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Thu, 21 Jun 2012

Weleda auf Konsolidierungskurs

Maßnahmen zur Sicherung der Rentabilität – Strukturelle Veränderungen eingeleitet

Von Christian von Arnim

ARLESHEIM (NNA). Das neue Management des Heilmittel- und Naturkosmetikherstellers Weleda hat eine positive Einschätzung der weiteren Zukunft des Unternehmens gegeben. Aus Anlass der Vorstellung des Jahresabschlusses 2011 am 31. Mai erklärten Verwaltungsratspräsident Paul Mackay und CEO Ralph Heinisch, Weleda befinde sich auf dem Weg zum Turnaround. Weleda hatte 2011 bei „stagnierenden Erlösen“ nach Zinsen und Steuern einen Verlust von 8,3 Mio. Euro zu verkraften. Im Jahr zuvor gab es ein Minus von 3,8 Mio. Euro.

Das Geschäftsjahr 2012 verlaufe bisher jedoch erwartungsgemäß, erklärte das Unternehmen in einer Medienmitteilung. Die Umsätze seien planmäßig und über Vorjahr. Im ersten Quartal 2012 wurde ein Umsatz von 84,8 Mio. Euro und ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet. Wichtigster Wachstumshebel in der Naturkosmetik sei die Einführung der Körperpflegelotionen, die seit Januar in Deutschland, Frankreich, Österreich und in der Schweiz eingeführt wurden. Der Arzneimittelumsatz profitiere von Preiserhöhungen und gutem Wachstum im OTC(„Over the Counter“)-Sortiment. Dadurch könnten Rückgänge beim Mistel-Arzneimittel Iscador kompensiert werden. In Verbindung mit bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen sei für 2012 mit einem ausgeglichenen Ergebnis zu rechnen, konstatierte die neue Leitung. Weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung der Rentabilität seien in Umsetzung.

Diese Maßnahmen beinhalten auch strukturelle Veränderungen mit dem Ziel, die Effizienz innerhalb des Unternehmens zu erhöhen und die Komplexität der Managementstrukturen der Gruppe zu reduzieren. „Zweck der organisatorischen Anpassung ist eine grundsätzliche Verschlankung der Strukturen innerhalb des Unternehmens,“ so Weleda.

Zum einen heißt das, dass die Leitungsstrukturen innerhalb der Gruppe verflacht werden. Die Ernennung der neuen aus vier Personen bestehenden Geschäftsleitung war der erste Schritt in diese Richtung. Auch die weltweiten Weleda-Gesellschaften sind betroffen indem ihre Geschäftsleiterebene aufgelöst und die Funktionen von Arlesheim übernommen werden, insoweit das von der lokalen Gesetzgebung erlaubt wird.

Zum anderen sollen die Standorte Schwäbisch Gmünd (D), Arlesheim (CH) und Huningue (F) „im Sinne einer wirtschaftlichen Einheitlichkeit“ in die neue Organisation integriert und die derzeitig in einem Bürogebäude in Basel Stadt ansässigen zentralen Funktionen schrittweise auf die drei Produktionsstandorte verteilt werden. Das erst 2010 eröffnete Büro in Basel wird wieder geschlossen. Mit der Prozessoptimierung ist auch eine „kontinuierliche Reduzierung des Personalbedarfs“ einhergegangen. Bisher hat sich eine solche Reduzierung jedoch hauptsächlich auf die oberen Leitungsebenen beschränkt.

Auch die Politik der alten Geschäftsleitung die Sparten der Arzneimittel und Naturkosmetik zu trennen wird wieder rückgängig gemacht, um Synergie und Produktivität zu steigern und Einsparungen bei Overheadkosten zu erzielen. In einer Politik, die unter Teilen der anthroposophischen Ärzteschaft viel Besorgnis ausgelöst hatte, war es das Ziel dieser Strukturierung gewesen durch die Spaltung die verlustmachenden Heilmittel selbsttragend zu machen und sie nicht mehr durch den erfolgreichen Unternehmensbereich Naturkosmetik zu subventionieren. Wenn auch diese Trennung jetzt nicht mehr besteht, sollen die Arzneimittel jedoch trotzdem nicht mehr Quersubventioniert werden. Wie das geschafft werden kann, ohne das Sortiment zu beinträchtigen, soll jedoch viel enger mit allen beteiligten Partnern besprochen werden.

Auch sieht CEO Heinisch noch weitere Möglichkeiten: „Dank des aktuellen Trends zur Ganzheitsmedizin und zu Naturheilmitteln ist noch ein erhebliches Potenzial vorhanden – gerade in Verbindung mit dem starken Weleda Markenprofil. Bisher ist es uns noch nicht gelungen, die Wertschätzung, die unserer Naturkosmetik entgegen gebracht wird, auf die Arzneimittel außuweiten,“ so der Geschäftsführer.

Allgemein sei mittel- und langfristiges Ziel die Verbesserung der Produktivität in allen Bereichen – “ganz im Sinne der Ressourceneffizienz”. Zu einer nachhaltigen Unternehmensführung zähle Weleda auch die Erwirtschaftung angemessener, nachhaltiger Gewinne, um die nötigen Investitionen aus eigener Kraft finanzieren zu können.

Erstmals wurde auch der aktuelle Jahresbericht als integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht aufgelegt. Mit dem im Oktober 2011 erfolgten Beitritt zur Union for Ethical Biotrade (UEBT) intensivierte laut Mitteilung das Unternehmen sein Engagement hinsichtlich nachhaltiger Beschaffung, Biodiversität und fairem Handel: Verbindliche Standards zur Evaluierung der Lieferanten werden ab 2012 schrittweise eingeführt.

Neu wurde 2011 zudem eine für alle Weleda Gesellschaften verbindliche Biodiversitätsrichtlinie entwickelt und implementiert. Ziel der Weleda Gruppe sei es, bis 2015 vollständig klimaneutral zu werden. In den Bereichen Energie, Wasser, Verpackung und Abfall sei es gelungen, die Verbrauchsintensität weiter zu senken.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 120620-01DE Datum: 20. Juni 2012

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