. . . Nachrichten für eine andere Welt Suche Nachrichtenarchiv
   

NNA
ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft.


English site

   




Mon, 17 Mar 2008

Getreidemangel: Demeter erlaubt bis zu 30% Bio

Von Michæl Olbrich-Majer

DARMSTADT (NNA). Die bundesweit schlechte Getreideernte des Sommers 2007 zwingt den Demeter-Verband zu einer ungewöhnlichen Ausnahme: Für kurze Zeit kann bestimmten Demeter-Getreideprodukten Korn aus kontrolliert biologischem Anbau beigemischt werden, das muss auf der Packung deklariert werden. Die Ausnahmeregelung ist befristet, bis Demeter-Getreide wieder ausreichend verfügbar ist und vom jeweiligen Unternehmen bei Demeter in Darmstadt zu beantragen.

Der Grund für diese Ausnahme, die keine Änderung der Richtlinien bedeutet, ist, dass weder aus Deutschland noch aus anderen Ländern oder Weltregionen genügend Demeter-Getreide auf dem Markt ist, um in allen Fällen die Herstellung von 100%igem Demeter-Brot oder Müsli bis zur nächsten Ernte sicherzustellen.

Der Aufsichtsrat des Verbandes fürchtet, dass wenn die Demeter-Produkte einmal aus dem Handel sind, die Neueinlistung in die Regale äußerst schwierig wird: Der Markt für Demeter-Landwirte und Verarbeiter würde schrumpfen. Das kann sich der Verband angesichts der kritischen Situation nicht leisten: der allgemeine Mangel an Bio-Umstellern in Deutschland verschärft das aufgrund der Mißernte knappe Angebot besonders an biodynamisch erzeugten Lebensmitteln. Anders als bei vielen anderen Bioprodukten kann bei Demeter im Normalfall nicht einfach ein Teil Bioware verwendet werden.

Die Entscheidung ist nicht ohne Kritik, in den Verbandsgremien allerdings unumstritten: Zertifizierungsrat, Vorstand, Aufsichtsrat und Demeter-International haben dieses Vorgehen gebilligt.

Bereits zuvor war es in Einzelfällen befristet möglich, Demeter-Produkten bis zu 30% Bio-Anteil beizumischen, wenn ein Markt für ein bestimmtes Erzeugnis aufgebaut werden sollte und die 100% absehbar waren. Denn landwirtschaftliche Produktion lässt sich, anders als der Ausstoß von Industriewaren, nicht einfach von heute auf morgen steigern.

Der Demeter-Verband versucht aktuell, mit einer Reihe von Aktivitäten eine solche Notlage für die Zukunft zu vermeiden. So sind z. B. alle Demeter-Hersteller aufgefordert, zur Rohstoffsicherung langfristige Verträge mit den Lieferanten abzuschließen. Auch die intensivierte Werbung von Umstellern auf bio-dynamisch zielt darauf, die wachsende Nachfrage befriedigen zu können. So werden voraussichtlich nur wenige Produkte von der Ausnahmeregel betroffen sein.

END/nna/cva

Michæl Olbrich-Majer ist Redakteur von Lebendige Erde

Bericht-Nr.: 080317-01DE Datum: 17. März 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

 

 


Nachrichtenarchiv

Neueste Berichte