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„Wind der Freiheit“ bringt BildungschancenKurse an der Sekem-Universität beginnen im Oktober – Abouleish in Stuttgart Von Bernhard Steiner STUTTGART (NNA). „Der Wind der Freiheit weht“. Diese Worte sollen laut Dr. Ibrahim Abouleish über den Toren der in Planung befindlichen Sekem-Universität stehen. Der Gründer der Sekem-Initiative in Ägypten und Träger des Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) war zu einem Sekem-Tag Anfang Mai nach Stuttgart gekommen. Bildung im allgemeinen, die im Aufbau befindliche Universität im besonderen waren die Hauptthemen der Tagung, veranstaltet vom „Verein zur Förderung kultureller Entwicklung in Ägypten e.V.“ In seinem Eröffnungsvortrag mit dem Titel: „Wie kann die Notwendigkeit einer umfassenden Bildung in einem Schwellenland verwirklicht werden?“ sprach Dr. Abouleish über das Bildungs-Anliegen von Sekem. In dem schönen deutschen Wort Bildung steckt auch das „Bild“ – als Ziel dessen, was werden soll. Nicht bloß um „Aus – bildung“ gehe es, sondern Ziel sei es, den Raum zu schaffen, dass sich der Werdende in seinem wahren Menschensein selber zu bilden vermag. Viele Entscheidungsträger – er gab hier als Beispiel den Präsidenten von Tansania an – wünschten sich für ihr Land einen ähnlichen Konsum wie ihn westliche Industriestaaten vormachen, schöne große Autos zum Beispiel. Kann das wirklich das Ziel sein, fragte sich Abouleish. Nicht mehr Konsum sei der Schlüssel für eine bessere Zukunft, sondern Bildung. Dorthin sollten die Gelder fließen. In Ereignissen wie die vor kurzem verübten Selbstmordattentate in Dahab sah Abouleish ein Symptom für den Mangel an Bildung. Auch die Firmen sollten die Bedeutung der Bildung erkennen. Dafür regte er zu einem partnerschaftlichen Miteinander zwischen mitteleuropäischen Unternehmen und Firmen in Entwicklungsländern an. So könne auch ein Transfer an geistigen Gütern stattfinden. Mit der im Aufbau befindlichen Universität im Sekem-Projekt kommt Ibrahim Abouleish seinem Bildungßiel einen großen Schritt näher. Die ersten Kurse sollen im Oktober beginnen und finden in den Räumen der Sekem Akademie statt. Es werden folgende Studiengänge angeboten: Wasserressourcen-Management, Mechatronik, Unternehmensführung, Kommunikation und Marketing und Pharmazie. Gemäß dem Sekem- Impuls soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. Darum ist die Ausbildung so angelegt, das der Einzelne seine Bildung nach persönlichem Bedarf in voller Freiheit gestalten kann. Hier schimmerte etwas von Wilhelm von Humboldts Bildungsideal durch, der nicht „Information“ sondern „Formation“ des Einzelnen meinte. Während der Tagung fand auch eine Podiumsdiskussion zum Tagesthema statt, an der außer Dr. Ibrahim Abouleish auch Dr. Bruno Sandkühler, Hans Joachim Mattke, Dr. Ariane Eichenberg und Dr. Dietrich Spitta teilnahmen. Eingerahmt war die Tagung durch musikalische Beiträge von dem georgischen Klaviertrio „Daphioni“. NNA/end/bst Bericht-Nr.: 060515-07DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Weltoffene Zusammenarbeit beeindruckte die Gäste
