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Mon, 30 Apr 2012

Steiner-Archiv vor großen Zukunftsaufgaben

Vorstand sieht keinen Paradigmenwechsel bei den Ausstellungen - Fehlende Finanzausstattung bemängelt - Kritische Steiner-Ausgabe aus Stuttgart will neue Maßstäbe in der Editionsarbeit setzen

DORNACH/WIEN (NNA). Die laufende Arbeit des Rudolf Steiner Archivs in Dornach ist auch nach dem Ausscheiden von dessen langjährigem Leiter, Prof. Walter Kugler und der Mitarbeiterin Vera Koppehel nicht gefährdet. Dies betont der Präsident der Nachlassverwaltung, Cornelius Bohlen, gegenüber NNA. In einer öffentlich gemachten „Wiener Erklärung“ hatte die Konferenz der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter der anthroposophischen Bewegung (KOPRA) ihr Befremden über das Ausscheiden der beiden bekannten Archivmitarbeiter und ihre Sorge über die weitere Zukunft des Archivs bekundet. Sie befürchten einen „Paradigmenwechsel“ in der Ausstellungspraxis des Archivs.

Von einem solchen Paradigmenwechsel könne keine Rede sein, meinte Bohlen. Er widersprach damit einer in den Mitteilungen der Schweizer Anthroposophischen Vereinigung publizierten Auffassung seines Vorstandskollegen Andreas Kühne, der eine Rückführung der Archivarbeit auf dessen eigentliche Kernaufgaben mit Beschränkung der Herausgabe von Originalen gefordert hatte. „Ich habe das sofort korrigiert, das hat er so nicht gemeint, selbstverständlich wird es weiterhin Originale aus dem Archiv als Leihgaben für Ausstellungen geben“, so Bohlen weiter. Die Leihgaben des Archivs waren mit verantwortlich für die erfolgreichen Ausstellungen zum Steiner-Jubiläumsjahr gewesen, an deren Entstehung Kugler und Koppehel maßgeblich Anteil hatten.

Die Aktivitäten der beiden Mitarbeiter seien „ausgesprochen hilfreich“ gewesen und hätten zu einer „beispiellos konstruktiven und erfrischenden Diskussion“ der Arbeit Rudolf Steiners in der Öffentlichkeit beigetragen, heißt es in der Erklärung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter weiter. Durch den Weggang von Kugler und Koppehel sehen die KOPRA-Mitglieder die Herausgebertätigkeit des Archivs sowie dessen Wirkung in der Öffentlichkeit gefährdet. Sie wollen mit der Nachlassverwaltung ein Gespräch zum Thema führen und haben bei ihrem Treffen in Wien Vertreter dafür bestimmt.

Nach Auffassung von Nachlassverwaltungs-Präsident Cornelius Bohlen ist die gegenwärtige Debatte um das Ausscheiden von Mitarbeitenden am Archiv wenig nützlich, da sie den Blick verstellt auf eine viel grundsätzlichere Problematik, diejenige der auch weiterhin nicht geklärten Basisfinanzierung des Archivs. „Niemand kritisiert die gute Arbeit, die Prof. Kugler und Vera Koppehel mit den Ausstellungen zum Jubiläumsjahr geleistet haben. Aber wir konnten so nicht weitermachen, es sind noch nicht einmal die Arbeitsplätze der jetzt reduzierten Belegschaft auf Dauer gesichert. Die 2011 beschlossene Umstrukturierung ist weiter für uns maßgeblich.“ In diesem Zusammenhang sei auch das Ausscheiden von Kugler und Koppehel zu sehen, die diese Umstrukturierung zu wenig hätten mittragen wollen.

