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Thu, 26 Mar 2009

Kreativität ins Klassenzimmer bringen

LONDON (NNA). Kreativität im Klassenzimmer war das Thema einer Konferenz, zu der die britische Waldorforganisation SWSF (Steiner Waldorf Schools Fellowship) am 28.Februar nach London einlud. Sie richtete sich an Lehrer im staatlichen Schulbereich und kam gerade rechtzeitig, nachdem die britische Schulaufsicht Ofsted mit ihrem Einschreiten gegen langweilige Schulstunden gedroht hatte. Zu wenig Abwechslung im Lehrplan sei verantwortlich für viele Verhaltensauffälligkeiten der Schüler, wurde argumentiert.

„Die Steiner Waldorf Schools Fellowship ist stark daran interessiert, praktikable Wege zu entwickeln, um den Dialog zwischen Waldorfschulen und den staatlichen Schulen zu verbessern,“ erklärte das SWSF.  Die Fähigkeit, Schüler zu begeistern und eine Liebe zum Lernen zu entwickeln, die ein Leben lang anhält, sei lebenswichtig, so die Organisation weiter.

Mit der Eröffnung der ersten öffentlich-finanzierten Waldorfschule in England, der Steiner Academy in Hereford, sei der Waldorfschulbewegung ein wichtiger Schritt nach vorn gelungen in ihrem Bestreben, ein integraler Bestandteil der Erziehungskultur und der Gemeinschaft aller Schulen in England zu werden, hieß es in einer Pressemitteilung.

Die eintägige Konferenz wurde vom SWSF in Verbindung mit der Rudolf Steiner Schule Kings Langley und dem Rudolf Steiner Haus durchgeführt. Auf dem Programm stand eine Mischung von Gesprächsrunden, Workshops und Unterrichtsbeispielen. Es richtet sich an Lehrer staatlicher Schulen mit Schülern von sieben bis vierzehn Jahren und zielte darauf ab ihnen neue Ideen und gedankliche Nahrung für ihre Unterrichtspraxis zu liefern.

End/nna/cva/ung

Bericht-Nr.: 090326-04DE Datum: 26. März 2009

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LOHAS-Portal schreibt öko-sozialen Gründerpreis aus

FRANKFURT (NNA). Existenzgründer mit ökologisch-nachhaltigen und/oder sozialen Geschäftsideen können sich um einen neuen Gründerpreis bemühen, den das Online-Nachrichtenportal KarmaKonsum vergibt. Er steht unter dem Motto „Strategien für LOHAS und neues Wirtschaften“. Teilnehmen können Projekte aus dem öko-sozialen Markt, die in Deutschland nach 2007 gegründet wurden. Die Produkte oder Dienstleistungen sollten idealerweise den Endverbraucher ansprechen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung von KarmaKonsum. Auch Non-Profit-Projekte sind zugelassen. Die grüne Geschäftsidee muss anhand einer zehnseitigen Gründungsskizze bis zum 19.April 2009 bei KarmaKonsum eingereicht werden.

Ziel des ersten KarmaKonsum Gründerpreises, der in Zusammenarbeit mit der GLS-Bank und GreenVenture.net vergeben wird, ist es, Gründern im neogrünen und sozialen Markt eine fundierte Förderung zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, relevante Branchenkontakte zu knüpfen. Der Preis umfasst ein Dienstleistungspaket im Wert von 30.000 Euro, u.a. Coaching und Werbeleistungen. Er wird anlässlich der KarmaKonsum Marketing-Konferenz am 19./20.Juni in Frankfurt überreicht werden. Die Konferenz findet zum dritten Mal statt. Sie möchte Entscheidungsträger bereits etablierter Unternehmen mit den Vertretern des neuen öko-sozialen Lifestyles, die mit dem LOHAS gekennzeichnet werden, zusammenbringen. LOHAS ist die Abkürzung für Lifestyle of Health and Sustainability. Als Konsumenten bemüht sich diese neue und immer weiter wachsende Community darum, mit dem von ihnen ausgegebenen Geld im ökologisch-sozialen Sinn wertvolle Produkte und ihre Erzeuger zu unterstützen.

