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Thu, 08 May 2008

Razzia auf Biohof: Anwalt relativiert Medienberichte

Demeter-Verband betont Interesse an lückenloser Aufklärung der Vorwürfe - Autoritäre Strukturen nicht mit bio-dynamischer Wirtschaftsweise vereinbar

MÜNCHEN (NNA). Unter den Überschriften „Waffen auf dem Biohof“ und „Allgäuer Biohof-Sekte unter Betrugsverdacht“ machte ein Biohof mit Demeter-Anerkennung im Allgäu im April in den Medien Schlagzeilen. Der Biobauer Günter M.  sei verhaftet worden hieß es unter dem Verdacht, Steuern im Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Außerdem seien auf dem Hof bei einer Polizeirazzia Waffen und Drogen in größeren Mengen sichergestellt worden. Diese Berichte sind jetzt vom Anwalt von Günter M. , Steffen Ufer, relativiert worden.

Es sei nicht richtig, schreibt Ufer an NNA auf Anfrage, dass auf dem Hof unerlaubte Waffen sichergestellt worden seien. Es seien nur „einige wenige Waffen“ entdeckt worden, für die ein Hofbewohner auch einen Waffenschein habe. Bei den Drogen handele es sich um „relativ geringe Mengen Marihuana“, die dem Eigenkonsum gedient hätten und mit denen „keinerlei Handel getrieben“ wurde.

Zu den Vorwürfen gegenüber Günter M.  schreibt der Rechtsanwalt weiter, aus einem Streit mit einem ehemaligen Mitglied des Michælshofs sei der Vorwurf entstanden, Günter M.  habe einem von diesem Mitglied betriebenen Unternehmen Geld vorenthalten und dieses Geld sei auch an den Steuerbehörden vorbeigegangen.

Die Behörden seien auf die Vorwürfe durch eine Reihe von Zivilprozessen aufmerksam geworden, die entstanden seien, weil das ehemalige Mitglied des Hofs Unterschriften seiner Ehefrau gefälscht habe und deswegen angezeigt worden sei.

Es sei unklar, wann die Ermittlungen abgeschlossen würden und ob und gegen wen Anklage erhoben würde, schreibt Rechtsanwalt Steffen Ufer weiter. Sein Mandant Günter M.  befinde sich noch in Haft.

Der Michælshof ist nach Angaben von Ufer weiterhin mit Produkten auf den Märkten im Süddeutschen Raum vertreten. Der Betrieb auf dem Hof gehe weiter, auch wenn er durch die Blockade aller Konten und Beschlagnahmen durch die Staatsanwaltschaft, „auch der Unterlagen, die strafrechtlich niemals eine Rolle spielen konnten“, erschwert werde.

Da der Michælshof sowohl Bio- als auch Demeter-zertifiziert ist, äußerte sich auch der Demeter-Bund zu den Berichten. Es seien keine Verstöße gegen die EU-Bio-VO und/oder gegen Demeter-Richtlinien festgestellt worden, hieß es in der Pressemitteilung des Demeter-Bundes. Die Vorwürfe bezögen sich nach allen vorliegenden Informationen auf wirtschaftliche Vorgänge, die nicht in Bezug zu Demeter stünden. Auch der Verband sei an einer raschen und lückenlosen Aufklärung durch die Justiz interessiert. Kriminelle Machenschaften passten nicht zum Werte-Kanon der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise, betont Demeter.

Zu den Berichten über autoritäre und sektenartige Strukturen auf dem Hof schreibt Demeter, diese Berichte „entziehen sich der Bewertung durch den Verband“. Demeter führe weder Gesinnungsprüfungen durch noch regele der Verband die Abläufe und Strukturen auf den Höfen. Die Bio-dynamische Wirtschaftsweise mit ihrem anthroposophischen Hintergrund „achtet und respektiert jedoch gerade die individuelle Freiheit des Menschen und regt an zum Handeln in ethischer und spiritueller Verantwortung“.

Wie aus der Anwaltskanzlei in München verlautete, stoßen die Vorgänge um den Michælshof auf großes Medieninteresse, die Anfragen nähmen kein Ende.

