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Wed, 20 Feb 2008

Verbraucherschutz nur durch Verzicht auf Gentec-Saat

Getreidezüchter: Versuchsanbau von verändertem Weizen vollkommen überflüssig

BERLIN (NNA). Demeter-Aufsichtsrat Franz Obermeyer, Landwirt im Chiemgau, hat an seine Kollegen in der konventionellen Landwirtschaft appelliert, bei der bevorstehenden Aussaat konsequent auf gentechnisch manipuliertes Saatgut zu verzichten. „Damit zeigen sie Charakter und nehmen die Verbraucherwünsche ernst,“ betonte Obermeyer anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Die Bundesregierung bürde die Last denjenigen auf, die Gentechnik auf Äckern und in Lebensmitteln ablehnten und konsequent verhindern wollten. Die Bio-Branche müsse Untersuchungen auf gentechnisch veränderte Bestandteile in Millionenhöhe finanzieren und habe es immer schwerer, Rohstoffe ohne GVO-Verschmutzung zu finden.

Die Politik habe in der Gentechnik-Frage, die gegenwärtig im Bundestag beraten wird, versagt. Gesetzliche Vorgaben zum Abstand zwischen Gentec-Feldern und solchen, die konsequent ohne diese umstrittene Labortechnik bewirtschaftet werden, seien Augenwischerei. Längst habe sich gezeigt, dass Bienen viel weiter flögen und großräumig Pollen sammelten, so dass mit Meterangaben kein Schutz vor unbeabsichtigter Gen-Verschmutzung zu erzielen sei.

Auch bei der Haftung herrsche Unsicherheit, so dass letztlich nur der absolute Verzicht auf Gen-Saat helfe, alle Risiken außuschließen, betont auch Demeter-Vorstand Stephan Illi. Er fordert die Verbraucher auf, ganz gezielt Bio-Produkte zu kaufen, weil die immer ohne Einsatz von Gentechnik erzeugt werden, oder zumindest die Produkte mit der jetzt angekündigten Auslobung „Ohne Gentechnik“ zu bevorzugen.

Die bio-dynamischen Getreidezüchter Dr.  Karl-Josef Müller (Darzau) und Dr.  habil. Hartmut Spieß (Bad Vilbel) haben Landwirtschaftsminister Seehofer aufgefordert, den Versuchsanbau von gentechnisch verändertem Weizen in der Nähe von Rostock und Üplingen in Sachsen-Anhalt zu verhindern.

Die gentechnische Veränderung des Weizen liege in der Resistenz gegen Weizenflugbrand, einer Pilzerkrankung des Getreides. Dies sei überflüssig, denn es gebe bereits eine große Anzahl zugelassener herkömmlicher Sorten und einige ökologisch gezüchtete, die über eine Flugbrandresistenz verfügten. Öko-Züchter hätten in entsprechenden Versuchen zur Sortenevaluierung diese auf herkömmliche Art erworbene Resistenz nachgewiesen.

So ständen den Bio-Bauern ausreichend gegen Flugbrand resistente Weizensorten zur Verfügung, die entsprechend den Vorschriften für ökologische Landwirtschaft ohne gentechnische Manipulation gezüchtet worden sind. Für konventionelle Landwirte spiele die angeblich so gefürchtete Pilzerkrankung ohnehin keine Rolle. Ihr Saatgut werde stets chemisch gebeizt, was den Pilzbefall sicher verhindere.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 080220-04DE Datum: 20. Februar 2008

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Gedanken von heute sind die Realitäten von morgen

Markus Schneider sprach in Essen zum Weltbild des 21. Jahrhunderts.

ESSEN (NNA). „Das Karma von Mensch und Erde“ - Zum Weltbild des 21. Jahrhunderts“ war Thema eines Vortrages von Markus Schneider in Essen, zu dem die Anthroposophische Gesellschaft in Essen eingeladen hatte. Schneider ist Leiter der Akademie für anthroposophische Pädagogik in Dornach und ein beliebter Vortragsredner der anthroposophischen Bewegung. Auch in Essen folgten über 100 Menschen seinen Ausführungen.

Zum Verständnis des Karmas lerne der Mensch heute auch die Vor- und Nachgeschichte in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung in das gegenwärtige Leben mit einzubeziehen, führte Schneider ins Thema ein. Gleichzeitig lerne er, sich – nach den Worten Rudolf Steiners – zunehmend als „Hieroglyphe des Weltalls“ zu verstehen.

