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Biogasboom in der deutschen LandwirtschaftBauern entdecken neue Einkommensquelle - Kritische Stimmen zum Energieboom in der Landwirtschaft Von Michæl Olbrich-Majer DARMSTADT (NNA). Kühe melken, Milch verkaufen und gleichzeitig Strom produzieren – eigentlich eine schöne Vorstellung. In Deutschland entdecken Bauern in ihrem Berufsbild den Energieerzeuger. Vielleicht ist das sogar ein Beitrag zum Klimaschutz, angesichts eines prognostizierten Temperaturanstiegs von 4 Grad Celsius bis zum Jahrhundertende. Waren es vor zehn Jahre nur 150 Pioniere, allen voran Öko- und Demeter-Bauern, die Biogas aus Mist und Gülle nutzten, so sind es heute fast 5000, in der Regel konventionelle Bauern, Tendenz rasant steigend. Die Anlagen werden größer, versorgen Kommunen, Bauern denken an den Ausstieg aus der mühseligen, ertragsarmen Viehhaltung und erwägen, mit dem Feldaufwuchs die Bakterien im Biogaskonverter zu füttern. Molkereien fürchten um ihren Rohstoff, Naturschutzorganisationen um die Lebensvielfalt der Wiesen. Biogas ist neben Biosprit der Renner an handelsfähigen Energieprodukten, auch dank staatlicher Förderung. An beiden, prinzipiell nachhaltigen Nutzungen, regt sich nun Kritik. Pflanzlicher Sprit konkurriere um die Flächen für andere wichtige Nachhaltigkeitßiele moniert das Umweltbundesamt (UBA) und meint damit Ökolandbau, Biotopverbundsysteme und Erosionsschutz. Außerdem sei die Klimagasminderung marginal: maximal ausgereizt mit 2 Mio Tonnen Raps im Jahr seien nur 1,5-2% machbar. Andreas Obermeier vom UBA plädiert daher in Lebendige Erde (1-2006) für die ungleich effizientere, stationäre Nutzung nachwachsender Energierohstoffe. Auch Biogas steht unter kritischem Vorbehalt: zwar gibt es genug wissenschaftliche Plädoyers für eine Energieautarkie landwirtschaftlicher Betriebe, gerade Ökobetriebe scheinen dafür prädestiniert. Aber zur Wirkung des Gärrestes von Biogas auf die Bodenfruchtbarkeit gibt es keine einzige Untersuchung. Gülle oder Mist minus Energie - bringt ein solches Substrat mit weniger Kohlenstoffverbindungen dem Boden Kraft und Humusaufbau? Speziell Demeter Betriebe sehen das skeptisch – manche biodynamischen Bauern haben langjährige Biogaserfahrungen. Und die fallen sehr unterschiedlich aus – so dass teilweise auch die Rentabilität infrage steht. Trotz Bonus beim Stromverkaufspreis. Im Juliheft der Zeitschrift Lebendige Erde stellt der Bodenwissenschaftler Dr. Edwin Scheller dar, warum: Was aus der Biogasanlage rauskommt sei perfekter Ammoniumdünger – den kauft der konventionelle Landwirt von der Agrarchemie – nichts für Ökolandwirte – noch. Denn dieser wirkt triebig und fördert nicht die Bodenfruchtbarkeit. Auch die Aminosäurezusammensetzung von Gülle und Mist werde verändert, was den fehlenden Humusaufbau erkläre. Über den Mist (und die Gülle) werden Boden und Pflanze wesentliche Kräfte zugeführt – Bestandteil des biodynamischen Konzeptes zum Ausbau der Bodenfruchtbarkeit und Grundlage für die Lebensmittelqualität. Diese Kräfte, so vermutet Scheller, werden durch die Vergärung beeinträchtigt – was für einen Schweizer Demeter Betrieb bestätigt werden konnte. Der hatte Gülle vor und nach der Vergärung mittels neuer Methoden der Bildkräfteforschung von Dorian Schmidt untersuchen lassen. Noch allerdings besteht vor allem riesiger und eiliger Forschungsbedarf. Erste, Ergebnisse zeigen problematische Tendenzen, doch gibt es eine Vielzahl von Vergärungstechniken und einsetzbaren Stoffen, deren Auswirkungen auf die Qualität von Boden und Lebensmitteln untersucht werden müsste, um Empfehlungen für die Praxis zu geben. Dazu gehört auch die Optimierung des Gärvorgangs, z.B. durch biologisch-dynamische Präparate. Doch Forschung hierzu findet hier mangels Auftrag und Finanzierung nur marginal statt. Im Boom mag keiner so genau hinsehen. So bleiben Demeter-Bauern vorerst zurückhaltend bei Investitionen in neue Anlagen, mit der Konsequenz, dass andere Ökobiogasbauern ihr Getreide mit dem spritzigen Gärdünger billiger erzeugen können. Ökobauern sind ohnehin deutlich energieeffizienter als ihre konventionellen Kollegen: sie brauchen je Fläche weniger als die Hälfte der Energie. END/NNA/cva Michæl Olbrich-Majer ist Redakteur von Lebendige Erde Bericht-Nr.: 060915-03DE Datum: 15. September 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Tiefkühlprodukte mit Demeter-Label erobern den Markt
