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Wed, 16 May 2007

Kulturzentrum auf Kanaren-Insel Lanzarote geplant

Fundación Antroposófica möchte mit einem Neubau des Waldorfkindergartens Impuls auf der Insel setzen – Erste Spenden gingen schon ein

Von NNA-Korrespondentin Cornelie Unger-Leistner

PUERTO DEL CARMEN/LANZAROTE (NNA). Mit einem Neubau des seit 2000 bestehenden Waldorfkindergartens sowie einem angeschlossenen Kulturzentrum möchte die anthroposophische Initiative auf der Kanaren-Insel Lanzarote ihren Kulturimpuls mehr in die spanische Bevölkerung tragen. Dies publizierte die Fundación Canaria Antroposófica jetzt in einem Rundschreiben.

Gegenwärtig ist die Stiftung auf der Suche nach einem Gelände, das auf dem Wege der Erbpacht beschafft werden soll. Ein Vorentwurf für das „Centro Waldorf“ auf Lanzarote wurde vom Hamburger Architektenteam Gerd Rückner/G2R erstellt. Das „Centro Waldorf“ soll ein kulturelles Angebot mit dem Schwerpunkt Erziehung bieten, sich aber auch mit Zeitfragen und gesellschaftlichen Fragen befassen.

Es soll eine „rein spanische Angelegenheit“ werden, betonte der Gründer und Präsident der Fundación, Enrique Winzer, gegenüber NNA. Das Projekt werde von den spanischen Anthroposophen in Madrid unterstützt. Eine Verzögerung ergab sich durch die Kommunalwahlen auf Lanzarote, da kein Bürgermeister sicher sein könne, wiedergewählt zu werden und man für die Gespräche die Ergebnisse der Wahlen Ende Mai abwarten müsse. Bis zum Herbst hofft die Fundación auf konkrete Ergebnisse hinsichtlich des Grundstücks. Ein Finanzierungskonzept ist in Arbeit. Dafür werden auch schon Spenden eingeworben, die ersten 10.000 Euro konnte die Stiftung bereits auf ihren Spendenkonten verzeichnen.

Der Waldorf-Kindergarten besteht in Tahiche auf Lanzarote seit 2000 in gemieteten Räumen, er umfasst drei Gruppen mit 25 Kindern. Die meisten von ihnen sind spanische Kinder, nur wenige sind die Kinder deutscher oder englischer Residenten.

Die Fundación Canaria Anthroposófica wurde 1985 von Lilo und Enrique Winzer gegründet. Zu ihr gehören mehrere Einrichtungen, darunter auch eine Finca mit biologisch-dynamischem Anbau und das Centro de Terapia in Puerto del Carmen. Im Centro, das seit Mitte der neunziger Jahre besteht, seien wenige einheimische Gäste zu verzeichnen, schreibt die Fundación in ihrer Veröffentlichung. Das betrifft sowohl den Bioladen, als auch das Restaurant und das Therapiehaus. So sei das Centro eine „deutschsprachige Oase“ geblieben. Hier sieht die Stiftung Handlungsbedarf.

Auch auf Lanzarote würden die Kirchen immer leerer, spürten die Menschen „das spirituelle Vakuum“. Die östliche Esoterik versuche auch auf den Kanaren, diese Lücke zu füllen. Es gebe kaum eine Richtung, die auf Lanzarote nicht vertreten sei. Aus diesem Grund betreibe die Fundación den Bau des Centro Waldorf.

Es sei nicht einfach, die Bewohner der Kanaren-Insel für die Waldorf-Pädagogik zu gewinnen, dies zeige die Erfahrung im Kindergarten. Nach einer gewissen Anlaufphase schlage die Zurückhaltung jedoch „meist in Begeisterung um“, schreibt die Fundación. Im katholischen Spanien gibt es bisher nur in Madrid eine einzige Waldorfschule. Auf Lanzarote, so die Hoffnung von Fundación- Gründer Enrique Winzer, soll aus dem Kindergarten eines Tages auch eine Schule hervorgehen.

