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SEKEM weitet Anbau von Bio-Baumwolle weiter aus
DARMSTADT (NNA). Die ägyptische bio-dynamische Farm SEKEM hat ihren Anbau von Bio-Baumwolle erheblich ausgeweitet, da der internationale Markt verstärkt nach ägyptischer Bio-Baumwolle fragt. Dies teilte die Pressestelle des Demeterbundes jetzt mit. Für den laufenden Anbau konnten 375 Feddan – das sind etwa 180 Hektar - umgestellt werden. Die erwartete Erntemenge wird sich dadurch um 150 Tonnen steigern. Bisher verkauft SEKEM jährlich 250 Tonnen Bio-Baumwelle. Mit den Schweizer Unternehmen Paul Reinhart AG und der Herrmann Bühler AG wurde eine langfristige Partnerschaft die Vermarktung der Ernte vereinbart. Für diese Kunden sei hauptsächlich die extra langstapelige Baumwolle interessant, aus der besonders feine, hochwertige Garne gesponnen werden, schreibt die Demeter-Pressestelle. In der eigenen Textilfirma von SEKEM, Naturetex, werden auch andere Sorten genutzt, die z.B. für die weiche Jerseyqualität von Babywäsche besonders passend sind. Die unterschiedlichen Baumwollsorten werden in Ägypten in verschiedenen Regionen angebaut, so dass durch die neue Vermarktung nun auch 20 Bauern aus anderen Gebieten ihre Baumwolle für SEKEM anbauen können. Für die kommenden Jahre ist ein weiteres Wachstum der SEKEM-Flächen geplant, um die geplanten Verkaufßiele von Naturetex erreichen zu können. Durchschnittlich sollen jährlich 50 Prozent Wachstum erreicht werden. Die Ausbreitung der biologisch-dynamischen Landwirtschaft in Ägypten ist eines der wichtigsten Ziele der SEKEm-Initiative, die von Dr. Ibrahim Abouleish, dem Träger des Alternativen Nobelpreises, gegründet wurde. Immer mehr Bauern werden in das Netzwerk eingebunden. Sie können dann an den Fortbildungsmaßnahmen der EBDA (Egyptian Bio-Dynamic Association) teilhaben, erhalten langfristige Anbauverträge mit den SEKEM-Firmen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und für eine neue Ackerbaukultur in Ägypten. Die EBDA hatte mit Beginn der Anbausaison im April ihre Trainingsaktivitäten ganz erheblich verstärkt. Jede Woche finden Fortbildungstreffen in den verschiedenen Gebieten statt. Themen sind allgemein die Umstellung auf Biolandbau, die administrativen Anforderungen für die Zertifizierung, außerdem die speziellen Methoden zur Schädlingsbekämpfung beim Anbau der Bio-Baumwolle und die Maßnahmen für Aufbau und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Die Trainingsangebote werden nach Angaben von Demeter gerne angenommen und mit weiteren Fachleuten auch auf den Feldern der einzelnen Bauern während der Saison fortgesetzt. Ermöglicht wurde die intensive Schulung auch durch eine Unterstützung des Hand-in-Hand-Fonds der deutschen Bio-Firma Rapunzel, der von der Deutschen Umwelthilfe verwaltet wird. Rapunzel unterstützt mit den Geldern aus dem Verkauf von Hand-in-Hand-Produkten bevorzugt Projekte in den Herkunftsländern, aus denen die fair gehandelten Rohstoffe bezogen werden. End/nna/ung Bericht-Nr.: 071022-03DE Datum: 22. Oktober 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Was ist ein nachhaltiger Lebensstil?Lebensreformtage in Darmstadt befassten sich mit einer Neuinterpretation alter Ideale – Klimawandel auch durch Verbreitung von radioaktiven Elementen? DARMSTADT (NNA). Lebensreform entsteht aus einer Mangelerfahrung. „Glückliche Menschen suchen nicht nach einer Lebensreform, sie leben sie einfach“. Diese These vertrat Prof. Bernd Gerken bei den Lebensreformtagen, die Anfang Oktober zum ersten Mal in Darmstadt stattfanden. Veranstalter war der Verein „Frida Rhein-Main e.V.