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Wort und Ton als Impuls zur Heilung der ErdeInitiative „Musik für die Erde“ lud zu Konzert und Vorträgen zum Thema Klimawandel nach Stuttgart – Individuelle Verantwortung betont Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz STUTTGART (NNA). Stichwort „Musik für die Erde“: durch die Verbindung von Musik und informativen Vorträgen soll das brennendste Problem unserer Gegenwart - die Erhaltung und Heilung der Erde den Mitmenschen ins Bewusstsein gerufen werden. Dies ist das Ziel des 2005 gegründeten, gemeinnützigen Verein gleichen Namens. Rund 50 Personen folgten in der Johannizeit in Stuttgart dem Aufruf zu einem solchen informativen Konzerttag, der den Teilnehmenden vor allem „Kraft zum Handeln!“ vermitteln wollte. „Mit guten Beispielen voraus“ sprach der Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen, Boris Palmer, über die individuelle Verantwortung, wie die größere Katastrophe durch schnellsten Abbau der Verschwendung von Energie durch eigenes Handeln gewandelt werden könne. Palmer zählte aus seinem Wirkkreis auf, er ließ Blockkraftwerke, die wenig Energieverlust in gut gebauten, kurzen Heizungsleitungen haben, errichten, Windkraftwerke erstellen. Er hatte das Abschalten von Stand-by Schaltungen im Amt eingeführt, denn eine geringe Ausgabe eines abschaltbaren Mehrfachsteckers sei schnell amortisiert und weitere Energieverschwendung gestoppt. Ausschlaggebend dafür war für ihn die Meldung, dass alle Stand-by Geräte zusammen einen Stromverbrauch haben, der gerechnet von zwei Atomkraftwerken erzeugt werden muss. Palmer fährt Fahrrad, wenn er nicht zu Fuß unterwegs ist, Zug oder ein Hybrid-Auto. Klare Rechnungen zum Energieverbrauch beim Autofahren verdeutlichten seine Überzeugung. Der Energieaufwand - nur die Fortbewegung gemessen -, zeige prozentual, wie wenig von hundert Prozent Energie zur Beförderung der 100 Kilo schweren Person aufgewendet werden: etwa zwei Prozent. Der Rest bewege die im Durchschnitt 1,5 Tonnen schweren Autos. Palmer zitierte auch die alarmierenden Berichte aus dem Film von Al Gore. Die Energiesparlampen seien bei den Einen der Anfang, der andere ist vielleicht tierlieb und wolle verhindern, dass die Eisbären in Grönland ihren Lebensraum verlören bei der Klimærwärmung, und fliege nicht mehr. „Jeder muss was tun, eben nicht mehr verschwenden“. Die technischen Möglichkeiten wären heute gegeben, sie müssen auch angewendet werden und Deutschland könne wieder ein Vorbildland werden mit stärkerer Beachtung nachwachsender Rohstoffverwendung, ökologischer Lebensmittel, baubiologischem Bauen, dem Einsatz von Energiesparlampen, dem Zug-Fahren, Hybrid-Autos und vielem mehr. Den Chinesen mit ihrem wachsenden hohen CO2- Austoß sollten wir Deutsche erst bei eigenen niedrigeren pro Kopf-Werten Nachahmung empfehlen. Die Frage aus dem Publikum nach der Motivation zum Handeln wurde im Gespräch diagonal gesehen, die Argumente reichten von: „Wenn ich rechne und spare mache ich mit“ über „der Mensch brauche eine finanziellen Anreiz“ bis hin zu Schilderungen von eigenem Handeln und dem dazugehörigen Freude und auch Stolz, einer der frühen „Klimawandler“ zu sein . Musikalische Ein- und Ausleitung der einzelnen Sequenzen wurde umtönt auf musikalisch sensibel gespielter Querflöte von Kathrin Beddig. Die Töne der Improvisationen konnten auch Landschaftsbilder entstehen