End/nna/jh

Bericht-Nr.: 080508-01DE Datum: 8. Mai 2008

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Mon, 05 May 2008

Visionen und Ziele: Friedrich Glasl beim Thementag NRW

Jeder an seiner Stelle und nach seinen Fähigkeiten: wie Organisationen lebendig gehalten werden können – Unerreichbar hohe Ideale führen nicht weiter

Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

BOCHUM (NNA). Um Visionen und Ziele sowie deren Umsetzung im Alltag ging es beim Thementag Anthroposophie im April in Bochum, zu dem die anthroposophische Gesellschaft NRW ins Kulturhaus OSKAR eingeladen hatte. Rund 150 Besucher folgten den Ausführungen von Dr.  Friedrich Glasl aus Salzburg. Seit vielen Jahren ist er in der Organisationsentwicklung und Meditation tätig.

Glasls Anliegen ist als Selbsthilfe in Konflikten wegweisend: „Es geht… nicht darum, dass Sie sich für den Rest des Lebens absolute und unerreichbare hohe Ideale stecken, sondern heraußufinden versuchen, was von den Werten und Eigenschaften, die immerhin ein wenig in Richtung ihrer Ideale weisen, Sie am nächsten Tag in die alltäglichen Handlungen einbringen können.“

Ziele setzen - etwas was nur wir Menschen können - sei eine wichtige Vorraussetzung „nicht ich muss, sondern ich kann, ich will!“ Es gebe immer Entscheidungsmöglichkeiten, so Glasl. Ziele könnten individuell, konkret, kurzfristig sein, erscheinen dann klar, konkret, exakt detailliert, terminlich bestimmt, qualifizierbar und genau überprüfbar.

Bei Gemeinschaftßielen sei es anders: sie seien grundsätzlicher, langfristiger, eher „unscharf“, global, bildhaft, terminlich noch offen. Die Ziele erforderten unterschiedliche Fähigkeiten, etwa die, um sich das Ziel langfristig vorzustellen und das für verbindlich zu erachten, das Ziel im Auge zu behalten, dabei die Unsicherheit aushalten zu können und beim Unterwegssein durchzuhalten. So würden aus vagen Zukunftsvorstellungen verbindliche Zielvorstellungen, Zielprojekte, mit verbindlichen Entscheidungsvorbereitungen, die zur Entscheidung führten. Daraus erwachsen die Ausführung bei denen Entscheidungen vorliegen.

Bald wurde in Glasls Ausführungen klar, dass nicht jeder Mitwirkende die gleichen Fähigkeiten mitbringt, auch nicht zur Verfügung hat. An diesem Punkt beginnt schon der Prozess des Verstehens der Konflikte und man kommt der Lösung des Problems näher.

Als Weiteres käme die verschiedene Sichtweise der Dinge. Das gehe entweder mit einem mikroskopischen Blick, der die Elemente isoliert betrachte, in der Präzision ohne Blick auf das Ganze. Hier denke der Mensch in linearer Kausalität, monodißiplinär in Anerkennung der qualitativ-rationalen Methode.

Anders bei dem makroskopischen Blick. Dieser betrachte die Beziehungen zwischen den Elementen, die Zusammenhänge. Da gehe es vom Ganzen ins Detail. Der Mensch denke dabei in zirkulärer Kausalität, denke multi- interdißiplinär. Er anerkenne wissenschaftliche und intuitiv künstlerische Methoden.

Unterschiedliche Zeithorizonte zu erleben erfordere Forschungen, führte Glasl weiter aus. Diese hätten ergeben, dass die Zeithorizonte, wenn frei gewählt, den geozentrischen Rhythmen entsprächen und somit auch zu planetarischen Beeinflussungen führten.

So wären beispielsweise die Visionen, Fernziele oder die Unternehmerphilosophie von Saturnkräften beeinflusst, die bei 28-30 Jahren liegen. Zehn bis zwölf Jahre lang durch Jupiter gestützte Kräfte trügen eher das Leitbild, die Unternehmenßiele.

Erläutert wurden diese Aufteilungen bei den Wesenheiten Luzifer, Christus und Ariman. In der Mitte bei Christus finde man die Ich-Werdung zwischen Licht und Dunkel, Entscheidungskräfte seien da zu finden, Vervollkommnung durch irdisches Wirken, Selbstbindung in Freiheit und Verantwortung. Dies falle bei den beiden anderen Wesenheiten ganz anders aus.