End/nna/ung

Link: www.karmakonsum.de/award

Bericht-Nr.: 090326-03DE Datum: 26. März 2009

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Neue Werkausgabe von Karl König

EDINBURGH/BERLIN/STUTTGART (NNA). Die Veröffentlichung einer neuen Werkausgabe der Schriften des Gründers der Camphill-Bewegung, Karl König, schreitet weiter voran.

Die Gesamtausgabe ist ein gemeinsames Projekt des Ita Wegmann Instituts für Anthroposophische Grundlagenforschung in Arlesheim und des Karl König Archivs in Aberdeen. Sie umfasst die Gesamtheit des Werks von Karl König, seine Bücher, Essays, Manuskripte, Vorträge und Vortragsmitschriften, Tage- und Notizbücher sowie das künstlerische Werk und eine ausgedehnte Korrespondenz.

Karl König, ein 1902 in Wien geborener Kinderarzt, begründete die internationale Camphill-Bewegung. Die erste Einrichtung entstand in Aberdeen in Schottland, da König aufgrund seiner jüdischen Herkunft vor den Nazis aus Österreich fliegen musste. Auf der Basis seines Werks sind Schulen und Dörfer für Kinder und Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen auf der ganzen Welt entstanden.

Die Werkausgabe wird getrennt in Englisch und Deutsch veröffentlicht, von Floris Books in Edinburgh und vom Verlag Freies Geistesleben in Stuttgart. Drei Bände sind im vergangenen Sommer und Herbst in Großbritannien schon veröffentlicht worden, der nächste Band soll im April erscheinen. Die ersten beiden Bände in Deutsch sind ebenfalls im Herbst erschienen, die nächsten beiden wurden für das Frühjahr angekündigt.

Wie das Berliner Büro des Karl König Archivs mitteilte, ist vorgesehen, jeweils im Frühjahr und im Herbst jedes Jahres zwei Bände des Gesamtwerks heraußugeben. Die Einzelbände werden zwölf thematische Kategorien umfassen. „Das Ziel der Ausgabe ist es, Königs Werk umfassend öffentlich zugänglich zu machen – eine Aufgabe, an der viele Menschen aus verschiedenen Ländern beteiligt sind,“ heißt es in der Pressemitteilung des Archivs.

End/nna/cva/ung

Bericht-Nr.: 090326-02DE Datum: 26. März 2009

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Finanzkrise zeigt: Nachhaltigkeit auch bei Geld nötig

Alternativbanken auf Erfolgskurs – Rückbesinnung auf Kerngeschäft gefordert – Kunden hinterfragen Geschäftspraktiken (Zusammenfassung)

BOCHUM/FRANKFURT (NNA). Die gegenwärtige weltweite Krise im Finanzsektor birgt nach Auffassung der ethisch-ökologisch wirtschaftenden Banken die Chance, Nachhaltigkeit auch im Umgang mit Geld durchzusetzen. Mit diesem Ziel gründeten die elf weltweit führenden nachhaltigen Banken Anfang März in den Niederlanden ein neues, internationales Bündnis mit dem Ziel die gemeinsame Entwicklung einer sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen und erfolgreichen Alternative zum global krisenbehafteten Finanzmarkt in der gegenwärtigen Form zu bieten.

Laut Pressemitteilung der in Bochum beheimateten sozial-ökologischen GLS Bank, gehören zu der bei einem Treffen vom 2. bis 4. März gegründeten, international aufgestellten „Global Alliance for Banking Values“ neben der GLS Bank u.a. die BRAC Bank, Teil der BRAC Group und weltweit größtes Mikrofinanzinstitut mit Sitz in Bangladesch, die ShoreBank aus Chicago sowie die niederländische Triodos Bank. Zusammen verfügen die elf Banken, die sich alle den höchsten sozial-ökologischen Werten verschrieben haben, über Einlagen von über 10 Mrd. US-Dollar und betreuen über sieben Millionen Kunden in 20 Ländern.

Die Allianz plant, die entwickelten Arbeitsweisen und Finanzierungsinstrumente international zu bündeln, Organisationen aufzubauen, die besser auf nachhaltige Ziele ausgerichtet sind, sowie neue Eigentumsformen und ökonomische Kooperationen zu schaffen.

