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Wed, 24 Jun 2009

Geschäftsmodell der GLS-Bank mit ungebremstem Erfolg

BOCHUM (NNA). Das Geschäftskonzept der GLS Bank erweist sich auch weiterhin als Erfolgsmodell: in den letzten 12 Monaten wuchs das Bilanzvolumen der Bank um über 35 Prozent. Die sicheren, transparenten Bankangebote mit sozial-ökologischer Ausrichtung seien „so stark nachgefragt wie nie“, betonte Vorstandssprecher Thomas Jorberg auf der Pressekonferenz der Bank in Bochum. Zur diesjährigen Generalversammlung wurden 600 Gäste aus ganz Deutschland erwartet.

Besonders interessieren sich die Bankkunden der GLS-Bank für Girokonto, Tagesgeldkonto und Sparangebote. Entsprechend konnte der GLS-Vorstand auf der Jahresversammlung seinen Mitgliedern, Kunden und Gästen erfolgreiche Zahlen präsentieren. „Im ersten Halbjahr 2009 haben wir unsere Planung wieder übertroffen“, so Jorberg. Die GLS Bank verzeichnet in 2009 ein Wachstum der Bilanzsumme von 12 Prozent, die Zahl der Kunden stieg erneut um 4.000 auf nunmehr über 66.000 Kunden.

Die gestiegene Nachfrage nach sozial-ökologischen Angeboten spiegelt Jorberg zufolge einen Wandel in der Gesellschaft wider: „Das Bewusstsein, dass sich angesichts der sich zuspitzenden Probleme grundlegend etwas ändern muss, war nie so groß wie heute.“ Die diesjährige Generalversammlung der GLS Bank widmete sich daher dem Thema: „Armuts-, Klima-, Finanzmarktkrise – drei Krisen eine Chance?“

Großen Zuspruch fand Anfang Mai diesen Jahres auch die Eröffnungsveranstaltung der neuen Geschäftsräume der Stuttgarter Filiale. Über 600 interessierte Gäste nahmen an den Feierlichkeiten teil. Eine Vergrößerung der Geschäftsstelle Freiburg ist bereits in Planung und auch in der Hauptstelle Bochum wurden Vorkehrungen für eine Erweiterung des Gebäudes getroffen.

Im laufenden Geschäftsjahr legt die GLS Bank besondere Schwerpunkte auf die Entwicklung von Fonds- und Erneuerbare Energie-Projekten

Auftakt der Generalversammlung bildete eine Podiumsdiskussion mit Dr.  Gerhard Schick, Finanzpolitischer Sprecher Bündnis 90/DieGrünen, Prof. Dr.  Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt im Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung, Dr.  Klaus Möller, Leiter der Abteilung Geschäftspolitik und Kommunikation beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und Gertrud Casel, Geschäftsführerin der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Auf der Generalversammlung wurden zudem Einblicke in die Arbeitsweisen der GLS Bank geboten. Außerdem stellten sich Prof. Götz Werner, Gründer und Gesellschafter der dm-drogerie markt Kette, und der Bochumer Anwalt und Notar Axel Janitzki zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat der GLS Bank.

Um Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit zu entwickeln lud die GLS Bank bereits in den letzten Monaten zu zahlreichen Vorträgen ein. Die große Resonanz auf die aktuellen Themen bewies, dass sich viele Menschen mit zukunftsfähigen Lösungen beschäftigen – auch in finanzpolitischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen.

End/nna/ung

Link: www.gls.de

Bericht-Nr.: 090624-03DE Datum: 24. Juni 2009

© 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

Anthroposophische Gesellschaft im Aufbruch

Von der Mission zum Experiment

Von NNA-Korrespondent Lorenzo Ravagli

MÜNCHEN (NNA). Rund 600 Menschen haben an der Tagung „Durchbrüche in die ätherische Welt“ der Anthroposophischen Gesellschaft Deutschland teilgenommen, die vom 18. bis 21. Juni zum Thema in München stattfand. Mitten im ehemaligen Künstlerviertel Schwabing, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schauplatz einer modernistischen Avantgarde war, versammelten sich Mitglieder der Gesellschaft und Gäste als Zeugen und Akteure eines bedeutsamen Umbruchs in der Geschichte dieser Gesellschaft.