Die Aufgabe der Grundfinanzierung des Steiner-Archivs ist aus der Sicht Bohlens nicht ausreichend im Bewusstsein der anthroposophischen Gesellschaften in den einzelnen Ländern verankert. „Wenn wir ein seriös arbeitendes Archiv wollen, das den gegenwärtigen Standards entspricht und den Ansprüchen der Wissenschaft stand hält, dann müssen wir es auch entsprechend ausstatten, und zwar so, dass der laufende Basisbedarf gedeckt ist.“ Auch die Entwicklung der universitären Esoterikforschung in den letzten zehn Jahren gebe Anlass, das Archiv mit einer tragfähigen Finanzierung außustatten.

Bei der Neustrukturierung 2011 habe die Nachlassverwaltung die Prioritäten eindeutig gesetzt, das Konzept dafür sei gründlich erarbeitet worden. An erster Stelle sei eine geordnete Archivierung zu setzen, an zweiter Stelle die Edition der Steiner-Ausgabe und erst an dritter stehe die Ausstellungstätigkeit, die projektfinanziert betrieben werden solle. Auch sie sei auf das Funktionieren der Archivierung angewiesen. “An einer professionellen Archivierung führt nichts vorbei, die Wandtafelzeichnung Nr. 333 muss aufwendig konserviert und geordnet aufbewahrt werden, wenn ich sie ausleihen will“, so Bohlen.

Hinsichtlich der Herausgabe von Steiners Werken sei der Beschluss gefasst worden, endlich einen vollständigen Briefwechsel heraußugeben. „Bisher reicht er relativ vollständig nur bis 1900, das ist unhaltbar. Nicht einmal die eigenhändigen Briefe Steiners sind komplett editiert.“ Eine weitere „Riesenaufgabe“ sei die Herausgabe der Notizbücher, die wichtige Vorarbeiten zu den Vorträgen enthielten. Die Qualität des Archivs müsse weiter gepflegt und vertieft werden, um den Ansprüchen der Forschung standzuhalten. „Wir können den Forschern zwar einen schönen Leseplatz anbieten, aber dann muss auch das Material stimmen, wir können ihnen keine 1000 Notizzettel von Rudolf Steiner die Hand drücken, die nicht aufgearbeitet sind.“

Die Basisfinanzierung des Archivs beziffert Bohlen mit rund 350.000 Schweizer Franken jährlich. Bisher finanziert sich das Archiv über Lizenzen, Mieterträge und freiwillige Zuwendungen aus der anthroposophischen Bewegung. Geregelte Zahlungen zur Deckung des Basisbedarfs gebe es – bis auf die Beteiligung einiger Zweige der Schweizer Anthroposophen – bisher nicht. „Bis auf die deutsche Gesellschaft und wenige Stiftungen, die in den letzten Jahren immer wieder einzelne Editionen unterstützt haben, fühlt sich kaum jemand verpflichtet, das Archiv mit einer soliden Finanzbasis außustatten“, rügt Bohlen. Durch die nicht geregelte Basisfinanzierung sei man gezwungen gewesen, die Reserven des Archivs aus Erbschaften und Schenkungen immer wieder in Anspruch zu nehmen. Diese Reserven seien 2011 erschöpft gewesen.

Als Beispiel für einen Rückstand in der Editionsarbeit des Archivs nennt Bohlen die Tatsache, dass bisher nur ein Band der beiden zu kommentierenden Ausgaben vorliegt, die bereits 2008 von der deutschen Prüfstelle für jugendgefährdende Medien gefordert worden seien. „Wir hatten zugesagt, das so zügig wie möglich zu erstellen. Da sind wir jetzt am Anschlag, das hat oberste Priorität.“

