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„Alles überschaubar und nach menschlichem Maß“Frankfurter Projekt „Ajas Gartenhaus“ setzt Maßstäbe in der Versorgung von Demenzkranken – Heimleiter würdigt gute Kooperation mit Behörden Von NNA-Korrespondentin Cornelie Unger-Leistner FRANKFURT (NNA). Die angemessene Versorgung von demenzkranken Menschen ist in allen Ländern eines der drängendsten Probleme der Gegenwart, für die es bisher kaum Lösungen gibt. In Frankfurt steht mit „Ajas Gartenhaus“ jetzt ein Pionierprojekt zu diesem Thema kurz vor der Vollendung. Unter Beteiligung von Vertretern der Stadt und der nahegelegenen Waldorfschule feierte das Aja-Textor-Goethe-Haus das Richtfest für seinen Erweiterungsbau mit dem Namen „Ajas Gartenhaus“. „Hier ist alles überschaubar und nach menschlichem Maß eingerichtet“, betonte der Heimleiter des Aja-Textor-Goethe Hauses, Uwe Scharf, beim Richtfest vor den versammelten Gästen. Das „Gartenhaus“ wird das erste Frankfurter Altenheim sein, das speziell für die Bedürfnisse von Demenzkranken geplant und errichtet worden ist. Scharf hob besonders die konstruktive Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden hervor, ohne deren „erfreulichen Pioniergeist“ das Projekt nicht möglich gewesen wäre. Bislang orientieren sich die Bauvorschriften für Wohnheime älterer Menschen eher an Krankenhäusern. So hatte die Bauaufsicht eine erste Planung von Ajas Gartenhaus abgelehnt, weil sie nicht den üblichen sterilen Rettungsflug gemäß der Hessischen Krankenhausrichtlinien enthielt. In Zusammenarbeit zwischen Baubehörde, Sozialministerium, Heimaufsicht und Berufsfeuerwehr konnte mit Ajas Gartenhaus nun ein Pilotprojekt auch beim Brandschutz für Pflegeheime in Hessen auf den Weg gebracht werden. Das Haus wird auf zwei Etagen sogenannte Hausgemeinschaften beherbergen. Jede dieser vier Gemeinschaften umfasst nur acht Personen. Neben kleinen Einzelzimmern bildet eine geräumige Wohnküche jeweils den Lebensmittelpunkt der Bewohner. Der Alltag jeder Hausgemeinschaft wird von ständig anwesenden Lebensbegleitern organisiert. Dabei soll der Haushalt mit den Bewohnern gemeinsam geführt werden. Auch gekocht und gewaschen werde so, dass es alle miterleben und –unterstützen könnten, betonte Scharf. Das Konzept geht davon aus, dass die Demenzkranken durch die praktische Tätigkeit gefördert werden können. „Wo der Kopf nicht mehr weiter weiß, werden die Hände durch Sinnesanregungen vielfältigster Art zum Mit-Tun angeregt“, betonte Heimleiter Uwe Scharf. Er kritisierte die Tendenz, die kostspieligen Sicherheitsauflagen der Heime durch die Beauftragung ambulanter Pflegedienste oder schwarz arbeitender Privatkräfte aus dem Ausland zu unterlaufen. Gerade dementiell erkrankte Menschen seien besonders schutzbedürftig und es sei gut, wenn staatliche Aufsichtsbehörden regelmäßig nach dem Rechten sehen könnte, was bei ambulanten Diensten so nicht gegeben sei. Nur vordergründig seien solche Lösungen kostengünstiger, humaner seien sie nicht. Ajas Gartenhaus ist nach Schars Aussage das Ergebnis einer „breiten Bürgerbewegung“. Allein hätte der Trägerverein des Aja-Textor-Goethe-Hauses das Projekt nie verwirklichen können. Das finanzielle Fundament setzt sich nach seinen Worten wie folgt zusammen: drei große Stiftungen (ARD-Fernsehlotterie, Software-AG-Stitung, Stiftung Wohnhilfe) steuerten ca. 360.000 Euro bei, 750 Einzelspender gaben rund 350.000 Euro und 120.000 Euro flossen aus gerichtlichen Bußgeldern in die Baumaßnahme. Unter den Spendern befanden sich viele Bewohner, Mitarbeiter und Angehörige ehemaliger Bewohner des Aja-Textor-Goethe-Hauses. Als Bauherrn für das Gartenhaus fungieren einmal das Sozial-Pädagogische Zentrum e.V. als Träger des Mutterhauses und auch der künftigen Hausgemeinschaften sowie die Friedrich Schorling Stiftung, die 2004 von sieben Personen mit den Ziel gegründet worden war, eine Art „menschlicher, behütender Hülle“ für das Projekt zu