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Tue, 04 Sep 2007

Farmer John: Träume werden wahr!

Film über amerikanischen Bio-Landwirt läuft in Deutschland an – Außeichnung mit der „Goldenen Schnecke“ bei italienischem Festival – Peterson selbst anwesend

Im September kommt in Deutschland der Film „Mit Mistgabel und Federboa – Farmer John“ in die Kinos, ein Dokumentarfilm, der das Leben des amerikanischen Pioniers der bio-dynmaishen Landwirtschaft John Peterson mit allen „down und up“-Stationen zeigt. NNA-Korrespondetin Edith-Willer-Kurtz hat sich den Film vorab angeschaut.

BERLIN/HAMBURG (NNA). Ist das ein Film für die Landbevölkerung? Nein, und wenn doch, so mit dem Impuls, neue Wege in Gemeinschaft mit dem Verbraucher zu gehen.

Ist das ein Film für junge Menschen? Die an Biographischem das Leben anschauen können wie es verläuft zwischen Tradition und Familienbindung, die Stützen und Werte vermitteln – auch wenn mal was stört davon? Ebenfalls richtig – aber die Hauptaussage des Films bleibt: es gilt, die eigenen Wege zu finden und zu gehen.

Kinobesucher können im Film „Mit Mistgabel und Federboa“ die Bestimmung von lebensbejahender Verantwortung - in Gemeinschaft getragen - erleben und wie sie für viele zum positiven Erfolg wird. Und Farmer John ist alles andere als ein Guru. Er strauchelt, wird missverstanden, angefeindet, geht seinen Neigungen nach, hat Sorgen und Krisen und endet vorübergehend im Ruin.

Nach all seinen mit Problem behafteten Wanderungen beobachtet er schließlich auf Reisen im Süden der USA Bauern in der Landwirtschaft bei der Handarbeit. Ein Mann in der Ferne winkt ihm zu, erinnert ihn an seinen Onkel, der noch mit den Pferden den Acker pflügte und er fühlt: seine Farm ruft ihn zurück. Das treibt ihn wieder in die richtige Richtung. Er will wieder Wachstum der Pflanzen sehen, er liebt es, die Erde zu riechen - aber ohne Chemikalien. So lernt er die Wirkungsweisen der biodynamischen Landwirtschaft nach Rudolf Steiner und „heilt danach sein Feld“ mit einer Vielzahl an Pflanzen, Gemüse, Blumen, Obst, Tieren und Mikroben. Farmer John empfindet dies als einen großen Tribut an die Zukunft.

Dass aus der Großstadt im rechten Augenblick eine Anfrage wegen Bioprodukten auf ihn zukommt, weil dort keine Bioprodukte in Supermärkten zu finden sind, ist vielleicht Fügung. Nach einer Weile ist John bereit für diese Aufgabe. Und mit dem biologischen Gemüse wächst auch die Anzahl der Mitgliederfamilien des CSA-Projektes. Sie geben Geld im voraus für die Bewirtschaftung und erhalten jede Woche ein Paket Bio-Gemüse dafür. Die Konsumenten schätzen die Verbindung zur Quelle ihrer Lebensmittel, das Unternehmen mit biologischem Gemüseanbau entwickelt sich mit den aus Überzeugung arbeitenden Mitarbeitern, der Boden gibt seine Energie für das Wachstum bunter Gemüsesorten, wird aber auch ausgelaugt.

Wieder gilt es neue Lösungen zu finden. Ist das zu schaffen?

Der Film über Farmer John ist eine Geschichte über viele Herausforderungen und unerwartete Lösungen auf dem Weg von Tradition. Er zeigt jugendliche Schritte durch die Welt, zeigt Schaffen, Scheitern und das Finden von neuen Impulsen. Sie bekommen Tragfähigkeit, weil nicht der einzelne kämpft, sondern die Landwirtschaftsgemeinschaft lebt. Nicht diktatorisch wird sie geführt, sondern jeder trägt Verantwortung einem Ganzen gegenüber.

Der Film vermittelt ehrlich viel Ehrliches aus Farmer Johns Leben, seine „Liebe zu Stahl, wenn es sich durch die Erde bewegt, oder „den Rhythmus beim Melken“, aber auch die Liebe zum Ausdruck freiheitlicher künstlerischer Aspekte und Ausdrucksweisen, die Federboa ist hier nur ein Beispiel. Gelungene Schnitte aus altem Filmmaterial wechseln sich ab mit Erzählungen und neuen filmischen Szenen.

Der Film wurde mit zahlreichen Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet und gewann unter anderem die renommierte „Goldene Schnecke“ beim Slow Food Filmfestival 2006 in Italien. Zudem lief der Film in der Reihe Kulinarisches Kino der Bienale 2007 als Eröffnungsfilm dieser Reihe. In 15 deutschen Städten wird Farmer John beim Filmstart persönlich anwesend sein und kann in Talkrunden zu seiner Lebensgeschichte befragt werden.

Die Tourneetermine sind in Deutschland: Berlin (Sa, 08.09.), Hamburg (So, 09.09.), Kassel (Mo, 10.09.), Frankfurt/Main (Di, 11.09.), Bonn (Mi, 12.09.), Kaiserslautern (Do, 13.09.), Konstanz (Fr, 14.09.), Lindau (Sa, 15.09., Nur Festivalauftritt von Lesley Littlefield - kein Talk, Filmscreening), Nürnberg (So, 16.09.), Dresden (Mo, 17.09.), München (Di, 18.09.), Zürich (Schweiz - Do, 20.09.), Basel (Schweiz, Fr, 21.09.), Freiburg (Sa, 22.09.), Stuttgart (So, 23.09.).

In Österreich wird der Film mit Farmer am Mittwoch, den 19.09. in Wien zu sehen sein.

End/NNA/wil

Link: www.farmer-john-film.de.

Bericht-Nr.: 070904-01DE Datum: 4 September 2007

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