Das zögerliche Erscheinen der kommentierten Version des beanstandeten Volksseelen-Zyklus, für dessen Herausgabe bislang Walter Kugler zuständig war, wurde erst vor kurzem von dem Historiker Prof. Helmut Zander kritisiert. In Heft 1/12 der Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte bezeichnet Zander dies als ein Politikum, das für sich selbst spreche. In diesem Kontext kritisiert Zander auch die Neuherausgabe der “Zeitgeschichtlichen Betrachtungen“ (GA 173) Rudolf Steiners. Die Edition des Steiner-Archivs sei nicht auf dem neuesten Stand der Forschung zum Ersten Weltkrieg. Er wirft den Herausgebern außerdem vor, sich nicht angemessen mit der Rassentheorie Steiners auseinanderzusetzen und Sozialdarwinismus in neuem Gewand zu reproduzieren. Diese Kritik wurde von Nachlassverwaltungs-Präsident Bohlen zurückgewiesen. Gegenüber NNA betont Bohlen dazu, dass es überhaupt nicht Aufgabe der Edition sei, gültige Interpretationen zu liefern. Es gehe vielmehr darum das Werk des Autors in seinem Kontext so gut wie möglich zur Verfügung zu stellen, damit es interpretiert werden kann.

In Zusammenhang mit den Jahrestagen zum 1.Weltkrieg ab 2014 ist zu erwarten, dass die politischen Positionen von Rudolf Steiner in der Weltkriegsdebatte erneut in der Öffentlichkeit aufgegriffen und diskutiert werden.

Eine weitere aktuelle Herausforderung für das Dornacher Steiner-Archiv ergibt sich aus der Ankündigung einer kritischen Ausgabe (KA) der wichtigsten Schriften Rudolf Steiners im Stuttgarter fromman-holzboog-Verlag. Diese versteht sich als Studienausgabe in acht Bänden, renommierte Esoterikexperten wie Gerhard Wehr haben Vorworte beigesteuert. Herausgeber der Reihe ist der Dozent Christian Clement (Brigham Young University, Privo, Utah/USA). Auf der Website des Verlages heißt es: „Die kritische Edition ausgewählter Schriften Rudolf Steiners […] bietet die Grundlagentexte der Anthroposophie […] zum ersten Mal in textkritischer Ausgabe. Steiners zentrale Schriften zwischen 1884 und 1910 werden in ihrer Textentwicklung durch die verschiedenen Neubearbeitungen hindurch verfolgt, im Rahmen von Steiners intellektueller Biographie kontextualisiert und hinsichtlich ihrer Quellen und Bezüge umfassend transparent gemacht.“

Damit werde ein „neuer Editionsstandard für das geschriebene Werk Steiners gesetzt“, welcher der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Anthroposophie eine unverzichtbare textuelle Grundlage schafft und mit Blick auf die Zukunft ein Fundament für eine künftige komplette historisch-kritische Ausgabe bilden könne. Bohlen sieht hier die Notwendigkeit einer Mitwirkung des Steiner-Archivs. Eine solche Ausgabe bedürfe auch des Rückgriffs auf die Vorstufen der Schriften von den Manuskripten, eine Aufgabe, die wiederum im Steiner-Archiv anzusiedeln wäre.

Die Leitung des Editionsbetriebs der GA beim Steiner-Archiv wird derzeit von Dr.  Alexander Lüscher und Dr.  Roland Halfen mit einem begleitenden Editionsrat des Vorstands wahrgenommen. Lüscher ist auch verantwortlich für die Archivierung, die Stefan Widmer besorgt. Wer die Aufgabenbereiche von Prof. Walter Kugler und Vera Koppehel u.a. im Ausstellungsbereich übernehmen wird, steht nach den Worten von Cornelius Bohlen derzeit noch nicht fest.

End/nna/ung/vog

Link: www.frommann-holzboog.de

Bericht-Nr.: 120430-01DE Datum: 30. April 2012

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Tue, 17 Apr 2012

Das fahrbare Klassenzimmer

Einen ungewöhnlichen neuen Klassenraum hat die Waldorf-Initiative „Mulberry Tree Early Years“ in Cromhall im britischen South Gloucestershire für ihre erste und zweit Klasse mithilfe von engagierten Spendern eingerichtet. Projektmitglied Clare Benson berichtet.

CROMHALL (NNA). Die Mulberry Tree Early Years Gruppe bietet seit mehr als zehn Jahren Waldorfpädagogik für über 150 Kindergartenkinder in einem Gemeindehaus im ländlichen South Gloucestershire. Im Frühjahr 2011 wurde deutlich, dass ein paar engagierte Eltern Waldorfpädagogik auch über den Kindergarten hinaus für ihre Kinder für erforderlich hielten. Die Idee der ersten und zweiten Klasse war geboren.

