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Anthroposophische Gesellschaft: Mitglieder der Gruppe „Gelebte Weihnachtstagung“ werden ausgeschlossen
DORNACH (NNA). Die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft (AAG) am Goetheanum in Dornach in der Schweiz hat den Ausschluss von 44 Mitgliedern aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe „Gelebte Weihnachtstagung“ angekündigt. Der Ausschluss wird wirksam mit dem Ende der diesjährigen Generalversammlung am 31.März. In einer Erklärung, die jetzt in den „Nachrichten für Mitglieder“ der Gesellschaft veröffentlicht wurde, beschuldigt der Vorstand die Mitglieder der Gruppe, sie hätten eine Negativ-Kampagne gegen die Gesellschaft geführt, die beginne, die Kräfte der Gesellschaft aufzuzehren. Als Konsequenz sei der Vorstand gezwungen gewesen zu handeln. „In unserem Verständnis der Anthroposophie und der Anthroposophischen Gesellschaft sind unterschiedliche Auffassungen ebenso zu begrüßen wie konstruktive Kritik und eine Kultur des Dialogs zur Konfliktlösung,“ betont die Stellungnahme. „Wenn aber negative Kritik zum Prinzip wird, ein Konflikt seit fast 20 Jahren andauert und beginnt, das Leben in der Gesellschaft zu lähmen, dann haben wir als Vorstand eine Handlungsverantwortung.“ „Wir sehen heute nach vielen und langjährigen Bemühungen keine Hoffnung mehr auf eine Möglichkeit zur Verständigung mit den Mitgliedern, die der ‚Gelebten Weihnachtstagung’ verbunden sind,“ heißt es in der Stellungnahme weiter. Erste Schritte hin zum Ausschluss der Mitglieder waren vor Weihnachten mit einem Brief unternommen worden, in dem sie aufgefordert wurden, von der AAG freiwillig außutreten oder ausgeschlossen zu werden. Zur selben Zeit bot der Vorstand jedem einzelnen betroffenen Mitglied eine Anhörung an, in der seine Position dargelegt werden könne. Wie der Sprecher der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Wolfgang Held, betonte, war der Zeitpunkt des Ausschlusses nach der diesjährigen Generalversammlung so gewählt, dass die Gruppe keinen Grund habe sich zu beschweren, man wolle sie mundtot machen. Sie hätten noch mal die Gelegenheit, sich zu äußern. Insgesamt sind 46 Briefe verschickt worden, zwei Mitglieder haben sich inzwischen von der Splittergruppe distanziert und sind deswegen nicht vom Ausschluss betroffen. Nach den Anhörungen wurde am 14.März ein zweiter Brief verschickt, um den Mitgliedern ihren Ausschluss mitzuteilen. Die Gruppe „Gelebte Weihnachtstagung“ wirft dem Vorstand vor, keinem der betroffenen Mitglieder ein Verhalten nachweisen zu können, das mit den Aufgaben und Zielen der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Widerspruch steht. Im Gegenteil kam in den Gesprächen deutlich zum Ausdruck, „wie groß die Verbundenheit der betroffenen Mitglieder mit der Anthroposophischen Gesellschaft und mit dem Impuls der Weihnachtstagung ist,“ betont die Gruppe in einer ersten Reaktion auf die Ausschlüsse. Der Vorstand hält dem entgegen, dass die Mitgliedschaft in einer Gruppe, die die Anthroposophische Gesellschaft in einer destruktiven und persönlichen Weise angreife, wie dies die „Gelebte Weihnachtstagung“ getan habe, die Mitglieder haftbar mache und ihre Unterstützung für die Gruppe belege. „Das sind Mitglieder einer Gruppierung, die seit 18 Jahren in Zeitschriften und im Internet polemisiert gegen die Anthroposophische Gesellschaft.