“, ein Verein, der Seminare zum Thema Naturerleben, Gesundheit und Ernährung durchführt. Mit der Tagung sollten die Ideen der Lebensreform neu interpretiert und umgesetzt werden und zwar gerade in Darmstadt, einer Stadt, die in ihrer Blütezeit durch die Lebensreformbewegung stark geprägt worden ist. Rund 150 Personen nahmen an der Tagung teil, vertreten waren alle Altersgruppen von ganz jungen bis hin zu älteren Menschen. Verschiedene Aspekte eines zeitgemäßen und nachhaltigen Lebensstils wurden vorgestellt und diskutiert. Lebensumstände wie Hektik und Lärm in den Ballungsgebieten, Stress in der Berufswelt, unbefriedigende soziale Kontakte und fehlende ethische Grundlagen, ungesunde Ernährung und ein Freizeitverhalten, das durch die Ablenkungen von Konsum- und Freizeitindustrie dominiert sei, veranlasse immer mehr Menschen zu einer Suche nach einer grundlegenden Neuorientierung, heißt es dazu auf der Website der Veranstalter. Ob Permakultur und einfaches Leben eine Lösungsmöglichkeit der beschriebenen Problematik darstellen, untersuchte Prof. Bernd Gerken in seinem Vortrag. Der 58jährige, der Chemie, Biologie, Forstwirtschaft und Geologie studiert hat, ist Professor für Tierökologie in Freiburg. Seit 2006 lebt er mit seiner Familie im Aletenjo im Süden Portugals. Er arbeitet gemeinsam mit seiner Familie am Projekt „Haliotis – Zentrum für Ökologie und Gesundheit“ (Kinder der Zukunft), einem Familien- und Weiterbildungßentrum. Unter Permakultur versteht man die Entwicklung und Anwendung von ethisch basierten Leitsätzen und Prinzipien zur Planung, Gestaltung und Erhaltung zukunftsfähiger Lebensräume. Die Lebensreform erfasse jeden naturgesetzlich, betonte Gerken, gleich wo er sich gerade befinde. Auslösend könne die Erkenntnis sein, dass das Leben jederzeit beendet sein kann und Momente nie nachgeholt werden können. Für Gerken ist die Umweltproblematik ein Ausdruck der Innenweltproblematik. Er setzt sich für die Erhaltung jeder Tier- und Pflanzenart ein. Daher sammelt er mit seinen Kindern Kerne und steckt diese in die Erde. Seine Kinder beschult er übrigens selbst, weil er sie nicht in fremde Hände geben möchte und der Auffassung ist, dass Lernen seinen Ausgang bei der Natur nehmen solle. Gerken hat einen genauen Zeitplan, nachdem er die Arbeit einteilt. Er verbringt den ganzen Tag in seinem Permakultur-Garten. Diese persönliche Präsenz führt zu einem „Agreement“ mit den Schädlingen. So hätten die Hasen, die seine Bäume annagten, verstanden, dass sie dies nicht dürfen. Mit Permakultur - so seine These - werde Landarbeit zum geistigen und körperlichen Training. Der Mensch sei zu keiner Zeit ein Fremdkörper im System. Seine Erfahrungen gibt er gerne weiter, in Portugal empfängt er oft Gäste, denen er die Grundlagen der Permakultur nahebringt. Auch die Nahrung wurde angesprochen mit dem Satz „Du bist was du isst.“ Gerken selbst isst nur Rohkost und kein Fleisch, denn „Dein Essen formt dich, deinen Körper, deine Wahrnehmung, dein selbst.