Mit welchen Fähigkeiten lassen sich Mitarbeiter im Unternehmen, im Verein, Verband oder Projekt auf deren Ziele ein, stelle sich die Frage. Die Menschen mit ihrer Vielfalt nehmen die notwendig unterschiedlichen Zielvorstellungen nach Glasls Methode an. Klar werde, man könne einander in Treue unterstützen. Erkannt werde und beispielsweise vorgeschlagen: „Mein Beitrag wird das und das sein“. Im Tagesablauf waren einige Zeitabschnitte dem Thema „Persönliche Vision“ gewidmet. In Gedanken und der Vorstellung in der Zukunft des privaten und beruflichen Lebens in ca. 12 Jahren begann die Phantasiereise. Zu schauen waren aber auch die Problemstellungen und –lösungen von vor 10 und 5 Jahren. Diesen gegenübergestellt wurde wieder der Vorausblick auf Trends in den nächsten fünf Jahren mit Unterteilungen in Detailfragen. Die Überlegungen zu den einzelnen Abschnitten tauschten die Teilnehmer in Dreiergruppierungen aus. Gefragt wurde dabei auch nach den Hits oder Flops der letzten Jahre und den Steigbügelhaltern -Personen, die an dem persönlichen und beruflichen Fortkommen großes Interesse hatten. Vorstellen sollte man sich auch Konkretes: Wie sieht das private, oder berufliche Umfeld aus? Welches sind meine Fähigkeiten und welche Fähigkeiten will ich entwickeln? Was sind meine Etappenziele?

Was ist den einzelnen Menschen wirklich wichtig? Die biographische Zeitspanne lies bei den Einzelnen im Erinnern und Besinnen sehr viel bewusst werden, Stationen im eigenen Leben, die Mitwirkenden in der Entwicklung wurden bedacht, oft auch mitgebrachte Fähigkeiten erkannt.

Der Thementag spürte auch der höheren Identität einer Menschengruppe nach, der Annäherung an den Engel einer sozialen Gemeinschaft. Wenn nach Rudolf Steiner die Kultur einer Gemeinschaft betrachtet wird, so gibt es laut Glasl auch Phasen, Rhythmen, Zyklen, ein Aufblühen und ein Verwelken und Absterben von Trägern einer kulturellen Gemeinschaft.

Die Erzengelwesen nehmen war, was in einer Organisation geschieht. Entsprechend führen Verknöcherungen und Stagnation dazu, dass sich diese Wesen von einer Organisation abwenden. Bemühen sich die Menschen dagegen, Neues zu entfachen, die Entwicklung wieder zu impulsieren, haben diese Wesen die Möglichkeit, sich ihr wieder anzunähern. Die Menschen machen sich so zu einem Gefäß dieser Wesen und die höheren Wesen mit ihren Hüllen können ihrerseits befruchtend wirken.

Was aber soll geschehen, damit Gemeinschaften gesehen, revitalisiert werden? Dazu gehört auch, dass Menschen in einer Gemeinschaft für sich den Entschluss fassen, bestimmte Ziele, bestimmte Werte zu leben, und zwar so, dass es lebendig ist und ohne Dogmatisierung. wenn sie Gespräche suchten und auch hinhörten aus der neu gegriffenen Einsicht: „Jeder an seiner Stelle, nach seinen Fähigkeiten“.

Wenn man sich unterstütze und Treue verspreche, entschlossen, weil ein gemeinsames Ziel vorhanden sei, so lebe die Gemeinschaft. Dabei entstünden Wärmekerne, die in den Hüllen da seien, was den Erzengelwesen erlaube, wieder der Gemeinschaft zurückzukehren. Der Sprachgebrauch erkläre es mit „sich erwärmen für diese Vision“, oder „es entfacht wieder Neues“, verdeutlichte Glasl.

Bei dieser Entwicklung komme es zu Resonanzen, man beginne den Weg der Partnerschaft zu gehen hinein in die Auseinandersetzung um die Frage: Was fordert die Welt? Gerade das Hin und Her, das Spannungsfeld mit der Umgebung - worauf kann ich bauen, was soll ich weglassen, das Aushalten der Spannung - dies bilde Lebensaufgabe des einzelnen.

Wie dieses Ringen ausgehe, hänge davon ab, wie wir uns in der individuellen und gemeinschaftlichen Bewegung einbringen, als Autoren, Regisseure oder Akteure.

Der Thementag wollte mit den Anwesenden kleine Schritte in diese Richtung machen, die Fähigkeiten zu wecken, sich diesen Engelwesen einer sozialen Gesellschaft anzunähern. Dazu hatte jeder ein Spektrum an neuen, bewussten Kenntnissen erarbeitet und ging bereichert in der Gegenwart, befähigter in die Zukunft.