Järna (NNA). Austausch und Koordination von Aktivitäten standen im Vordergrund eines Treffens, zu dem die anthroposophisch orientierten Stiftungen Ende April im schwedischen Järna zusammen kamen. Turnusmäßig treffen sich seit mehreren Jahren die Förderstiftung Anthroposophie, die Evidenzgesellschaft, die niederländische IONA-Stichting, die Mahle-Stiftung, die R. und C. Kreutzer Stiftung der Gemeinnützigen Treuhandstelle und die Software AG Stiftung. Gastgeber war diesmal die schwedische Vidar-Stiftelsen. Über die Berichterstattung und Erörterung bereits laufender gemeinsamer Projekte wie die Förderung des Goetheanum wurden neue Initiativen bekannt gemacht. So stellte ein Vertreter der Gesellschaft anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) ein Konzept gegen den drohenden Fachärztemangel vor, für das Mittel der Stiftungen angefragt worden sind. Mit ihrer Hilfe könnten aussichtsreiche Kandidaten frühzeitig durch Mentorierung und ausgewählte Hospitationen fachlich qualifiziert werden und im anthroposophisch-medizinischen Sinne Erfahrungen sammeln. Dem Brauch folgend bestand für die einladende Stiftung die Gelegenheit, von ihrer Arbeit zu berichten. In Järna konnten die Teilnehmer von einer Vielzahl beeindruckender früherer und heutiger Aktivitäten auf den unterschiedlichsten Lebensfeldern erfahren. Neben der immer stärker in Anspruch genommenen medizinisch-pflegerischen Kompetenz der Vidar-Klinik ist es vor allem die Forschung zu den Ursachen der Allergien, die weltweit für Aufsehen gesorgt und zu weiteren Forschungen geführt hat. Ein Forschungsprojekt, das sich der Wirksamkeit eines landwirtschaftlichen Hoforganismus zugewandt hat, kann wichtige Impulse in Richtung ökologischer Landbau geben gerade für die unter zunehmender Überdüngung durch die Anrainerstaaten leidende Ostsee. Beeindruckt zeigten sich die Gäste nicht nur von der anthroposophisch orientierten Arbeit, sondern auch von der weltoffenen Zusammenarbeit mit Behörden und Persönlichkeiten aus Kultur und politischem Leben. In diesem Sinne wird in Järna auch der Ort des Treffens, das Kulturforum genutzt. NNA/ung/end Bericht-Nr.: 060515-01DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Das Gestern bewahren – das Morgen vorbereiten: Tagung des Novalis Hochschulvereins
Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz DORTMUND (NNA). „Wie kommt es, dass ich so bin im jetzigen Leben?“ und „Wie kommt es zu Veränderungen?“ Das Bewusstsein des Menschen von vergangenen Erdenleben und seine Fragen danach waren Thema einer Tagung mit dem Titel „Die Entwicklung des Reinkarnationsbewussteins“, die der Novalis Hochschulverein in Zusammenhang mit der Anthroposophischen Gesellschaft in den Osterferien in Dortmund veranstaltet hat. Dr. Klaus Dumke sprach in seinem Eröffnungsvortrag „Reinkarnation und Karma, das geistige Gesetz der Metamorphose des Menschen“ diese Fragen dann auch direkt an. Das Gesetz der Metamorphose könne nur dadurch wirken, dass die menschliche Konstitution an irgend einer Stelle offen ist und ein geistiger Umbruch die Verwandlung möglich mache, wie es im Erkenntnisbewusstsein der Fall sei. Das biologische Material beim Menschen bleibe nach dem Tod nicht erhalten, während die geistige Individualität, seine Eigenart, Bestand habe, so Dumke. Karma, aus dem indischen Sanskrit heißt die Tat, gemeint sei die Tat und ihre Folgen. Im Nachtodlichen verschiebe sich die Tat von der wachen Entscheidungsebene Bewusstsein auf die seelisch konstitutionelle Ebene, dort könne es dann wirksam werden als Lernprozess auf vielen Ebenen. In insgesamt fünf Tagen wurde das Tagungsthema von verschiedenen Seiten gedanklich beleuchtet mit Vorträgen, Seminaren einiger Referenten und künstlerischen Darbietungen. Die begleitenden Seminare hatten die „Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal“ zum Inhalt anhand von Texten der Theosophie Rudolf Steiners, in denen auch in Gesprächen weiteres Verstehen zum schwierigen Thema gewonnen werden konnte. Der Vortrag des Horst Grineisen von der Novalis-Hochschule „In den Fähigkeiten offenbart