Hartwig Schiller, der Generalsekretär, wies bei der Veranstaltung darauf hin, dass der Umschwung, in dem sich die gegenwärtige Menschheit in sozialer, wirtschaftlicher und geistiger Hinsicht befinde, auch zu einem Wandel des Selbstverständnisses der anthroposophischen Gesellschaft führe. Während sie in den letzten Jahren vor allem mit sich selbst beschäftigt war, wird sie sich nun verstärkt den sozialen und kulturellen Werkstätten der Zukunft zuwenden.

Zu diesen gehörten, so betonte Schiller zu Recht, auch die Wissenschaften des Lebens. Denn das massive Eindringen von Verwertungstechnologien in die Sphäre des Lebendigen wirft die Frage nach den damit verbundenen ökologischen und sozialen Gefahren auf. Die zunehmende Privatisierung allgemeiner biologischer Ressourcen, deren extremster Ausdruck die Patentierung von Leben ist, macht die Entwicklung einer Wissenschaft dringlich, die sich nicht nur aus der Abhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen befreit, sondern zugleich ein neues Verständnis des sozialen Lebens der Menschheit begründet.

Die wissenschaftliche Erkenntnis, dies unterstrich unter anderem Wolf-Ulrich Klünker, Mitglied des Vorstandes der deutschen anthroposophischen Gesellschaft, formt die Wirklichkeit, die sie zu erkennen behauptet. Von den Erkenntnismethoden hängt nicht nur ab, was erkannt wird, sondern auch, wie die Wirklichkeit aussehen wird, in der wir in Zukunft leben. Zu groß ist die Verantwortung der Menschheit gegenüber der Natur, gegenüber sich selbst, um sie allein der Wissenschaftstechnokratie zu überlassen.

Die Ausklammerung des erkennenden Subjektes aus dem Erkenntnisprozess führt in eine soziale Lebenswirklichkeit, in der das menschliche Subjekt seine Bedeutung verliert. Eine Gesellschaft, in der das menschliche Subjekt eine vernachlässigbare Größe darstellt, ist aber keine humane Gesellschaft mehr. Die Wiedereinholung des erkennenden Subjektes, seine Wiedereinsetzung in das Zentrum der Wissenschaften, eröffnet eine weitreichende Perspektive, die geradezu religiöse Dimensionen hat. Der Mensch als Erkenntnissubjekt und als soziales Subjekt wird zu einem Generator einer neuen Wirklichkeit, die entweder menschenförmig ist oder nicht. Alles hängt in Zukunft von diesem neuen Selbstverständnis des Menschen ab.

Diese Suche nach Alternativen zu den herrschenden Wissensformen führt auch, wie Florian Roder vom Münchner Arbeits-zentrum hervorhob, zu einem radikal neuen Verständnis der Geschichte. Das neuzeitliche, abendländische Bewusstsein, das aus der Zurückdrängung spiritueller Wissensformen der Vergangenheit entstanden ist, erscheint demnach als Durchgangsstufe einer Entwicklung, die in ein neues, spirituelles Weltverständnis führt. In diesem steht der einzelne Mensch im Mittelpunkt, der durch einen experimentierenden Umgang mit seinen Alltagserfahrungen deren spirituelle Dimensionen freizulegen vermag. Diese spirituelle Erfahrung wird die Grundlage für eine Erneuerung des sozialen Lebens sein, für die Solidarität kein Abstraktum, sondern eine Lebensnotwendigkeit ist.

Eine anthroposophische Gesellschaft, die sich in den Dienst der Verwirklichung dieses Ideals der allgemeinen Menschheit stellt, so Hartwig Schiller in seinem Schlussplädoyer, steht im Zentrum der geschichtlichen Umbrüche der Gegenwart. Sie besitzt keine Patentrezepte oder ein abgeschlossenes Wissen über die richtigen Wege zu seiner Verwirklichung. Ihr kommt jedoch dann eine besondere Rolle zu, wenn sie das in ihr angelegte Bewusstsein von der unabsehbaren Bedeutung des Menschlichen in all seinen Äußerungen vernehmlich zum Ausdruck bringt.