End/nna/wil

Bericht-Nr.: 080505-01DE Datum: 5. Mai 2008

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Sat, 26 Apr 2008

Vom Abenteuer, sich selbst zu engagieren

Wirtschafts-Studenten der Universität Witten-Herdecke veranstalteten eine ungewöhnliche Weltreise: Interviews mit 33 nachhaltig arbeitenden Unternehmern

WITTEN/HERDECKE (NNA). “Es liegt an jedem Einzelnen von uns zu entscheiden, welchen Weg wir einschlagen wollen und wie es in den nächsten 50 Jahren auf unserer Erde aussehen wird. Denn wir sind nicht passive Mitreisende, sondern die Piloten und Navigatoren auf unserem Planeten. Darüber einmal nachzudenken, dazu will dieses Buch anregen, vor allem die junge Generation.”

Das schreibt Muhammad Yunus, Friedensnobelpreisträger des Jahres 2006, in seiner Widmung für das Buch „Expedition Welt – Vom Abenteuer, sich zu engagieren“, das drei Wirtschaftsstudenten der Universität Witten-Herdecke jetzt im oekonom verlag herausgebracht haben.

Jan Holzapfel, Tim Lehmann und Matti Spiecker sind für das Buch achteinhalb Monate lang durch 25 Entwicklungsländer rund um den Erdball gereist. Sie haben dabei 85.000 Kilometer zurückgelegt - in Flugzeugen, Bussen und Jeeps, durch Regenwälder, Wüsten, Dörfer und Millionenmetropolen. Ziel ihrer Expedition war es, die Arbeit von Unternehmerpersönlichkeiten zu erforschen, die sich für soziale Gerechtigkeit und verträgliche wirtschaftliche Entwicklung stark machen. 33 solche „Social Entrepreneurs“ haben die drei Studenten auf ihrer Reise getroffen.

Muhammed Yunus hatten die drei Studenten im März 2006 in Bangladesch besucht. Damals konnte noch niemand wissen, dass er bald den Nobelpreis bekommt. Die von dem Wirtschaftsprofessor gegründete Grameen Bank hilft der Landbevölkerung mit Kleinkrediten bei der Existenzgründung.

Andere Sozialunternehmer, mit denen sich die Wittener Studenten trafen, entwickelten innovative Konzepte für die Unterstützung von Straßenkindern, für den Erhalt von Küstenökosystemen oder auch für die Lösung von Abfall- und Abwasserproblemen. Allen Social Entrepreneurs gemeinsam ist: sie agieren unternehmerisch, um mit den vorhandenen Ressourcen einen möglichst hohen gesellschaftlichen Mehrwert zu erzielen. Und sie beginnen dabei meist mit einfachen, nachvollziehbaren Schritten an der Basis, bei den konkreten Problemen der Menschen.

Die Interviews mit den Sozialunternehmern haben Jan Holzapfel, Tim Lehmann und Matti Spiecker auf Tonband und Video aufgenommen. Schon während ihrer Weltreise berichteten sie auf ihrer Internetseite über ihre Erlebnisse, und es gab auch Live-Schaltungen per Satellit mit deutschen Schulen, um auch auf diesem Weg junge Menschen für das Thema nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und zu eigenem zivilgesellschaftlichem Engagement anzuspornen.

Die Gliederung des Buches orientiert sich an den besuchten Weltregionen - vom indischen Subkontinent und Südostasien über Zentralamerika und Südamerika bis Afrika. Die Kapitel enthalten Außüge aus den Interviews, Beschreibungen der besuchten Projekte und Info-Boxen mit Anregungen, wie man selbst aktiv werden kann - etwa als freiwilliger Helfer vor Ort.

Was in dem Buch ebenfalls nicht fehlt, sind Tagebucheintragungen und kurze Reisereportagen. Hier wird's zuweilen dann richtig abenteuerlich, zum Beispiel bei einem Busunfall in Nepal oder beim Brand eines Gästehauses in Laos. Aber zum Schluss ging alles glimpflich ab und drei Studenten von Deutschlands erster Privatuniversität kamen gut wieder nach Hause und konnten ihr spektakuläres Buch vollenden.

END/nna/ung

Jan Holzapfel, Tim Lehmann, Matti Spiecker, „Expedition Welt - Vom Abenteuer, sich zu engagieren“, oekom verlag: München 2008, ISBN 978-3-86581-089-2, 304 Seiten, 16,90 Euro

www.expedition-welt.de

Bericht-Nr.: 080426-04DE Datum: 26. April 2008

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Einladung zu Freiwiligem Sozialen Jahr nach Deutschland

KARLSRUHE (NNA). Die in Deutschland ansässige Organisation „Freunde der Erziehungskunst“ hat eine Einladung an junge Leute in anderen Ländern ausgesprochen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Deutschland zu verbringen.