NNA/end/ung

Link: www.centro-terapia.com

Bericht-Nr.: 070516-04DE Datum: 16. Mai 2007

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Gesundsheitsbauten auch unter der Erde

Alanus-Hochschule bot Einblicke in die Arbeit der Studenten – Zeitgeist spielt mit

Von NNA-Korrespondetin Edith Willer-Kurtz

ALFTER (NNA). Am Ende des Trimsters bot die Alanus Hochschule auch in diesem Frühjahr wieder mit der Veranstaltung „Im Blickfeld“ weitreichende Einblicke in ihre Arbeit. Gezeigt wurde, was in den letzten Monaten erarbeitet wurde, Ergebnisse nach der Auseinandersetzung, Reflektionen, und eigene kreative Statements zum Trimesterthema. Ateliers, Werkstätten, Säle, Höfe waren allgemein zugänglich.

«Gesundheitsbauten» nennen Studenten beispielsweise ihre städtebaulichen und architektonischen Studienarbeiten für Klinikneubauten in Neuss bei Düsseldorf. Als dritte Haut nach der ersten: der Haut, der zweiten: der Kleidung deuten die Studierenden Gebäude in diesem Projekt. Da findet man in den Plänen die Auffassung, dass jeder Gesundende im Park sein Retreat ohne Strom nutzt, weil er den Strom für seine Selbstfindung nicht braucht. Im sozialen Zentrum jedoch entsteht Geselligkeit und Versorgung. In einem anderen Entwurf würden die „Patienten“ ins Erdreich unter die Grasdecke gehen zu dem in die Erde zu bauenden „Gesundheitsbau“.

Bei der Dauerperformance im Innenhof, übertragen von vier Kameras im Internet werden aus Holzstangen Gebilde permanent weiter geformt. Skulpturen begegnen dem Besucher an Mauervorsprüngen oder Treppenstufen, zum Beispiel: „Primitive Figurengruppen“ aus abgebrannten Streichhölzern. In den Werkstätten stehen auf Sockeln technisch oder organisch anmutende Gebilde aus Stein oder Holz oder Stahl. In einer Werkstatt kann der Besucher zwischen lebensgroßen Akten aus Ton gearbeitet wandeln und dabei eigenen Empfindungen nachsinnen.

Der Besucher ist mal fraglos ergriffen, mal unverständig vor dem Werk, zum Beispiel dem mit Hackfleisch ausgekleideten Kühlschrank. „Fleisch, Pieta, Verwundung“ waren Thema und fanden so die vom Studierenden gewählte Aussage. Das Patientenhemd «Lazarus» ist aus Salami genäht - ein Gemälde, welches eine alte Frau kurz vor dem letzten Atemzug beeindruckend gemalt zeigt ist dem Gegenüber, einem so genannten Diptichon von der Studentin Nina Klauke.

In der Eurythmie waren Studierende im Trimester Fragen nachgegangen: „Wie viele Möglichkeiten gibt es, einen Bewegungsimpuls mit verschiedenen Körperteilen, auf verschiedenen Ebenen im Raum ausdrücken“. Mit der Feststellung: „Der Körper ist das Instrument eines jeden Menschen“ brachten sie dementsprechend zur Aufführung: „Unterwegs … wir halten Sie auf dem Laufenden“ mit Werken von Schönberg, Mozart und Lachenmann.

Während der Tage der offenen Türe kam es zu mehreren Aufführungen ßenischer Arbeiten der Schauspielstudenten. Gespräche vor dem Hintergrund des neuen BWL Studiengangs tragen die Überschrift: „Wie lernt man Wirtschaft neu denken.“ Führungen durch die Ausstellungen verdeutlichten dem Besucher die einzelnen Werke. Studenten konnten gegenseitig Näheres von den Studienarbeiten kennen lernen und dem interessierten Besucher wird manches bereichern, anderes wird einem herausfordern nachzuvollziehen, wie es zu dem einen oder anderen Ergebnis kam. Erlaubt ist heute vieles. Einschränkungen sind da nicht zu suchen. Der Zeitgeist spielt mit. Die Individuen auf den Johannishof präsentierten Vielfalt, ihre Kunst.