Unser Beweggrund war es stets, Pädagogik auf einer Non-Profit-Basis zu bieten. Die wenigen Ersparnisse, die da waren, waren wirklich bescheiden. Da unser Gelände einen großen Parkplatz hat, überlegten wir, einen Bus als Klassenraum zu benutzen. Anstelle eines Busses bekamen wir aber zum Schluss etwas viel Interessanteres: Ein ehemaliges Feuerwehrauto. Der Grund, warum wir schlussendlich einen Feuerwehrauto und keinen Bus nahmen, liegt darin, dass Busse schwerer zu dämmen sind.

Das Feuerwehrauto ist ein Mittelding zwischen einem Kastenwagen und einem Bus. Wir haben es auf Ebay gefunden und nach zähen Verhandlungen gekauft. Es ist 20 Jahre alt und hat gerade mal 11.000 Meilen auf dem Tacho, da es nur für größere Einsätze genutzt wurde. Es kann aber immer noch fahren und hat 4.500 Pfund gekostet. Der Umbau in einen Klassenraum hat weitere 4.000 Pfund gekostet.

Alle Gruppenmitglieder, die von dem Plan überzeugt waren, machten sich daran, Spenden dafür zu sammeln. Einzelpersonen als Spender und Stiftungen nahmen Geld in die Hand, um unser Projekt zu realisieren. Andere haben uns in ihre Gedanken und Gebete eingeschlossen. Wiederum andere sahen sich zu einer persönliche Herausforderung angeregt und trugen durch gesponsorte eigene Aktivitäten dazu bei, wie der frühere Waldorfschüler an der Universität, der sich einen Halb-Marathonlauf sponsern ließ.

Eine allein erziehende Mutter radelte zur Wintersonnenwende vom Kindergarten in South Gloucerstershire zum Rudolf Steiner Haus in London mit dem Ziel, 160 Meilen Radweg zu schaffen. Es war eine echte Herausforderung. Die Fahrt war nicht leicht, da sie und ihr Begleiter den Radweg in sehr schlechtem Zustand vorfanden, was zusammen mit dem regnerischen Wetter ihr Vorwärtskommen stark behinderte. Sie fuhren vor Sonnenaufgang los und die Chance, ihr Ziel am kürzesten Tag des Jahres noch zu erreichen, schwand mit dem Sonnenlicht. Trotzdem hielten sie durch und übernachteten bei einem gastfreundlichen Vater der Alder Bridge Waldorfschule in der Nähe von Reading, 50 Meilen vor London. Der nächste Tag war leichter, da sie den Radweg verlassen und die alte A4 Straße nehmen mussten. Am Nachmittag erreichten die Radfahrer das Steiner Haus - gerade als die Sonne unterging.

Man kann wirklich nur erstaunt sein, wie viel innere Kraft unsere Eltern, Freunde und all die anderen, die sich um das Mulberry Tree sorgen, haben und was sie sich für das nächste Jahr vornehmen! Es liegt eine Michælische Qualität darin, sich so zum Wohl anderer anzustrengen, eine innere Haltung, die durch Großzügigkeit entsteht, wenn man sich selbst so einer Tat hingibt.

Unser „Feuerwehrauto“ provoziert Fragen nach Sirenen, Blaulicht und Wasserschläuchen. Kleine Kinder sagen „Feuerwehrauto“ sanft und lächeln dabei. Der Klang von trommelndem Regen auf seinem Dach gibt einem das Gefühl von Wohlgefühl, wenn man von drinnen nach draußen lauscht. Unser Feuerwehrauto als Klassenraum regt auch die Phantasie an.