Die Verteilung der Freiwilligen wird von den „Freunden der Erziehungskunst“ organisiert, meist arbeiten sie in Einrichtungen im Bereich der Sozialtherapie, der Heilpädagogik oder in der Altenpflege, heißt es in der Veröffentlichung der „Freunde“. Alle Gastgeber-Einrichtungen arbeiten auf der Basis der Anthroposophie.

Das Freiwillige Soziale Jahr ist als Mischung von Hilfe und von Lernprozess gedacht: „Für die Freiwilligen bedeutet es, innerhalb eines neuen Kultur- und Arbeitßusammenhangs zu lernen. So ist der Freiwilligendienst eine Form des interkulturellen Austauschs und des Kontakts mit dem Fremden. Gleichzeitig bringen die Freiwilligen etwas ganz Wertvolles durch ihre Persönlichkeit und ihre Freiwilligenarbeit in die betreffenden Einrichtungen ein“, schreibt die Organisation.

Seit 2003 besteht die Möglichkeit, Freiwilligendienste in Deutschland zu leisten und die „Freunde der Erziehungskunst“ betreiben seit 1993 Freiwilligenprogramme für junge Menschen aus Deutschland, die in anderen Ländern arbeiten wollen.

Die Organisation wurde 1971 gegründet, um Initiativen für eine freie Pädagogik weltweit zu unterstützen. Seither haben die „Freunde der Erziehungskunst“ viele Millionen Euro zusammengetragen, um die Waldorfpädagogik in Form von Kindergärten, Waldorfschulen, anderen pädagogischen Initiativen, Heilpädagogik oder sozialtherapeutischen Einrichtungen in der ganzen Welt zu fördern.

Pro Jahr übergibt die Organisation mehr als drei Millionen Euro Spenden an 200 Projekte.

END/nna/cva/ung

Link: www.freunde-waldorf.de/freiwilligendienste/

Kontakt: incoming@freunde-waldorf.de, Tel. +49 (0) 721 35 48 06 17

Bericht-Nr.: 080426-01DE Datum: 26 April 2008

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Mitarbeiter als wichtigster Erfolgsfaktor

Unternehmertag der Alanus Hochschule widmete sich der Personalarbeit

 ALFTER (NNA). Erfolge sind zu einem wesentlichen Teil motivierten und engagierten Mitarbeitern zu verdanken. Deswegen gehen erfolgreiche Unternehmen wie dm, Globus oder auch Rewe bei der Personalentwicklung neue Wege und setzen auf die ganzheitliche Förderung der Persönlichkeit ihrer Mitarbeiter, unter anderem durch Kunst und Kultur. Dies wurde beim Unternehmertag der Alanus-Hochschule deutlich, bei dem 80 Teilnehmer aus 30 Unternehmen in Alfter einen Tag lang über Personalentwicklung und Mitarbeiterführung diskutierten.

Anregungen gaben Götz Werner, Gründer der Drogeriekette dm, Thomas Bruch, geschäftsführender Gesellschafter der Globus Holding, und die Personalleiterin des Handelskonzerns Rewe, Ursula Schütze-Kreilkamp. Sie stellten ihre Ansätze dar und berichteten aus der Praxis der Personalarbeit. „Die drei Referenten bringen zusammen mehr als 50 Millarden Euro Umsatz aufs Podium“, scherzte Markus Mau, Leiter des Fachbereichs Wirtschaft an der Alanus Hochschule und Organisator der Veranstaltung.

Thomas Bruch betonte: „Wir wollen das unternehmerischste Unternehmen werden, indem wir jedem Mitarbeiter seine Bedeutung für das ganze Unternehmen bewusst machen.“ Ursula Schütze-Kreilkamp verwies darauf, dass durch die individuellen Biografien Mitarbeiter heutzutage ein ganzes Bündel unterschiedlicher Kompetenzen mitbringen, die es zu erkennen und zu fördern gelte. „Weg vom Know-how, hin zum Know-why“, müsse bei der Mitarbeiterentwicklung die Perspektive sein, so Götz Werner.   Die rege Teilnahme zeige deutlich das Interesse der Wirtschaft am einzigartigen BWL-Studiengang, den die Hochschule seit rund eineinhalb Jahren anbietet, betont die Hochschule. Er verbindet ein klassisches betriebswirtschaftliches Studium mit Inhalten aus Kunst und Kultur sowie umfangreichen Praxisphasen bei den Partnerfirmen der Hochschule. Zu den Förderern zählen bisher rund zwanzig Unternehmen, neben der Drogeriemarktkette dm auch Rewe und Globus und die Bio-Supermarktkette Alnatura, die Naturkosmetikhersteller Weleda und Laverana, die GLS-Bank sowie das Handelsunternehmen Tegut.

