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Schulen an die Kinder anpassen und nicht umgekehrtBekannte britische Hirnforscherin warnt vor unreflektiertem Einsatz von Technologie und Drogen in den Klassenzimmern LONDON (NNA). Eine führende britische Wissenschaftlerin hat jetzt davor gewarnt, zunehmend Technologie in den Klassenzimmern der Schulen einzusetzen und Drogen zu verwenden, um die Leistungsfähigkeit der Schulkinder zu beeinflussen. In einem Artikel in der Zeitung „Guardian“ forderte die Hirnforscherin Baronin Susan Greenfield, Professorin für Pharmakologie und vergleichende Anatomie an der Oxford Universität, Erziehung müsse sich an den Kindern orientieren anstatt die Kinder an die Schule anzupassen. „Wir müssen die Technologien so auswählen und einsetzen, dass die Schule auch wirklich zu den Kindern passt und wir müssen uns dem wachsenden Trend entgegenstellen, Technologien einschließlich Drogen zu verwenden, um das Kind des 21.Jahrhunderts für die Schule passend zu machen. Die Anforderungen an die Erziehung des Individuums ändern sich und mit ihnen muss sich auch die Ausgestaltung der Schulen ändern.“ Die profilierte Hochschullehrerin und Autorin warnt in ihrem Artikel auch davor, Informationstechnologie zu früh in der Schule einzusetzen. Sie könne solange keinen Nutzen für die Schüler bringen, solange diesen der Bezugsrahmen fehle, der notwendig sei, um Informationen in Wissen zu verwandeln. Wenn man ein Buch lese, „nimmt einem der Autor normalerweise an der Hand und man wird vom Anfang über die Mitte zum Ende geführt in einer kontinuierlichen Erzählung, die sich aus verbundenen Zwischenschritten aufbaut“. Als Folge davon könnten wir Erzählungen vergleichen und erst dadurch werden wir in die Lage versetzt, „einen Bezugsrahmen zu bilden, der uns befähigt, auch weitere solcher intellektueller Reisen zu beurteilen.“ Nur dadurch könne der Mensch isolierte Fakten in einen Zusammenhang bringen, der ihnen auch Sinn verleiht. „So versetzt uns die traditionelle Erziehung in die Lage, aus Informationen Wissen aufzubauen,“ schreibt Prof. Greenfield. Aber „stellen Sie sich im Gegensatz dazu vor, dass es keinen Bezugsrahmen gibt. Sie sitzen vor einer Multimedia Präsentation, die Sie überhaupt nicht einschätzen können, weil Sie nicht die Möglichkeit vieler intellektueller Reisen´ hatten, um zu beurteilen, was da vor Ihnen auf dem Schirm flimmert. Die erste Reaktion wäre, der plausibelsten Darstellung den Vorzug zu geben, die einem unmittelbar sinnlich anspricht.“ Mit einem Knopfdruck haben wir heute Zugang zu einer unbegrenzten Menge von Informationen, betont Greenfield. „aber in dieser neuen Welt voll von Antworten müssen wir zuerst gewährleisten, dass wir auch die richtigen Fragen stellen können.“ Die Hirnforscherin spricht sich nicht gegen den Einsatz von Informationstechnologie aus. Sie argumentiert lediglich gegen den wahllosen Einsatz einer Technologie, bevor die Schüler die Fähigkeiten entwickelt haben, angemessen mit ihr umzugehen. Und auch bevor wir wirklich verstanden haben, welche Konsequenz ihr Einsatz auf die geistige Entwicklung der Kinder hat. „Heißt das alles vielleicht, dass die jungen Leute andere Fähigkeiten herausbilden oder benötigen? Das Gedächtnis wird vielleicht nicht mehr die Rolle spielen wie in unserer Schulzeit, in der wir Unmengen lateinischer Grammatik lernen mussten. Aber indem man alles mit einem Mausklick herbeizaubern kann, laufen wir vielleicht Gefahr, unsere Vorstellungskraft zu verlieren, diese mysteriöse und besondere kognitive Gabe, die auch bisher das Buch über den Film hat siegen lassen.