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Fri, 02 Nov 2007

Sponsoren für Missbrauchsopfer in Südafrika gesucht

DASSENBERG, West Cape (NNA). Die Camphill Gemeinschaft West Coast in Südafrika kümmert sich jetzt auch um junge Leute, die nicht in ihren Dörfern bleiben konnten, weil sie Missbrauch und Vernachlässigung ausgesetzt waren. Mit einer neuen Sponsorenkampagne will die Camphill Gemeinschaft jetzt die notwendigen finanziellen Mittel für diese Jugendlichen beschaffen.

Im September Newsletter schreibt die Camphill Gemeinschaft, dass die betreffenden Jugendlichen keine Familien hätten, die sie finanziell oder anderweitig unterstützen könnten, so müssten Sponsoren gefunden werden und auch Personen, die sich an den Wochenenden und in den Ferien um sie kümmern.

„Das legt unserer Organisation eine schwere Bürde auf, die bereits die ganze Verantwortung für ihre Betreuung trägt,“ heißt es in dem Newsletter weiter. Die Arbeit von Camphill sei entscheidend gewesen für die Überwindung der Traumata, unter denen die Jugendlichen zu leiden gehabt hätten.

„Wenn Sie Interesse daran haben, diese jungen Leuten zu unterstützen, bitte melden Sie sich bei uns“, endet der Aufruf.

End/nna/cva/ung

Link: www.camphillwestcoast.org.za

Bericht-Nr.: 071102-05DE Datum: 2. November 2007

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Bund der Waldorfschulen stellt mit neuem Vorstand und reformierten Strukturen die Weichen für die Zukunft

STUTTGART (NNA). Mit erneuerten Strukturen und einem neuen Vorstand hat der Bund der Waldorfschulen auf seiner Mitgliederversammlung im Oktober in Stuttgart die Weichen für die Zukunft gestellt. Erstmals in der Geschichte der Waldorfschulbewegung wird der Vorstand nicht mehr ausschließlich ehrenamtlich tätig sein. Dies teilte die Pressestelle des Bundes in Stuttgart mit.

Neu eingerichtet wurde auch die Bundeskonferenz, in der Delegierte der Waldorfeinrichtungen aus allen Regionen vertreten sind, um den Bundesvorstand in allen wesentlichen Fragen zu beraten.

In den Vorstand gewählt wurden: Birgitt Beckers (NRW), Henning Kullack-Ublick (Schleswig-Holstein), beides Klassenlehrer an Waldorfschulen, außerdem Dr.  Albrecht Hüttig (Baden-Württemberg), Dr.  Richard Landl (NRW), beides Oberstufenlehrer, außerdem die Geschäftsführer Erika Blass-Loss (NRW) und Hans-Georg Hutzel (Berlin) sowie Walter Riethmüller, Dozent am Lehrerseminar Stuttgart. Der neue Vorstand wird seine Aufgabe im November übernehmen und drei Jahre im Amt bleiben.

Im Namen des neu gewählten Vorstands dankte Birgitt Beckers dem scheidenden Vorstand für sein großes Engagement in der Vergangenheit. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Schulbewegung weiterhin auf fruchtbare Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des alten Vorstandes setzt.

Die Zusammensetzung des neuen Vorstands entspreche den Waldorf-Prinzipien der kollegialen Selbstverwaltung, nach denen in den Schulen tätige Menschen auch für Leitungsaufgaben verantwortlich sind, heißt es in der Pressemitteilung des Bundes. Als wichtige Herausforderungen für die Waldorfschulebewegung und damit auch für die neuen Leitungsgremien nennt der Bund die Zukunft der Schulabschlüsse, die Frage der Qualitätssicherung, der Lehrerausbildung und den Übergang vom Kindergarten in die Schule.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 071102-03DE Datum: 2. November 2007

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Alpenmilch von Demeter wieder beste deutsche Milch

DARMSTADT (NNA). Deutschlands beste Milch ist auch in diesem Jahr die Demeter Frische Alpenmilch des Betriebs Berchtesgardener Land. Wie bereits bei einer nationalen Milchstudie der Universität Kassel im Vorjahr so setzte sich die Alpenmilch auch 2007 bei einem bundesweiten Test der Stiftung Warentest als Sieger durch. Dies teilte der Demeter-Bund mit.

Dabei wies die Alpenmilch auch diesmal unter allen getesteten Milchsorten den höchsten Gehalt an den lebensnotwendigen Omega3- und CLA-Fettsäuren auf. Sie seien nur dann vermehrt in der Milch enthalten, wenn die Kühe besonders viel Gräser und Kräuter zu fressen bekommen, betont der Demeter-Bund. Kraftfutter und Mais dagegen verminderten den Gehalt an den Fettsäuren.