lassen mit Beruhigtem und Bizarrem. Nicolai Fuchs ,Leiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum in Dornach war ein weiterer Vortragender. Er sah das Wetter als das klimatische Gegenwartsgeschehen und berichtete: nach Darstellungen des Club of Rome und der UNO habe der Mensch in den 70er Jahren all die Fehler begangen, die jetzt ihre Folgen zeitigten, so sei das Problem also „menschengemacht“. Nun müsse es heißen: „Wir müssen uns einsetzen, - ich muss mich einsetzen“. So könnten Veränderung auch ein Kraftpotenzial werden, die Tat selbst mache Kraft. „Am Anfang steht die Tat, dann wird es Gewohnheit, letztlich Charakter“ klang es bei Fuchs wie ein Aufruf. Anders geschaut könne man auch im wiederholten Nachsinnen darüber, was man in der Welt vorhabe, zu seinen vorgeburtlichen Beschlüssen kommen, war sein Motivationsvorschlag aus dem Gedankengut der Anthroposophie. Andreas M. Worel aus Arlesheim zeichnete das Bild der Erde als eines Organismus. Das Ich suche das Erdorganismuswesen auf und nehme war, „welches Wesen wirksam ist in diesen Klimaprozessen“. Wir sollten diesem Wesen gerecht werden, mit ihm kommunizieren, meinte Worel. In Achtsamkeit, - auch wenn man es noch nicht sehe - und das in zukunftsorientierter, offener Weise. So entstehe Licht. Gewahrwerden und Umwandeln, realisieren, was zukünftig sei. Gewahrwerden würde durch das historische Gewissen getragen, so Worel, die Gewissenskraft werde in die Lage kommen standzuhalten, um „die Erde neu zu beginnen“. Die Kraft dafür erwachse aus der Zukunft. Hinzu komme die sozialen Neugestaltung, dabei sensibel zu werden für den Menschen, Haltung statt Macht außuüben. Den Werdenden in dem Anderen suchen und fördern, das bedeute „zukünftig sein“. Den Abschluss und künstlerischen Höhepunkt dieses Umwelttages bildete das Konzert mit dem „Trio Sonaare“ aus Lausanne mit Werken von Beethoven, Bloch und Schostakowitsch. Der Trägerverein „Musik für die Erde“ betrachtet seine Bemühungen als einen Zukunftsimpuls. Im Laufe der letzte Jahre haben sich ein großer Kreis von bekannten Musikern, Orchestern, Ensembles und auch Komponisten mit diesem Impuls verbunden und mit Konzerten einen Beitrag dazu geleistet. Darüber hinaus unterstützt Musik für die Erde mit den Einnahmen aus den verschiedenen Veranstaltungen einzelne Projekte in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft, erklärte Susanne Lin als Organisatorin das Vereinskonzept. „Klimawandeln? Mut zum Handeln!“ wird die nächste Veranstaltung im Oktober sein im Johanneshaus Öschelbronn unter der Schirmherrschaft von Sofia Gubaidulina. NNA/end/wil Link: www.musik-fuer-die-erde.de Bericht-Nr.: 070810-01DE Datum: 10 August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Lebensmittel bei tegut sollen „Leben vermitteln“Supermarktkette unterstützt jetzt Bio-Pflanzenzüchtung durch Spenden und Projekte ECHZELL-BINGENHEIM (NNA). Das Fuldær Handelsunternehmen tegut engagiert sich für die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung. „Die Zukunftsfähigkeit des ökologischen Landbaus hängt wesentlich von der Saatgutfrage ab. Wenn sich die konventionellen Züchtungstechniken weiter so rasant vom Ökolandbau entfernen, wird das gravierende Folgen haben“, erklärte Andreas Swoboda, Mitglied der tegut-Geschäftsleitung, Bereich Qualität und Umwelt. Neben Spenden, die durch den Verkauf von Saatgut-Portionstüten in den tegut- Märkten