. . . Nachrichten für eine andere Welt
|
Suche Nachrichtenarchiv |
NNA ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft. |
Dialogische Schulführung als zentrales Anliegen
Pädagogische Akademie am Hardenberg-Institut fand großen Anklang HEIDELBERG (NNA). Die neue pädagogische Akademie am Hardenberg-Institut will Menschen zusammenbringen, die dezentral „am geistigen Impuls der Waldorfpädagogik arbeiten“ und die auch „zusammen finden“ wollen. Dies betonte der Gründer des Instituts, Karl-Martin Dietz vor rund 100 Menschen, die zur Eröffnung der Akademie Anfang März nach Heidelberg gekommen waren. Die Akademie solle keine Institution sein, an der „Gefundenes gelehrt werde“, betonte Dietz. In vier Impulsreferaten wurden die zentralen Themen der Akademie angesprochen. So diente der Samstag vor allem als Auftakt der Zusammenarbeit. Mona Doosry, Deutschlehrerin an der Waldorfschule Hamburg-Farmsen stellte anhand eines Gedichtes einer ihrer Schülerinnen die Frage nach der Wesensbegegnung mit heutigen Jugendlichen. In der Akademie sollen auch Probleme des Jugendalters und der Jugendpädagogik aufgegriffen werden. Jürgen Paul, Klassenlehrer an der Waldorfschule Heidelberg, befasste sich mit den zunehmenden Problemen in der Selbstverwaltung und im Geistesleben der Waldorfschulen und lenkte den Blick einerseits auf die Individualität der Mitarbeiter, andererseits aber auch auf die dafür notwendige geistige Empfänglichkeit. Thomas Kracht, Hardenberg Institut, betrachtete das Denken der Individualität in Hinsicht auf Schulung und Fähigkeitsbildung. Karl-Martin Dietz forderte die Aufmerksamkeit zum Thema ‚Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern’ mit der These: Das Verständnis der Eltern für die Pädagogik der Schule gewährleistet die Existenz der Schule. Er stellte die Arbeitsfrage: Wie kommt das Initiativprinzip auch von Seiten der Eltern in die Gemeinschaft hinein? Im Plenum zeigte sich, wie intensiv an den angesprochenen Fragen weitergearbeitet worden war: Welche Ebenen der Wesensbegegnung gibt es? Wie sind sie zu gestalten gegenüber verschiedenen Altersstufen in der Pädagogik? Wie kommen wir zu Ideen? Wie werden wir fähig dazu? Wie bilden wir Empfänglichkeit und Geistesgegenwart aus? Wie muss Selbstverwaltung in Bezug auf Individualität, Produktivität und Empfänglichkeit gestaltet werden? Dies waren nur einige der dort zusammengetragenen Fragestellungen. Außerdem ging es auch um den Abbau der gegenseitigen Ängste von Eltern und Lehrern sowie um die Forderungen, die an den Schulen an Eltern Lehrer und Schüler gestellt werden. Heinz Zimmermann, Mitglied des Vorstands am Goetheanum bezeichnete in seinem Vortrag zum gesellschaftlichen Impuls der Waldorfpädagogik die individuelle Produktivität als wichtigste Bedingung für ein fruchtbares Geistesleben. Jürgen Paul stellte das vor kurzem erschienene Buch von Karl-Martin Dietz „Dialogische Schulführung an Waldorfschulen“ vor, das zentrale Anliegen der Pädagogischen Akademie behandelt. Weil in der Selbstverwaltung alles auf die Individualität und ihre geistigen Impulse ankomme und weniger auf Techniken, Rezepte und Strukturen, sei das Buch eine „Menschenkunde der Selbstverwaltung und Individualitätsentwicklung“. Die Organisation des Tages lag in den Händen von Viviana Alvarez, für das musikalische Programm sorgte das Trio Saitensprünge aus Hamburg. Die ehemaligen Waldorfschülerinnen Lea Grandt; Kaja und Birte Fuchs verstanden es, durch ihr Spiel und ihre Stückeauswahl die Eröffnung der Akademie schwungvoll zu begleiten. Die Gründung geht nach Angaben des Instituts auf einen Menschenkreis zurück, der sich spontan nach einer öffentlichen Veranstaltung des Instituts zur Dialogischen Kultur 2002 gebildet hat.. Die kollegiale Selbstverwaltung der Waldorfschulen sei eine der „großen Errungenschaften des 20.Jahrhunderts“, heißt es in einer Veröffentlichung des