Eine Versteigerung studentischer Werke: Skulpturen, Plastiken, Bilder und Zeichnungen war auch diesmal eingeplant.

Weitere Infos: www.alanus.edu

END/NNA/wil

Bericht-Nr.: 070516-02DE Datum: 16. Mai 2007

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Neue Architektur-Professoren an der Alanus Hochschule

ALFTER (NNA). Zwei neuen Professoren hat Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule im April die Ernennungsurkunden überreicht. Beide werden im Fachbereich Architektur und Stadtplanung lehren und forschen. Swen Geiss übernimmt das Lehrgebiet „Entwurfslehre für ressourcenoptimiertes Planen und Bauen“, Marek Novak tritt eine Professur für „Konstruktives Entwerfen“ an.

Fachbereichskoordinator Nikolaus von Kaisenberg unterstrich die Kompetenz der neuen Professoren. Beide seien erfahrene Architekten, die als Generalisten darin geübt seien, Teilaspekte des Bauens in ein künstlerisches Gesamtkonzept zu integrieren. Der Fachbereich könne durch die Berufungen „sein Profil noch einmal schärfen“. Dies sei insbesondere wichtig vor dem Hintergrund der geplanten neuen Studiengänge. Ein vierjähriger Bachelorstudiengang „Mensch und Architektur“ sowie ein Master mit den Schwerpunkten „Entwurf und Planung“ und „Projektentwicklung und Steuerung“ sollen zum Herbstsemester in Alfter starten. Sozialintegratives und energieeffizientes Bauen spielen in allen Studienangeboten des Fachbereichs eine wichtige Rolle. „Wir wollen unsere Studenten schulen, Lebenßusammenhänge erkennen und gestalten zu lernen“, so von Kaisenberg.

Swen Geiss wurde 1967 in Solingen geboren, er studierte Architektur an der TU Darmstadt und der RWTH Aachen, wo er 1996 mit dem Diplom abschloss und in der Folge bis zum Jahr 2000 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Niedrigenergie und Solares Bauen tätig war. An der Bergischen Universität Wuppertal war er anschließend im Lehrgebiet Ökologisches Bauen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. 2003 hat er gemeinsam mit einer Partnerin das Architekturbüro team 51.5° in Wuppertal und London gegründet. Parallel zur freiberuflichen Tätigkeit ist er seit 2003 Unit Leiter für Städtebau und Wohnen an der University of Greenwich und seit 2004 Senior Lecturer für Energie und Umwelt an der University of East London.

Marek Novak, geboren 1961 in Polanica Zdroj (Polen), hat Architektur in Polen und an der RWTH Aachen studiert. Dort war er auch von 1997 bis 2003 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Stadtbereichsplanung und Werklehre beschäftigt. Parallel arbeitet er seit seinem Diplomabschluss 1994 im Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) in Aachen, wo er Leiter des Entwurfsteams ist. Er hat eine Vielzahl von Projekten im In- und Ausland entworfen und geleitet, darunter Messehallen und Museen, Fußballstadien und Sportkomplexe wie den Sportkomplex Foshan in China, das Fußballstadion des FC Moskau und den Omnisport Complex Douera in Algier. Zu seinen Projekten zählte auch das RheinEnergieStadion des 1. FC Köln, das 2004 fertig gestellt wurde.

