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Tue, 21 Oct 2008

Gesundheit durch Weltverstehen und ehrliches Interesse

Über 1000 Besucher beim ersten Kongress für Anthroposophische Medizin in Filderstadt – Therapien konnten erlebt werden

Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

STUTTGART/FILDERSTADT (NNA). „Anthroposophische Medizin - erleben erfragen verstehen“ - dazu bot sich auf dem ersten Gesundheitskongress mit dem gleichnamigen Titel in Filderstadt Gelegenheit. Über 1000 Besucher konnten auf diese Weise erfahren, was ganzheitliche Medizin heute bedeutet. Organisiert hatte den Kongress D. A. M. i.D, der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland.

DAMID ging es nicht nur um die Information zu Heilmitteln, sondern auch darum, umfassende Sichtweisen von Krankheit und Gesundheit zu vermitteln. Der Mensch kann für sich selbst vorsorgen oder es lernen und so Salutogenese betreiben – das war eine Erkenntnis, die die Besucher vom Kongress mitnehmen konnten. Außerdem konnte man erfahren, was Patientenkompetenz bedeutet, ein mündiger Patient zu werden, der als Partner von Ärzten und Therapeuten seinen individuellen Weg zur Heilung findet.

Die Anthroposophische Medizin wird heute in über 80 Ländern praktiziert und forschend weiterentwickelt. In zahlreichen Vorträgen und Workshops zeigten und erklärten Ärzte und Therapeuten anhand vieler Beispiele, wie die Anthroposophische Medizin arbeitet - wie die Arzneimittel wirken und was sie so besonders macht.

Was können die spezifischen Therapien, Heileurythmie, Kunsttherapie und Rhythmische Massage leisten, wurde referiert. Durch Farben, Klänge, Rhythmen, Formen oder gestaltetes Sprechen erhält der Patient zum Beispiel die Möglichkeit, sich mit seiner Erkrankung auseinanderzusetzen und zu lernen, wie künstlerische Ausdrucksformen dazu beitragen, körpereigene Ressourcen dauerhaft zu stärken.

Wie Anthroposophische Medizin im stationären Alltag funktionieren kann, zeigten die anthroposophischen Kliniken der Region - allen voran die Filderklinik sowie die Klinik Öschelbronn und das Paracelsus-Krankenhaus in Bad Liebenzell-Unterlengenhardt.

Anhand von vielen konkreten Beispielen wurde deutlich, dass diese Häuser auch im modernen und hektischen Krankenhausalltag Raum für die menschliche Begegnung zwischen Arzt und Patient bieten. Einrichtungen der anthroposophischen Altenhilfe, die Patienteninitiative `gesundheit aktiv´ boten Publikationen zu Gesundheitsfragen an, kooperierende Krankenkassen informierten die Besucher.

Die Hersteller anthroposophischer Arzneimittel, die Unternehmen WELEDA und WALA, sowie ABNOBA und HELIXOR, die Hersteller der Mistelpräparate präsentierten sich in Gesprächen und mit Informationsbroschüren.

Kennen lernen als Rundum-Paket. Rhythmischer Massage nach Dr Ita Wegman auf der Liege, Handeinreibungen mit Lavendel bei Weleda. Auch die schon rituell anmutende, praktische Anweisung für Fußwaschung, wie sie von Birgitt Bahlmann vom Institut für Pflege und Gesellschaft aus Hannover vorgeführt wurde in dem Workshop: „Mit Schwerkranken und Sterbenden zuhause – Was Angehörige leisten können“ zeigte wie Hände „sprechen“ können, wie die Referentin es nannte.

Der Workshop „Stress positiv begegnen“ widmete sich der Frage: Was haben Aufmerksamkeit und Sinnverlust mit Stress und der heutigen Zivilisationskrankheit zu tun. Mit praktischen Übungen zeigte der Allgemeinarzt Dr.  Henrik Vögeler, Allgemeinarzt am Ita Wegman Therapeutikum, Dortmund und Vorstandsmitglied Anthroposophischer Ärzte in Deutschland, wie Körperwahrnehmung, Vertiefung des Denkens und des Empfindens sowie Gelassenheit und Selbstbewusstsein auch im Alltag durch Übungen gestärkt werden können.

„Was ist Gesundheit- was ist Krankheit? Das ist eine Kardinalfrage für uns selbst und für die Medizin“.leitete Dr Michæla Glöckler, die Leiterin der Medizinische Sektion am Goetheanum in Dornach ihren Vortrag ein.

Ist mit „Gesundheit“ lediglich die Abwesenheit von Krankheit gemeint? oder handelt es sich dabei doch eher um einen Prozess, der zwischen krankmachenden Kräften immer wieder neu entsteht. Verschiedene Zugänge gäbe es: beim physischen Zugang gilt es, die Umweltbelastungen so niedrig wie möglich zu halten, denn äußere Umstande könnten beim Wohlbefinden mitwirken. Ein weiterer Aspekt sei das Verhältnis von Arbeit und Ruhe. Dazu gehörten auch innere Werte, denn der heutige Mensch müsse in der Lage sein, in Zeiten der Frustration auch innerlich aufrecht zu bleiben.