Zukünftig soll sich die Veranstaltung jährlich stattfinden und sich zu einer festen Diskussionsplattform für aktuelle Fachthemen entwickeln, betont die Alanus Hochschule in ihrer Pressemitteilung.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 080426-03DE Datum: 26. April 2008

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Alanus ernennt drei neue Hochschullehrer

Management von Non-Profit-Organisationen, Kunstpädagogik und -didaktik, Bildhauerei und Neue Medien als Schwerpunkte – Erstmals Juniorprofessur

ALFTER (NNA). An der Alanus-Hochschule in Alfter ist letzten Monat die Urkunde für die erste Juniorprofessur verliehen worden, sie befasst sich mit dem Management von Non-Profit-Organisationen. Insgesamt wurden drei neue Professoren ernannt.

Die Junior-Professur für NfPO (Non-Profit-Organisationen) im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften und Kunst erhielt Steffen Koolmann. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt/Main studiert, war anschließend dort als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und hat über Leitbilder in der Technikentwicklung promoviert.

Mehrere Jahre war er in leitenden Managementpositionen in gemeinnützigen und nicht gemeinnützigen Einrichtungen tätig. 2005 hat er das „Institut für Sozialwirtschaftliche Unternehmensführung“ (ISU) in Bochum gegründet und als freier Unternehmensberater mit speziellem Fokus auf Non-Profit-Organisationen gearbeitet. Zu Beginn dieses Jahres übernahm er zudem die Leitung des Instituts für Bildungsökonomie an der Freien Hochschule für anthroposophische Pädagogik in Mannheim.

Zielrichtung seiner Junior-Professur an der Alanus Hochschule wird die Ermittlung der Leistungsfähigkeit von Non-Profit-Organisationen im Rahmen bürgergesellschaftlichen Engagements sein. Darüber hinaus soll auch praktische Unterstützung für die Organisationen geleistet werden, zum Beispiel durch Fort- und Ausbildungsangebote zu Managementkompetenzen.

Im Fachbereich Bildende Künste wurde Andrea Sunder-Plasmann zur Professorin für die Fachgebiete Bildhauerei und Neue Medien ernannt. Sie hat an der Universität der Künste Berlin Kunst und Kunsterziehung studiert und stellt seit über zwanzig Jahren ihre Arbeiten national und international aus.

Die Schwerpunkte ihrer künstlerischen Tätigkeit liegen in den Bereichen Installation, Fotographie und neue Medien. Ihr besonderes Interesse gilt der Veränderung von Bewusstsein und sinnlicher Wahrnehmung im medialen, globalen Zeitalter. Sie hat verschiedene internationale Ausstellungen kuratiert und hatte vor ihrer Ernennung eine Professur an der Fachhochschule Bielefeld sowie der norwegischen Kunsthochschule in Bergen inne.

Im Fachbereich Bildungswissenschaften erhielt Jochen Krautz seine Ernennungsurkunde. Er übernimmt eine Professur für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik. Krautz hat in Kunstpädagogik über John Bergers Ästhetik und Ethik als Impuls für die Kunstpädagogik promoviert. Bisher war er als Akademischer Oberrat im Lehramtsstudiengang Kunst der Bergischen Universität Wuppertal tätig. Seine Schwerpunkte liegen in der Kunstdidaktik, der Kunstwissenschaft und der künstlerischen Fotografie.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 080426-01DE Datum: 26. April 2008

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Mon, 21 Apr 2008

Wozu verpflichtet Eigentum?

Progressive Stiftungen informierten beim Stiftungstag in Frankfurt über ihre Ziele – Teilhabe an der Zukunftsgestaltung durch Geben für sozialen Wandel

Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

FRANKFURT (NNA). Eingeladen waren Menschen, die interessiert sind, einen Teil ihres Vermögens für gesellschaftlichen Wandel einzusetzen: „Biete Wandel - suche Geld“ lautete die Überschrift über den bundesweiten Stiftungstag, der am 11./12.April in Frankfurt stattfand. Auf Initiative der Bewegungsstiftung, der Stiftung Medico international und von Filia, der Frauenstiftung trafen sich Vertreter progressiver Stiftungen aus ganz Deutschland.