NNA/end/ung

Bericht-Nr.: 070516-03DE Datum: 16. Mai 2007

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Honig als Essenz der Sonnenstrahlen

Symposion auf Schloss Moyland in Kreis Kleve widmete sich der Botschaft der Materialien im Werk von Joseph Beuys – Forschungsprojekt an der Uni Hamburg

Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

KLEVE (NNA). „Joseph Beuys - Die Materialien und ihre Botschaft, war das Thema eines Symposions, das im März auf Schloss Moyland im Kreis Kleve stattfand. Es stand am Ende einer gleichnamigen Ausstellung. Schloss Moyland, ein Gebäude im neugotischen Stil, liegt im Nordwesten von Nordhrein-Westfalen. Die ehemalige Privatsammlung der Brüder van der Grinten beherbergt eine Vielzahl von Werken von Beuys und anderen Exponaten aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Eingeladen zum Symposion hatte die Kustodin der Ausstellung, Barbara Strieder in Kooperation mit dem Archiv zur Erforschung der Materialikonographie am kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg. Ein Forschungsprojekt widmet sich der Bedeutung des Materials gegenüber der Form im Sinne einer historisch argumentierenden Materialikonographie.

Dreizehn Referenten stellten zentrale Aspekte einzelner Materialien vor und wollten gemeinsam neue Erkenntnisse entwickeln. Inwieweit werden unter Wahrung der Eigenart des Materials Ideen zur Plastischen Theorie durch die Anschauung tatsächlich eingelöst? Welche Rolle spielt für die Rezeption der Werke die Diskrepanz zwischen den realen physikalischen Qualitäten der Materie und ihren Alltagsbedeutungen einerseits und einem über theoretische Überlegungen übermittelten Bedeutungsgeflecht andererseits? hieß es dazu in der Einladung. Fett, Honig, Gold, Blut, Erde, Farbe, Stein, Kupfer, Schwefel, Organisches wie Knochen, Haare, Fell und Schokolade waren die zu erforschenden Materialien.

Anfang der 60erJahre hatte Beuys als Künstler die zeitgenössischen Materialien weltweit überschritten, er wollte, dass sich der Betrachter damit auseinandersetzt. Beim Erarbeiten der Thematik wurde eines immer deutlicher: die Materialien können bei Beuys nicht betrachtet werden ohne sein Denken, Fühlen und Handeln. Beuys war sich der Verwendung und Charakteristik von Materialien sehr wohl bewusst, mit allen Sinnen hatte er Ausschau gehalten nach geeigneten Materialien.

Er nutzte sie auch als Katalysator, um den Betrachter zu stimulieren und vertrat die Ansicht, Material übertrage die Energie auf den Betrachter, führte Referent Wolfgang Zumdick aus, der zahlreiche Schriften zur Philosophiegeschichte und zur Kunst und Philosophie des 20. Jahrhunderts veröffentlichte. Zum Beispiel galt Honig nicht nur als nährendes Lebensmittel, dahinter stünden bei Beuys elementare soziale Zusammenhänge des Bienestaates. Honig als Stoff, als Essenz der Sonnenstrahlen. Bei der Sozialen Skulptur sei die Idee in das Material gekommen. Sind die Dinge gedacht, so folgten sie den tranßendenten Spuren des Daseins. Begegnen wir der Materie wie Pflanze, Stein oder Stern, so sei das ein Teil des Menschen selbst, etwas nach außen Gestülptes machte Zumdick verständlich.

Eva Huber, deren besonderes Interesse der neueren Kunstgeschichte, wie sie zum Beispiel in der Konzeptkunst formuliert wird gilt, referierte über Umgang mit Fett. Fett gilt bei Beuys als Teil des Lebendigen, als elementare Grundlage des Lebens, aber auch als verfügbares, leicht formbares Material. Fett hat nach ihren Darstellungen aber nicht nur ein Wärme tragendes Prinzip, auch ein therapeutisches Wirken, ein polar dem anderen gegenüberstehendes. Das wärmeempfindliche Fett durchdringe andere Stoffe, da komme es zur Transformation, dabei seien Daseinsformen materialisiert von einem zum anderen Aggregatßustand. Fett liefere Energie, bewirke innerkörperliche Transformationsprozesse, das stehe bei Beuys nicht zuletzt für die Fähigkeit, mit seiner eigenen geistigen Wärme Verwandlungsprozesse in Gang zu setzen.