Die Geschichte von unserem ungewöhnlichen Klassenraum entfacht Freude in den Herzen der Menschen und erzeugt Begeisterung am Mittun. Sie stärkt unsere Gemeinschaft, weil sie Eltern und Lehrern Hoffnung gibt und zu Mut und Gnade anregt. Und nicht zuletzt bringt das Feuerwehrauto Freude und Waldorfpädagogik für Kinder, Eltern und Lehrer.

END/nna/cva/lml

Link: Kontaktdaten für Spenden finden sich auf der Schulwebsite unter www.mulberrytree.org.uk.

Bericht-Nr.: 120417-06DE Datum: 17. April 2012

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„Oscar der Lebensmittel“ für Camphill Gemeinschaft Loch Arthur

BEESWING, Dumfries (NNA). Die Loch Arthur Camphill Gemeinschaft in der Nähe von Dumfries, Schottland hat den „Best Food Producer 2011“ Preis für ihren Käse in den renommierten Lebensmittel- und Landwirtschaftsawards der BBC gewonnen.

Loch Arthur nannte seinen Preis „den Oscar der Lebensmittelwelt“. Das betreffende Radioprogramm beschrieb den Käse als „einen großartigen Käse, absolut perfekt“.

Barry Graham hat die Molkerei in Loch Arthur 1986 gegründet und dann schrittweise einen Hofladen und weitere Bereiche der Lebensmittelproduktion auf Loch Arthur aufgebaut. Über den Preis freut er sich sehr - nicht nur für sich.

Ein erfolgreicher biologisch-dynamisch wirtschaftender Bauernhof mit Molkerei und Hofladen helfe den Mitarbeitern, stolz auf das Geleistete zu sein und seinen Sinn zu erkennen.

„Wir sehen diesen außergewöhnlichen Food & Farming Preis als Anerkennung für die Arbeit, die wir hier seit 25 Jahren machen. Durch die Lebensmittel, die wir produzieren, haben wir wunderbare Verbindungen zu einem größeren Umfeld geschaffen und gezeigt, was durch ein soziales Unternehmen, in dem mit Gewissen und Sorgfalt gearbeitet wird, erreicht werden kann“, betont Graham.

Loch Arthur ist eine Arbeitsgemeinschaft in Südwestschottland, zu der Männer und Frauen mit Lernschwächen gehören. Es gibt neun Häuser, in denen zusammen mehr als 70 Menschen leben, einschließlich 28 Menschen im betreuten Wohnen. Es gibt einen Bauernhof, einen großen Garten, eine Molkerei, eine Bäckerei, eine Holzwerkstatt und einen gut gehenden Hofladen. Der Bauernhof und die Molkerei sind Demeter zertifiziert.

END/nna/cva/lml

Link: www.locharthur.org.uk

Bericht-Nr.: 120417-05DE Datum: 17. April 2012

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Demeter-Homepage jetzt als interaktive Community-Website

DARMSTADT (NNA). Als interaktive Community-Webseite für Verbraucher, Fachwelt und Mitglieder präsentiert sich die Homepage von Demeter e.V. jetzt neu. Wenn Höfer, Verarbeiter, Hersteller und Händler sich auf der Homepage gemeinsam präsentieren, werde eine optimale Transparenz für den Verbraucher bewirkt, betonte dazu Demeter-Vorstandsmitglied Klemens Fischer. Verständnis und Wertschätzung für die biodynamische Wirtschaftsweise werde bei den Menschen in der Region und im deutschsprachigen Raum gefördert. Die neugestaltete Homepage ist der Optik des Demeter Journals angepasst.

Alle Demeter-Partner haben damit jetzt die Möglichkeit, ihre Betriebe auf der Webseite ausführlich darzustellen. Interessierte Verbraucher finden Einkaufsstätten dank ebenso unkomplizierter wie detaillierter Suchfunktion. Für Konsumenten besonders interessant sind Hintergrundinfos zu Produkten sowie der Veranstaltungskalender und die Auskunftsstelle für freie Arbeitsplätze im biodynamischen Zusammenhang.