“ In dem Artikel im „Guardian“ kritisiert Greenfield außerdem „den alarmierend ansteigenden Gebrauch von verordneten Drogen und illegalen Medikamenten zur „Behandlung“ der Schulen, sei es zur Steigerung der Konzentration, Verbesserung der Stimmung oder Verlängerung der Wachzeiten.“ Außer dem Problem, dass wir Drogen benutzen, um unser Gehirn zu beeinflussen, deren Wirkung wir nicht vollständig verstehen, sollten wir auch den Preis bedenken, den wir für diese Art zu denken und zu handeln, zahlen, meint die Wissenschaftlerin. “Drogen und andere Technologien, die benutzt werden, um die Konzentration zu steigern und unangepasstes Verhalten zu vermindern, können genauso Kreativität, Spontaneität und das überlegte Eingehen von Risiken unterdrücken. Wenn diese Drogen so weit verbreitet sind, laufen wir Gefahr, die Kinder in ein bestimmtes Raster zu pressen und unsere Schulen in Fabriken zu verwandeln, die ein einziges Standardprodukt herstellen.“ Als Fazit ihres Artikels fordert Professor Greenfield eine Verständigung darüber, auf welchen Grundlagen Erziehung im 21.Jahrhundert beruhen soll unter Einbeziehung der Technologie des 21.Jahrhunderts. „Ich bin der Überzeugung, dass Drogen, Technologie und Lernen einige der Schlüsselbereiche sein werden, in denen die Wissenschaft in den kommenden Jahren die Gesellschaft tiefgreifend beeinflussen wird. Wir sind in einer entscheidenden Phase, in der Wissenschaft, Pädagogik und Zivilgesellschaft zusammenkommen müssen, um sicherzustellen, dass die Bürger von Großbritannien im 21.Jahrhundert so erfüllt wie möglich leben können in einer Gesellschaft, die so erfolgreich ist wie möglich,“ betont sie. Link: http://education.guardian.co.uk/egweekly/story/0,,1760103,00.html END/nna/cva/ung Bericht-Nr.: 060526-03DE Datum: 26. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Hören als WeltwahrnehmungAudiopädie-Lehrgang in Witten-Annen nützt Pädagogen, Therapeuten und Laien „Ohrenlicht“ heißt korrekt aus dem Japanischen übersetzt der Vorgang des Hörens, der in Japan in der Früherziehung bewusst eingesetzt wird. Vier Monate bevor wir das Licht der Welt erblicken, hören wir bereits, dies setzt sich ununterbrochen fort bis zu unserem letzten Atemzug. Alles Gründe, dem Hören mehr Aufmerksamkeit als üblich zu schenken. Im Institut für Waldorfpädagogik bietet das Institut für Audiopädie eine Ausbildung in der Kunst des Hinhörens und Zuhörens an. Edith Willer-Kurtz hat für NNA bei dieser Schulung „mitgehört“. WITTEN-ANNEN (NNA). Gemeint ist Hören auf die Welt und auch das Hören in sich selbst hinein. Lust am Hören und Neugier darauf lernen können jeweils zehn Teilnehmer aus ganz Deutschland an acht Wochenenden. Nach der Präsentation der Abschlussarbeit wird ein Audiopädie-Zertifikat ausgestellt, das eine gesteigerte Hörkompetenz in der pädagogischen, therapeutischen, künstlerischen und kommunikativen Arbeit attestiert. Singen lernt man durch Nachahmung, erklärt Musikdozentin Reinhild Brass und leitet an, die Stimme modulierend in verschiedenen Kopfbereichen kennen zu lernen. Die Teilnehmer, die den Atem vom Bauch aus strömen und ihn zu Tönen werden lassen, lernen Stimmenthüllung nach Valborg Werbeck-Svärdström. Stimmenthüllung ist Ich-Enthüllung, hörbar für die anderen, ist Authentizität, heißt es da. Hören als die weitere Sensibilisierung. Welche Worte fallen zur Beschreibung des Gehörten ein? Die kurzen und längeren Stäbe, sie hören sich gleißend, sirrend flirrend an; die Triangel gerade, weit, ungreifbar, eisig, exkarnierend. Der Gong für den einen Hinhörer „indigo fromm und harmonisch“ , für den anderen „zahm, einsam“. Orange wird als Farbbild genannt. Gehörtes wird in die Sprache gebracht, als Tat, als Hinwendung zum