bilden. Die Stiftung finanziert in der Dachetage über den Hausgemeinschaften ein Wohnprojekt von neun aktiven Ruheständlern, der „Wohngruppe unterm Dach“, die sich gegenseitig Hilfe und Beistand im Alter zugesagt haben und regelmäßige ehrenamtliche Aufgaben im Gartenhaus oder im Mutterhaus wahrnehmen wollen. Die Friedrich Schorling Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Wohnungen für ältere Menschen zur Verfügung zu stellen, die sich im Alter aktiv weiter am Gemeinwesen beteiligen wollen. NNA/end/ung Kontakt: Uwe.Scharf@Haus-Aja.de Bericht-Nr.: 061106-03DE Datum: 6. November 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ „Bologna-Prozess“ auch an der Alanus-Hochschule
ALFTER (NNA). Im Zuge des sogenannten Bologna-Prozesses zur Vereinheitlichung der europäischen Hochschullandschaft stellen die Hochschulen in Deutschland derzeit ihre Studienabschlüsse auf die europäischen Abschlüsse Bachelor und Master um anstelle der bisher gebräuchlichen Diplome und Magister. Auch die Alanus-Hochschule in Alfter hat sich diesem Prozess jetzt angeschlossen. Der bisherige Diplomstudiengang Eurythmie wird künftig mit Bachelor- und Masterabschlüsse enden. Nach Angaben der Alanus-Pressestelle werden die Studenten nach einem vierjährigen Studium zukünftig den internationalen akademischen Titel Bachelor of Arts (B. A.) erwerben. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, sich in einem Masterstudium auf die Gebiete Bühneneurythmie, Eurythmiepädagogik, Eurythmietherapie und Eurythmie in der Erwachsenenbildung zu spezialisieren. Das Wissenschaftsministerium hat bereits seine Zustimmung zum Start des Akkreditierungsverfahrens gegeben. Prof. Stefan Hasler, der den Fachbereich Eurythmie der Alanus Hochschule leitet, rechnet mit einer halbjährlichen Bearbeitungßeit. Zum neuen Studienjahr im Herbst 2007 sollen dann die ersten Studenten ihr Bachelor- und Masterstudium der Eurythmie an der Alanus Hochschule aufnehmen können. Dieser Abschluss wird der erste seiner Art in Deutschland sein. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 061106-01DE Datum: 6. November 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ Rheinland-Pfalz: Landesregierung will mehr neue Wohnformen
MAINZ/FRANKFURT (NNA). Die rheinland-pfälzische Landesregierung macht sich stark für neue Wohnformen: bis 2011 soll in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt mindestens ein gemeinschaftliches Wohnangebot für Alt und Jung zur Verfügung stehen, erklärte die Ministerin für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, Malu Dreyer in Mainz bei einem Zusammentreffen des Kooperationsforums “Gemeinschaftlich wohnen in einer Gesellschaft des längeren Lebens“ in Mainz. „Im Älterwerden unserer Gesellschaft liegen Chancen für ein stärkeres Miteinander, Chancen, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Neue Wohnformen, gemeinschaftliches Wohnen und die Begegnung zwischen den Generationen können gerade auch bei Hilfebedürftigkeit tragfähige Netze der Unterstützung schaffen und selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen“, betonte Dreyer. Die Landesregierung hat im Februar 2006 das Kooperationsforum gegründet, das gemeinsam an der Entwicklung von neuen Wohnkonzepten arbeitet. Wohnungswirtschaft, Banken, Städteplanern, Wissenschaft, Sozialwesen, Wohnberatung und die Ministerien für Inneres, Finanzen und Soziales des Landes Rheinland-Pfalz sind an der interdißiplinären und verwaltungsübergreifenden Zusammenarbeit beteiligt. Diese soll Vorbild sein für ein Zusammenwirken auf der örtlichen Ebene und soll Anstöße und Unterstützung leisten bei der Entwicklung neuer Wohnprojekte in Rheinland-Pfalz. NNA/end/ung Bericht-Nr.: 061106-02DE Datum: 6. November 2006 © 2006 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe http://www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: http://www.nna-news.org/content/ |
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