. . . Nachrichten für eine andere Welt
|
Suche Nachrichtenarchiv |
NNA ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft. |
Frieden in Jugoslawien - Schluß mit Vertreibung, Mord und Krieg
London, 12. Mai (NNA) - Wie am 11. Mai berichtet (N990511-01DE), hat das Internationale Kulturzentrum Achberg einen Aufruf zu einer gesamteuropäischen Willensbekundung am 23. Mai 1999 veröffentlicht. Es folgt der vollständige Text: Frieden in Jugoslawien - Schluß mit Vertreibung, Mord und Krieg “Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein.” I. Nach dem Ende des Kalten Krieges war zu Beginn der neunziger Jahre eine große Hoffnung, daß nun auch in Europa insgesamt - wie Willy Brandt es 1989 für die Deutschen in Ost und West formulierte - “zusammenwachsen werde, was zusammengehört.” Es war an der Zeit: Die Vision vom “gemeinsamen europäischen Haus” (Michail Gorbatschow), in dem alle Völker unseres Kontinentes friedlich und frei, demokratisch und solidarisch zusammenarbeiten würden, damit auf diesem neuen Weg auch die Wunden aus der Vergangenheit heilen könnten und keine neuen mehr entstünden, - diese Vision erschien nicht mehr utopisch, sondern Schritt für Schritt erreichbares politisches Ziel. Doch während sich die Verhältnisse in dieser Richtung überwiegend gut entwickelten, fielen einige der ehemals kommunistisch beherrschten europäischen Regionen in alte, nationalistisch und ethnizistisch impulsierte Verhaltensmuster zurück - so und besonders auf dem Balkan. Die Konsequenzen waren und sind menschenverachtende Gewalt, Mord, Vertreibung, Krieg. II. In dieser Situation, in der wir die Bilder dieser Schreckenslogik seit Jahren fast ununterbrochen vor Augen haben, rufen wir die Bevölkerung Europas - vom Atlantik bis zum Ural, vom Nordkap bis Gibraltar und zum Kaukasus - zu einer gemeinsamen Willensbekundung auf. Sie wird zeigen, daß unser gemeinsamer Friedenswille stärker ist als das Böse, das jetzt das Menschenrecht mit Füßen tritt - auch dort, wo man meint, es mit Bomben verteidigen zu können. Darum rufen wir alle unsere europäischen Mitmenschen dazu auf, sich am Sonntag, dem 23. Mai 1999, auf dem gesamten Kontinent zur selben Zeit zwischen 21.30 und 22.00 Uhr MESZ (in den anderen Zeitzonen entsprechend) unter freiem Himmel - dort, wo man sich gerade aufhält - in Stille zu sammeln, um aus dieser denkbar größten Öffentlichkeit unseren festen Willen zum Ausdruck zu bringen: Frieden für Kosovo, für Belgrad und Novi Sad! Alle Menschen müssen wieder in ihre Heimat zurückkehren und dort in rechtsstaatlicher Sicherheit und in Freiheit leben können. Indem wir uns während einer halben Stunde einmal nicht zerstreuen, sondern als europäische Gemeinschaft im Denken, Fühlen und Wollen vereinen und auf die alle Menschen verbindende Idee des Friedens konzentrieren, kann sich der Friedensgedanke als reale Weltmacht offenbaren - und dergestalt eine entscheidende Hilfe werden für die Lösung der Probleme und ihrer Ursachen, welche zu den heutigen Konflikten, Krisen und Katastrophen geführt haben. Eine halbe Stunde einmal ohne Lärm auf den Straßen und Plätzen. Ruhe im Verkehr. Pause im Fernsehen und Radio, im Kino, Theater und Konzert, beim Tanz, beim Essen und Trinken. Im Dunkeln des Abends: Nach außen das Licht vom Schein der Kerzen, nach innen die Tat der Besinnung auf den Geist der Brüderlichkeit (mit seinen verschiedenen Namen, die er in den Religionen, Philosophien und Weltanschauungen oder einfach im zwischenmenschlichen