Unterstützt wurde die Veranstaltung von Sponsoren wie der Bank Sarasin, Windwärts, der Tageßeitung und Greenpeace Energie.Präsentiert mit Informationsständen haben sich 17 Stiftungen, die ganz unterschiedliche Zwecke mit Projekten, Know how und Unterstützung entsprechend ihren Satzungen fördern.

Verstehe man die Welt als eine Welt, so gehen jeden die Belange des anderen an.

Progressive Philanthropie lehne das Spenden als Hilfe in der größten Not nicht ab, wie etwa Opfern von Naturkatastrophen, Hunger und Krieg zu helfen. Darüber hinaus sollten aber auch die Ursachen der Missstände bekämpft werden. Dabei unterliege das philanthropische Handeln von Vermögenden und Stiftungen weder einer breiten demokratischen Willensbildung noch einer wirkungsvollen institutionalisierten Kontrolle, wurde auf der Tagung erklärt.

Stiftungen haben langfristige Perspektiven, nur die Erträge werden eingesetzt und der Grundsatz bestimmt das Vorgehen. Ein Beispiel: Die Stiftung Trias setzt sich ein für Boden, das Allgemeingut aller Menschen dieser Erde, für Sicherung von Lebensgrundlagen, insbesondere bedürftiger Menschen. Ökologie als Bewahrung der Schöpfung im Alltäglichen wird als weiterer Wert benannt. Vermächtnisse festsetzen, anteilig vererben und die Verwendung von Erlösen vereinbaren, dabei werden unter dem Dach der Stiftung mit fachlicher Beratung die Intentionen der Stifter unterstützt als Hilfestellung für bürgerschaftliches Engagement.

Vieles dazu war auch im Rahmenprogramm in Arbeitsgruppen zu erfahren. Wie finde ich das Förderprojekt, das zu mir passt? Aber auch: Wie fördern Stiftungen? Warum ist nachhaltige Vermögensanlage sinnvoll? Dies waren die Fragen, die in den Arbeitsgruppen unter anderem diskutiert wurden.

Stiftung als „ewige“ Rechtsform ist durch ihre Gemeinnützigkeit verpflichtet, ihre Vermögenserträge unmittelbar gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen, erklärte Rolf Novy Huy von der Stiftung Trias. Die Besucher wurden näher an die Entscheidungsfindung heran geführt. Zustiftungen zwischen 1.000 und 5.000 Euro sind willkommen, erfuhr der Zuhörer und fühlte sich erleichtert, da es nicht gleich ums Ganze ging.

Thomas Gebauer von der Stiftung medico international verstand unter Wandel gesellschaftliche Auseinandersetzung, gefragt seien dazu tragfähige Strategien, um Bestehendes zu überwinden.

An einem Stand fanden sich kleine Linda-Kartoffelsäckchen von der nichtkommerziellen Landwirtschaft „Lokomotive Karlshof“. Auf einem grünen Einlegblatt war dazu zu lesen: „Diese Kartoffeln unterliegen dem Recht zur freien und unentgeltlichen Weitergabe, zur Weiterverarbeitung und zum Verzehr. Als Zutaten sind angeführt: Solidarität, Selbstbestimmte Mitarbeit, Organisation, Pflanzgut, Maschinen, Land. Weitere Informationen beschrieben Produktions- und Anbaubedingungen und alles endete mit den Worten: „…dabei lernen wir uns kennen, haben Spaß, diskutieren und sind immer wieder gefordert, uns gemeinsam zu organisieren.“ Mit dem Beiblatt wollte die Karlshof-Initiative Anregung zur Diskussion bieten und Lust machen auf Aneignung von Wissen und Möglichkeiten zur Gestaltung der eigenen Lebensgrundlagen.

Stiftungen können nicht soziale Politik ersetzen, der Staat habe dazu etliche Aufgaben, hieß es weiter auf der Tagung. Mut und Eigenverantwortung sollten in Zeiten, wo mancherorts die Vorraussetzungen geringer würden, gefördert werden.

Einsatzmöglichkeiten gibt es viele, an diesem Stiftungstag konnte der Besucher Einzelheiten kennen lernen. Zum Beispiel von der Jugendbegegnungsstätte Afacan 80 km nördlich von Izmir, wo junge Menschen sich treffen, austauschen, gemeinsam gestalten, feiern und voneinander lernen. Unterstützt wird diese interkulturelle Begegnung durch „UMVERTEILEN“ , einer Stiftung für eine solidarische Welt mit deutsch-türkische Projekten.