“ In Portugal entdeckt er immer neue essbare Pflanzen, Erdbeerblätter. Permakultur bedeutet für ihn eine bewusste meditative Einstellung. Diese lebt Gerken z. B. beim Heckenflechten aus. „Dein Garten erzählt von dir“, sagte er. Der Garten sei ein öko-ethologisches Charakteristikum des Menschen, die Natur zu nutzen. „Unsere Zeit bringt den Lebensfluss in Stauzustände. Diese muss man wieder zum Fließen bringen“, empfahl er den Zuhörern. Allerdings dürfe man die Hoffnung nicht zu hoch setzen, da man sonst enttäuscht werde. Auch er hat ein Auto und einen Computer und hat das Ziel, eine Gärtnerei eröffnen, um Geld zu verdienen. Eine völlig andere Interpretation der Lebensreformideale stellte Heidemarie Schwermer vor – sie ist Psychotherapeutin ohne festen Wohnsitz. Seit elf Jahren lebt sie ohne Geld. Sie verfügt über Netz von Beziehungen, die ihr das Leben ermöglichen. Sie gab damals ihre Praxis, Wohnung und Krankenversicherung auf und gründete einen Tauschring in Dortmund. Sie lebt in Häusern, die sie für Menschen, die verreist sind, hütet. Ihren Beruf übt sie weiterhin aus, aus Freude über die Erfahrungen, die sich dabei macht. Ihr Klienten geben ihr kein Geld, sondern etwas anderes, was sie gerade zum Leben braucht, z. B. Essen, Kleidung oder eine Unterkunft. Schwermer sagt selbst über sich, sie sei keine Missionarin. Sie möchte auch nicht Vorbild für andere sein. „Wenn jemand ohne Geld leben will, dann muss er es selbst wollen und nicht einfach nur nachmachen“, meint sie. Ihre Rente verschenkt sie und den Erlös, den sie aus ihrem ersten Buch erhalten hat, ebenfalls. Das zweite Buch kann kostenlos im Internet gelesen, ausgedruckt und kopiert werden. Den Computer hat sie nur ausgeliehen, das Handy samt Karte geschenkt bekommen. Im Moment reist sie durch ganz Deutschland und hält in jeder Stadt Vorträge. Sie fährt mit geschenkten Fahrkarten oder bei Gruppenfahrscheinen mit. Sie hat den „Gib und Nimm – Verein“ gegründet, dessen Zeichen, die bunte Spirale, sie immer sichtbar an ihrer Kleidung trägt. Das Zeichen besteht aus vier Farben, die für die vier Säulen ihrer Philosophie stehen: die philosophische, die psychologische, die politische und die spirituelle Säule. Die erste Säule stehe für das Denken und Handeln vom Ich zum Ich, die zweite für das Ich zum Du. Die dritte Säule steht für das Denken vom Ich zum Wir und die vierte setzt das Ich in den Kontext des Ganzen. Ihr Zukunftswunsch ist es, dass man Geben und Nehmen nicht mehr unterscheiden kann. Uli Frank vertrat die Auffassung, dass Geld schon seit 400 Jahren die Menschen beherrsche. Es schaffe ein Wertesystem, das man nicht ignorieren könne. Durch die Herrschaft des Geldes entstehe eine ungerechte Verteilung, eine falsche Ökologie, die Koordination stimme nicht genau wie der Sozialcharakter der Gesellschaft . Die Biologin und Publizistin Dagmar Neubronner befasste sich in ihrem Vortrag mit dem Thema Radioaktivität und Klimawandel. Sie erläuterte die bereits 1957 vertretene Auffassung des Amerikaners Walter Russell, radioaktive Elemente, die ihrem natürlichen unterirdischen Vorkommen entzogen und über die Erde verteilt würden, bewirkten eine rasche Aufheizung des Planeten sowie einen fatalen Wassermangel. Jörg Schauberger berichtete vom Lebenswerk seines Großvaters, des österreichischen Försters und Naturforschers Viktor Schauberger (1885 – 1958), der sich gegen Raubbau, Kahlschlagwirtschaft