sich ein früheres Leben“ erklärte Weiteres. Schon Aristoteles beschreibe, dass Fähigkeiten gebildet und von einem Leben zum nächsten aufgehoben werden können. Nach Rudolf Steiner verbindet die Seele Geistiges mit Leiblichem und bildet Inhalte, das heißt, der Mensch kann sich in die zusammenhanglose Welt hineinstellen und das Denken kann alles durchdringen und es in das Seelische überführen durch „erfüllendes Denken und denkendes Blicken“. Durch Üben entwickele der Mensch die Fähigkeit dazu. Dieser Fähigkeiten-Aufbau in freier Individualisierung und ohne Vorgaben sei selbst frei zu gestalten, nicht willkürlich, sondern geregelt, bildet die Individualisierung weiter aus. Gleichwohl zog Grineisen den Schluss: „Wenn der Mensch in sein Leben mit Fähigkeiten eintritt, er die Fähigkeiten mitbringt, muss er schon einmal verkörpert gewesen sein“. „Die Sehnsucht nach Wahrheit“ betrachtete Dr. Daryoush Piltan, Mitglied der Novalishochschule unter dem Aspekt des Kama Loka, der Ebene, in der der Verstorbene die eigenen Taten der Lebenßeit so erlebt, wie die Anderen sie durch ihn erlebt hatten, ohne sinnliche Eindrücke. Danach erfahre der Verstorbene noch viele Ebenen zwischen Tod und Geburt. Piltan sprach weiter über die zwei Kräftebereiche, dem einen, in dem es gelte, die Welt zu verstehen und zu begreifen, worum es sich handele und dem zweiten, der weit darüber hinausgeht, und befähige, Fragen zu stellen, die über das Sinnliche hinausgehen. Demnach könne der Weg von der Sehnsucht zum Willen und von der Liebe zur Wahrheit führen. Christina Moratschk-Nüesch ist Gastdozentin in der Novalis Hochschule und im Witzenmann Institut in Dornach tätig. Sie ging der Frage nach, wie es zum Ergreifen des Schicksals kommen könne. Das Denken, das universal sei, ein jenseits von Subjekt und Objekt stehendes Element, sei auch Triebfeder, um zum Erkennen zu gelangen. Stelle doch das Denken den Menschen als Einzelwesen der Welt gegenüber und verbindet sich auch mit so mit ihr. Auf welche Weise der Mensch seinen eigenen Idealen entgegenstrebe, wäre noch zu beobachten, denn das Charakteristische ergebe sich mehr in Hinblick auf die Taten als auf das, was gesagt werde. Das Schicksal könne man auch daran erkennen, was einem von Außen zustoßend entgegen kommt, im Vergleich mit der Frage: „Was wäre gewesen, wenn anderes von Außen entgegengekommen wäre?“ Dr. Klaus Hartmann verglich anhand von biographischen Beispielen Lebenßusammenhänge, Taten, Folgetaten und Tatenfolgen. Friedrich Schiller auf seiner „Sonnenhöhe echten Künstlertums“ lässt in dem Drama Wallenstein seine eigene Person durchblicken. Hartmann erklärte dazu Wiederverkörperungsgedanken hinsichtlich des Erlebens und Schicksals beider Lebenswege. Bei Johann Wolfgang von Goethe führt der Weg zurück zu der Biographie des schwedischen Kanzlers Axel Oxenstierna 1583-1654. Kaum waren die Lebenswege und Individualitäten von den Zuhörern nachvollzogen, gab es neue, interessante und verwirrende Erklärungen von Dr Ettore Ghibellino aus Weimar zum Leben Goethes: Diesmal ging es um Goethes heimlicher Liebe zu Anna Amalia. Der Referent brachte zahlreiche Beispiele als Beweismaterial für die Aufdeckung der damals aus gesellschaftlichen und dynastischen Gründen gefälschten Tatsachen. Werde die Liebe Goethes zu Anna Amalia im öffentlichen Bewusstsein etabliert, so würde Goethe als wahrhaft liebender Dichter erkannt, wie es Ghibellino in seinem Buch „J. W. Goethe und Anna Amalia – eine verbotene Liebe“ darstellt. Dr. Dr. Wolf Ulrich Klünker von der Delos- Forschungsstelle Berlin sah wichtige Schritte darin, freie geistige