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Razzia auf Biohof: Anwalt relativiert Medienberichte
Demeter-Verband betont Interesse an lückenloser Aufklärung der Vorwürfe - Autoritäre Strukturen nicht mit bio-dynamischer Wirtschaftsweise vereinbar MÜNCHEN (NNA). Unter den Überschriften „Waffen auf dem Biohof“ und „Allgäuer Biohof-Sekte unter Betrugsverdacht“ machte ein Biohof mit Demeter-Anerkennung im Allgäu im April in den Medien Schlagzeilen. Der Biobauer Günter M. sei verhaftet worden hieß es unter dem Verdacht, Steuern im Millionenhöhe hinterzogen zu haben. Außerdem seien auf dem Hof bei einer Polizeirazzia Waffen und Drogen in größeren Mengen sichergestellt worden. Diese Berichte sind jetzt vom Anwalt von Günter M. , Steffen Ufer, relativiert worden. Es sei nicht richtig, schreibt Ufer an NNA auf Anfrage, dass auf dem Hof unerlaubte Waffen sichergestellt worden seien. Es seien nur „einige wenige Waffen“ entdeckt worden, für die ein Hofbewohner auch einen Waffenschein habe. Bei den Drogen handele es sich um „relativ geringe Mengen Marihuana“, die dem Eigenkonsum gedient hätten und mit denen „keinerlei Handel getrieben“ wurde. Zu den Vorwürfen gegenüber Günter M. schreibt der Rechtsanwalt weiter, aus einem Streit mit einem ehemaligen Mitglied des Michælshofs sei der Vorwurf entstanden, Günter M. habe einem von diesem Mitglied betriebenen Unternehmen Geld vorenthalten und dieses Geld sei auch an den Steuerbehörden vorbeigegangen. Die Behörden seien auf die Vorwürfe durch eine Reihe von Zivilprozessen aufmerksam geworden, die entstanden seien, weil das ehemalige Mitglied des Hofs Unterschriften seiner Ehefrau gefälscht habe und deswegen angezeigt worden sei. Es sei unklar, wann die Ermittlungen abgeschlossen würden und ob und gegen wen Anklage erhoben würde, schreibt Rechtsanwalt Steffen Ufer weiter. Sein Mandant Günter M. befinde sich noch in Haft. Der Michælshof ist nach Angaben von Ufer weiterhin mit Produkten auf den Märkten im Süddeutschen Raum vertreten. Der Betrieb auf dem Hof gehe weiter, auch wenn er durch die Blockade aller Konten und Beschlagnahmen durch die Staatsanwaltschaft, „auch der Unterlagen, die strafrechtlich niemals eine Rolle spielen konnten“, erschwert werde. Da der Michælshof sowohl Bio- als auch Demeter-zertifiziert ist, äußerte sich auch der Demeter-Bund zu den Berichten. Es seien keine Verstöße gegen die EU-Bio-VO und/oder gegen Demeter-Richtlinien festgestellt worden, hieß es in der Pressemitteilung des Demeter-Bundes. Die Vorwürfe bezögen sich nach allen vorliegenden Informationen auf wirtschaftliche Vorgänge, die nicht in Bezug zu Demeter stünden. Auch der Verband sei an einer raschen und lückenlosen Aufklärung durch die Justiz interessiert. Kriminelle Machenschaften passten nicht zum Werte-Kanon der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise, betont Demeter. Zu den Berichten über autoritäre und sektenartige Strukturen auf dem Hof schreibt Demeter, diese Berichte „entziehen sich der Bewertung durch den Verband“. Demeter führe weder Gesinnungsprüfungen durch noch regele der Verband die Abläufe und Strukturen auf den Höfen. Die Bio-dynamische Wirtschaftsweise mit ihrem anthroposophischen Hintergrund „achtet und respektiert jedoch gerade die individuelle Freiheit des Menschen und regt an zum Handeln in ethischer und spiritueller Verantwortung“. Wie aus der Anwaltskanzlei in München verlautete, stoßen die Vorgänge um den Michælshof auf großes Medieninteresse, die Anfragen nähmen kein Ende. End/nna/jh Bericht-Nr.: 080508-01DE Datum: 8. Mai 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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