. . . Nachrichten für eine andere Welt Suche Nachrichtenarchiv
   

NNA
ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft.


English site

   




Wed, 23 Jan 2008

Stephan Illi jetzt an der Spitze von Demeter e.V.

DARMSTADT (NNA). Stephan Illi ist der erste Geschäftsführende Vorstand des neugegründeten Vereins Demeter e.V., zu dem sich Demeter-Bund, Demeter-Marktforum und der Forschungsring Ende vergangenen Jahres zusammengeschlossen haben. Wie Demeter e.V. in Darmstadt mitteilte, berief der Aufsichtsrat den 44jährigen Diplom-Agraringenieur in das neugeschaffene Amt. Illi – zuvor Geschäftsführer des Demeter-Bundes – hatte den Prozess der Organisationsentwicklung geleitet, der zur Gründung von Demeter e.V. führte.

Illi hat nach dem Abitur eine landwirtschaftliche Lehre absolviert und in Witzenhausen an der Landwirtschaftlichen Fakultät mit den Schwerpunkten Pflanzenbau und ökologischer Landbau studiert. Lange Jahre war er Geschäftsführer der Liefergemeinschaft für Demeter-Milch und Demeter-Berater in Oberbayern. Er hat eine Zusatzausbildung als Systemischer Coach und ist Berater für Persönlichkeits- und Betriebsentwicklung.

Arbeitsschwerpunkte des neuen Vorstands werden die intensive Betreuung der Mitglieder und Marktpartner, die Qualitätsentwicklung, der Ausbau des Demeter-Sortiments, die Rohstoffsicherung und Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Landesarbeitsgemeinschaften sein.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 080123-02DE Datum: 23. Januar 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

Wie Beuys durch die niederländischen Sümpfen lief

Ausstellung „Fotos schreiben Kunstgeschichte“ richtet den Blick auf das Kunstgeschehen im Rheinland nach 1945 – Avantgarde im Zentrum

Von NNA-Korrespondetin Edith Willer-Kurtz

DÜSSELDORF (NNA). Die Ausstellung: “Fotos schreiben Kunstgeschichte“ im museum kunst palast präsentiert - meist in schwarzweiß auf Fotopapier - die Kunstgeschichte des höchst lebendigen Kunstgeschehens im Rheinland nach 1945: Happenings, Performances, Fluxus, between-Veranstaltungen aus der legendären Kunsthallenzeit, aktives künstlerisches Leben in Düsseldorf und Köln, aber auch in Krefeld und Wuppertal und im Ruhrgebiet, mit einer hohen Konzentration der künstlerischen Avantgarde.

Das 2003 gegründete Archiv künstlerischer Fotografie der Rheinische Kunstßene, das wesentlich von der Kunststiftung NRW gefördert wurde, erwarb umfangreiche Dokumente, verschiedene Aspekte: mal Fluxus-Ereignisse der ersten Stunde, wie von Manfred Leve; oder Fotos: Künstler bei der Arbeit, bei Ausstellungsaufbauten und in Phasen kreativer Entspannung von Benjamin Katz. Erika Kiffl beispielsweise zeigt Künstler in Raumsituationen und dokumentiert work in progress - Prozesse, Fotos, die einen Moment einer Kunstaktion optisch festgehalten haben.

In Zahlen: ungefähr 700 Fotoarbeiten von 33 Fotografen. Bernd Jansen zeigt zum Beispiel Joseph Beuys und Alfred Schmela während der Aktion „Freitagsobjekt, 1a gebratene Fischgräte“, in der Eat Art Galerie von Daniel Spoerri, in Düsseldorf vom 30.10.1970. Während „Festum Fluxorum Fluxus“ in der Kunstakademie Düsseldorf, 02. und 03.02.1963 sieht man von Manfred Leve Joseph Beuys „Sibirische Sinfonie“, 1. Satz. Manfred Leve dokumentiert auch Details aus Block B der Ausstellung im Städtischen Museum Mönchengladbach von 1967. Beuys ist intensiv in Aktion zu sehen in der Galerie Schmela, beim Aufbau seiner Ausstellung mit Zeichnungen und Objekte der Sammlung von der Grinten 1971 in Stockholm. Ein anderes Foto zeigt ihn im Moor in den niederländischen Sümpfen auf der Weser „Von Düsseldorf nach Eindhoven“ 1971. Der Werde- und Ab-Gang von Beuys an der Düsseldorfer Akademie mit den entsprechenden Aktionen, Protesten und offizieller Verkündigungen der Freien Internationalen Universität FIU sind beeindruckend auf den Fotos. Da ist der Gedankengang der Aussage des Protestes bis zur heutigen Zeit sehr angebracht. Hier kann jemand auch den Einstieg finden in die damalige Kunstßene und diese Möglichkeit der Kunst in kommenden Ausstellungen, Katalogen und Kunstbüchern nachvollziehen.