Tätigkeit, die konstitutionsbildend ist, zu üben, sowie aufzuwachen im Lebensgefühl. Wenn der Mensch die Denk- und Willensregion des Gefühls begreifen lerne, dann sei er im Hier und Jetzt angekommen. Weiter sei durch Aufwachen Urteilsfähigkeit zu entwickeln und erkennen, dass das Ich geistige Ursachen habe. Von Deutungserwartungen müsse man sich befreien. Wichtig seien die Zukunftswirkungen einer Begegnung. Und so wurde der Satz: „Durch die Erinnerung bewahrt sich das Gestern, durch die Handlung bereitet sich das Morgen vor“, zu einer der Grundaussagen der Tagung in Dortmund. Künstlerische Darbietungen ergänzten die „Denkarbeit“. Der gebürtige Italiener Adolfo Barabino, der in London lebt, gab an vier Tagen einstündige Klavierkonzerte, mit klassischen Werken, die auch Beispiel für die im Vortrag angesprochene Fähigkeiten waren. Hochbegabt spielte er, als Erlebnis für Einfühlsamkeit und Sensibilität im Ausdruck. Peer Gynt von H. Ibsen, der in seinem Stück die Zeit von 1850-1898 spiegelt, bot das Theater Logos, das Theaterstudio der Avantgarde aus Bukarest .Das Ensemble des Logos Theaters Bukarest zeigte sich jung, dynamisch und voller Spielfreude, sprachlich und eurythmisch geschult. Bei Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe als Theaterprojekt von der Novalis Hochschule dargeboten, gestaltete der Dichter das Stück von Euripides in eine gebundene Versform um. Dabei verlagert er das dramatische Geschehen ganz in die Seelen der Protagonisten. Während der Vorträge und Seminararbeiten vorbereitet, erlebten die Zuschauer deutlich in den Rollen die angesprochenen Zusammenhänge. Das Maskenspiel von Arnold Sandhaus mit den typischen Commedia del Arte Masken ließ Charaktere spielerisch erfühlen, sich in jemanden hineinversetzen fördert Verstehen. Er selbst präsentierte es differenziert und künstlerisch in Mimik und Gesten. Eurythmieaufführungen konnten täglich erlebt werden nach Gedichten von Witzenmann, „Sprache der inneren Welt“ von Bettina von Arnim und zu Kompositionen für Cello Solo von J. S. Bach und Penderecki. Links: www.novalis-hochschulverein.de www.AnnaAmalia-Goethe.de NNA/end/wil Bericht-Nr.: 060515-03DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Lage in der Imkerei nach wie vor dramatisch
STREICHSMÜHLE (NNA). Auch nach diesem Winter meldet der Bund der Deutschen Berufs- und Erwerbsimker wieder große Verluste unter den Bienenvölkern. In manchen Regionen Deutschlands, so z.B. in Oberbayern oder Unterfranken, seien bis zu 80 Prozent der Bienenvölker gestorben, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Demeter-Bundes. Im Winter 2002/2003 war der Tod von mindestens 30 Prozent aller Bienenvölker in Deutschland registriert worden, Schätzungen gingen sogar von 50 Prozent aus. Obwohl die im Demeter-Bund und dem Netzwerk Blühende Landschaft organisierten Imker aktuell keine so großen Verluste verzeichnen, schätzen auch sie die Lage als äußerst kritisch ein. „Große Völkerverluste im Abstand von wenigen Jahren machen deutlich, dass sich die Situation der Imkerei dramatisch verschlechtert hat. Sie ist extrem angespannt. Seit dem großen Bienensterben 2003 bangen die deutschen Imker permanent um das Überleben ihrer Bienenvölker. Die Gefahr eines erneuten Bienensterbens ist latent immer vorhanden,“ betonen Günter Friedmann, Berufsimker, Preisträger des Förderpreises ökologischer Landbau und Sprecher der Demeter-Imker, sowie Utto Baumgartner vom Netzwerk Blühende Landschaft. Die hohen Völkerverluste, mit denen Imker nun erneut konfrontiert sind, ließen sich nicht durch den strengen Winter erklären. Seien die