Hardenberg-Instituts dazu. Nun komme es darauf an, entsprechende Fähigkeiten dafür zu entwickeln. Dem Akademiekreis gehören zur Zeit Viviana Alvarez, Thomas Diener, Karl-Martin Dietz und Jürgen Paul (alle Heidelberg) an, außerdem Mona Doosry und Gundel Fuchs (beide Hamburg), Heinrich Kruckelmann (Engelberg) und Martin Wienert (Witten). Im April, Mai und Oktober sind verschiedene Veranstaltungen und Seminare zum Thema Selbstverwaltung geplant. NNA/end/ung Literaturhinweis: Karl-Martin Dietz Dialogische Schulführung an Waldorfschulen“ -Spiritueller Individualismus als Sozialprinzip (MENON Verlag, Heidelberg 2006). Links und Kontakt: www.hardenberginsitut.de alvarez@hardenberginstitut .de Item: 060328-03DE 28. März 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited. Alle Rechte vorbehalten. See http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter http://www.nna-news.org/ Erkannte Schwächen als Quelle von Stärke
Esslinger MännerLeben-Kongress zum vierten Mal mit vielfältigen Angeboten Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz ESSLINGEN (NNA). „Es ist nicht unmännlich, sich um seine Gesundheit zu kümmern – sondern weitsichtig und verantwortungsvoll“. Zum vierten Mal fand in Esslingen unter diesem Motto und unter reger Beteiligung der Kongress „MännerLeben“ statt und bot über dreißig Veranstaltungen: Vorträge, Medizinische Checks, Wellness, Musik und Kabarett . Etwa 400 Männer – die wenigsten mit Partnerinnen – wählten unter den zahlreichen Angeboten des konzentrierten Tages aus, die laut Prospekt „Veränderungen bewirken können“. Dass Gesundheit auch mit der Einstellung zum Leben und zu sich selbst zu tun hat, merkte der Besucher unter anderem bei Vorträgen zu den Fragen: Was lässt den Mann zum Workaholic werden und wie kann die Arbeitssucht überwunden werden? Oder: „Wir wirken immer, aber wirken wir immer so, wie wir wollen?“. Aufklärung über Sterilisation gehörten genauso zu den Angeboten wie das Thema Wechseljahre oder Lach-Yoga. „Mama Mia! Was macht Mann bloß mit Mutter?“ griff Ulrich Meier, Pfarrer der Christengemeinschaft in Hannover und Autor ein vieldiskutiertes Thema auf und teilte seinen Vortrag in zwei Teile, einen nur für Frauen, danach einen nur für Männer und mit jeweils spezifischen Ratschlägen. Wieviel „Muttersohn“ darf und muss sein und wo wird die Beziehung pathologisch ? Den Frauen gab er den Rat, dazu beizutragen, dass sich die Söhne zu unabhängigen Individuen, zur Selbständigkeit entwickeln können. Denn oft bekommen Frauen in Partnerschaften die emotionale Versorgungsleitung eben von den männlichen Partnern zugewiesen, weil diese sie nicht selbst entwickelt haben und erleben sich womöglich – in verheerender Weise – als Retterinnen ihrer Männer. Diese emotionale Versorgungsleitung sei zu kappen, meinte der Referent. Nichthilfe sei in diesem Fall oft die bessere Hilfe. Den Männern gab er den Hinweis, zu lernen, mit Kompetenz den eigenen Gefühlshaushalt zu regeln. Dazu könne Mann sich bewusst Situationen aussetzen, die ohne Fremdversorgung sind. Dabei würden oft die eigenen Schwächen erkannt, die sich dann aber in Quellen der Stärke wandeln. Kontrollierte Abstürze als Beispiel, sich fallen lassen ohne Strukturen führten am Ende dazu, sich selbst anzuerkennen dort, wo es keine vorzeigbaren Ergebnisse gebe. Solche Initiationserfahrungen empfahl er mit den Satz: „In die Wüste gehen, in ein nicht schützendes Gebiet“. So geübt und gelernt könne echte Gemeinschaft in der Begegnung zweier „Fremder“ zu einem künstlerischen Dialog führen. Maier erwies sich auf dem Kongress auch erneut als begeisterter Theatersport-Initiator nach dem von Keith Johnstone in Kanada entwickelten Konzept des Improvisationstheaters – schon ein Klassiker des Gesundheitskongresses. „`Mann´ kann das maximale Risiko erfahren, ohne sich oder andere zu gefährden“, so forderte er auf. Ohne vorherige