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Armut entsteht vor allem durch Bildungsmangel
SEKEM weist aus Anlass der Fairen Woche auf die Notwendigkeit von nachhaltigen Konzepten für die Entwicklungsländer hin – Neue Broschüre erhältlich BOCHUM (NNA). Auf die Wechselwirkung von Fairtrade-Handel und biologischem Anbau hat Ibrahim Abouleish, Gründer des Bio-Pionier Projekts SEKEM in Ägypten und Träger des Alternativen Nobelpreises hingewiesen. „Bio und fair verstärken sich gegenseitig. Entwicklung kann nur nachhaltig sein, wenn sie ganzheitlich gedacht und gemacht wird,“ betonte Abouleish anlässlich der Fairen Woche. Durch die Aktion würden Prinzipien in der Öffentlichkeit deutlich, wie sie das SEKEM-Projekt in Ägypten seit mehr als 30 Jahre zugrundelege. Die Entwicklungsinitiative sei dabei ganz neue Wege gegangen in der Überzeugung, dass die komplexen und voneinander abhängigen Probleme Ägyptens ganzheitliche Lösungsansätze benötigten, heißt es in der Pressemitteilung von SEKEM weiter. Armut sei bedingt durch Bildungsmangel, der wiederum durch Armut verschärft werde. Das verstärkte Auftreten von Krankheiten werde sowohl durch Armut und Mangelernährung als auch durch Unwissen und Umweltschäden, sehr oft auch durch die Arbeit in der Landwirtschaft mit chemischen Düngemitteln verursacht. Arbeitslosigkeit und unfaire Bedingungen im Welthandel machten es für den Einzelnen schwierig, aus diesem Kreislauf außubrechen, betont SEKEM. Durch die Verbindung der wirtschaftlichen Erfolge der biologisch-dynamischen Landwirtschaft mit sozialen Projekten und einer intensiven Kulturarbeit gelang es SEKEM, diesen verhängnisvollen Kreislauf zu durchbrechen. Das Projekt unterhält eine eigene Schule mit Kindergarten und Heilpädagogik, eine Berufsschule und ein Gesundheitßentrum, das über 30.000 Menschen in der näheren Umgebung versorgt. Aufgebaut wurde außerdem eine Akademie für angewandte Forschung in Wissenschaft und Kunst. Im Fachhandel, der SEKEM-Produkte führt, ist dazu eine neue Broschüre erhältlich, die Kunden und Interessenten das nachhaltige Entwicklungskonzept und die Fairtrade-Produkte von SEKEM vorstellt. Durch die SEKEM-Produkte werde ganz konkret erlebbar, wie jeder seinen Beitrag leisten könne, durch faire Handelsbeziehungen zu einer positiven Veränderung in Ägypten beizutragen. Steige der Absatz der SEKEM-Produkte, so bedeutet das für die Initiative, dass wir „in Ägypten noch mehr Flächen und Erzeuger für die biologisch-dynamische Erzeugung zu gewinnen, die Produktion außuweiten und somit für noch mehr Menschen vor Ort eine soziale Sicherung bieten sowie Bildungs- und Kulturangebote ausbauen zu können,“ sagte SEKEM-Geschäftsführer Helmy Abouleish dazu. End/nna/ung Link: www.sekem.com Bericht-Nr.: 080923-02DE Datum: 23. September 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Bürger in Deutschland kaufen immer mehr Fair-Trade-Produkte
Umsatz von 193 Millionen Euro im vergangenen Jahr - Spitzenreiter sind Bananen, Kaffee und Schokolade– KarmaKonsum-Gründer Harrach startet Selbstversuch Von NNA-Korrespondentin Cornelie Unger-Leistner BERLIN/MAINZ (NNA). Rund 193 Millionen Euro haben die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr für fair gehandelte Produkte ausgegeben, das entspricht einer Steigerung von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In nur vier Jahren hat sich der Umsatz mit Fair-Trade-Produkten in Deutschland damit verdoppelt. Diese Zahlen veröffentlichte das Forum Fairer Handel in Mainz aus Anlass der Fairen Woche 2008. Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit wies bei der Eröffnung der Woche in Berlin auf die eindeutig feststellbare Wirkung des Fairen Handels hin. „Durch den Kauf fair gehandelter Produkte leisten wir hier im Norden ganz praktische Solidarität mit Produzentinnen und Produzenten in Entwicklungsländern", betonte Kortmann. Bundesweit finden noch bis Ende September zahlreiche Aktionen im Rahmen der Fairen Woche statt. Die großen deutschen Fair Handels-Importeure verzeichneten in ihrem Geschäftsjahr 2007 starke Umsatzzuwächse, wie das Forum Fairer Handel schreibt. So wuchs der Umsatz von GEPA Fair Trade Company mit Sitz in Wuppertal um sieben Prozent auf 52 Millionen Euro. EL PUENTE legte um fünf Prozent auf 6,1 Mio. Euro zu und dwp Ravensburg erzielte eine Umsatzsteigerung von sieben Prozent und liegt nun bei 5,9 Mio. Euro Umsatz. Ausgedrückt in Endverkaufspreisen erreichten Waren der Fair Handels-Importeure im Wert von 101 Millionen Euro die Verbraucher. Bei wichtigen Produkten des Fairen Handels konnten deutliche Absatzsteigerungen verzeichnet werden. Insgesamt überwiegt der Anteil von Food-Produkten gegenüber Non-Food-Artikeln. Die Fair Handels-Importeure erzielten 2007 durchschnittlich 77 Prozent ihres Umsatzes mit Lebensmitteln bei steigender Tendenz. Den größten Sprung bei Lebensmitteln machten fair gehandelte Bananen: um 27 Prozent auf knapp 16.000 Tonnen. Der Absatz des „Klassikers“ Kaffee stieg in Deutschland im vergangenen Jahr um elf Prozent auf mehr als 4.600 Tonnen, Kakao und Schokolade legten um 22 Prozent auf über 1.200 Tonnen zu und Fruchtsäfte verzeichneten ein Plus von 24 Prozent auf 2,6 Millionen Liter. Mit dem Wachstum im Fairtrade-Bereich einher geht auch ein Plus für die Bio-Produzenten in den Entwicklungsländern: mehr als zwei Drittel der fair gehandelten Lebensmittel sind auch biologisch zertifiziert.Auch der Non-FoodBereich ist im Kommen. So verdoppelte sich beispielsweise 2007 die Stückzahl der fair gehandelten Blumen. Christoph Harrach, Gründer und Betreiber des Öko-Lifestyle-Nachrichtenportals karmakonsum.de betreibt im Rahmen der Fairen Woche einen Selbstversuch unter dem Motto „Fairtrade-Man“. Zwei Wochen lang will sich Harrach ausschließlich von fair gehandelten Lebensmitteln ernähren. Ob und wie das funktioniert, berichtet er täglich per Video-Blog auf seiner Homepage. Ziel dieser Aktion ist es, aufzuzeigen, dass fair gehandelte Lebensmittel überall verfügbar sind und dass die Vielfalt bewirkt, dass der Verzehr der Produkte Spaß macht. Gemäß dem Motto von KarmaKonsum „Do Good with your money“ erfahren die Besucher der Website auch Wissenwertes über die sozialen und ökologischen Hintergründe des Fairen Konsums. Es sind auch Stellungnahmen der Nutzer möglich. In Deutschland werden Kaffee, Tee, Süßigkeiten, Kakao, Honig, Bananen, Fruchtsaft, Reis, Wein, Sportbälle, Gewürze und Blumen mit dem Fairtrade-Siegel angeboten, neu sind Textilien aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle. Eine breite Produktpalette darüber hinaus bieten die Fair Handels-Importeure an, erhältlich vor allem in den etwa 800 Weltläden Deutschlands. Hier finden sich unter anderem auch Trockenfrüchte, Gewürze, Getreide, Schmuck, Geschirr, Textilien, Kunsthandwerk und Musikinstrumente. End/nna/ung Link: www.forum-fairer-handel.de, www.karmakonsum.de/fairtrade. Bericht-Nr.: 080923-01DE Datum: 23. Septbember 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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