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Landgericht Berlin hebt einstweilige Verfügung gegen RBB-Fernsehen wegen „Alte Ziegelei Rädel“ auf
Veröffentlichung der Vorwürfe gegen die ehemalige pädagogische Leiterin der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung wieder zulässig - Neues Management für die Einrichtung BERLIN (NNA). Im Streit um die Misshandlungsvorwürfe gegen die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung „Alte Ziegelei“ in Rädel/Kloster Lehnin bei Potsdam hat das Landgericht Berlin eine von der pädagogischen Leiterin erwirkte einstweilige Verfügung gegen den RBB wieder aufgehoben, nach der eine Veröffentlichung der Vorwürfe untersagt wurde. Dies bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts NNA gegenüber. Laut der Sprecherin hielt jedoch das Landgericht einen zweiten Beschluss aufrecht, der dem RBB und der Journalistin Nina Bednarz eine in der Sendung “Brandenburg Aktuell” aufgestellte Behauptung untersagt, wonach sich die Einrichtung zur angeblichen Notwendigkeit von “Gewalt gegen Kinder” erklärt habe. Tatsächlich habe die Einrichtung eine solche Erklärung niemals abgegeben, erklärte der Pressesprecher der Einrichtung. Mehrere Eltern der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung hatten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen Misshandlung Schutzbefohlener erstattet und sich dann auch an das RBB-Fernsehen gewandt. Die Einrichtung arbeitet auf der Basis der Waldorfpädagogik. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen laufen noch. Der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in Berlin, Detlef Hardorp, hatte dem Sender vorgeworfen, er habe sich von unzufriedenen Eltern der Einrichtung instrumentalisieren lassen. Außerdem bestehe durch die Art der Berichterstattung die Gefahr einer „medialen Vorverurteilung“. Die Landesarbeitsgemeinschaft hat wegen der Sendung „Klartext“ im RBB-Fernsehen am 2.Juli eine Beschwerde an die Intendantin von RBB gerichtet. In „Klartext“ wurde über die Ermittlungen in der Einrichtung berichtet. Dabei kamen auch ehemalige Mitarbeiter sowie Kinder, die in der „Alten Ziegelei“ waren und von den Eltern wieder herausgenommen wurden, zu Wort. In dem Fernseh-Beitrag werden auch ehemalige Mitarbeiter der „Alten Ziegelei“ zitiert. Sie beklagen die zu geringe personelle Ausstattung, Praktikanten würden mit Kindergruppen allein gelassen. Außerdem gäbe es Kinder, die HIV positiv seien, ohne dass die betreuenden Personen davon wüssten. Eltern beschweren sich außerdem über das angeblich zu niedrige schulische Niveau der Einrichtung und stellen generell die Professionaliät der Einrichtung infrage. Der Streit ist nicht ohne Auswirkung auf die Kinder- und Jugendeinrichtung geblieben: etwa ein Viertel der betreuten Kinder sei von „verunsicherten Eltern“ abgemeldet worden, so die jüngste Pressemitteilung der LAG, wodurch die Einrichtung in „große finanzielle Schwierigkeiten“ geraten sei. Diese konnten nur dadurch aufgefangen werden, dass im Einvernehmen mit dem Landesjugendamt und dem Trägervorstand in Rädel ein größerer anthroposophisch orienterierter Träger, der Parceval Jugendhilfe Verbund, das fachliche und wirtschaftliche Management der Einrichtung übernimmt, so die Pressemitteilung weiter. Das hat unter anderem dazu geführt, dass die beiden leitenden Persönlichkeiten der Aufbauphase der Einrichtung, Erwin Roth und Angelika Gilde, einvernehmlich die Einrichtung verlassen haben. Beide äusserten letzte Woche, dass sie in der neuen Zusammenarbeit mit Parceval “einen Neuanfang sehen, der auch große Chancen für die Einrichtung mit sich bringt”. END/nna/cva/vog Bericht-Nr.: 080914-01DE Datum: 14. September 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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