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Wed, 24 Jun 2009

Drängende Zeitfragen erfordern neues Denken

Anthroposophische Gesellschaft möchte mit Tagung Impulse auch in der Öffentlichkeit setzen – Für eine Wissenschaft des Lebens

MÜNCHEN (NNA). Auf die Bedeutung neuer Bewusstseinsqualitäten für die Lösung der drängenden Probleme der Gegenwart hat die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland mit ihrer Tagung „Durchbrüche zum Ätherischen“ in München hingewiesen.

Es sei eine der „Grundfragen der Menschheit“, wie die Sphäre des Lebendigen nicht nur in der Natur, sondern auch im Zusammenleben der Menschen gepflegt werden könne, betonte der Generalsekretär der Gesellschaft, Hartwig Schiller, bei der Auftaktveranstaltung vor rund 600 Gästen.

Das Wirken der lebendigen Kräfte in Natur, Mensch und Gesellschaft und die verschiedenen Möglichkeiten, diese zu erkennen und zu erforschen war Gegenstand verschiedenster Veranstaltungen, die den Besuchern individuelle Zugänge zum Thema ermöglichen sollten. Mit der Tagung verband die Gesellschaft erstmalig ihre Mitgliederversammlung mit einer öffentlichen Veranstaltung.

Sie möchte damit dem gestiegenen Interesse an der Bildekräfteforschung Rechnung tragen. Im letzten Jahrzehnt seien auf diesem Feld erstaunliche Fortschritte zu verzeichnen, neue Forschungsansätze und Schulungsideen aufgetreten, heißt es dazu in der Publikation der Gesellschaft. Aber auch in anderen Gebieten des schöpferischen Kulturlebens sei eine Auseinandersetzung mit dem ätherischen Bereich, jener „verborgen-nahen Welt“ zu beobachten, auf allen Gebieten des künstlerischen Schaffens würden beispielsweise solche Erfahrungen gesucht und auch gemacht.

Nach Auffassung der Anthroposophischen Gesellschaft sind neue Bewusstseinsqualitäten die Voraussetzung einer tragfähigen Kultur in der Gegenwart. Um eine Kulturimpuls in diese Richtung zu fördern, möchte die Gesellschaft verstärkt Akzente in der Öffentlichkeit setzten, wie auf der Tagung mehrfach betont wurde. Mit ähnlichen Tagungen soll interessierten Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Michæl Schmock vom Vorbereitungskreis wies zu Beginn auf den Forschungscharakter der Tagung hin. Es komme nicht nur darauf an, Erlebnisse im ätherischen Bereich zu haben, sondern sich auch über die methodischen Schritte Rechenschaft abzulegen, die zu ihnen geführt hätten und sie so auch für andere erfahrbar zu machen.

Florian Roder vom Arbeits-zentrum München und Mitglied der Vorbereitungsgruppe, stellte in seinem Auftaktvortrag die Erkenntnismethode der Anthroposophie Rudolf Steiners in einen kulturgeschichtlichen Kontext. Ausgehend von der Mythologie des frühen Griechentums spannte er den Bogen bis hin zur Goethezeit und der deutschen Romantik mit Novalis. Dabei betonte er die Bedeutung, die der jeweilige Zeitpunkt für das Auftreten neuer geistiger Impulse habe.

Die Vielzahl der Vorträge, Foren und Arbeitsgruppen an den folgenden Tagen befassten sich mit Themen wie der Metamorphose der Bildekräfte in der Evolution des Menschen, den Lebensprozessen im Sozialen mit den dazu gehörenden Fähigkeiten oder auch konkret mit Wasserphänomenen als Ausdruck des Ätherischen. Am Samstagabend fand eine festliche Eurythmieaufführung mit dem Titel „Die Seele des Menschen ist die Blüte der Welt“ unter Leitung von Gioia Falk statt.

Die Anthroposophische Gesellschaft, die in Deutschland über 16.000 Mitglieder verzeichnet, hat entsprechend ihren Statuten das Anliegen, das seelische Leben im einzelnen Menschen und in der menschlichen Gesellschaft auf der Grundlage der Erkenntnis der geistigen Welt zu pflegen. Sie gliedert sich in lokale Gruppen, regionale Arbeits-zusammenhänge und Ländergesellschaften. Mitglieder und Gruppen sind in 78 Ländern auf allen Kontinenten tätig, weltweit sind dies rund 40.000 Menschen. In ihren Publikationen betont die Gesellschaft, dass jeder als Mitglied willkommen ist, unabhängig von seiner Weltanschauung, seiner nationalen oder kulturellen Herkunft oder Religion.

Zur weltweiten anthroposophischen Bewegung gehört auch die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, die ihren Sitz am Goetheanum in Dornach/Schweiz hat.

End/nna/ung

Links: www.anthroposophie-de.com, www. goetheanum.org, www.anthromedia.net

Bericht-Nr.: 090624-01DE Datum: 24. Juni 2009

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