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Internationale Petition rettet wichtiges Vogelschutzgebiet in Montenegro

Mi, 07 Aug 2019 | Von NNA Mitarbeiter

Eine der größten Salinen und Rastplätze für Zugvögel im Mittelmeerraum ist unter Schutz gestellt worden. Druck von Umweltschützern und -aktivisten hat zum Erfolg geführt.


Die Saline ist eine der wichtigsten Rastgebiete für Zugvögel im Mittelmeerraum.
Foto: Sergey Yaskevich / Shutterstock.com

ULCINJ/PODGORICA (NNA) – Eines der wichtigsten Feuchtgebiete an der Adria, die Saline Ulcinj in Montenegro, ist jetzt auf Betreiben von Umweltschutzorganisationen und Umweltaktivisten vor Ort unter Schutz gestellt worden. Zu diesem Erfolg habe die internationale Petition auf wemove.eu entscheidend beitragen, betont die Kampagnenplatform.

Das Gebiet gehört zum Boja-Buna-Delta und ist mit 1.500 Hektar eine der größten Salinen im Mittelmeerraum. Für Millionen Zugvögel stellt es während ihres Fluges von Afrika nach Europa ein Rastgebiet dar und ist damit eines der wichtigsten Gebiete für den Vogelzug im Mittelmeerraum und in ganz Europa. Außerdem ist es ein wichtiges Brutgebiet für bedrohte Vogelarten.

Internationaler Druck

Die Petition auf wemove.eu hatte auf internationaler Ebene rund 111.000 Unterschriften für den Erhalt des Feuchtgebiets erbracht. Die Unterschriften waren Ministerpräsident Dusko Markovic in Podgorica übergeben worden. Aufgrund des internationalen Drucks habe der Stadtrat von Ulcinj jetzt das Gebiet zum Naturpark erklärt, teilt wemove.eu dazu mit. Außerdem habe die EU den Erhalt der Saline zur Bedingungen für einen EU-Beitritt von Montenegro gemacht.

15 Jahre lang hatten die Naturschutzorganisationen EuroNatur BirdLife Europe and Central Asia, das Zentrum für Vogelschutz in Montenegro (CZIP) und die Dr. Martin-Schneider-Jacoby Association (MSJA) in Ulcinj für den Erhalt des Feuchtgebiets gekämpft, das die örtlichen Politiker für den Bau eines touristischen Luxusressorts nutzen wollten. Die internationale Petition habe den Druck auf die montenegrinische Regierung verstärkt, schreibt EuroNatur auf seiner Homepage.

Arbeitgeber und sicherer Rastplatz

Die örtlichen Umweltorganisationen in Montegro fordern außerdem, dass die Salzproduktion in der Saline wieder aufgenommen wird und der Salzgarten in der Hand des montenegrinischen Staates bleibt und nicht an Investoren verkauft wird. Die Saline sei jahrzehntelang ein wichtiger Arbeitgeber für die Menschen in Ulcinj und ein sicherer Rastplatz für die Zugvögel gewesen, betonte Johanna Janjuseciv von der montenegrinischen Umweltschutzorganisation CZIP: „Der Salzgarten ist ein Beispiel dafür, dass Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung sich nicht ausschließen müssen“.

Die Saline, die einmal 60% des gesamten Salzbedarfs im früheren Jugoslawien gedeckt hat, wurde 2003 privatisiert, 2013 meldete die Firma Konkurs an und entließ alle Mitarbeiter. Ein kurzer Dokumentarfilm auf Yotube zeigt die Geschichte des Gebiets, seine Bedeutung für Montenegro und die Bedrohung des ganzen Boja-Buna-Deltas durch unkontrollierte Besiedlung und Ausdehnung der touristischen Ressorts ohne Planung und Rücksicht auf Naturschutzbelange.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 190807-01DE Datum: 7. August 2019

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