Absprachen wurden Begriffe improvisiert, zu dritt gleichzeitig eine Geschichte erzählt, Vertrauen und Einfühlsamkeit im kreativ spontanen Spiel gelebt in Gestik oder Kauderwelsch so wie es die gerade nicht aktiven Zuschauer eben als Thema bestimmten. Wer seine Gesundheit mit Einwirkung von Massagen verbessern wollte, konnte an diesem Tag verschiedene Methoden auf Anmeldung ausprobieren. Rhythmisch harmonisierend nach Pressel, oder Rhythmische Einreibungen als Behandlungselement der anthroposophischen Medizin. Selbstheilung bei vielen Problemen und Erkrankungen des Rückens und der Gelenke bewirkt die Dorn-Methode, oder Osteopathie, die manuelle Therapie zur sanften Lösung von Blockaden auf körperlichen und seelischen Gebiet. Es ging aber auch mit Auflegen von heißen Steinen, Shiatsu oder Ayurvedischer Massage, und wer alles schon kannte , probierte Lomo Lomi Nui, die hawaianische Körperarbeit, die alte und junge Verspannungen löst, um zu neuer Ausgewogenheit zu kommen. Aber auch ganz lebenspraktische Hinweise hielt der Kongress für den Interessierten bereit. So informierte Linda Thomas, Hauswirtschaftsleiterin des Goetheanums in Dornach, das Männerpublikum über die soziale Wirkung des Putzens: „Putzen ist immer eine Liebeserklärung an die Gegenwart, weil kaum ein Resultat so vergänglich, so streng mit Verfallsdatum versehen ist wie das Putzen“. „Jeder könne lernen, diese Tätigkeit zu lieben und dabei sein Erziehungs– und Selbsterziehungspotenzial erkennen. Fragte man unter den anwesenden Männern nach dem wichtigsten Grund für die Teilnehmer am Kongress MännerLeben, so hörte man meistens: „aus Neugierde bin ich gekommen“. Der Nutzen bestand jedoch sicherlich darin, dass unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenswelten, der seelisch-geistigen Dimension des Menschen und durch die komplementären Therapierichtungen nicht nur Vorbeugung, auch Persönlichkeitsbildung stattfand. End/nna/will Link: www.männerleben.com Item: 060328-04DE 28. März 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited. Alle Rechte vorbehalten. See http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter http://www.nna-news.org/ Waldorfschulen: Förderalismus kein Problem
Stellungnahme des Bundes anlässlich der Landtagswahlen STUTTGART (NNA). Der einheitliche und länderübergreifende Bildungsgang der Freien Waldorfschulen ist ein Beweis dafür, dass andere Formen des Bildungssystems als das dreigliederige staatliche auch in Deutschland funktionieren können. Darauf hat der Bund der Waldorfschulen jetzt in einer Presseerklärung anlässlich der Landtagswahlen in drei Bundesländern hingewiesen. Die Waldorfschulen setzten unabhängig von politischen Meinungstrends auch weiterhin auf ihr „seit Jahrzehnten bewährtes pädagogisches Konzept“, das sich an der Entwicklung des Kindes orientiere, betont der Bund. Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 gebe es einen einheitlichen Bildungsgang für alle Schüler von Klasse eins bis zwölf. Das gemeinsame Lernen aller Schüler fördere die in den Leistungen schwächeren und die besseren Schüler gleichermaßen. Bestätigt sehe sich der Bund auch durch die Schulpraxis in den Siegerländern der PISA-Studie wie Finnland, in denen viele Methoden der Waldorfpädagogik eingesetzt würden. Im Landtagwahlkampf hatte die Bildungspolitik eine zentrale Rolle gespielt unter anderem auch wegen der jüngsten Kritik des UNO-Sonderberichterstatters Munoz am deutschen dreigliedrigen Schulwesen. Dabei war auch die starke Länderkompetenz im Bildungswesen infrage gestellt worden. Für die Waldorfschulen sei Föderalismus kein Thema, betont der Bund dazu. Das pädagogische Konzept der Waldorfschulen gelte nicht nur für alle Bundesländer, sonder weltweit für über 900 Schulen und 2.000 Kindergärten. NNA/end/ung Item: 060328-02DE 28. März 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited. Alle Rechte vorbehalten. See http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter http://www.nna-news.org/ „Mit Heinz Hess verliert Deutschland einen Visionär“