Künstler wie Günther Uecker, im Nagelbett stehend, 1972; Ulrich Rückriem, beim Aufbau seiner Skulptur in der Ausstellung „von hier aus“, Düsseldorf 1984, oder Marcel Broodthærs in seiner „Section cinéma”, Düsseldorf 1971/72 und Georg Baselitz, im Atelier Schloss Derneburg mit einer Skulptur aus der Serie “Dresdner Frauen”, 1990 sind hier ebenfalls dokumentiert.

Angelika Platen zeigt ein Foto der Protestaktion: „Wir betreten den Kunstmarkt“, angeführt von Wolf Vostel, Helmut Rywelski, Joseph Beuys und Klaus Steack an der Eingangshalle der Kölner Kunsthalle im Oktober 1970.

Reiner Ruthenbeck belichtete Nam June Paik und Charlotte Moorman im Konzert in der Kunstakademie Düsseldorf vom 07.07.1966. Von 1969 ist Charlotte Moormann und Nam June Paik während des Aktionsabends in der Wohnung von Chris Reinike und Jörg Immendorff in Düsseldorf dokumentiert. Der nackte Oberkörper der Cellistin mit Zylinder und Gasmaske ist einigen bekannt. Hier in der Ausstellung sieht man sie auf Fotos so noch heute.

Unterschiedlich sind die Reaktionen der Betrachter. Manche laufen schnell durch die Ausstellung: „Fotos eben von damals, Zeitgeschehen, das jetzt privat eher abgelegt, vergessen ist“.

Und manches in den Fotos zur Entdeckung, um noch mal so jung zu sein in der Erinnerung und um den Entwicklungsabschnitt der Kunstßene zu vergegenwärtigen mit der anschließenden Überlegung, was denn die Künstler damit ausgesagt und bewirkt haben an Freiheit oder Chaos. Damals wie heute - was war anders?

Wer will, kann in der Ausstellung den Einstieg finden in die damalige Kunstßene und diese Eindrücke der Kunst in kommenden Ausstellungen, Katalogen und Kunstbüchern vervollständigen.

Der Kurator der Ausstellung Stefan von Wiese bemerkte: „Die dokumentarische Fotografie, die bemerkenswerte Ereignisse des Kunstgeschehens festhält - meist in schwarzweiß - ist inzwischen zu einer eigenen künstlerischen Gattung geworden. Kunst wird hier auf künstlerische Weise festgehalten, nicht nur dokumentiert, sondern auch interpretiert.“ Für Wiese bildet das Archiv eine Art „Hafen für die Chronisten der Szene“. Die gesammelten Fotografien laden zu Reisen in die Vergangenheit ein, denn viele von ihnen zeigen Kunstaktionen, deren Wirkung an den Augenblick ihrer Realisierung gebunden waren.

Zu sehen ist die Ausstellung bis 2. März 2008 im museum kunst palast in Düsseldorf. Als Rahmenprogramm gibt es am 24.01. 08 um 18.00 einen Vortrag von Prof. Dr.  Antje von Grævenitz, Amsterdam „Festum Fluxus Fluxorum“, Musik und Antimusik - Das instrumentale Theater, Düsseldorf 1963, und den Vortrag am 02.03.2008, 18 Uhr von Richard Demarko, Edinburgh „Strategy: Get Arts“ 1970 in Edinburgh.

End/nna/wil/ung

Bericht-Nr.: 080123-01DE Datum: 23. Januar 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

 

 


Nachrichtenarchiv

Neueste Berichte