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Gesichtspunkte des Klimaschutzes auch bei Geldanlagen berücksichtigen

Mo, 10 Feb 2020 | Von NNA Mitarbeiter

Die GLS-Bank sieht im Zuwachs ihrer Neukunden eine Bestätigung ihres sozial-ökologischen Kurses. Die Bank konstatiert auch große Chancen für Banken im klimaverträglichen Umbau der Wirtschaft.


Der GLS Bank Klimafonds verfolgt ein ganzheitliches Konzept, das während des gesamten Investmentprozesses Wirkung entfaltet
Bilder: GLS Bank Klimafonds Investitionsbericht

BOCHUM/FRANKFURT (NNA) – Mit 4.500 Anmeldungen registierte die GLS Bank im Januar 2020 so viele Neukunden wie noch nie zuvor. Auch im vergangenen Jahr seien monatlich 3.000 Kunden hinzugekommen, wurde auf der Jahrespressekonferenz der Bank in Bochum und Frankfurt mitgeteilt. Die Bank sieht darin eine Bestätigung ihres sozial-ökologischen Kurses.

Das Klimathema spielte bei der Pressekonferenz ebenfalls eine wichtige Rolle: die GLS-Bank zeigte auf, wie auch Finanzangebote auf ihre Klimaverträglichkeit hin geprüft werden können.

Im Geschäftsjahr 2019 hatte Deutschlands erste ökologisch-soziale Bank wieder deutliche Zuwächse zu verzeichnen: Um 13% ist das Kreditvolumen der GLS-Bank 2019 gestiegen auf insgesamt 3,8 Mrd EUR, die Bilanzsumme um 18% auf 6,7 Mrd. EUR. „Mit dieser Kapitalkraft und über 30.000 Unternehmen in Deutschland bringen wir die Transformation der Gesellschaft voran“, betonte Vorstandssprecher Thomas Jorberg.

Große Chancen

Im klimaverträglichen Umbau der Wirtschaft sieht die GLS-Bank „große Chancen“ für den Finanzmarkt. Die Wirtschaft stehe vor einer „gewaltigen Transformation“, wenn in nur drei Jahrzehnten alle Emissionen so weit wie möglich senkt werden sollen. Auch die Banken müssten anfangen, die Emissionen ihres Kerngeschäfts in den Bilanzen zu berücksichtigen, wenn die Kosten nicht zu erheblichen Risiken führen sollen. Die GLS-Bank will sich mit ihren Unternehmenskunden noch stärker über Klimaziele austauschen.

Wie in Bochum dargelegt wurde, lassen sich die Auswirkungen von Finanzangeboten auf die Erderwärmung bilanzieren. Die GLS-Bank hat zusammen mit dem Startup right.based on science und dem Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie erstmals eine Klimabilanz für ihr vollständiges Kreditportfolio und ihren Klimafonds ermittelt, sowohl die direkten und indirekten Treibhausgasemissionen als auch die eingesparten Emissionen als Beitrag zum Klimaschutz.

Als methodische Basis wurden die aktuellen Guidelines der Platform für Carbon Accounting Financials (PCAF) sowie Vorarbeiten des Wuppertaler Instituts verwendet. Es seien aber auch neue Methoden dafür entwickelt worden, schreibt das Institut dazu.

Zukunfstbilder

„Wenn alle Unternehmen so wirtschaften würden, wie die von uns finanzierten Unternehmen, dann könnte die Erderwärmung bis 2050 auf ca 1,5 Grad begrenzt werden“, erläuterte Vorstandsmitglied Aysel Osmanoglu dazu. Auch Banken dürften sich nicht länger damit begnügen „ihren Stromverbrauch oder ihr Altpapier zu zählen“. Die Klimaschutzdebatte müsse sich auch im Kerngeschäft der Banken auswirken.

Der von der GLS-Bank aufgelegte Klimafonds investiert als Mischfonds in besonders klimafreundliche Unternehmen und Projekte. Um außerdem die soziale Komponente zu berücksichtigen, wurden für die Kernbranchen der Bank ganzheitliche Zukunftsbilder entwickelt. Deutlich werde das z.B. beim Thema Wohnen, wo sich die GLS Bank mit 931 Mio EUR Gesamtkreditvolumen engagiere. Ökologische Baustoffe wie Holz setzten sich dabei immer mehr durch.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 200210-02DE Datum: 10. Februar

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