“ sagt Held. Manche täten dies noch bei der Generalversammlung aber andere auch auf andere Weise. „Wenn sie Angehörige dieser Gruppierung sind, dann vertreten sie diese Auffassung mit. Und damit Teilen sie eine Auffassung, die der Anthroposophischen Gesellschaft widerspricht und nehmen eindeutig Position in diesem Konflikt ein,“ so Held weiter. Die AAG-Erklärung beschreibt die Gruppe als auf die Initiative von Werner und Michæla Jordan zurückgehend. Beide seien 1989 aus der Anthroposophischen Gesellschaft ausgetreten. Der Vorstand wirft den Mitgliedern der Gruppe „Gelebte Weihnachtstagung“ vor, dass sie versucht haben, das Verfahren bei den Jahresversammlungen und ähnlichen Gelegenheiten zum Schaden der anderen Mitglieder zu dominieren. Obwohl es sich nur um etwa 50 der 50.000 Mitgliedern handle, habe die Gruppe seit 1999 die Mehrzahl aller Anträge in die Versammlung eingebracht. Von 57 Anträgen, die zwischen 1999 und 2006 von Mitgliedern in die Jahresversammlung eingebracht worden seien, stammten 36 von Anhängern der „Gelebten Weihnachtstagung“ und 21 von allen anderen Mitgliedern. Ungeachtet der Tatsache, dass sie mit ihren vielen eigenen Anträgen und insistierenden Voten eine Formalisierung der Mitgliederversammlungen bewirke, werfe die “Gelebte Weihnachtstagung” dem Vorstand vor, er trage die Schuld daran, dass für ein wahrhaftes Gespräch über die gestellten Fragen zu wenig Zeit vorhanden sei. „Die Widersprüchlichkeit dieses Verhaltens ist ebenso offensichtlich wie die wachsende Ablehnung, die es in der Mitgliedschaft erfährt,“ heißt es in der Erklärung. „Für viele Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft ist die Teilnahme an den Generalversammlungen in den vergangenen Jahren zu einem belastenden, oft peinlichen Erlebnis geworden,“ fügt der Vorstand hinzu. „Als die schweizerische Landesgesellschaft die dort eingeschriebenen Angehörigen der ‚Gelebten Weihnachtstagung’ im November 2002 ausschloss, hatten wir noch Hoffnungen auf eine mögliche Koexistenz und fassten nicht denselben Beschluss im Hinblick auf ihre Mitgliedschaft in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.“ Aber trotz vieler Angebote zum Dialog hätten sie ihre lähmenden Aktivitäten fortgesetzt. Eine Petition, die von 850 Schweizer Mitgliedern unterzeichnet worden war, hatte den Ausschluss der mit der „Gelebten Weihnachtstagung“ verbundenen Mitglieder verlangt. Natürlich habe es auch Stimmen gegeben, die die Angelegenheit anders betrachteten oder die nachvollziehbare, grundsätzliche Bedenken gegenüber einem Ausschluss hätten: „Wir haben diese Haltungen und Möglichkeiten ausführlich erwogen und beraten,“ betont die Stellungnahme. Als Konsequenz wird der Vorstand die folgende Resolution in die Jahresversammlung einbringen: „Eine Mitgliedschaft in der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft ist nicht vereinbar mit der Zugehörigkeit zum Verein „Gelebte Weihnachtstagung – Gesellschaft zur Bewahrung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft 1923/25“. Das Leben der Gesellschaft sei von Mitglieder der Gruppe in „intoleranter und formalisierender Weise gelähmt“. Schon der volle Name der Gruppe zeige erneut den Anspruch der “Gelebten Weihnachtstagung” auf alleinigen Besitz der Wahrheit. „Bei diesem Grundsatzbeschluss geht es nicht darum, jemanden wegen seiner Auffassungen außugrenzen, sondern darum, den von der “Gelebten Weihnachtstagung” gesteuerten Angriffen auf die Anthroposophische Gesellschaft entgegenzutreten,“ schließt die Erklärung. Der Vorstand geht allerdings nicht davon aus, dass die Angelegenheit mit dem Ausschluss erledigt ist. Vermutlich werde es im Gefolge der Ausschlüsse zu erneuten rechtlichen Schritten kommen. „Aber die werden dann am Rande laufen und an sich außerhalb des anthroposophischen Lebens stattfinden,“ sagte Sprecher Wolfgang Held. End/nna/cva/ung Bericht-Nr.: 070319-01DE Datum: 19. März 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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