Erlebbaren. Das Zuhören in Anteilnahme und Verbindung lässt Maike Meyer- Oldenburg, Philosophin und freie Dozentin für Sinnesschulung die Teilnehmer erleben. Dabei geht es nicht um das Gespräch zwischen Tür und Angel. Denn wirkungsvoll wird der Dialog erst dadurch, dass der Sprechende den Hörraum bekommt, der seiner Würde entspricht. Biographiearbeit bedeutet für Meyer-Oldenburg in das eigene Leben hinein zu lauschen. Jeder habe seine „Grammatik“, die in seiner Gedankenwelt einhergehe, betont sie, auch die Ebene des Gefühls soll getestet werden daraufhin, welcher Willensimpuls dabei zu erkennen ist. Doch nicht immer geht es um konzentriertes Zuhörern. Die Erweiterung durch Hören, was der andere beiträgt zu den eigenen Sichtweisen, das kann auch einmal ein Vorbeiziehenlassen dessen sein, was da im Raum ist oder in der Gruppe. Da gelte es, offen zu sein für das was ist, um nach einzelnen Tönen, Schwingungen, Stimmungen, durch Sprache entstandene Bilder zu schauen. Gerade in der zielorientierten Gesellschaft sind die Betrachtungen interessant, weil darin verborgene Reichtümer liegen, auch auf dem Rückweg, zeitlich oder örtlich bereitet man dabei Raum für Neues. Wie und wo klingen und schwingen Materialien und Formen – dies erfahren die Teilnehmer vom Audiopädie-Dozenten Jochen Fassbender. Er hat einige Klangobjekte auf dem Annaberg installiert. Er baut sie aus Stein, Holz, Metall und anderen Materialien zum Anblasen, Streichen, Anschlagen oder Reiben. Das Klangmobilé zum Beispiel lädt ein, durch den Lärm der Gegend hindurch wieder das Lauschen zu lernen, die Freude am Hinhören wieder zu entdecken. Gastdozent Kalwa erweitert das Wissen über elektroakustische Medien und macht darauf aufmerksam, wie Medien unsere Sinne beeinflussen. „Was passiert dabei mit unseren Fähigkeiten, mit unserem Menschsein in der sozialen Welt?“, fragt er. Hörbeispiele waren historische Originalaufnahmen von Volksmusik aufgenommen von Bela Bartok oder ein Stück von Schubert, das aus Rohmaterial entsteht durch technische Reproduktion oder Aufnahmen von Sting, der seine Musiker an allen Orten der Welt einzeln im Studio einspielen lässt sowie elektronisch generierte Musik. Hierbei soll der Eindruck beim Zuhören identisch sein, die subtile Wirksamkeit sei aber viel größer. Im Kurs gehört es zur Aufgabe, neben dem Hörenlernen und Sensibilisieren eigene Klanginstrumente zu entwickeln und zu realisieren. Welche Vielfalt dabei präsentiert wurde, war auch ein Beweis für individuelle Förderung. So stellte ein Klavierlehrer im Verhältnis immer größer werdende Klanghölzer vor, eine Waldorflehrerin präsentierte Kupferrohre in unterschiedlichen Längen und mit entsprechender Tonleiter. Die Logopädin arbeitete mehr praxisbezogen an einem Geräusche-Memory in Schuhcremedosen, die sie in der Sprachentwicklungsebene mit Kindern einsetzen kann. Die Eurythmistin beschäftigte sich mit Lautwahrnehmung anhand von Trichtern, Kunststoffröhren und anderen Formen zum selektiven Hören. Die Sprachgestalterin baute eine Windharfe für die Waldorfschule in Karlsruhe. Verschieden große und unterschiedlich gebrannte Blumentöpfe wurden zu Glocken, die als Projekt in der Klinik für Tinnituspatienten angewendet werden sollen, wobei dort Glocken auch aus Metall erklingen können. Zur Vielfalt gehörte auch das Klangerlebnis einer CD zum Raten: Putzgeräte, Kehrblech, Besen, Bürsten, wurden identifiziert. Wasser war selbstverständlich auch wichtig bei dieser „Putzmusik“, sie entstand mit den Studenten beim Putzen des Instituts. Was konnten die Teilnehmer vor allem mit nehmen? Zuhören ist Einfühlen, das heißt, für den anderen einen Klangraum öffnen, in dem sich seine Individualität mitteilt. So wird Kommunikation lebendig und intensiv. Außerdem : Wer sich dem Hören zuwendet, profitiert noch in anderer Weise, weil Melodie und Rhythmus in die eigene Seele zurückwirken. So wird das in Witten-Annen Gelernte und Gehörte auf vielerlei Weise in die jeweiligen Tätigkeitsbereiche zurückgetragen. Link: www.audiopædie.de END/nna/wil Bericht-Nr.: 060526-01DE Datum: 26. