. . . Nachrichten für eine andere Welt
|
Suche Nachrichtenarchiv |
NNA ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft. |
Ex-Pin-Up-Mädchen als Botschafterin der Waldorfpädagogik
Von Christian von Arnim LONDON (NNA). Die Waldorfschulen in Großbritannien bekamen einen Hauch von Berühmtheit ab, als vor einigen Wochen das frühere Pin-Up-Mädchen Melinda Messenger im Frühstücksfernsehen erklärte, wie sie Waldorfmutter geworden ist und warum sie ihre Kinder auf die Waldorfschule schickt. Sie habe begonnen sich zu überlegen, ob es Alternativen gibt, sagte sie, als ihr Sohn mit knapp fünf Jahren in die Grundschule gegangen sei. Sie habe das Gefühl gehabt, dass er dort nicht das bekomme, was er brauche. Es habe dort zu viel Druck auf das Kind gegeben: „Die Schule war fantastisch, die Lehrer wundervoll, aber ich war damit nicht glücklich. Er kam nach Hause, er kämpfte damit, seinen Bleistift zu halten. Er versuchte, die Buchstaben zu schreiben und das Alphabet zu lernen – aber irgendwas war nicht in Ordnung,“ schilderte sie in der Show This Morning auf ITV zu bester Sendezeit dem frühstückenden Publikum. Als sie schon an dem Punkt gewesen sei, eine eigene Schule aufzumachen mit „einer wirklich liebevollen Umgebung, die sich um die Erziehung des Kindes kümmert und nicht darum, was das Bildungssystem von ihm fordert“, entdeckte sie bei ihren Erkundungen der lokalen Schulen die Waldorfpädagogik. „Ich kam an den Ort und es war, als hätte ich die Antwort auf alle meine Träume gefunden, um ehrlich zu sein. Ich habe mich in alles verliebt: in die Ethik, in die ganze Haltung den Kindern gegenüber.“ Als einer der Moderatoren der Show sie mit der Bemerkung herausforderte, dass die Waldorfschule doch viel später mit dem Lesen- und Schreibenlernen anfing als es im traditionellen britischen Schulwesen üblich sei, trat Melinda Messenger leidenschaftlich und überzeugt dafür ein, die Kinder erst dann mit den Lernen von Buchstaben und Zahlen zu konfrontieren, wenn sie auch tatsächlich dafür bereit sind. „Was macht es denn wirklich aus, wenn man mal an uns Erwachsene denkt, ob man jetzt zwei Jahre früher oder später lesen lernt. Aber wenn Sie wüssten, dass es alle Differenz der Welt bedeutet, dem Kind zu erlauben, diese zwei Jahre noch für seine körperliche Entwicklung zu nutzen und dadurch wirklich eine solide Grundlage für alles Weitere zu legen – würden Sie nicht auch meinen, dass diese zwei Jahre es wert sind?“ Wenn man Waldorfschüler am Ende ihrer Schullaufbahn anschaue, „findet man überwiegend sehr runde Individuen, die einem schon über dem Durchschnitt erscheinen. Sie sind alles andere als zurückgeblieben.“ Vom Wissenstand her gesehen kämen sie genauso gut zurecht wie die anderen Schüler, wenn nicht sogar besser. „Es ist schon erstaunlich, auf welchem Niveau sich die Schule bewegt.“ „Was den Kindern auf der Waldorfschule gegeben wird, ist so besonders und wertvoll, dass sie davon etwas für den Rest ihres Lebens haben,“ fügte Melinda Messenger hinzu. Der Lehrplan der Waldorfschule geht von einer Erziehungsphilosophie aus, die Wert lege auf eine ganzheitliche Entwicklung des Kindes und bezieht die spirituelle, körperliche und moralische Verfassung genauso ein wie die notwendigen Wissensfortschritte. Ein starkes Schwergewicht liege auf sozialer Kompetenz und der Entwicklung von Fähigkeiten, die dem Rechnen und Schreiben vorhergehen. Das strikte Lernen beginne später und es geschehe in einer sehr kreativen und künstlerischen Umgebung, erläutert die Steiner-Waldorf-Schul-Vereinigung, die die Waldorfschulen in Großbritannien vertritt, auf ihrer Website. „Was ist das Wichtigste? Es ist doch, dass unsere Kinder erzogen werden in einer Weise, die gesund und richtig für sie ist - nicht die Statistiken, Lehrpläne oder Quoten,“ so kann man auch zusammenfassen, was Melinda Messenger zur Waldorfschule geführt hat. „Es war eine Herausforderung für uns und wir mussten unsere Vorurteile überwinden, und ein bisschen waren besorgt und ängstlich – aber jetzt bin ich froh, dass wir es so entschieden haben.“ Melinda Messenger wurde in ihrer Jugend 1997 als Pin-Up-Mädchen in der millionenschweren Boulevardpresse berühmt. Seitdem hat sie Karriere als Fernsehmoderatorin gemacht und spielt in Filmen und Theaterstücken. Sie versteht sich als Anwältin der Kinderrechte und unterstützt eine Reihe von wohltätigen Initiativen wie Action Aid, Barnados und die Aktion „Durchbruch bei Brustkrebs.“ Im vergangenen Herbst war sie als Botschafterin von Action Aid in Malawi unterwegs und besuchte Projekte, die Aids-Waisen helfen. End/nna/cva/ung Link: www.steinerwaldorf.org.uk Bericht-Nr.: 070625-01DE Datum: 25. Juni 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
|
|
Nachrichtenarchiv
|
|||||||||||||||