Das Demeter Journal kann auch online auf der Homepage gelesen werden ebenso wie sämtliche Richtlinien des ältesten ökologischen Anbauverbandes. Demeter ist neben der eigenen Plattform auch in den sozialen Netzwerken aktiv und bei Facebook und Twitter zu finden.

End/nna/ung

Link: www.demeter.de

Bericht-Nr.: 120417-04DE Datum: 17. April 2012

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Vietnamesische Uni ehrt Witten-Herdecker Wasserforscher

WITTEN-HERDECKE/HANOI (NNA). Die Vietnamesische Nationale Universität (VNU), eine der renommiertesten Hochschulen Asiens, hat dem Wittener Experten für Kläranlagen Prof. Dr.  mult. Karl-Ulrich Rudolph die Ehrendoktorwürde verliehen. Damit ehrt sie Rudolph für seine außerordentlichen Erfolge in der angewandten Wasserforschung und für seine erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit deutscher bzw. europäischer Beteiligung in Vietnam.

Rudolph, der auch Gastprofessor ehrenhalber an der Nationalen Ökonomischen Universität in Hanoi ist, betonte in seiner Festansprache, dass in einer globalisierten Welt die internationale Wissenschaftskooperation unverzichtbar geworden sei. “Die Lösung der weltweit immer komplexer werdenden Wasserprobleme kann nur im Zusammenwirken zwischen Technik und Ökonomie gelingen”, sagte er.

Das von ihm vertretene Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (UWH) sei sicherlich der wohl kleinste Partner der großen VNU. “Aber gerade unterschiedliche Partner können besonders erfolgreich kooperieren, wenn sie sich wechselseitig ergänzen. Das haben die Projekte im Bereich der Industrieabwasserbehandlung und der Wasser- und Kreislaufwirtschaft bewiesen”, so Rudolph weiter.

Ohne Förderung des deutschen Forschungsministeriums BMBF, der Europäischen Forschungskommission und der vietnamesischen Regierung sei das nicht möglich gewesen. Rudolph unterstrich, dass die UWH einen exzellenten Forschungsstandort für all jene bietet, die interdißiplinär und international aus der Wissenschaft für die Praxis nachhaltige Lösungen entwickeln wollen.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 120417-03DE Datum: 17. April 2012

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Wie sich Lebenskräfte durch Eurythmie steigern lassen

Symposion der Alanus Hochschule zeigte Wirksamkeit an Menschen und Pflanzen

Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

ALFTER (NNA). Um die Bildekräfte in der Natur, in der Eurythmie und im sozialen Prozess ging es beim Bewegungssymposion IX der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter. Unter dem Titel „…weil Eurythmie wirkt!“ befasste sich das Symposion MIT der Frage, wie Bildekräfteforschung und Bewegungskunst Eurythmie zusammenhängen.

Dorian Schmidt, der seit 1993 an einem methodischen Zugang zur Erkenntnis der Lebenskräfte arbeitet, ist an verschiedenen Forschungsprojekten zu diesem Thema tätig. Er leitete seinen Workshop ein mit der Feststellung, bei der Eurythmie sei man „schon mit einem Fuß in den Bildekräften drin“. Rund 50 Teilnehmer, Studenten des Studium Generale und Gäste untersuchten mit Schmidt in praktischen Übungen den Begriff Psychosomatik, d.h. die Wirkung Seele auf den Körper. Innerlich erlebbar bei der Vorstellung von „Freude“ waren z.B. Helligkeit und Wärme. Auch eine gelb-orange-rote Färbung, offen nach oben, ein offener Gang wurden von den Teilnehmern als Empfindung gesammelt. Bei der Übung „Trauer“, dem Fühlen ohne Mimik, wurde eine Abwärtsrichtung bemerkbar, ein schwerer Druck, Dunkelheit und Kälte. Diese Gesten seien international, betonte Schmidt. Doch der Kräfteleib sei differenziert, wahrnehmbar werde er nur, wenn man sich in ihn einfühle.