Die Frische Alpenmilch wird entsprechend den Demeter-Richtlinien nur mit dem schonendsten Pasteurisierungsverfahren, der Kurzzeiterhitzung, behandelt und bewusst nicht homogenisiert. Sie wird sowohl in der Flasche als auch im Karton angeboten.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 071102-01DE Datum: 2. November 2007

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Zur Einführung einen Turm aus Dachlatten errichtet

Studiengang „Mensch und Architektur“ begann an der Alanus-Hochschule   ALFTER (NNA). Der neue Architekturstudiengang „Mensch und Architektur“ hat jetzt an der Alanus-Hochschule mit acht Studienanfängern begonnen. Er führt nach vier Studienjahren zum Bachelor of Arts (BA) und eröffnet den Zugang zur Architektenkammer und zu weiterführenden Masterstudiengängen.

Der Studiengang bietet eine „ganzheitliche Sicht auf die Tätigkeit des Architekten“, wie die Akkreditierungsagentur besonders hervorhob. Dadurch unterscheide sich der Studiengang von anderen vergleichbaren Angeboten.

Die angehenden Architekten arbeiten nach Angaben der Alanus-Pressestelle von Anfang an projektbezogen. Dabei wechseln sich ingenieurwissenschaftliche und architektonisch-städtebauliche Themen ab. Das fachspezifische Wissen wird ergänzt durch eine intensive Schulung in künstlerischen Fächern sowie durch kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Seminare. Dadurch sollen die sozialen und ästhetischen Dimensionen des Architektenberufs mehr einbezogen werden als bisher üblich.

In einer Einführungswoche mit Professor Pieter van der Ree erfuhren die Studenten, wie sich das Berufsbild des Architekten von der Antike bis heute verändert hat, ab wann es Baumeister gab und wie man zuvor ohne Architekten gebaut hat. Parallel zu einer Vorlesungsreihe konnten sie in einem Rollenspiel-Projekt exemplarisch alle Schritte vom Entwurf bis zur Planung, Koordination und Realisierung eines Baus selbst durchleben.

Aufgabe war es, einen Turm aus Stäben zu entwickeln und zu bauen. Nachdem jeder Student zunächst einen eigenen Entwurf im Modell entwickelt und vorgestellt hatte, wurde ein Modellentwurf ausgewählt und der Urheber zum Baumeister erklärt. Er hatte die Aufgabe, die weitere Detailplanung und den Bau zu koordinieren. Die anderen Studenten vertraten die Rollen der Fachingenieure und Handwerker, die für einzelne Teilaufgaben des Baus verantwortlich waren. Nach einer Woche stand ein acht Meter hoher Turm, aus rund 150 Dachlatten im Garten des Schlosses Alfter, wo der Fachbereich Architektur seinen Sitz hat. Hier wird der Turm jedoch nur wenige Wochen stehen, bevor die Studenten ihn für weitere Projekte aus der Unterrichtsreihe „Einführung ins Bauen“ ab- und umbauen werden.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 071102-04DE Datum: 2. November 2007

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Nachlassverwaltung: Rudolf Steiner eindeutiger Gegner von Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus

DORNACH (NNA). Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung in Dornach hat sich jetzt dezidiert gegen alle Versuche gewandt, Rudolf Steiner mit Rassismus oder Antisemitismus in Verbindung zu bringen. Steiner habe sich gesellschaftspolitisch „radikal für die Freiheit und Gleichwertigkeit der menschlichen Individuen eingesetzt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Nachlassverwaltung. „Häufig und unmissverständlich“ habe er sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und ähnliche Bestrebungen gewandt.

Die Nachlassverwaltung reagierte damit auf verschiedene Medienberichte zum Thema rassendiskriminierende oder antisemitische Äußerungen im Werk von Rudolf Steiner.

Das Werk von Rudolf Steiner enthalte keine rassistische Lehre, betont die Nachlassverwaltung dazu weiter. Aussagen über Rassen seien sowohl inhaltlich als auch quantitativ ein „geringfügiger Teil“ des Gesamtwerks. Wenn das Thema vorkomme, gehe Steiner von einer „weitreichenden Auffassung des menschlichen Individuums“ aus, für das „Gruppenzugehörigkeit nach Rasse, Volk, Geschlecht, Religion, Stand etc. äußerliche Erscheinungsformen“ seien. Differenzierungen nach Rassen beträfen „vergangene Zustände der Menschheit, die in der Gegenwart und Zukunft bedeutungslos werden“, schreibt die Nachlassverwaltung.