Bienen gut mit Futter versorgt, so machten ihnen lang anhaltende Kälteperioden nichts aus. Im Gegenteil, sie seien sogar günstiger als milde Winter mit permanenten Temperaturschwankungen. Auch wenn die genauen Ursachen für das Sterben der Bienen noch nicht geklärt sind, halten es die beiden Imkerorganisationen doch für offensichtlich, dass die Vitalität der Bienen stark gesunken ist. Während die Bienen noch vor 15 Jahren den Befall eines Volkes mit 10 000 Varroamilben, die aus Asien eingeschleppt wurden, überlebten, so sterben die Bienenvölker heute schon bei einem Befall von nur 1000 bis 2000 Varroamilben je Volk. Die Imker sind dadurch gezwungen, die Milben immer häufiger zu bekämpfen. Obwohl in der ökologischen Imkerei dazu nur organische Säuren wie Ameisensäure, Oxalsäure oder Milchsäure eingesetzt werden, die im Honig keine Rückstände verursachen, so würden die Bienen dadurch doch geschädigt und geschwächt, betonten die beiden Verbände. Nach Meinung von Friedmann und Baumgartner ist die gestiegene Anfälligkeit der Honigbienen vor allem auf den Mangel an blühenden Pflanzen in der Landschaft und auf den Einsatz schädigender Insektizide in der Natur zurückzuführen. Die Imkerei befinde sich in einem Teufelskreis, aus dem es nur dann ein Entrinnen gibt, wenn die Umwelt wieder insektenfreundlicher gestaltet werde. Der Fortbestand der Imkerei in Deutschland könne nur dann gesichert werden, wenn sowohl in der Agrarpolitik als auch in der Gesellschaft ein Umdenken einsetze. Die Stärkung des ökologischen Landbaues sei ein erster Schritt in diese Richtung. Der sichere dann nicht nur die Imkerei und die Produktion regionalen Honigs sondern auch die wichtige Bestäubung der Blüten in Deutschland. Links: Netzwerk Blühende Landschaft, Solla 6, D-94575 Windorf, info@bluehende-landschaft.de www.bluehende-landschaft.de NNA/end/ung Bericht-Nr.: 060515-05DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Das 20.Jahrhundert in all seinen Extremen gelebtKongress zum 100.Geburtstag des „Partisanenprofessors“ Wolfgang Abendroth Von NNA-Korrespondentin Cornelie Unger-Leistner FRANKFURT (NNA). Die „politische und rechtliche Zähmung des Kapitalismus steht dringlicher denn je auf der Agenda“. Mit diesem Satz machte der Nestor der deutschen kritischen Sozialwissenschaft, Prof. Jürgen Habermas am Wochenende auf dem Kongress zum 100.Geburtstag von Wolfgang Abendroth in Frankfurt deutlich, dass die Kritik der herrschenden Wirtschaftsordnung für die heutige Sozialwissenschaftler keinesfalls vom Tisch ist, auch wenn der Neoliberalismus derzeit weltweit den Sieg davonzutragen scheint. Redner aus dem Bereich der DBG-Gewerkschaften und der linken Sozialwissenschaft würdigten den Juristen und Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth als einen der großen „intervenierenden sozialistischen Intellektuellen“ des 20.Jahrhunderts, sowohl im Widerstand gegen Hitler, gegen den Stalinismus in der DDR als auch als einer der wenigen marxistisch orientierten Hochschullehrer der Bundesrepublik, der schließlich einer der Gründerväter der Studentenbewegung wurde. Habermas verdankt Abendroth auch seine in die Literatur eingegangene Bezeichnung als „Partisanenprofessor im Land der Mitläufer“. Der „einsame aber erfolgreiche Kampf“ Abendroths könne der Enkelgeneration als Wegweiser dienen, meinte Habermas vor rund 400 überwiegend älteren Teilnehmern des Kongresses, der weniger als nostalgische Gedenkveranstaltung, als vielmehr – ganz im Sinne Abendroths – als ein Kongress über heutige Möglichkeiten einer Veränderung der Gesellschaft in Richtung auf mehr Teilhabe und