. . . Nachrichten für eine andere Welt
|
Suche Nachrichtenarchiv |
NNA ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft. |
Indizierungsverfahren gegen Steiner Schriften: Helmut Zander wurde unaufgefordert aktiv
BERLIN (NNA). Der wissenschaftliche Autor Helmut Zander, dessen Monumentalwerk über Anthroposophie im Sommer 2007 erschienen ist, wurde auch beim Indizierungsverfahren gegen zwei Werke von Rudolf Steiner bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aktiv. Zander hat im Indizierungsverfahren einen von ihm verfassten Aufsatz unaufgefordert zur Verfügung gestellt. Dies bestätigte die Bundesprüfstelle NNA auf Anfrage. Auf den Aufsatz von Zander „Anthroposophische Rassentheorie – Der Geist auf dem Weg durch die Rassengeschichte“ aus dem Jahr 2001 sei in dem Gutachten von Jana Husmann-Kastein, die das Verfahren bei der Bundesprüfstelle mit in Gang gebracht hatte, hingewiesen worden, heißt es in der Stellungnahme der Bundesprüfstelle. Zander habe dann, „als er aufgrund der Medienberichterstattung von der bevorstehenden Verhandlung des Zwölfergremiums hörte“, diesen Aufsatz zur Kenntnisnahme bei der Bundesprüfstelle eingereicht, schreibt die stellvertretende Vorsitzende der Prüfstelle, Petra Meier, in ihrer Antwort auf die Anfrage von NNA. In dem Aufsatz vertritt Zander die These, die Anthroposophie sei „von einer nicht systematisierten oder hermeneutisch integrierten Ambivalenz“ gekennzeichnet, in der „Unvereinbares und Widersprechendes stehengeblieben“ sei. Es hänge dabei von den Interessen der Leser ab, ob die Anthroposophie rassistisch interpretiert werde oder nicht. Ihre Rezeptionsgeschichte biete Belege für beides. Zanders Auffassung nach dominieren - wie er dies auf Seite 339 des Aufsatzes darlegt - in der Theorie von Rudolf Steiner die Abwertungen von Rassen, auch wenn von anthroposophischer Seite dafür „Gegengewichte“ angegeben werden könnten. Und auch dann, wenn das Verhältnis von Abwertung und Gegengewicht umstritten sei, blieben die „diffamierenden Aussagen“ von Rudolf Steiner das Problem, schreibt Zander wörtlich. Dezidierte und öffentlich bekannte Gegner von Waldorfpädagogik und Anthroposophie hatten das Verfahren vor der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in Gang gebracht mit dem Ziel, zwei Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe wegen Rassendiskriminierung auf den Index für jugendgefährdende Schriften zu bringen. Die Bundesprüfstelle hatte im September 2007 dem nicht entsprochen und vom Verlag lediglich eine Kommentierung der Bände verlangt. Direkt am Tag nach der Entscheidung der Prüfstelle waren die Argumente der Antragsteller in vielen überregionalen Medien in Deutschland zu lesen gewesen. (NNA berichtete, siehe 6.9./1.10./19.10./21.10.07) Es handelt sich um die beiden Bücher „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“ und „Geisteswissenschaftlicher Menschenkunde“ , Zanders Buch, eine 1800 Seiten starke Habilschrift, „Anthroposophie in Deutschland – Theosophische Weltanschauung und Praxis 1884- 1945“ war im Sommer 2007 erschienen und unmittelbar und fast parallel mit dem Verfahren vor der Bundesprüfstelle in den meisten überregionalen Medien und den Kultursendungen der großen Rundfunkanstalten besprochen worden. Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland hatte sich in Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Verfahren bei der Bundesprüfstelle dagegen verwahrt, Rudolf Steiner rassistische Tendenzen zu unterstellen. Steiners Ziel sei gerade die Überwindung der Unfreiheit und der Grenzen gewesen, die aus Definitionen von Gruppenhaftigkeit und Rassenzugehörigkeit entstehen, schrieb die Anthroposophische Gesellschaft in ihrer Pressemitteilung. Die Stellungnahme der Anthroposophischen Gesellschaft fand in den Medien im Gegensatz zu den Steiner-Gegnern keine vergleichbare Resonanz. Anthroposophie frage nach den historischen und gegenwärtigen Entwicklungsbedingungen der menschlichen Individualität, heißt es in der Mitteilung. Diese „Verpflichtung gegenüber dem freien Menschen“ im Werk Steiners werde auch durch die Praxis der Anthroposophie in verschiedensten Einrichtungen in Pädagogik, Therapie und Forschung sowie deren Zusammenarbeit dokumentiert. Die von Rudolf Steiner am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts benutzten Formulierungen seien dabei „selbstverständlich zeitgebunden“ und im heutigen Sprachempfinden könne „an einigen Stellen der Eindruck einer rassebezogenen Ausdrucksform entstehen“, betont die Gesellschaft. Eine „ernsthafte Prüfung“ des Inhalts sowie des Zusammenhangs werde aber „eine gegenteilige Intention erkennbar machen.“ End/nna/ung/wgv Bericht-Nr.: 080211-01DE Datum: 11. Februar 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
|
|
|
|||||||||||||||