Hierzu könne man sich überlegen „Jetzt ist es schwierig, aber wenn uns gute Gedanken durchs Leben tragen, so ist das ein wesentlicher Anteil der Kraftschöpfung“. Der Mensch lebe gesund, je mehr er sich und die Welt verstehe, je mehr er bei dem, was er erlebe, Sinn finden könne. Je mehr er Herr seines Selbst sei, das ihm sage, was gilt, spüre er die Kraft. Für den Menschen, die Menschheit, brauche es, um gesund zu bleiben, tiefgreifende Perspektiven, gesellschaftliches und kulturelles Engagement, führte Glöckler weiter aus.

Wo liegen die Quellen der Gesundheit? Was macht den Menschen widerstandsfähig? Dr. Glöckler meinte dazu: „Die Identität und Kompetenz der Welt gegenüber“ seien es, die Kraft geben und indem man sich für die Wahrheit interessiere, ehrlich mit Interesse aufeinander zugehe, fördere man die Gesundheit. Es komme darauf an, Augenblicke der inneren Ruhe zu schaffen und zu lernen, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, betonte Glöckler.

So konnten die Besucher einen ganzen Tag lang wählen zwischen einer Vielzahl von Angeboten. Heilsame Veränderungen waren schon durch die Fülle an Anregungen zu bemerken, die Besucher gingen mit viel Erlebtem, Proben und Informationsheften nach Hause und manch einer registrierte am Ende ein erneuertes Bewusstsein zum Thema Gesundheit. Dieser am Publikum orientierte Kongress machte aber auch deutlich, dass gesunde Lebensführung eines der wichtigesten Themen der Gegenwart ist.

End/nna/wil

Links: www.kongress-gesundheit.de, www.damid.de, www.weleda.de, www.wala.de, www.abnoba.de, www.helixor.de, www.gesundheitaktiv-heilkunst.de, www.ikk-hamburg.de, www.reha-gutenhalde.de

Bericht-Nr.: 081021-02DE Datum: 21. Oktober 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

Erfahrungsfelder kündigen „Kükelhaus-Jahr 2009“ an

Fünfzehntes Todesjahr des Pioniers der Sinneslehre - Sonderausstellung in Soest

SCHMALKALDEN (NNA). Zum 25.Todesjahr von Hugo Kükelhaus wird es das „Kükelhaus-Jahr 2009“ mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen geben. Dies kündigte das Netzwerk der Erfahrungsfelder zur Entfaltung der Sinne aus Anlass eines Treffens in Schmalkalden an. Kükelhaus ist ein Pionier der Sinneslehre, schon früh hatte er mit seiner Arbeit in Architektur, Handwerk und Spielzeugherstellung die Bedeutung der Sinnestätigkeit für die Entwicklung des Menschen in den Blickpunkt gerückt.

Inzwischen gibt es über 30 Erfahrungsfelder zur Entfaltung der Sinne nach den Vorstellungen von Kükelhaus. Die meisten sind in Mitteleuropa, dazu kommen erste kleinere Felder, Ausstellungen und Initiativen in anderen Ländern und Kontinenten, darunter in Kolumbien, Peru, den USA, den Philippinen und Neuseeland.

Den Auftakt des „Kükelhaus-Jahres 2009“ soll am letzten März-Wochenende ein Kongress in Wiesbaden bilden. Weitere Aktivitäten sind zur Person von Kükelhaus und generall zum Thema „menschliche Sinne“ geplant. Vier zentrale Bücher von Kükelhaus werden neu herausgegeben, darunter seine wichtigsten Werke “Entfaltung der Sinne” und “Das Wort des Johannes” sowie eine Zusammenstellung von Rundfunkvorträgen. Angekündigt wurde auch ein “Erfahrungsfeld-Buch”, eine Art Reiseführer zu den Erfahrungfeldern und zum Thema Sinne.

Mehrere neue Erfahrungsfelder stehen vor der Eröffnung – so in der Heimatstadt von Kükelhaus, Soest in Westfalen, wo Kükelhaus 2009 mit einer Sonderausstellung gewürdigt wird.

Bei der Weltausstellung Montreal 1967 hatte Kükelhaus mit der ersten Ausstellung von “Phän-Objekten” einen Beitrag für den deutschen Pavillon geliefert. Heute gibt es eine Vielzahl ganz individuell gestalteter Einrichtungen, in denen die Besucher einer Auswahl von Experimenten, Installationen und Stationen begegnen, die Sinneserfahrungen ermöglichen und so dem Einzelnen ihre Bedeutung nahe bringen.

Berichtet wurde auf der Tagung auch von einem fruchtbaren Austausch der Erfahrungsfelder mit der Pädagogik. So werden die neuesten Ergebnisse der Gehirnforschung mit den Erkenntnissen aus den Erfahrungsfeldern auf Tagungen für Pädagogen fruchtbar gemacht und die “Methode Erfahrungsfeld” mit Aus- und Fortbildungen bis in die Universitäten hinein getragen. 

Zum „Kükelhaus-Jahr 2009“ wurde ein Logo entwickelt, das von den Netzwerk-Teilnehmern verwendet werden kann. Auf der Internet-Seite der Hugo-Kükelhaus-Gesellschaft Soest werden ab Dezember alle Termine abrufbar sein. End/nna/wsh

Link: www.hugo-kuekelhaus.de/2009

Bericht-Nr.: 081021-01DE Datum: 21. Oktober 2008

© 2008 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

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