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Traumreise Mittelamerika
Ruth Zbinden ist eine Waldorflehrerin aus der Schweiz, die vor kurzem in Pension gegangen ist. Nun erfüllt sie sich einen Traum: Mit dem Frachtschiff ist sie nach Mittelamerika gereist, wo sie mindestens ein Jahr lang unterwegs sein wird. Unter anderem möchte sie dort in einer Indio-Dorfschule unterrichten. NNA hat sie viele interessante Berichte von dieser Tour versprochen. Hier der erste Bericht von der NNA-Reisekorrespondentin. COSTA RICA (NNA). Vor zwei Wochen legten wir in Limon an nach einer sehr interessanten, spannenden sowie erholsamen Seereise. Ich würde das gerade wieder tun. Ein Schiff kennenzulernen von der Kommandobrücke bis zum Maschinenraum, was ein wahrer Hexenkessel ist, war schlichtweg toll. Wir waren die einzigen Passagiere mit 32 russischen Männern als Mannschaft. In Costa Rica angekommen mieteten wir uns in einer Dschungelhütte gleich beim badewannenwarmen Meer ein. Die Brüllaffen haben mich jeden Morgen um fünf Uhr geweckt. Urwaldgefühle total. Nun waren wir in den Bergen, inmitten von Kaffeeplantagen, neben einem Thermalbad. Ich konnte eine Bio-Kaffee-Plantage besuchen, was mich zum folgenden Text inspiriert hat. Unser täglich Vergnügen… Einige Gedanken zum Kaffee aus Costa Rica Als Christoph Columbus vor mehr als 500 Jahren im heutigen Costa Rica an Land ging, nannte er diesen Fleck Erde „reiche Küste“, da er hoffte, hier Gold zu finden. Es gab aber so wenig, dass es sich für den Abbau nicht lohnte, nur von den Indigenas wurde es schön verarbeitet und als Grabbeigabe genutzt. So fand Columbus zu seiner Enttäuschung in Costa Rica „nur“ fruchtbares Land. Heute können wird dank dieser Erde Früchte und - was die meisten von uns täglich tun - Kaffee geniessen. Im Mittelland auf 800 bis 1300m wachsen heute grossflächige Kaffeeplantagen. Ich lernte auf meiner Reise Linda und Ernesto kennen, die bei Paraiso/Cartago eine Farm für Arabica-Kaffee auf biologischer Basis betreiben und zwar mit Kopf, Herz und Hand, d.h. ganzheitlich und mit viel Begeisterung. Die Pflege des Bodens und der ganze Kreislauf von Flora und Fauna liegen ihnen am Herzen. Wenn in Bromelienblätter Regen rinnt und von den Bäumen Blüten oder Blätter fallen, bildet sich Humus, der wieder Lebensgrundlage bildet für Lebewesen, die für die Kaffeestauden überlebenswichtig sind und Krankheiten verhindern können. Darum wird auch diesen Pflanzen grosßügig Platz zugestanden. Junge Kaffeestauden sind zarte Pflänzchen, die sorgfältig gehegt und gepflegt werden müssen. Im Alter von zwei bis drei Jahren werden sie ausgepflanzt und tragen bald Früchte. Früchte? Ja, denn es wachsen Kaffeekirschen. In der Kirsche wachsen zwei Bohnen. Im Frühjahr blühen die Pflanzen, die grünen Kirschen werden während der Regenzeit fingerbeerengross und gegen Dezember gelb/organge/rot. Jetzt beginnt die anstrengendste Zeit für die Farmer: Ernten von Hand, besonders um Weihnachten herum. Jeden Tag aufs neue gehen sie durch die Plantagen. Nach der Ernte wird der Busch zurückgeschnitten, nach ungefähr sieben Jahren oft ersetzt. Wichtig ist für qualitativ hochstehenden Kaffee dass die Plantage leicht beschattet wird, was dann die Außeichnung „shadowgrown“, d.h. im Schatten gewachsen, ergibt. Dadurch wächst weniger Blattwerk, dafür werden die Kirschen gehaltvoller. Anschliessend werden die Kirschen entsteint, die Bohnen entschleimt, gewaschen, getrocknet und entspelzt. Dann werden die Bohnen ausgelegt und an der Sonne getrocknet, nach Grösse sortiert