Es sei die Aufgabe, die Widerstände in der gegenwärtigen Zeit lesen zu lernen und die richtigen Lösungen zu finden. Nach Schneider sei der Mensch heute in der Lage, die großen „Probleme zu formulieren, weil wir sie aus der Vergangenheit heraus geprägt gestalten wollen“. Früher sei Forschung möglich gewesen ohne Hinblick auf die Folgen, doch habe man aus den totalitären Systemen, der Explosion der Gewalt in der Geschichte gelernt. „Es muss umgedacht, ungehandelt werden“ betonte Schneider. Dies ganz im Sinn von Steiners „Philosophie der Freiheit“, wo es gelte, zu lernen, die Antriebe des Handelns selbst zu setzen. So sei es heute notwendig „aus dem Involutionsbegriff in die Evolution“ zu gehen, verdeutlichte er.

Karma zeige sich darin, dass der Mensch in Beziehung zur Natur, der organischen und anorganischen nicht mehr so handeln könne wie bisher. Bei einem weiteren Bevölkerungßuwachs werde es nicht mehr nur Kriege um Gebiete geben, sondern auch um Energie und um Wasser. Beispiele dazu seien jetzt schon in der Ukraine mit dem Konflikt um die Gaslieferungen zu verfolgen. Oder auch die Geldströme, Hypothekensummen, die nur in Büchern geführt würden, von deren Existenz die Weltwirtschaft ausgehe und die dann plötzlich nicht mehr da seien. Dies ließe sich auch nicht korrigieren im System. “Da wird kapituliert vor diesen Verhältnissen“ betonte Schneider.

Gefragt sei dagegen „Umhandeln im großen Stil und zwar von jeden Einzelnen auf allen fünf Kontinenten“. Die jeweiligen Machthaber seien dazu gar nicht im Stande. Katastrophales, das an die Öffentlichkeit dringe, sei lediglich die Spitze des Eisbergs, charakterisierte Schneider das gegenwärtige Geschehen.

Durch das enorme Wachstum der Erdbevölkerung trete die Frage der Emigration auf. Dabei sei die Gefahr groß, „dass der einzelne Mensch sich entwerte, das Ich sich inflationär entwertet.“ Bei der Globalisierung sei das Merkmal Kosmopolitismus, am Computer wisse der einzelne informell, was auf ihn zukomme, da wäre es auch Zeit sich zu fragen „was es für mich bedeutet“. Zum Leben mit der Informatik gehöre das Gegengewicht des Handelns.

Schaue man nach China, wo Konfuzius auch heute oft zitiert werde mit der Aussage: „Wissen ist nichts, lernen ist alles“, so erkläre sich die Harmonie in dieser Gesellschaft. Jeder lerne da, wo er in die Gesellschaft hineingestellt werde. Dieser Gemeinschaftssinn mit der Frage, was der einzelne zum Ganzen beitragen könne, sei positiv zu werten.

In Mitteleuropa mit seiner hoch subventionierten Kultur könne man demgegenüber zusehen, wie die ideellen Werte versickerten. Die Kunst des Lesens und die Würde der Sprache in der Schrift seien gegenwärtig dabei zu verarmen. Die Sprache gebe weit mehr als nur Inhalte, sie sei zugeschnitten auf die Offenbarung des Ichs, in ihr drücke sich auch die menschliche Würde aus. Auch hier gelte: von jedem Einzelnen könne ein Beitrag erwartet werden, von einem dieses, vom anderen jenes.

Wie stellt man sich nun als Individuum hinein in den Zukunftsstrom? Schneider meinte dazu, es sei entscheidend, in eine Welt hineinzuarbeiten, wie die Menschheit sie als globale Kultur in 20 bis 30 Jahren haben wolle - in Hoffnung und Vertrauen auf die Kraft dieser Imagination. Denn: die Gedanken von heute seien die Realität von morgen, betonte er.