und Monokultur in der modernen Forstwirtschaft gewandt hatte. Götz Schneider, vom Vorstand von „Frida“ (Frisches Darmstadt), erklärte dass die Idee zu den „Lebensreformtagen“ im letzten Jahr entstanden sei. Er könne sich vorstellen, die „Lebensreformtage“ in Zukunft auf der ganzen Welt zu veranstalten. „Wir bieten praktische Hinweise, die jeder anwenden kann“, meinte Henry Nold, der die Veranstaltung initiiert hatte und auch ihr Moderator war. End/nna/hbe/ung Link: www.frida-rm.de, http://de.wikipedia.org/wiki/Permakultur Bericht-Nr.: 071022-02DE Datum: 22 Oktober 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Rosenwingert: ein Weinberg in Bürgerhand25 Personen aus ganz Deutschland investierten in brachliegendes Gelände – Demeter-Weingut stellt Kow-How zur Verfügung – Renate Künast unter den Kunden LANGENLONSHEIM (NNA). Ein besonderer Weinberg ist der Rosenwingert bei Guldental an der Nahe. Nicht nur die Fachleute vom benachbarten Demeter-Weingut im Zwölberich bewirtschaften ihn, sondern auch Freunde des edlen Tropfens, die gar keine Winzer sind. Und vielleicht findet man auch eines Tages die ehemalige Bundesumweltministerin und Bundesabgeordnete Renate Künast unter den Arbeitern im Weinberg: 25 Anleger, darunter auch Künast, haben in das Gelände investiert, damit dort auf 1,5 Hektar der Weinbau wieder aufleben kann. Zur Lese in diesem Jahr kamen die „Investoren“, um persönlich die Trauben „ihrer“ Rebstöcke zu scheiden. Seit 2003 wachsen im Rosenwingert weiße und rote Burgundersorten sowie die Sorte St. Laurent. Die alte Weinbergsanlage lag lange brach und sollte als Bestandteil eines abwechslungsreichen Landschaftsbildes reaktiviert werden. Der Rosenwingert ist eine Einzellage, die von Streuobstwiesen und Wald sowie dem Gelände des Feldbahnmuseums umschlossen ist. Die Betreiber des Geländes suchten einen Winzer und fanden ihn in Hartmut Heintz vom Demeter-Weingut „Im Zwölberich“ im benachbarten Langenlonsheim. „Wir suchten Flächen für Burgundersorten“, erklärt Hartmut Heintz. „Die Lage war interessant für uns. Weil sie eine Einzellage ist, auf der wir eine ökologische Oase bewirtschaften können, ohne zum Beispiel durch den Pilzbefall von Nachbarweinbergen beeinträchtigt zu werden.“ Dazu kam, dass viele Kunden gerne selber einmal Winzer sein wollten ohne zu viel Arbeit und Risiko. Die Idee zum Projekt Rosenwingert war geboren: 25 Familien und Einzelpersonen aus ganz Deutschland erwarben die Beteiligung an den Rebzeilen für eine Dauer von 40 Jahren. Als Dividende erhielten sie zur ersten Ernte 2006 je Stock eine Flasche ihres Weines, ab 2007 erhalten sie je Stock zwei Flaschen. Die Pflege des Weinberges, die Lese und der Ausbau des Weines wird vom Weingut Im Zwölberich vorgenommen. Der Anbau ist biologisch-dynamisch. Auch Bienen werden dort gehalten und seit diesem Sommer gibt es Honig aus dem Rosenwingert. Wer mithelfen will, ist willkommen, betonte Demeterwinzer Hartmut Heintz. Karin Scheewe aus Hamburg zum Beispiel ist mit Begeisterung bei der Lese dabei: „Das ist ein sinnliches Erlebnis. Man genießt den Wein ganz anders, wenn man weiß, wie er entstanden ist“, berichtet sie. End/nna/ung Link: www.zwoelberich.de Bericht-Nr.: 071022-01DE Datum: 22. Oktober 2007 © 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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