und auch noch kleine Steinchen weggenommen und zwei bis drei Monate gelagert. Dann folgt das Rösten, Verpacken und Versenden. Unter dem Druck des Welthandels, der effiziente Bearbeitung und deshalb auch viel Einsatz von Chemikalien und Maschinen verlangt, gelangt der naturgemässe Anbau massiv unter Druck. An der „reichen Küste“ werden bereits Plantagen aufgegeben, weil die Böden verarmt sind und ein Landverkauf für den Tourismus im Moment als wirtschaftlich vorteilhafter erscheint. Doch die meisten von uns möchten auch in Zukunft täglich geschmackvollen Kaffee geniessen… Ich nehme von nun an meinen Morgenkaffee mit mehr Respekt ein. Am Freitag fliege ich weiter nach Guatemala. End/nna/ruz Bericht-Nr.: 081006-01DE Datum: 6. Oktober 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Biowochen jetzt auch in GroßbritannienLondons Spitzenköche unterstützen „Biodynamic Food Fortnight“, weil sie die Qualität der Produkte zu schätzen wissen LONDON (NNA). Die biodynamische Landwirtschaft gewinnt auch in Großbritannien in der Öffentlichkeit immer mehr Profil: überall im Land startet jetzt eine zweiwöchige Reihe von Veranstaltungen, die „Biodynamic Food Fortnight“. Sie reicht von Events auf Farmen über Probiermöglichkeiten in Restaurants oder Cafés bis hin zu Spezialaktionen der Biohändler. Vom 3. bis zum 19.Oktober dauert die Aktion, mit der die Erfolge von Biokost und biologischem Anbau gefeiert werden sollen. Es ist das zweite Mal, dass eine solche Aktion stattfindet, im vergangenen Jahr wurde sie von zwei bekannten Londoner Küchenchefs, Michel Roux und Cyrus Todiwala, unterstützt. „Spitzen-Restaurants und ihre Küchenchefs wählen immer mehr Produkte von biodynamischen Höfen, weil sie ihre hohe Qualität und ihren hervorragenden Nährwert erkennen,“ betonte die Biodynamic Agricultural Association, die die Veranstaltung ausrichtet. Demeter ist die internationale Dachorganisation, die mit ihrem Netzwerk von regionalen Zertifizierungsinsitutionen die Qualität der biodynamischen Produkte auf der ganzen Welt gewährleistet. Das Demeter Logo gilt als Kennzeichen dafür, dass die Produkte, auf denen es zu finden ist, nach den strengen internationalen Kriterien für biodynamische Erzeugnisse hergestellt worden sind. Die „Biodynamic Food Fortnight“ beginnt am 3. und 4.Oktober mit einem besonderen Event auf dem Borough Markt in London, wo Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte aus biodynamischer Produktion zu kaufen sein werden. Zusätzlich wird es Präsentationen zur Philosophie geben, die der biodynamischen Landwirtschaft und ihren Produkten zugrunde liegt. Erzeuger, Vertrieb, Groß- und Einzelhändler werden beteiligt sein. Die biodynmische Wirtschaftsweise wurde 1924 durch die ganzheitlichen und spirituell orientierten Forschungen von Rudolf Steiner (1861-1925) begründet. In den letzten 85 Jahren hat sie sich zu einer weltweiten Bewegung entwickelt, die heute in mehr als 40 Ländern vertreten ist. Sie ist eine der nachhaltigsten und organischsten Wirtschaftsweisen und kann in jedem Klima angewandt werden. Biodynamische Präparate wurden als eine Art homöopätischer Medizin für die Erde bezeichnet. Forschungen, die die Wirkung von konventionell erzeugten Lebensmitteln mit denen der biodynamischen Produkte verglichen haben, kamen zu dem Ergebnis, dass letztere sich positiver auf Gesundheit und Lebenskraft auswirken. End/nna/cva/ung Bericht-Nr.: 081006-02DE Datum: 6. Oktober 2008 © 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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