End/nna/wil

Bericht-Nr.: 080220-03DE Datum: 20. Februar 2008

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Mehr Selbständigkeit für alle Schulen gefordert

Wettbewerb und Individualisierung sollen sich positiv auf die Bildungslandschaft auswirken - Bundespräsident empfängt Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen

BERLIN (NNA). Mehr organisatorische Selbständigkeit sowie größere pädagogische Freiräume für alle Schulen unabhängig von ihrer Trägerschaft haben Vertreter der Freien Schulen bei einem Treffen mit Bundespräsident Horst Köhler in Berlin gefordert. „Gute Bildung für alle“ lasse sich am besten durch Vielfalt, Individualisierung und durch einen positiv verstandenen, qualitätsfördernden Wettbewerb der Bildungseinrichtungen erreichen, bekräftigten Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft Freier Schulen (AGFS) beim Empfang durch Köhler in Schloss Bellvue in Berlin.

Gegenstand des Gesprächs war nach Angaben der AGFS die Situation im deutschen Bildungswesen und die besondere Rolle der Freien Schulen. Neben dem Vorsitzenden der AGFS, Michæl Büchler vom Bundesverband Deutscher Privatschulen e.V. (VDP), nahmen außerdem Dr.  Erika Risse von der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime, Dr.  Lukas Schreiber vom Arbeitskreis Katholischer Schulen, Manfred Hermann vom Arbeitskreis Evangelischer Schulen sowie Norbert Handwerk vom Bund der Freien Waldorfschulen teil.

Schulen in freier Trägerschaft geben seit jeher vielfältige Impulse für das gesamte öffentliche Bildungswesen und verstehen sich als dessen integraler Bestandteil. Nach Meinung der AGFS ist allerdings eine bessere staatliche Finanzierung für die Freien Schulen dazu notwendig. Sie solle Schülern aller sozialen Schichten den Zugang zu diesen Schulen erleichtern.

Nach Ansicht der AGFS müssen insgesamt mehr Ressourcen zur Erfüllung des gesellschaftlichen Bildungsauftrags bereitgestellt werden, Bildung und Bildungspolitik immer wieder in den Fokus der öffentlichen Debatte gebracht werden. Ausgaben für Bildung seien wichtig und als Investitionen in die Zukunft des Standorts Deutschland zu begreifen. Notwendig sei auch eine vermehrte gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit der Lehrer, betonten die AGFS-Vertreter beim Bundespräsidenten.

End/nna/ung

Link: ww.agfs.org

Bericht-Nr.: 080220-01DE Datum: 20. Februar 2008

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Förderpreis Ökologischer Landbau wieder an Demeter

DARMSTADT (NNA). Auch in diesem Jahr ist wieder ein Demeter-Betrieb mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet worden: diesmal ging der zweite Preis an den Hof der Familie Schmid in Westhausen bei Aalen (Baden-Württemberg).

In ihrer Begründung würdigte die Jury, die den Preis während der Internationalen Grünen Woche in Berlin bekannt gab, die besondere Vielfalt des biologisch-dynamischen Betriebes auf der Schwäbischen Alb.

Auf dem 107 Hektar großen Hof leben rund 1700 Landgockel, Enten, Gänse, Puten, 35 Mutterkühe und 50 Schweine. Alle Tiere haben Zugang zum Freien. Auf 20 Prozent der Ackerfläche wird regelmäßig ein Brachejahr eingelegt und eine üppige Bienenweide angesät. Mit einer Holzhackschnitzelanlage setzt Familie Schmid außerdem auf eine umweltschonende Energieversorgung. Auch als Arbeitgeber gibt der Hof ein gutes Beispiel: 13 Menschen sind in Voll- und Teilzeitstellen aktiv. 

Schon seine ökologische Geflügelhaltung mit 3.000 Legehühnern im Mehrklimastall ist eine Besonderheit. So werden die Eintagsküken auf dem Hof großgezogen und bleiben dort bis zu ihrer Schlachtung vor Ort. Zucht und Mast werden miteinander verbunden, und es finden keine Tiertransporte statt. Durch den Einsatz der Rasse „Lohmann Silver“ können Bettina und Manfred Schmid sowohl Eier als auch Suppenhühner vermarkten, weil sowohl die Lege- als auch die Fleischleistung ausgewogen ist. Wochenmärkte, Naturkosthandel, Kantinen und Spitzengastronome wie der Fernsehkoch Vincent Klink werden direkt beliefert, alle auf dem Hof produzierten Waren werden direkt vermarktet

Der seit 1984 biologisch-dynamisch wirtschaftende Hof ist zudem der erste Kneipp-Gesundheitshof in Baden-Württemberg. Er bietet spezielle Fitness-Einrichtungen und Ferienwohnungen für Gäste.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 080220-02DE Datum: 20. Februar 2008

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