Humanität gedacht war. Zu keiner Zeit seines „widerständigen“ Lebens habe Abendroth die Konfrontation mit dem Mainstream gescheut, auch wenn er dadurch seinen Ausschluss aus SPD und Gewerkschaften bewirkt habe und zum politischen und wissenschaftlichen Outcast geworden sei. Habermas stellte aber auch die Frage, wie ein „so verletzbares Gemüt“ eine solches Leben gegen den Strom habe ertragen können. Damit meine er noch nicht einmal Verfolgung, Haft und Folter in der NS-Zeit, sondern das alltägliche Leid in der Zeit des Kalten Krieges der 50er und 60er Jahre, wo selbst Abendroths Familie bis hin zu den Kindern auf dem Schulhof Demütigungen und Angriffen ausgesetzt gewesen seien. Anwesend bei der Veranstaltung war auch hoch betagt Abendroths Frau Lisa, die sein Anliegen, den Kampf „gegen den Rückfall der Menschheit in die Barbarei“, geteilt und ihm in all den Jahren unerschütterlich zur Seite gestanden hatte. Erst mit der Studentenbewegung, war Abendroths Isolierung aufgebrochen worden, wurde er durch seine persönliche Integrität zum Vordenker einer ganzen Studentengeneration und der sogenannten „Marburger Schule“ in der Politikwissenschaft. Nun komme es darauf an, Abendroths Gedanken in das 21. Jahrhundert zu tragen. Dabei nannte Habermas vor allem die Frage nach einer zeitgemäßen Gestaltung des Sozialstaates sowie die Konsequenz aus dem Scheitern des Staatssozialismus. Abendroth habe bereits früh darauf hingewiesen, wie unregulierte Märkte zu einer Zusammenballung wirtschaftlicher Macht führten, die ihrerseits die Demokratie gefährde. Der „organische Intellektuelle“ Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Jürgen Peters, ging auf Abendroths Bedeutung als Jurist und Rechtstheoretiker ein, der sich um die Interpretation des Grundgesetzes verdient gemacht habe, vor allem hinsichtlich der Menschenrechte und des Sozialstaatsgebots. Peters unterstrich die Bedeutung der deutschen Verfassung als Ausdruck einer grundlegenden Neuordnung und Konsequenz aus der NS-Zeit. Auch die beiden anderen Redner der Auftaktveranstaltung, Dr. Alex Demirovic (Frankfurt) und Prof. Frank Deppe (Marburg) zeichneten in ihrer Analyse der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation ein Bild des dramatischen Umbruchs, von „Turbokapitalismus“ ohne Grenzen war die Rede und von erstaunlich wenig Gegenwehr. Wie kann unter diesen Bedingungen die Kontinuität in der Tradition marxistisch orientierter Wissenschaft gewahrt werden, fragte Demirovic. Im Gegensatz zu anderen Ländern der Welt sei die linke akademische Tradition in Deutschland immer eine Randerscheinung gewesen. Durch den Generationswechsel und die Reformen an den Hochschulen entfalle nun zunehmend auch der letzte bescheidene Schutzraum für gesellschaftskritische Tendenzen. Prof. Frank Deppe – Nachfolger auf Abendroths Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Universität Marburg – untersuchte die Bedingungen für die Wirksamkeit von Ideen jenseits des Mainstream in der heutigen Zeit mithilfe der Kategorie des „organischen Intellektuellen“ des italienischen Kommunisten Antonio Gramsci. Von Gramsci stammt auch der Begriff der „Zivilgesellschaft. Nach der Begrifflichkeit Gramscis schaffe sich jede gesellschaftliche Klasse ihre „organischen Intellektuellen“. Auch der Neoliberalismus habe erkannt, dass es darauf ankomme, diese „second hand dealers in ideology“ für sich zu gewinnen. Insofern sei das Beispiel des großen „intervenierenden sozialistischen Intellektuellen“, das Abendroth in Theorie und Praxis gegeben habe, unter den heutigen Zeitumständen nicht mehr kopierbar. Notwendigkeit