gesammelt werden, stellt das Unternehmen dem Verein Kultursaat in diesem Jahr zusätzlich 10.000 Euro für die Kohlrabi-Züchtung zur Verfügung. Eine ökologische Pflanzenzüchtung ist vom Samen an die Grundlage für Bio-Gemüse. Die herkömmlichen Züchtungstechniken und die konventionelle Saatgut-Produktion entfernen sich immer mehr von den Prinzipien des ökologischen Landbaus – am Ende dieser Entwicklung steht nach Auffassung des Vereins Kultursaat die Gentechnik. Diese wird von der Mehrheit der Verbraucher abgelehnt, 96 Prozent der tegut Kunden sind gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Organismen. Doch die Pflanzenzüchtung für den ökologischen Landbau steckt noch in den Kinderschuhen. Bisher gibt es nur sehr wenige auf ökologisch bewirtschafteten Flächen gezüchtete Pflanzensorten. Im Gemüsebau sind die Züchter des Vereins Kultursaat e.V. mit ihrer Gemüsezüchtung führend. Bereits 38 Sorten aus der Arbeit konnten beim Bundessortenamt angemeldet werden. tegut hat in seinen Märkten bereits die Kultursaat-Möhrensorte Rodelika verkauft und im Zuge dessen auf das Thema biologisch-dynamische Gemüsezüchtung aufmerksam gemacht. „Als Lebensmittelunternehmen sind wir davon überzeugt, dass die Kultursaat-Idee, Sorten als Kulturgut zu behandeln, für den Ökolandbau insgesamt zukunftsweisend ist. Wir beschäftigen uns ebenso intensiv mit der Frage, wie unsere Lebensmittel Leben vermitteln. Sie tun dies nur, wenn wir sie so erzeugen, dass eben auch noch Leben in ihnen steckt. Gerade hier ist die Frage der Vermehrungsfähigkeit für uns ein wichtiges Indiz für die Qualität von Lebensmitteln“, so Swoboda weiter. „Wir sind für diese Unterstützung sehr dankbar“, so Michæl Fleck, Mitglieder der Geschäftsführung von Kultursaat e.V. Bislang konnte Kultursaat Kohlrabi-Projekte aus finanziellen Gründen nicht im notwendigen Umfang realisieren. Dies sei angesichts der Lage am Saatgutmarkt besonders tragisch: Gerade bei der konventionellen Kohlrabi-Hybridzüchtung komme verstärkt die im ökologischen Landbau unerwünschte Methode der Protoplastenfusion zum Einsatz, die der Gentechnik zugeordnet wird. Die Entwicklung geeigneter samenechter Kohlrabi-Sorten sei daher besonders dringlich. Neu an dieser Art der Zusammenarbeit zwischen der Firma tegut und Kultursaat e.V. ist die projektorientierte Form der Unterstützung. Fleck äußerte daher die Hoffnung, dass tegut die ersten Kohlrabisorten aus Kultursaat-Selektion so begeistern, dass die Zusammenarbeit langfristig ausgebaut werden kann und zudem noch weitere engagierte Unterstützer gefunden werden können. Denn bei anderen Gemüsearten stehe man vor einer ähnlichen Problematik. Eine langfristige Zusammenarbeit sei notwendig, weil Züchtung äußerst zeitaufwendig ist. Die Sortenrechte der neu gezüchteten Kultursaat-Sorten liegen bei dem gemeinnützigen Verein; die Züchtungsarbeit wird derzeit zum weitaus größten Teil aus Spendengeldern und sowie in geringem Umfang aus Projektförderungen der öffentlichen Hand unterstützt. Durch diese marktunabhängige Finanzierung und den gemeinnützigen Ansatz wird sichergestellt, dass „Sorten als Kulturgut“ erhalten bleiben und nicht kurzfristigen und einseitigen Profitinteressen zum Opfer fallen. NNA/end/ung Link: www.kultursaat.org Bericht-Nr.: 070810-02DE Datum: 10. August 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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