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Waldorf-Kriseninterventionsteam muss Gaza verlassen
Über 1700 Kinder nach Angaben der UNO durch Militäraktion Isræls verletzt – „Freunde der Erziehungskunst“ rufen zu Spenden auf EL ARISH, Ägypten (NNA). Ein Kriseninterventionsteam der internationalen Organisation für Waldorfpädagogik, „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“, das in Gaza traumatisierte Kinder betreut hat, musste seine Arbeit auf den dringenden Rat der UNO und des deutschen Auswärtigen Amts hin jetzt abbrechen und nach El Arish in Ägypten zurückkehren. Die Behörden rieten allen ausländischen Delegationen dringend, nicht in Gaza zu bleiben, weil Ägypten angekündigt hatte, es werde den Grenzübergang Rafah am letzten Donnerstag (5.2.2009) schließen. Danach werde es nicht mehr möglich sein, nach Ägypten zurückzukehren. Das 15 Personen umfassende Team, dem anthroposophisch orientierte Ärzte, Therapeuten, Krankenpfleger und Pädagogen angehören, hat nach Angaben der „Freunde der Erziehungskunst“ Gaza am Mittwoch verlassen und wartet jetzt in der ägyptischen Stadt El Arish auf eine Möglichkeit zur Rückkehr. Aufgrund der instabilen Situation in der Region ist unklar, wann der Grenzübergang wieder geöffnet wird und ausländische Helferteams zurückkehren können. Die „Freunde“ hoffen, dass ihr Team seine Arbeit in nächster Zukunft wieder aufnehmen kann. Die Organisation ruft auch dazu auf, sich an den Kosten für den Einsatz zu beteiligen, die bei 43.000 Euro liegen (55.000 US-Dollar). Die „Freunde der Erziehungskunst“ haben jahrzehntelange Erfahrung mit Hilfsaktionen für Kinder in Kriegsgebieten oder auch in der Folge von Naturkatastrophen wie zum Beispiel in Libanon in den Jahren 2006/7 oder beim Erdbeben in China im vergangenen Jahr. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Organisation, ein Interventionsteam nach Gaza zu schicken. Es soll Kindern, die durch die jüngsten Kampfhandlungen Traumata erlitten haben, und ihren Familien Hilfe leisten. Nach Zahlen der UNO vom Januar sind in Gaza ungefähr 1.300 Palästinenser umgekommen, 5.300 wurden verletzt, 34 Prozent von ihnen sind Kinder. Die dreiwöchige Militärinvasion Isræls hat außerdem umfangreiche Schäden und Zerstörungen verursacht. Zahlreiche Kinder, die den Raketenangriffen ausgesetzt waren, sind traumatisiert und brauchen dringend Hilfe, um weiteren psychologische Nachwirkungen wie posttraumatische Belastungsstörungen vorzubeugen oder sie zu vermindern, erklärten die „Freunde der Erziehungskunst“. Die Waldorfpädagogik und die verschiedenen anthroposophischen Therapieformen seien besonders geeignet für diese Aufgabe, heißt es in einer Pressemitteilung der „Freunde”. Auch Lehrer würden dabei unterstützt werden, mit den Kindern in der Schule wieder zurecht zu kommen. Die Organisation betont, dass die Krisenintervention ausschließlich aus humanitären Gründen erfolgt sei und dass sie mit der Waldorfschulbewegung in Isræl abgestimmt worden ist. Die Unterstützungsaktion wurde mit Hilfe des Deutschen Auswärtigen Amts durchgeführt, das sich mit den ägyptischen und isrælischen Behörden in Verbindung gesetzt hatte. Bis Mittwoch arbeitete ein Teil des Teams im südlichen Gaza, ein anderer im Norden. Der Einsatz sei organisiert worden von „unserem Kooperationspartner“, dem Gaza Community Mental Health Programme (GCMHP), einer großen Palästinensischen Dachorganisation, die mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Ärzteorganisation für Menschenrechte “Physicians for Human Rights” in Isræl zusammenarbeitet. Falls das Kriseninterventionsteam nicht nach Gaza zurückkehren darf, will es versuchen, eine Erlaubnis zu erhalten, mit den Kindern in den Flüchtlingscamps zu arbeiten, die an der Grenze zum palästinensischen Territorium in Ägypten liegen. End/nna/cva/ung Link: www.freunde-waldorf.de/die-freunde/arbeitsbereiche/pædagogische-nothilfe/2009-gaza/ Bankverbindung für Spenden: GLS Bank, Bochum, Konto Nr. 13042010, BLZ 43060967, Kennwort “Gaza” Bericht-Nr.: 090207-01DE Datum: 7. Februar 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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