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Mit dem Teig lebenDemeter-Bäcker aus Deutschland und Österreich tauschten Erfahrungen aus ASTEN (NNA). Das „Haus des Brotes“ im österreichischen Asten war Ziel der Bäckergruppe des Demeter-Marktforums Deutschland, die zum ersten Mal zusammen mit ihren Kollegen aus dem Nachbarland tagte. Über 30 Teilnehmer waren zum Erfahrungsaustausch angereist, in dem Theorie und Praxis zu ihrem Recht kamen. Ein Höhepunkt war der Veranstaltungsort selbst, das „Haus des Brotes“, das wahre Schätze rund um das Thema Brot bietet. Peter Augendopler zeigte den Gästen unter anderem die umfassende Fachbibliothek mit über 4000 Büchern aus sieben Jahrhunderten sowie eine Sammlung von bis zu 5000 Jahre alten Kunstwerken, darunter eine Münze mit dem Kopf der Demeter, der Göttin des Getreides, die aus der Zeit um 400 vor Christus stammt. Im praktischen Teil stand die Herstellung österreichischer Gebäck-Spezialitäten im Mittelpunkt. Als wichtigste Information konnten die Teilnehmer mitnehmen, dass vor allem die ausreichend lange Teigknetung entscheidend für den Backerfolg ist, denn nur so werde die optimale Struktur des Teiges erreicht. „Meist wird zu gering geknetet,“ konnte Karl Wögerbauer berichten. Der Oberbackmeister von Backaldrin in Asten unterstrich zudem die Bedeutung der Stückgare, die im Produktionsablauf oft unterschätzt werde. Die Hefetätigkeit in Abhängigkeit zur Temperatur wurde gemeinsam analysiert, optimal ist sie bei etwa 35 Grad. Um den Teig ging es auch im Betriebsporträt der Bäckerei Franz Kaschik aus Wien. Der gelernte Bäcker und Konditor gilt in Österreich als „Mister Demeter.“ Er beliefert mit seiner Bäckerei inzwischen über 100 Naturkostläden im Großraum Wien, die Demeter-Brot als Kundenattraktion sehr schätzen. Sein Motto lautet seit 40 Jahren: „mit dem Teig leben“. Interessiert verfolgten die Kollegen, wie Kaschick in der Versuchsbäckerei im „Haus des Brots“ seine Linzer Schnitten herstellte. Zu schätzen wussten die Demeter-Bäcker auch das Angebot des österreichischen Demeter-Bundes, die Besonderheiten des bio-dynamischen Rebbaus in der Alpenrepublik kennen zu lernen. Winzer Werner Michlits hatte ein interessantes Repertoire seiner Weine vom Neusiedlersee im Burgenland mitgebracht, das natürlich gern verkostet wurde. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 060526-02DE Datum: 26. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Neuer Leiter der Medienstelle Anthroposophie Schweiz
DORNACH (NNA). Bei der Medienstelle Anthroposophie Schweiz (MAS) gibt es ab 1. August einen Führungswechsel. Christian Römelin wird neu als Beauftragter der Medienstelle arbeiten. Laut Mitteilung der MAS habe der Vorstand und Beirat der Medienstelle Römelin nach längerem Evaluationsverfahren unter mehreren Kandidaten gewählt; ausschlaggebend seien seine journalistischen Erfahrungen in verschiedenen Printmedien und im Lokalfernsehen gewesen. Christian Römelin, Jahrgang 1961, wird Nachfolger von Ursa Krattiger, die die MAS aufgebaut und über sieben Jahre erfolgreich geleitet hat. END/nna/cva Bericht-Nr.: 060526-04DE Datum: 26. Mai 2006 © 2005 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ |
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