Gründer des größten Naturtextil-Versandhandels starb unerwartet kurz vor seinem 65. Geburtstag – Biographie ist Firmengeschichte BAD HOMBURG/BUTZBACH (NNA). Heinz Hess, Gründer des führenden deutschen Versandhauses für Naturtextilien ist unerwartet am Samstag, den 18.März kurz vor seinem 65.Geburtstag verstorben. Dies teilte die Pressestelle von Hess Natur Textilien GmbH in Butzbach mit. Hess ei ein „Impulsgeber für die Naturtextilbranche und die gesamte Bioßene“ gewesen, heißt es in einem gemeinsamen Nachruf der Familie Hess, der Hess Natur-Textilien GmbH und von Hess jüngster Gründung, dem Purpur Versand. Der in Mittelfranken geborene Heinz Hess gründete 1976 in Bad Homburg einen Versand für natürliche Babybekleidung und baute das Zwei-Mann-Unternehmen in den folgenden 25 Jahren zu Deutschlands größtem Versandhandel für Naturtextilien mit Sitz in Butzbach/Hessen aus. Anlass für die Gründung war seine Unzufriedenheit mit der synthetischen Babykleidung, die er für einen kleinen Sohn auf dem Markt vorgefunden hatte. „Die Lebensgeschichte von Heinz Hess ist zugleich die Unternehmensgeschichte von Hess Natur und trägt die vielfältigen Facetten seiner Persönlichkeit untrennbar mit sich,“ heißt es weiter im Nachruf. Hess sei ein Mann voller Tatendrang gewesen, ein überzeugter Unternehmer und Querdenker und eine „inspirative Quelle für fachliche Innovation und nie Dagewesenes“. Als „Überzeugungstäter“ mit Liebe zum Detail habe an sich und seine Produkte stets höchste Ansprüche gestellt. Hess leitete und prägte über zwei Jahrzehnte sein Unternehmen mit bis zu 320 Mitarbeitern am Hauptsitz Butzbach und in Ladengeschäften in Bad Homburg und Esslingen. Dabei sei er immer auch mit dem nötigen Pragmatismus vorgegangen, habe Ökologie und Ökonomie harmonisch vereint und weit über die Branche hinaus Zeichen gesetzt. Dem Nachruf schließt sich auch eine Würdigung durch den neuen Eigentümer von Hess Natur an, des Managements der Quelle Karstadt AG unter Leitung von Wolf Lüdge, an die Hess sein Unternehmen im Jahr 2000 übergeben hatte. „Mit dem Tod von Heinz Hess hat Deutschland einen Visionär verloren, der in den 70er Jahren gegen die gesellschaftliche Entwicklungen und Missstände auf dem gesamten Textilmarkt opponiert hat“, schreibt Lüdge zum Tod von Heinz Hess. Für die Entwicklung der Naturtextilien sei Hess „der Mann der ersten Stunde“ gewesen. Man wolle sein Andenken bewahren und „weiter in seinem Sinne als Unternehmen Spuren hinterlassen.“ Mit seinem neuen Versandhandel Pupur für pädagogisch wertvolles Spielzeug, hochwertige Kindermöbel und Naturtextilien für Kinder war Hess in den letzten Jahren zum Urimpuls seines Schaffens zurückgekehrt. Aus Liebe zu den Kindern habe er die Arbeit bei Purpur begonnen, hatte Hess dazu gesagt, denn als Pionier habe er sich „verantwortlich für das Kindsein im ganzheitlichen Sinne“ gefühlt, heißt es im Firmennachruf. Neben Hess Natur hat auch die UmweltBank AG in Nürnberg die Verdienste von Heinz Hess um die Ökobranche gewürdigt. Nicht nur Produktion und Handel nach ökologischen Maßstäben, sondern auch der nachhaltige Anbau von Rohstoffen wie zum Beispiel der schwarzen Baumwolle in der Türkei sei ihm ein Herzensanliegen gewesen. Aus Überzeugung habe er 1994 auch die Gründung der UmweltBank unterstützt. Zuletzt hatte er als Vorsitzender des Umweltrats der Bank gewirkt. „Wir werden ihn als väterlichen Freund vermissen und sein Andenken in Ehren halten“, heißt es in der Würdigung der Bank. NNA/end/ung Item: 060328-01DE 28 März 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited. Alle Rechte vorbehalten. See http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter http://www.nna-news.org/ |
|
|
Nachrichtenarchiv
|
|||||||||||||||