Bei ihrer Stellungnahme beruft sich die Nachlassverwaltung auf das Gutachten der niederländischen Untersuchungskommission „Anthroposophie und die Rassenfrage“, das 1999 veröffentlicht worden ist. Die Kommission habe zum Thema eine „außerordentlich gründliche und umfassende Analyse in sachlicher und rechtlicher Hinsicht“ erarbeitet.

Sie sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine Anzahl von Aussagen über Rassen im Werk Rudolf Steiners gebe, die nach den Kriterien heutiger Diskriminierungsbestimmungen problematisch wirken könnten, wenn sie „in zu Hass aufrufender, feindseliger und diskriminierender Art verwendet oder nicht in ihren Kontext gestellt würden.“

Der Empfehlung der niederländischen Kommission folgend, würden seit 2005 Textstellen in Bänden der Gesamtausgabe, die aus heutiger Sicht als rassendiskriminierend angesehen werden könnten, bei Neuauflagen oder Neuerscheinungen mit Sonderhinweisen kommentiert. Diese Herausgabepraxis sei auch für alle künftigen Neuauflagen und Neuerscheinungen betroffener Bände vorgesehen. Bisher seien zwei Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe mit solchen Hinweisen erschienen, die Bände Nr. 100 und 349 (2. durchgesehenen Auflage von 2006).

Der Vorstand der Nachlassverwaltung distanziert sich in der Pressemitteilung „in aller Deutlichkeit“ von einer Verwendung von Äußerungen Rudolf Steiners, die „zum Hass gegen Menschengruppen aufrufen oder sich in feindseliger und diskriminierender Art gegen Menschengruppen aufgrund von Rasse, Volk, Geschlecht, Religion etc. richteten“. Dies sei ein „Missbrauch der Intentionen Rudolf Steiners“, betonen die Hüter des Nachlasses.

Mit diesem Passus in der Stellungnahme zielt die Nachlassverwaltung offensichtlich auf die Aktivitäten des NPD-Funktionärs und ehemaligen Waldorflehrers Andreas Nolau in Deutschland.

Nolau hatte die Eröffnung eines „Waldorflandschulheims“ in Ostdeutschland angekündigt. Einem Bericht der Tagesschau-Website zufolge wollte Molau in diesem Zusammenhang auch „Zusammenhänge zwischen völkischer NPD-Ideologie und den Lehren von Anthroposophie-Begründer Rudolf Steiner“ darlegen. Der Bund der Waldorfschulen hatte Molau die Benutzung des Begriffs „Waldorf“ untersagt und mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn die entsprechende Textpassage nicht von der Website der NPD genommen wird. (NNA berichtete, siehe 13.8.07)

Dezidierte und öffentlich bekannte Gegner von Waldorfpädagogik und Anthroposophie hatten außerdem in Berlin ein Verfahren vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Gang gebracht mit dem Ziel, zwei Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe wegen Rassendiskriminierung auf den Index für jugendgefährdende Schriften zu bringen. Die Bundesprüfstelle hatte dem nicht entsprochen und vom Verlag lediglich eine Kommentierung der Bände verlangt. Direkt am Tag nach der Entscheidung der Prüfstelle waren die Argumente der Antragsteller in vielen überregionalen Medien in Deutschland zu lesen gewesen. (NNA berichtete, siehe 6.9./1.10./19.10./21.10.07)

In der Kampagne ist jetzt auch der Autor Michæl Grandt aktiv geworden. Grandt hatte zusammen mit seinem Bruder Guido 1997 im Wiener Üeberreuter Verlag das „Schwarzbuch Anthroposophie“ herausgebracht und darin versucht, Rudolf Steiner in die Nähe von Satanismus und sexueller Perversion zu rücken. Teile des „Schwarzbuchs“, das auch die Waldorfschulen mit attackierte, waren damals durch Gerichtsbeschluss verboten worden.

Nun hat Michæl Grandt – wie auf seiner Website zu lesen ist - bei der Staatsanwaltschaft Solothurn Strafanzeige gegen den Leiter des Rudolf-Steiner-Archivs wegen Volksverhetzung und Rassendiskriminierung gestellt. Außerdem hat er eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Leitung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften eingeleitet wegen deren Entscheidung zu den beiden Bänden der Gesamtausgabe von Rudolf Steiner.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 071102-01DE Datum: 2. November 2007

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