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Thu, 20 Dec 2007

Bund der Waldorfschulen klagt gegen NPD-Funktionär

STUTTGART (NNA). Der NPD-Parteifunktionär und ehemalige Waldorf-Lehrer Andreas Molau ist jetzt vom Bund der Waldorfschulen verklagt worden mit dem Ziel, ihm die Bezeichnung „Waldorf“ für ein von ihm geplantes Landschulheim zu untersagen. Dies teilte der Bund der Waldorfschulen in Stuttgart mit.

Im Zentrum der Waldorfpädagogik stehe die „Entwicklung freier, sich selbst bestimmender Individuen“. Damit sei eine „nationale Gesinnung“ oder die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder auch autoritäre Gesellschaftsstrukturen, wie sie von Molau propagiert werden, nicht vereinbar, begründete der Bund die Unterlassungsklage.

Eine Waldorfschule, die auf der Grundlage der von Andreas Molau vertretenen Denkrichtung aufbaue, könne es niemals geben. Waldorfschulen setzten sich weltweit in über tausend Einrichtungen für ein solidarisches Zusammenleben aller Menschen ein.

Molau hatte die Eröffnung eines „Waldorflandschulheims“ in Brandenburg in Ostdeutschland angekündigt. Einem Bericht der Tagesschau-Website zufolge wollte Molau in diesem Zusammenhang auch „Zusammenhänge zwischen völkischer NPD-Ideologie und den Lehren von Anthroposophie-Begründer Rudolf Steiner“ darlegen. (NNA berichtete)

Bereits in der „Stuttgarter Erklärung“ vom November hatte der Bund der Waldorfschulen sich gegen jede „rassistische und nationalistische Vereinnahmung“ der Waldorfpädagogik oder des Werks von Rudolf Steiner verwahrt.

Weder in der Praxis der Schulen noch in der Lehrerausbildung würden rassistische oder diskriminierende Tendenzen geduldet, heißt es in der Erklärung, die auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt worden war. „Als Schulen ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung ihrer Schülerinnen und Schüler sehen sie alle Menschen als frei und gleich an Würde und Rechten an“. Dies gelte „unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung“.

Mit der Stuttgarter Erklärung setzte sich der Bund der Waldorfschulen auch gegen die in jüngster Zeit in verschiedenen Medien erhobenen Vorwürfe zur Wehr, die Grundlagen der Unterrichtsgestaltung an Waldorfschulen seien teilweise von rassistischem Gedankengut geprägt.

Mit der Wirklichkeit hätten solche Vorwürfe nichts zu tun, betont der Bund in der Pressemitteilung weiter. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung habe erneut belegt, dass rassistische Einstellungen an Waldorfschulen weit seltener seien als an allen anderen Schularten.

END/nna/ung

Bericht-Nr.: 071220-02DE Datum: 20. Dezember 2007

© 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

Eliant: Kampagne für mehr Unterschriften in England

Innerhalb von einem Jahr hat die Initiative schon eine Viertel Million Stimmen gesammelt – Lobbyarbeit bei den Europäischen Institutionen soll verbessert werden

LÖRRACH (NNA). Die Europäische Allianz der Initiativen für angewandte Anthroposophie (Eliant) hat eine Kampagne gestartet, um die Anzahl ihrer Unterschriften in Großbritannien zu erhöhen.

Eliant hat das Ziel, eine Million Unterschriften in Europa zu sammeln, die als Lobbyarbeit bei der Europäischen Kommission dienen sollen mit dem Ziel „ die Entwicklung der Europapolitik zu beeinflussen und die notwendigen Kontakte mit den Europäischen Institutionen zu entwickeln und aufrechtzuerhalten“, wie es in der Charta der Organisation heißt.

Während sich die Gesamtzahl der gesammelten Unterschriften auf fast eine Viertel Million beläuft, haben in Großbritannien bisher nur 5000 Personen die Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützt. Als Zeichen der Solidarität hat Eliant sogar aus Brasilien 4400 Unterschriften erhalten.

Nun hofft Eliant, mehr Aufmerksamkeit in Großbritannien zu erzielen mit der neuen Kampagne. Soviel Menschen wie möglich sollen ermutigt werden, Unterschriften für Eliant in ihrer Region zu sammeln. Außerdem sollen Postkarten und Informationsblätter in Apotheken, Bioläden, Bäckereien und Arztpraxen ausgelegt werden.

Glücklicherweise gebe es seit der Verabschiedung der Lissabonner Verträge am 19. Oktober 2007 das Recht, Petitionen an die Europäische Kommission zu richten, wenn diese von einer Million Unterschriften unterstützt werden, heißt es weiter in der Veröffentlichung von Eliant.

„Eliant möchte von diesem Recht Gebrauch machen, um demokratische Mittel für die Lobbyarbeit einzusetzen, die schon seit Jahren von den einzelnen anthroposophischen Dachverbänden für anthroposophische Medizin, für Naturkosmetik, von den Medizinherstellern, den Patienteninitiativen, Heilpädagogikverbänden, Waldorfschulen, Naturkosmetik und der biodynamische Landwirtschaft vorbeugend betrieben worden ist.“

Die Reaktion der Europäischen Behörden zeige, dass die geringe Aufmerksamkeit für die Initiativen ihren Hintergrund in der fehlenden Massenbasis habe. Sie sei aber notwendig, um in der Politik etwas zu bewegen.

Dies möchte Eliant nun ändern und lädt herzlich ein, dieses Ziel zu unterstützen, schreibt die Pressemitteilung.

Im Gegensatz zu den einzelnen europäischen Ländern fehle in der EU bisher der gesetzliche Rahmen für die weitere Entwicklung der Initiativen angewandter Anthroposophie, betont Eliant.

Es gebe beispielsweise keine gesetzliche Grundlage für biodynamische Präparate, für besondere anthroposophische Medikamente, für Babynahrung von Demeter ohne künstliche Vitaminzusätze oder für ein Schulsystem, das es den Eltern nicht nur erlaubt, die Schule frei zu wählen, sondern auch wirklich unabhängig sei.

„Die seit kurzem geplanten und auch schon verabschiedeten Richtlinien der EU haben zu einer Situation geführt, in der der legale Spielraum für erprobte, gut funktionierende neue Ansätze immer mehr eingeengt wird. Was unter den nationalen Gesetzen der EU-Staaten möglich ist, wird infrage gestellt oder durch EU-Recht verdrängt,“ warnt die Initiative.

Als Beispiel für die Notwendigkeit einer breiten Unterstützung in Europa auch über die anthroposophischen Initiativen hinaus weist Eliant auf die jüngste Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs hin, die den Vertrieb von anthroposophischen Medikamenten betrifft. „ Wenn wir den Vertrieb der Medikamente in Europa auch weiterhin sicherstellen wollen, brauchen wir eine rechtliche Regelung, für die bis jetzt keine Basis gegeben ist,“ heißt es in dem Aufruf.

Die Allianz kann auch online unter ww.eliant.eu unterstützt werden.

End/nna/cva/ung

Bericht-Nr.: 071220-01DE Datum: 20. Dezember 2007

© 2007 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

 

 


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