GLS Bank Vorstandssprecher Thomas Jorberg betonte die Bedeutung der Partnerschaft: „National geben wir bereits seit langem Impulse für politische und gesellschaftliche Diskussionen. Doch gerade jetzt, in Zeiten der Krise und des Umbruchs, ist es entscheidend, dass sich erwiesenermaßen starke Partner zusammenschließen, um ihr Know-how international zu bündeln und auch global beispielgebend zu agieren.“

„Im Gegensatz zu den konventionellen arbeiten die alternativen Banken sehr profitabel, wachsen und erweisen sich als krisensicher“ führte Peter Blom, Vorstand der Triodos Bank, laut Pressemitteilung aus. „Obwohl es außer Mode war, hielten sie sich an das klassische Kerngeschäft von Banken, das die Bedürfnisse der Menschen sowie ökologische Aufgaben auf der einen und die Rendite auf der anderen Seite im Gleichgewicht hält. Es gibt nicht nur eine Antwort auf die globale Finanzkrise, sondern zahlreiche. Die Vorsitzenden dieser international agierenden Institute halten viele davon bereit.“

Fazle Hasan Abed, Gründer und Vorsitzenden von BRAC erklärte während der Sitzung: „Wo auch immer wir in der Welt leben, ökonomisch sind wir zunehmend voneinander abhängig. Wenn wir die globalen Probleme, mit denen wir alle konfrontiert sind, angehen wollen, ist ein internationales Vorgehen notwendig. Wir glauben, dass diese Banken das Potential haben, die Architektur der Finanzwelt zu reformieren und dauerhafte Lösungen für bisher nicht oder unterversorgte Gemeinschaften und Sektoren anzustoßen.“

Mit dem gleichen Ziel der Nachhaltigkeit hatte die Internationale Vereinigung der sozial-ökologisch wirtschaftenden Banken in Europa, INAISE einen Acht-Punkte-Plan vorgelegt. An Politik und Finanzwirtschaft wurde appelliert, die gegenwärtige Finanzkrise zu nutzen Nachhaltigkeit auch im Umgang mit Geld durchzusetzen.

Zur Vereinigung INAISE (International Association of Investors in the Social Economy) gehören die Banca Etica (Italien), Cultura Bank (Norwegen), Ecology Building Society (Großbritannien), Ekobanken (Schweden), Freie Gemeinschaftsbank (Schweiz), GLS Bank (Deutschland), Merkur Bank (Dänemark) und die deutsche Agentur der niederländischen Triodos Bank, Triodos Finanz. Bei einem Treffen Ende letzten Jahres auf Einladung der Vereinigung in Frankfurt war der Plan verabschiedet worden.

„Oberstes Ziel muss die Rückbesinnung der Finanzwirtschaft auf ihr eigentliches Kerngeschäft sein: die Finanzierung der Realwirtschaft“, erläuterte Thomas Jorberg dazu vor Journalisten im Februar in Bochum. Der Acht-Punkte-Plan sieht außerdem eine Transparenzverpflichtung von Finanzinstituten vor, die Begrenzung ihrer Größe, den Ausschluss von Rating-Agenturen von der Entwicklung von Finanzprodukten sowie das Verbot von rein spekulativen Derivaten. Offshore-Finanzplätze sollen geschlossen oder in neue Rahmenbedingungen eingebunden werden.

In der weltweiten Finanzkrise konnten sich die alternativen Banken in Europa, die sich sozialen und ökologischen Kriterien verpflichtet haben, entgegen dem allgemeinen Trend gut behaupten. Wie auf dem Treffen der INAISE unterstrichen wurde, verzeichnen die alternativen Banken in allen Ländern Wachstum und steigende Kundenzahlen.

Darin werde auch eine zunehmend kritischere Haltung der Verbraucher deutlich, betonte Paul Ellis, Vorstandssprecher der Ecology Building Society aus Großbritannien.„In ganz Europa gibt es ein wachsendes Bewusst sein davon, dass man auch mit Geld nachhaltig umgehen muss. Die Finanzkrise hat dies auch nachdrücklich unter Beweis gestellt. Viele Menschen stellen jetzt ihre Bankverbindungen in Frage und möchten wissen, was ihre Bank mit ihrem Geld macht.“

Obwohl die Bedingungen in den europäischen Staaten sehr verschieden seien, habe sich gezeigt, „dass wir mit dem Festhalten an unseren ethischen Geschäftsmodellen auf dem richtigen Weg sind, um die ganze Branche mehr auf eine wertorientierte Entwicklung des Finanzsystems hin zu orientieren,“ so Ellis.