Leben trägt). Diese Stille kann zum kräftigen Impuls tragfähigen und dauerhaften Friedens werden, weil die Sehnsucht nach Frieden durch Versöhnung, Toleranz und Respekt vor der Würde eines jeden Menschen - dessen sind wir sicher - im Wesenskern aller lebt, auch jener, die - verstockt, verblendet, irregeleitet oder irrend - heute noch das Unmenschliche tun. III. Wir appellieren an unsere Mitmenschen auf dem Balkan, insbesondere an die Völker Jugoslawiens, sich zu trennen von jenen Kräften, die Hass und Zwietracht säen und nicht lassen von Gewalt - und dann gemeinsam den Weg weiter zu gehen in jene Richtung, in welcher die Beachtung der Menschenrechte, der Demokratie in Staat und Politik, der Freiheit in allem Geistesleben und der Solidarität in den wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen das von allen anerkannte Fundament der Identität des seelischen Lebens der europäischen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sind. “Reden erst die Völker selber, werden sie schnell einig sein” (B. Brecht “Solidaritätslied”). Sie werden! Jedoch: Der erste Schritt dahin verlangt, jetzt auf allen Seiten die Waffen niederzulegen und auf Gewalt zu verzichten! Von den NATO-Staaten erwarten wir, daß sie sich der Einsicht öffnen: Man kann das Ende der barbarischen Vertreibung der Bevölkerung des Kosovos, die Rückkehr in ihre Heimat und die Sicherheit für ihr Leben in Freiheit und rechtsstaatlich geordneten Verhältnissen nicht mit Bombardements erreichen, jedenfalls nicht, ohne zugleich noch größeres Unheil zu erzeugen; auch dieser von seinen Verteidigern mit begründeten humanitären Motiven gerechtfertigte Krieg tötet täglich unschuldige Menschen, schwächt die dort ohnehin schwachen demokratischen Kräfte, zerstört materielle, ökonomische und soziale Werte in noch weit größerem Umfang, als es ohnehin schon geschehen ist und verursacht über die engeren Grenzen hinaus immer mehr auch langzeitig wirkende ökologische Schäden. Führen wir stattdessen das hier vorgeschlagene Potential unseres gemeinsamen Friedenswillens ins Feld und tun wir es entschieden genug, kann sich zeigen, daß wir möglichst schnell alle Mittel für die großen zivilen Aufgaben des Wiederaufbaus der betroffenen Regionen und für die Perspektive ihrer Heranführung an den Prozeß der europäischen Integration werden einsetzen können. - Wir rufen auf, dafür jetzt den ersten Schritt zu tun und dieses durch Krieg, Völkermord und Vertreibungen so arg belastete Jahrhundert an der Schwelle zum neuen hoffnungsstark zu beschließen mit dem Ruf: “Frieden den Menschen auf dem Balkan - fortan und überall, wo Menschen dies hören!” ENDS Kontakt: Im Internet findet man den Aufruf zum Projekt der gesamteuropäischen Willensbekundung “Frieden in Jugoslawien” unter: http://www.medianum.org/kosovo Die Initiative zu dieser gesamteuropäischen Willensbekundung geht vom Internationalen Kulturzentrum Achberg aus. D-88147 Achberg, Panoramastr. 30 ? Tel. +49-8380-98228 Fax -675 ? E-Mail: Kulturzentrum.Achberg@t-online.de Die Idee zu diesem Projekt ist erstmals während der Osterzeit auf einer Tagung des Internationalen Kulturzentrums Achberg, an der BürgerInnen aus Frankreich, Holland, Österreich, Deutschland und der Schweiz teilnahmen, ins Gespräch gekommen. N990512-01DE Date: 12 May 1999 Copyright 1999 News Network Anthroposophy Limited. All rights reserved. See http://www.nna-news.org/copyright/ More NNA reports at: http://www.nna-news.org/ |
|
|
|
|||||||||||||||