Im nächsten Workshop sollten sich als erstes alle Teilnehmer bewegen. Mit Gehen im Kreis begann Eurythmistin Tanja Baumgartner-Durrer. Zum „warming up“ im Körper gehörten dann auch die Zehen, Fußgelenke bewegen, Wackeln mit den Hüften, Beine ausschütteln, das Becken in Form einer Lemiskate (liegende Acht) schwingen. Erwärmt wurden so Zehen, Gelenk, Knie, Hüfte, Becken, Brustgelenk und Nacken. Ein anderer Blickwinkel galt der Haut, dem mittleren Raum mit Lunge und Herz, den Knochen. Auf der Grundlage dieser Bewegungsabläufe hat Baumgartner-Durrer in den letzten Jahren eine Eurythmie Massage entwickelt. Dadurch gelingt es, unharmonische Situationen aufzuspüren und die Energie im Körper wieder in den Fluss zu bringen und ihn so zu nähren.

Durch ihre Arbeit kam sie auf die Idee, dass es bei Pflanzen auch möglich sein müsste, durch den konkreten Umgang mit den Gesetzmäßigkeiten der Eurythmie neue Beziehungen zu schaffen und ihre Wirkungen auch sichtbar zu machen. Baumgartner–Durrer, die von 2004 bis 2007 an einem Eurythmie-Forschungsprojekt an der Universität Bern gearbeitet und das Institut ArteNova für Eurythmie in Forschung und Kunst gegründet hat, berichtete den Zuhörern von ihren verschiedenen Pflanzenexperimenten. Mit Kresse, der schnell wachsenden Pflanze, konnten durch eurythmische Behandlungen mit B, K, und L im Test Geschmackausbildungen entstehen, die statistisch gut berechenbare Ergebnisse erzielten. Schärfe und Beliebtheit als Parameter wurden bewertet. Während des Forschens tauchten Fragen wie: Lassen sich Ätherkräfte und eurythmische Wirkungen leiten und speichern. Wasser wurde mit den Lautgesten L, B, S, und K behandelt und die Kresse damit gegossen. Auch in diesem Versuch konnte nachgewiesen werden, dass die Pflanzen, die mit dem Wasser gegossen worden waren, ein anderes Wachstum zeigten.

Gespannt und mit völliger Ruhe lauschten die Teilnehmer diesen neuen Erkenntnissen, die von Eckart Grundmann, dem Geschäftsführer von ArteNova als digitalisierte Forschungsanalysen gezeigt wurden. Einmal wurde auch die Frage an die Forscherin herangetragen, ob sie versuchen könne, die Qualität einer Apfelsorte durch Eurythmie zu steigern und zwar hinsichtlich Süße und Festigkeit. Baumgartner–Durrer arbeitete ab der Blüte bis kurz vor der Ernte Ende August sieben Mal in variierenden Abständen von zwei bis vier Wochen in passenden Laut- und Planetengesten mit insgesamt 12 Bäumen. Die geernteten Äpfel untersuchte ein Forschungsinstitut für Biologischen Landbau, wo festgestellt wurde, dass Süße und Zuckergehalt der Äpfel durch Eurythmie gesteigert werden konnten.

Wolfgang Gutberlet, Vorsitzender und Gesellschafter von der Supermarktkette tegut, engagiert sich im Bildungsbereich und in der Forschung zu Lebensmittelqualität. In der Alanushochschule war sein Thema „Die Bildekräfte im sozialen Umfeld“. Soziale und unsoziale Triebe seien vorhanden, betonte er. Die Funktion des Unsozialen sei es, wach zu machen. Als Bildekräfte im Sozialen wirken die Macht der Liebe und die karmischen Kräfte. Gutberlet empfahl, „besser hindurch zu hören was auf mich zukommen will“. Beim Hören gebe es das, „was das Ego hören will“ im Gegensatz zu dem, „was aus dem Herzen auf mich zukommt“, das eher zwischen den Zeilen liege. Im sozialen Raum müsse die Gestaltung künstlerisch vor sich gehen, so Gutberlet. Jede Situation solle individuell sein, die Methode so gewählt, dass man noch improvisieren könne.