Die Vorstellung der Stiftung Interkultur nimmt neue Perspektiven aus Theorie und Praxis der weltweiten Migration auf. Ihr Ziel ist, interkulturelle Gartenprojekte zu fördern, zu vernetzen und zu beraten. Verlorengegangene Bindungen und Zusammenhänge behutsam wiederherstellen und den MigrantInnen die Möglichkeit geben, ähnlich wie beim Wurzelschlagen von Pflanzen, „neuen Boden unter den Füßen zu gewinnen“. Die Soziologin Christa Müller berichtete von diesen Interkulturellen Gärten, sie hat darüber auch ein Buch geschrieben mit dem Titel „Wurzeln schlagen in der Fremde“. Bei der „Anstiftung“, der gemeinnützigen Forschungsgesellschaft geht es darum, „wovon Menschen leben“, Schwerpunkte liegen auf Gestaltung der Arbeit, auf Engagement und auf Muse jenseits des Marktes, denn: „Wir benötigen die Wertschätzung der anderen Ökonomie, wir benötigen die Wertschätzung der Subsistenz, wenn nicht allein das Marktgeschehen die Gesellschaft bestimmen soll.“

So zeigte sich, dass es nicht nur den Reichen überlassen bleiben kann, für die Behebung gesellschaftlicher Missstände zu geben, sondern dass es auch für den Normalbürger eine innere Einstellung sein kann, sich mit Bewusstsein verantwortlich zu fühlen für das Leben auf diesem Planeten und auch danach zu handeln.

Filia fördert Projekte und Organisationen, die Frauen und Mädchen unmittelbar darin stärken, ihre Lebensbedingungen zu verbessern und ihre Rechte durchzusetzen. Filia fördert gezielt und nachhaltig. Die Hälfte ihrer Fördermittel setzt sie in Mittel- und Osteuropa ein, ein Viertel in Deutschland und ein Viertel in wirtschaftlich benachteiligten Ländern außerhalb Europas.

Der Beitrag kann sein: eine Spende, die direkt an die Frauenarbeit fließt, mit einer Zustiftung, die filia nachhaltig wachsen lässt, mit einem Beitritt zum Förderkreis, der die professionelle Arbeit des Büros absichert oder mit ehrenamtlichen Engagement, so steht es im Infoblatt von filia.

Eine Tagungsbesucherin fasste ihre Erfahrungen so zusammen, jetzt habe sie die Handlungsinhalte der Stiftungen kennengelernt und könne durch ihre Zustiftung fördern, was ihr am Herzen liege, ohne dass sie eine eigene Stiftung für ihre Erbschaft verwalten müsse.

„Stiftungen haben neben der privilegierten Situation im Vergleich zu anderen Institutionen die selbst gewählte Verpflichtung, über die Vergabe von Förderungen auch innovative Problemlösungen auf gleicher Augenhöhe mit anderen gesellschaftlichen Gruppen zu entwickeln“, betonte Thomas Gebauer.

Prof. Friedhelm Hengsbach vom Nell-Breuning-Institut hatte in seinem Impulsvortrag die Eingangsfrage zur Tagung gestellt: „Eigentum verpflichtet - weshalb und wozu?“ und erläuterte im christlichen, sozialkritischen Sinn das Thema. Aber auch die Befriedigung, die darin liegt, wurde deutlich „…ein Hauch alltäglicher Siege – ohne Triumphgeschrei, läßt die Hoffnung auf eine gerechte, friedliche und umweltverträgliche Gesellschaft nicht sterben".

Der Lebenssinn „für andere zu sorgen“ wurde in Frankfurt plausibel, anregend und verlockte zum Anstiften und Zustiften.

End/nna/wil

Links: www.amadeu-Antonio-Stiftung.de, www.bewegungsstiftung.de, www.filia-frauenstiftung.de, www.tdh-stiftung.de, www.hms-stiftung.de, www.gegenseitig.de, www.stiftung-do.org, www.stiftung-medico.de, www.proasyl.de, www.stiftung-trias.de, www.stiftungzukunft.de, www.umverteilen.de, www.stiftung-zurückgeben.de, www.anstiften-ertomis.de, www.taz.de/zeitung/taznews-verlag/panterpreis, www.frauenrechte.de, www.greenpeace.de/ueber_uns/umweltstiftung_greenpeace    Bericht-Nr.: 080421-01DE Datum: 21. April 2008

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