Die in der INAISE zusammengeschlossenen Banken wollten sich auch in Zukunft weiter bemühen, Impulse für neue Entwicklungen im Finanzwesen zu liefern. Nach den Worten von Andreas Neukirch, dem Vorsitzenden der Internationalen Bankenvereinigung und Vorstandsmitglied der deutschen GLS-Bank, betrachten sie sich als „Best-practice-Beispiele für ein fortschrittlicheres Bankwesen“.

Die Grundsätze, die in dem Acht-Punkte-Plan dargelegt wurden, sehen vor, dass sich die Banken in erster Linie darauf beschränken sollen, Geldmittel und Dienstleistungen für die Realwirtschaft bereitzustellen, anstelle mit abstrakten und rein spekulativen Geschäften Geld mit Geld zu verdienen.

Dringend erforderlich sind nach Ansicht der INAISE auch Maßnahmen gegen die unregulierte Inflation von Vermögenswerten, wie sie in den Immobilienblasen in den USA und Großbritannien zum Ausdruck gekommen sei. Sie habe eine eindeutige Tendenz, Kreditvolumen aufzublähen und durch eine kreditabhängige Wirtschaft einen falschen Wohlstand vorzutäuschen. „Neben dem Kampf gegen die Inflation bei den Konsumgütern sollte das internationale Währungssystem auch den Inflationsrisiken in Bezug auf Vermögenswerte Rechnung tragen“, heißt es in der Stellungnahme zum Frankfurter Bankentreffen.

Thomas Jorberg erläuterte dazu in Bochum den dringenden Handlungsbedarf, den die alternativen Banken in diesem Bereich sehen. Vorgegangen werden müsse insbesondere gegen die Inflation bei Grund und Boden, Immobilien, Aktien und Rohstoffen. Ihre extremen Wertschwankungen führten zu erheblichen realwirtschaftlichen Verzerrungen mit deutlich negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen.

Zu einem weiteren Punkt aus dem Programm, der Begrenzung des Größenwachstums von Institutionen, meinte der GLS-Vorstandssprecher, die Regel „to big to fail“ habe die Institute bisher dazu angeregt, überproportional zu wachsen und extreme Risiken in Kauf zu nehmen. Er appellierte, an die Finanzdienstleister, ihre Größe, Geschäfts- und Risikopolitik zu überdenken, zumal in Deutschland gerade das Gegenteil der Fall sei, wie die Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank zeige. Bereits eine der beiden Großbanken könne bei einem Zusammenbruch systemgefährdende Auswirkungen haben. Fusioniere man nun beide Banken, vergrößere man möglicherweise das Problem.

Die alternativen Banken heben in ihrem Acht-Punkte-Plan auch die entscheidende Bedeutung der Transparenz von Finanzdienstleistungen und Produkten hervor. „Transparenz ist der Schlüssel zur Überwindung der Krise und auch zur Vermeidung von weiteren Krisen in der Zukunft“, heißt es in der Erklärung. Das Hauptaugenmerk solle auf die langfristigen Interessen der Konsumenten und der Bürger gelegt werden, das dem der Aktionäre entgegengesetzt sei. Außerdem sprechen sich die Banken für eine Vereinfachung von Finanzprodukten aus, sowohl bei ihrer Funktionsweise als auch in den Vertragsbedingungen.

Schließlich ist im Acht-Punkte-Plan noch ein umfassendes öffentliches Informations- und Bildungsprogramm vorgesehen. „Die Art, wie Geld investiert wird, Zinsen bringt, eingesetzt wird und unsere Gesellschaft gestaltet, muss in viel größerem Ausmaß in das öffentliche Bewusstsein gebracht werden“, wird argumentiert. So soll das wachsende kritische Bewusstsein der Kunden seinen Teil zur Veränderung der Branche beitragen. Neben kurzfristigen Kriterien, die sich nur an der Rendite orientieren, müsse bei Geldanlagen auch die nachhaltige ökonomische, soziale und ökologische Entwicklung berücksichtigt werden, schreibt die Bochumer GLS-Bank dazu.

End/nna/ung/cva

Bericht-Nr.: 090326-01DE Datum: 26. März 2009

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