und bereit sei, die Menschenrechte weiter auf See zu verteidigen, betonte der Vorsitzende von Sea-Watch, Johannes Bayer. Das Schiff kommt vom italienischen Seenotrettungsprojekt Mediterranea, das in den letzten Wochen in Zusammenarbeit mit Sea-Watch auf die Beine gestellt worden ist.

Aufgrund der Blockade der Seewatch 3 und anderer Rettungsschiffe sowie dem Entzug der Flagge für die MS Aquarius auf Druck der italienischen Regierung hin seien die Mare ionio und ihr Begleitschiff die einzigen Rettungskräfte an der „tödlichsten Grenze der Welt“.

Todesopfer

Die Rettung auf See, „ein Zeichen unserer gemeinsamen Menschlichkeit, wurde von der Politik als Geisel genommen“, kritisierte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kam durch die Blockade der Rettungsschiffe im September jeder zehnte Mensch ums Leben, der versuchte, von Nordafrika nach Italien zu gelangen. Die tatsächliche Zahl der Todesopfer liege höher, schreibt Sea-Watch, da es durch die Blockade der Rettungsschiffe keine Zeugen gebe.

Anfang der Woche hatten die Piloten der Aufklärungsflugzeuge Colibri und von NGO Pilotes Volonatires einen Leichnam im Meer nördlich der libyschen Stadt Zuwarah gefunden. Dieser treibende Leichnam deute darauf hin, dass erneut ein Schiffbruch stattgefunden habe.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 181009-01DE Datum: 9. Oktober 2018

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