In Begleitung von Gutberlet kam Pia Jenni. Sie ist seit Jahren als Eurythmistin im Unternehmen tegut tätig. Sie schilderte die kreative Herausforderung, Mitarbeiter eines Unternehmens dazu zu bewegen, im Unternehmen Eurythmie zu machen. Da dies ungewohnt für die Mitarbeiter eines Unternehmens sei, seien einfühlsame Überlegungen nötig, um eine wirkungsvolle Zusammenarbeit entstehen zu lassen, meinte Jenni.

Im abendlichen Gespräch der Referenten, moderiert von Alexander Seeger, Professor für Eurythmie an der Alanus Hochschule, kamen noch einmal die Anliegen im Schaffen der Referenten zur Sprache. Allgemein sei selbständiges Forschen im anthroposophischen Bereich sehr erwünscht, wurde betont. Mit einem weiteres Symposion am 12. und 13. Mai 2012 will man sich an der Alanus Hochschule dem Thema „Eurythmie in Sozialen Arbeitsfeldern“ widmen. „Die Bildung sozialer Substanz durch Bewegung“ ist unter anderen ein Vortrag von Wolf-Ulrich Klünker, Werner Barfod hält das Impulsreferat.

END/nna/wil

Links: www.alanus.edu, www.dorianschmidt.de, www.institut-artenova.ch, www.tegut.com

Literaturhinweis: Dorian Schmidt, Lebenskräfte - Bildekräfte: Methodische Grundlagen zur Erforschung des Lebendigen. Einführung in die Bildekräfteforsschung. Stuttgart 2011

Bericht-Nr.: 120417-02DE Datum: 17. April 2012

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Wieder berufsbegleitende Fortbildung zu ganzheitlicher Ernährung

BAD VILBEL (NNA). Elf Teilnehmer/Innen haben Ende März erfolgreich die vierte Fortbildung “Anthroposophische Ernährung - Individuell, sozial und ganzheitlich” beim Arbeitskreis für Ernährungsforschung e.V. in Frankfurt beendet. Die Themen der präsentierten Abschlussarbeiten waren vielfältig. So beschäftigte sich eine Teilnehmerin mit der “Rhythmuspflege bei Adipositas” und ihre Auswirkung auf die Lebenskräfte. Eine andere befasste sich mit “Saatgut-Qualität”, im Hinblick auf die nährende Wirkung von samenfestem Saatgut im Vergleich zu Hybrid-Saatgut. Aber auch Beiträge zu den Themen “Das Obst der Wöchnerinnen”, “Ernährung der Kinder im zweiten Lebensjahrsiebt” und ein “Getreide-Parcours der Sinne” wurden anschaulich vorgestellt.

Für die Fortbildung waren die Teilnehmer/Innen aus ganz Deutschland und der Schweiz nach Frankfurt angereist, um an jeweils einem Wochenende im Monat die insgesamt zehn Module zu besuchen. Dabei erlangten sie ein umfangreiches Grundlagenwissen über die anthroposophische Ernährung. Die umfassenden Fachvorträge wurden ergänzt durch gemeinsame Seminar- und Textarbeit sowie Lebensmittelverkostungen und die Erstellung von Mittagsmenüs. Für die körperliche Entspannung und Vitalisierung sorgten Bewegungseinheiten.

Die nächste berufsbegleitende Fortbildung beginnt im August 2012. Sie richtet sich an Mitarbeiter im Ernährungsbereich anthroposophischer Einrichtungen, Ernährungsberater, Hauswirtschaftler und Köche sowie Heilpraktiker, Mediziner und interessierte Verbraucher. Nähere Informationen dazu finden sich auf der Homepage des Arbeitskreises für Ernährungsforschung e.V.

End/nna/ung

Link: www.ak-ernæhrung.de

Bericht-Nr.: 120417-01DE Datum: 17. April 2012

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