neuen Denkens wurde deutlich Mit dem Satz „Die Arbeiterbewegung existiert nicht mehr“ formulierte Deppe deutlich die Notwendigkeit grundsätzlich neuer Ansatzpunkte für den „organischen Intellektuellen“, der sich wie ehedem Abendroth an der Seite der „Subalternen“ und ihrer Kämpfe sieht. Die neoliberale Hegemonie habe zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einer dramatischen Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten des Kapitals in der Welt geführt, der kein Pendant im politischen Handeln gegenüberstehe. Angesichts des geringen Widerstands der Betroffenen spricht die heutige Sozialwissenschaft sogar von einer „Passivitätskrise“. Dem gab Deppe aber nur teilweise recht. Der „Turbokapitalismus“ erzeuge auch neue Formen des Widerstands sagte er und verwies auf die sich entwickelnden Sozialforen und der Organisation der Zivilgesellschaft in und außerhalb von Europa. Die „tiefgreifende Umbruchkrise“ sei bisher nicht verarbeitet worden, mehr Wissen sei notwendig, um dies zu leisten. Deppe rief die Gewerkschaften auf, sich dieser Aufgabe mehr zu stellen, die „lebensnotwendig“ sei. Es gelte, „Thinktanks“ der Gewerkschaften außubauen und sich mehr den kritischen und alternativen Projekten zu öffnen, forderte der Marburger Politologe. Als Beispiel dafür, wie allgemeiner gesellschaftlicher Widerstand durch neoliberale Übergriffe hervorgerufen werde, wurde in der anschließenden Diskussion die Situation in Frankreich genannt, wo vor kurzem Studentenproteste in einen Generalstreik gemündet hatten. Auf die Frage, warum dies in Deutschland nicht möglich sein, antwortete Deppe mit dem Hinweis: „Wir können soziale Bewegungen nicht machen.“ Es sei eine Vielzahl von Faktoren dafür verantwortlich, dass „Druck von unten“ entstehe. Wenn jetzt Reste der alten Linken mit jungen Leuten und anderen zusammenkämen, könne es gelingen, dem „gewaltigen Rollback“ etwas entgegenzusetzen. Für das Entstehen einer solchen Bewegung seien aber auch kulturelle Faktoren maßgebend. „Die Stones und die Beatles haben vielleicht bei der Studentenbewegung eine größere Rolle gespielt als der SDS“ (der Sozialistische Deutsche Studentenbund), meinte Deppe und verwies damit auf die Wirkungskraft ideeller Faktoren bei der Entstehung sozialer Bewegungen. Abendroths Biographie – dies wurde in der Veranstaltung immer wieder deutlich – steht beispielhaft für ein Durchleben des 20.Jahrhunderts in all seinen Extremen. Kommunistische Jugendorganisation in der Weimarer Zeit, Tätigkeit im Widerstand nach der Machtergreifung, Verhaftung 1937, Folter, der nicht nachgegeben wurde, vier Jahr Zuchthaus, Strafbataillon 999, als Soldat in Griechenland zu den Partisanen übergelaufen – dies sind Stichworte zu einem ungewöhnlichen deutschen Lebenslauf, der sich auch nach dem 2.Weltkrieg fortsetzt. Wechsel von Ost- nach Westdeutschland, Berufung auf Professuren in Halle und Marburg, Mitgliedschaft in der SPD bis zum Ausschluss wegen Unterstützung der rebellierenden Studenten. Abendroth blieb in jeder Organisation der unabhängige, unbequeme Denker. Für ihn hatten Wissenschaft und Erkenntnis stets auf der Seite der weniger Privilegierten zu stehen. Aufgrund seiner Familientradition fand er seinen Platz in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung. Seine „Geschichte der europäischen Arbeiterbewegung“ ist auch heute noch ein Standardwerk. NNA/ung/end Bericht-Nr.: 060515-04DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Ein Euro Schadensersatz wegen Sektenvorwurf