STREICHSMÜHLE (NNA). Ein Pionier der Bio-Tiefkühlkost feiert Geburtstag: seit 10 Jahren hat die Demeter-Felderzeugnisse GmbH wesentlich dazu beigetragen, tiefgefrorene Bioprodukte in den Naturkosthandel einzuführen und zu etablieren. Das Motto der Firma „Kooperation aus Anbau und Vertrieb“ werde von der Demeter-Felderzeugnisse GmbH konsequent weitergeführt, betont die Pressestelle des Demeter-Verbandes in einer Mitteilung. So entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Anbieter von Bio-Tiefkühlkost sowohl für den Naturkosteinzelhandel als auch für Gemeinschaftsverpfleger und Gastronomie. In den letzten 10 Jahren entstanden über 150 Bio-Tiefkühlprodukte für den Gastronomiebereich und 40 eigene Bioprodukte für den Einzelhandel. Demeter-Tiefkühlprodukte existieren im Bereich Obst und Gemüse, außerdem werden Fertigprodukte wie Lasagne und Pizza der Marke „Natural Cool“ vertrieben. Außerdem gibt es Tiefkühlfleischprodukte von Demeter unter der Markenbezeichnung „Bio-Landbauer“ und Fischprodukte von „Wild Ocean“. Partnerschaften wie zum Bespiel mit der Firma Rachelli, die vielfach preisgekröntes Demeter-Eis anbietet, oder „Hänsel & Gretel“, runden das Programm der Demeter-Felderzeugnisse GmbH mit hochwertigen Bio-Tiefkühlprodukten ab. Nachhaltige Landwirtschaft, produktschonende Verarbeitung und soziale Verantwortung gelten für die Tiefkühlprodukte genauso als Kriterien wie für die Demeter Frischprodukte, betont die Pressestelle. Das Unternehmen Demeter-Felderzeugnisse GmbH setze auf eine langfristige ökologische Ausrichtung. Als Vermarktungsgesellschaft der ältesten Bio-Erzeugergemeinschaft weltweit verstehe sich die GmbH auch als Mittler zwischen ihren Landwirten und den Kunden und es gelinge ihr wie nur wenigen Unternehmen, die unterschiedlichen Bedürfnisse beider Seiten in Einklang zu bringen. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 060915-02DE Datum: 15. September 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Waldorf international mit verbesserten Informationsmedien
BERLIN (NNA).Mit zwei neuen Informationsmedien will die internationale Waldorfpädagogik ihren Bekanntheitsgrad erhöhen. Wie die waldorfpädagogische Vereinigung „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ in Berlin mitteilte, ist der Katalog „Waldorfpädagogik“ jetzt in arabischer Sprache erschienen. Auf 87 Seiten lernt der Leser die zentralen Ideen der Waldorfpädagogik kennen, bereichert durch Bilder von Waldorfinitiativen aus aller Welt. Der Katalog war als Begleitheft zur gleichnamigen Ausstellung entwickelt worden, die erstmals 1994 anlässlich einer UNESCO-Konferenz in Genf gezeigt wurde. Bisher in 16 Sprachen übersetzt, half er als bewährtes Einführungswerk weltweit bei der Verbreitung der Waldorfpädagogik. Die nun vorliegende arabische Übersetzung werde dazu beitragen, die Waldorfpädagogik in einem weiteren wichtigen Kulturkreis bekannter zu machen, schreiben die „Freunde der Erziehungskunst“ Außerdem ist der halbjährliche kostenlose Rundbrief der „Freunde der Erziehungskunst“ jetzt auch im Web zu finden und zwar auch in englischer Sprache unter www.freunde-waldorf.de. Er gibt seit vielen Jahren lebendige Einblicke in die internationale Waldorf- und heilpädagogische Bewegung. Seit letzten Herbst vermitteln die Hefte Eindrücke innerhalb einer Region, publiziert wurden bisher Berichte über Ostasien und über Südosteuropa, im Herbst ist Afrika an der Reihe. End/NNA/ung Bericht-Nr.: 060915-01DE Datum: 15. September 2006 [Datum] © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ |
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