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Fri, 04 Jan 2008

Rückschlag für kalifornische Schulbehörden im PLANS-Verfahren

SAN FRANCISCO (NNA). Im Gerichtsverfahren, das von der Organisation PLANS (Menschen für legale und sektenfreie Schulen) gegen zwei Schulbehörden in Kalifornien wegen der Anwendung von Methoden der Waldorfpädagogik in öffentlichen Schulen geführt wird, haben die Schulbehörden jetzt einen Rückschlag erlitten. Das Berufungsgericht auf Bundesebene folgte der Rechtsauffassung von PLANS und verwies den Fall zurück an das zuständige Gericht in Kalifornien.

In seinem Urteil argumentierte das Berufungsgericht (United States Ninth Circuit Court of Appeals), das Bundesgericht für Ostkalifornien habe einen Fehler gemacht, indem es Zeugenaussagen nicht zugelassen habe.

Die in PLANS organisierten Gegner der Waldorfpädagogik versuchen seit 1998 vergeblich mit juristischen Mitteln zu beweisen, dass Anthroposophie eine Religion ist und dass öffentlich finanzierte Schulen, die Methoden der Waldorfpädagogik in ihrem Unterricht anwenden „innerlich und untrennbar mit der Anthroposophie - einer okkultistischen Sekte - verbunden sind“ – was einen Verstoß gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten und Kaliforniens darstellen würde.

Eine Gerichtsverhandlung beim zuständigen Gericht in Kalifornien wurde im September 2005 nach 30 Minuten zum Teil aus technischen Gründen abgebrochen, als Richter Frank C. Damrell der Verteidigung Recht gab, dass die Kläger es versäumt hätten, Zeugen zu benennen. PLANS war daraufhin nicht in der Lage andere zulässige Beweismittel vorzulegen. Beklagte waren die Behörden der Schulbezirke Sacramento Unified und Twin Ridges.

Richter Damrell war in seinem Urteilsspruch zu dem Schluss gekommen, die Kläger hätten es versäumt, ihrer Pflicht zur Vorlage von Beweisen nachzukommen, weil er die Beweismittel der Kläger als „Zeugnis vom Hörensagen“ eingestuft hatte. Aus ihnen hätte sich – wie von PLANS vorgebracht - ergeben müssen, dass Anthroposophie eine Religion im Sinne der einschlägigen Bestimmungen der US-Verfassung und der Verfassung von Kalifornien sei.

PLANS behauptete, Richter Damrells Entscheidung sei falsch und legte Berufung dagegen ein. Am 9. November 2007 folgte das Berufungsgericht dieser Auffassung.

In einer Reaktion auf dieses Ergebnis betonten die Anwälte der beklagten Schulbehörden, die Entscheidung beziehe sich lediglich auf eine Verfahrensfrage.

Das zuständige kalifornische Bundesgericht hat einen neuen Termin Anfang dieses Jahres anberaumt, bei dem über die weitere Behandlung des Falles entschieden werden soll.

End/nna/cva/ung

Bericht-Nr.: 080104-01DE Datum: 4. Januar 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

Emerson College: mit neuer Leitung ins 21.Jahrhundert

FOREST ROW (NNA). Gregg Davis wird der neue Direktor von Emerson College. Dies teilte die internationale Bildungseinrichtung mit. Seine Berufung bildet Höhepunkt eines Umwandlungsprozesses, mit dem die Erwachsenenbildungseinrichtung die Weichen für das 21.Jahrhundert stellen will. (NNA berichtete, siehe 7.September 07)

Davis, der ab Mitte Januar die Position in Teilzeit übernehmen wird, bevor er im August ganz nach Forest Row überwechselt, hat gerade seine Amtßeit als Geschäftsführer von Camphill Soltane und Präsident der Camphill Soltane Stiftung in den USA beendet.

In der Stellungnahme des Kuratoriums von Emerson College wird darauf hingewiesen, dass Davis „die besten Empfehlungen seiner Kollegen und anderer mitgebracht“ habe gerade in Hinblick auf die notwendigen Prozesse von Veränderung und Erneuerung.

Die Entscheidung für Gregg Davis sei gefallen aufgrund seiner Vision über die Funktion von Organisationen. Organisationen sind danach der „fruchtbare Boden für sozialen, ökonomischen und ökologischen Wandel der Menschen und des Planeten“. Entscheidend sei außerdem seine Bindung an die Anthroposophie gewesen, auf deren Basis er arbeite.

Die neue Entwicklung komme zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Emerson und für die anthroposophische Arbeit, betont das Kuratorium. Soziale, spirituelle und ökologische Fragen stellten in der heutigen Zeit eine wachsende Herausforderung dar.

„Wir können nicht einfach beanspruchen, dass wir auf diese Fragen eine Antwort haben. Aber sie werfen ein Schlaglicht auf viele Probleme, mit denen sich die Anthroposophen seit einem Jahrhundert beschäftigt haben und die nun unser ernsthaftestes Engagement erfordern,“ heißt es in der Erklärung weiter. Emerson College mit seiner langen Geschichte sei der richtige Ort, um sich dieser Herausforderung zu stellen. „Wir haben die Zuversicht, dass Gregg Davis das Können und die Erfahrung mitbringt, die notwendig ist, damit Emerson seinen Weg in die Zukunft findet“, endet die Stellungnahme.

End/nna/cva/ung

Bericht-Nr.: 080104-02DE Datum: 4. Januar 2008

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