BRÜSSEL (NNA). Nach sieben Jahren Rechtsstreit hat die belgische Anthroposophische Gesellschaft in Brüssel jetzt vor dem Berufungsgericht in Brüssel einen Prozess gewonnen, bei dem es um den Vorwurf ging, die Gesellschaft sei eine schädliche Sekte. In seinem Urteil vom 7.April verurteilte das Gericht die Französische Gemeinschaft in Belgien zum symbolischen Schadensersatz von einem Euro, der an die Anthroposophische Gesellschaft sowie andere anthroposophische Einrichtungen gezahlt werden muss, die sich der Klage der Gesellschaft angeschlossen hatten. Anlass des Rechtsstreits war eine reißerische Publikation der Regierung der Französischen Gemeinschaft in Belgien mit dem Titel „Vorsicht Guru!! (Guru, gare à toi) in der Anthroposophie als schädliche Sekte dargestellt wurde am Beispiel eines Arztes, der fälschlicherweise als Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft bezeichnet worden war. Er hatte ein Mädchen behandelt, das während einer Behandlung gestorben war, die ebenfalls mit dem Begriff „anthroposophisch“ belegt worden war. Das Pamphlet wiederholte Behauptungen, die bereits in einem vielfach kritisierten Bericht einer parlamentarischen Untersuchungskommission enthalten waren, der sie wiederum von einem Buch des Journalisten A. Lallemand übernommen hatte. Zunächst war die Französische Gemeinschaft in einem Eilverfahren verurteilt worden war, die Verbreitung der Broschüre zu unterlassen, bis die unrichtigen und unbegründeten Vorwürfe herausgenommen worden sind. Dieser Spruch wurde dann aber in der nächsten Instanz aufgehoben. In einer Stellungnahme zu diesem Urteil, das die Position der Anthroposophischen Gesellschaft unterstützt, meinte ihr Vorsitzender, Luc Vandecasteele: “Der Anthroposophischen Gesellschaft wurde zunächst ihr Recht verwehrt, jetzt hat aber das Berufungsgericht anerkannt, dass die Französische Gemeinschaft ihre Informationen besser hätte überprüfen sollen.“ NNA/end/cva/ung Bericht-Nr.: 060515-02DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Stephan Illi neuer Geschäftsführer des Demeter-Bunds
STREICHSMÜHLE (NNA). Der 43jährige Agraringenieur Stephan Illi wird neuer Geschäftsführer des Demeter-Bund e.V. Dies teilte die Demeter-Pressestelle mit. Er ist in der biologisch-dynamischen Bewegung seit vielen Jahren engagiert, war 13 Jahre lang Geschäftsführer der Demeter-Milchbauerngemeinschaft und Berater für Demeter-Landwirte in Süd-Ost-Bayern. Auch durch seine Zusatzausbildungen im Bereich Coaching, Entwicklungsbegleitung und Organisationsentwicklung bringe er beste Voraussetzungen für die Aufgabe in der Demeter-Zentrale in Darmstadt mit, schreibt der Demter-Bund. Demeter hatte sich Anfang des Jahres entschieden, die Position des DB-Geschäftsführers wieder hauptamtlich zu besetzen. Schwerpunkte des neuen Geschäftsführers, der sein Amt am 1. August 2006 antritt, werden sein die Qualitätsentwicklung durch intensivere Beratung und Betreuung der Bauern sowie die Qualitätssicherung von der Erzeugung bis zum Kunden. Außerdem soll Illi den Verband weiter zum Dienstleister entwickeln und Impulse zur partnerschaftlichen Marktgestaltung geben. Von 1999 bis 2004 hatte Dr. Peter Schaumberger neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des Demeter-Marktforums auch den Bund geführt, dies neben den zunehmend wachsenden Aufgaben am Markt jedoch nicht mehr wahrnehmen können. In den letzten zwei Jahren war die Aufgabe von den beiden Vorständen Joachim Bauck und Christoph Simpfendörfer wahrgenommen worden. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 060515-06DE Datum: 15. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ |
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