Wenn eine Raumecke abgerundet werden sollte, um Aktionsraum zu gestalten, wurden mit Margarine Raum-Linien gezogen. Fett wurde auch räumlich, architektonisch eingesetzt, andererseits skulptural, wenn Beuys Keile mit seinen Körperscharnieren, Achseln und Knien bearbeitete, gab sie als Beispiele an.

Farbe im Werk von Beuys wurde von Klaus D.  Pohl, Kustos am hessischen Landesmuseum Darmstadt referiert. Beuys sei kein Maler, Werke mit Farbe nehmen bei ihm einen nicht übermäßig großen Wert ein. Er präsentiere Farben in unterschiedlichen Zuständen. Pigmente und Tuben als ungenutzte Gegenstände in Objekte eingebunden, Papiertüten und anderes mehr. „Die von ihm „Braunkreuzfarbe“ genannte rotbraune Fußbodenfarbe, die erst seit der zweiten Hälfte der 50er Jahre häufig eingesetzte Farbe habe durch ihre Dickflüssigkeit einen sehr stofflichen, plastischen Charakter, erinnere unter anderem an Blut und an Erde. Gleichzeitig sollte diese eigentlich anspruchsvolle Farbe im Menschen reiche Gegenbilder hervorrufen“.

Farbe taucht auch auf in Schwefel, meist gelb und kristallin. Es wurde von Beuys als „das Brennende, das Flüchtige, das Greifbare“ charakterisiert. Im Menschen finde sie Entsprechung in Spiritus (Geist) und Anima (Seele) und Corpus (Leib). Er verwendete Schwefel meist als Pulver, mit Bindemittel versetzt auf Metall oder Papier aufgetragen.

Das Material Filz, archaisch Haare in chaotischer Struktur ist auch formbar. Filz findet Ausdruck in bestimmten Arbeiten als Filzlappen, als Filzblock, als Filzbild und als gezeichnete Filzstapel. Die Filzeigenschaften sind thermisch und akustisch isolierend, auch isolierend von der „äußeren Welt“. Seine Farbe grau beinhalte oft ein Gemisch aus vielen Farben und könne die Phantasie der Menschen hervorrufen. Der chaotischen Struktur von Filz gab Beuys durch Bearbeitung eine äußere Form. Da wurde bei einer seiner Aktionen ein Raum ganz mit Filz ausgekleidet und erzeugte eine Atmosphäre der Stille und Konzentration, aber auch der Isolation von äußeren Einflüssen. Dies konnten Aktionsbesucher unmittelbar erleben.

Der Referent Uwe Claus, Mitarbeiter bei Beuys-Aktionen seit 1979, unter anderem bei „Basaltsäulen für 7000 Eichen“, schilderte vom „Erdhaufen“, einmal den vom Menschen bewohnten Erdkörper und wie Beuys es nannte, „die Erdkultur“, die er als „geistiges Fahrzeug“ entwarf, das zur vollständigen Transformation führe - zum Wärmewesen, zum Sonnenstaat. In Humus, Erde konnten die Symposions-Teilnehmer Prozesshaftes deutlich nachvollziehen. Der in New York präsentierte Komposthaufen war eine „Wärmeplastik“ par excellence.

In der Abschlussdiskussion wurde deutlich, dass Sprache den Materialien gleichgesetzt werden könne. Schrift und Wort fordern eine weiterreichende Forschung. In den künstlerischen Aktionen waren sie als Botschaft vertreten und fordern noch heute Verstehen. So klang zum Abschluss ein Thema an, das durchaus ein weiteres Tagungsthema werden könnte.

Beuys wäre es sicher wichtig, die reine Wissenschaft war nie sein Ziel. Der Mensch, der Prozess, Wärme im sozialen Leben waren ihm wichtig. Die irdische und geistige Welt durchlebte er, die Zukunft stand vor ihm als Vision.

Im Herbst soll ein Band über die Tagung publiziert werden.

END/NNA/wil

Link: www.moyland.de, info@moyland.de

Bericht-Nr.: 070516-01DE Datum: 16. Mai 2007

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