Die Münchner Tagung war nicht nur von gedanklicher Reflexion geprägt, auch die Künste spielten in ihr eine herausragende Rolle. Münchner und Dornacher Eurythmisten, Musiker und Schauspieler machten erlebbar, dass nicht nur der wissenschaftliche Diskurs, sondern auch die Kunst eine legitime Ausdrucksform spirituellen Lebens ist. Durch manche Darbietungen konnte man sich an die Zeit der Münchner Avantgarde erinnert fühlen, nicht weil sie diese zitiert hätten, sondern weil in ihnen derselbe zeitlose kreative Geist wehte, der vor hundert Jahren Schwabing zu einem Anziehungspunkt für den Nonkonformismus werden ließ.

END/nna/lbr

Bericht-Nr.: 090624-02DE Datum: 24. Juni 2009

© 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

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Drängende Zeitfragen erfordern neues Denken

Anthroposophische Gesellschaft möchte mit Tagung Impulse auch in der Öffentlichkeit setzen – Für eine Wissenschaft des Lebens

MÜNCHEN (NNA). Auf die Bedeutung neuer Bewusstseinsqualitäten für die Lösung der drängenden Probleme der Gegenwart hat die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland mit ihrer Tagung „Durchbrüche zum Ätherischen“ in München hingewiesen.

Es sei eine der „Grundfragen der Menschheit“, wie die Sphäre des Lebendigen nicht nur in der Natur, sondern auch im Zusammenleben der Menschen gepflegt werden könne, betonte der Generalsekretär der Gesellschaft, Hartwig Schiller, bei der Auftaktveranstaltung vor rund 600 Gästen.

Das Wirken der lebendigen Kräfte in Natur, Mensch und Gesellschaft und die verschiedenen Möglichkeiten, diese zu erkennen und zu erforschen war Gegenstand verschiedenster Veranstaltungen, die den Besuchern individuelle Zugänge zum Thema ermöglichen sollten. Mit der Tagung verband die Gesellschaft erstmalig ihre Mitgliederversammlung mit einer öffentlichen Veranstaltung.

Sie möchte damit dem gestiegenen Interesse an der Bildekräfteforschung Rechnung tragen. Im letzten Jahrzehnt seien auf diesem Feld erstaunliche Fortschritte zu verzeichnen, neue Forschungsansätze und Schulungsideen aufgetreten, heißt es dazu in der Publikation der Gesellschaft. Aber auch in anderen Gebieten des schöpferischen Kulturlebens sei eine Auseinandersetzung mit dem ätherischen Bereich, jener „verborgen-nahen Welt“ zu beobachten, auf allen Gebieten des künstlerischen Schaffens würden beispielsweise solche Erfahrungen gesucht und auch gemacht.

Nach Auffassung der Anthroposophischen Gesellschaft sind neue Bewusstseinsqualitäten die Voraussetzung einer tragfähigen Kultur in der Gegenwart. Um eine Kulturimpuls in diese Richtung zu fördern, möchte die Gesellschaft verstärkt Akzente in der Öffentlichkeit setzten, wie auf der Tagung mehrfach betont wurde. Mit ähnlichen Tagungen soll interessierten Menschen die Möglichkeit gegeben werden, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Michæl Schmock vom Vorbereitungskreis wies zu Beginn auf den Forschungscharakter der Tagung hin. Es komme nicht nur darauf an, Erlebnisse im ätherischen Bereich zu haben, sondern sich auch über die methodischen Schritte Rechenschaft abzulegen, die zu ihnen geführt hätten und sie so auch für andere erfahrbar zu machen.

Florian Roder vom Arbeits-zentrum München und Mitglied der Vorbereitungsgruppe, stellte in seinem Auftaktvortrag die Erkenntnismethode der Anthroposophie Rudolf Steiners in einen kulturgeschichtlichen Kontext. Ausgehend von der Mythologie des frühen Griechentums spannte er den Bogen bis hin zur Goethezeit und der deutschen Romantik mit Novalis. Dabei betonte er die Bedeutung, die der jeweilige Zeitpunkt für das Auftreten neuer geistiger Impulse habe.

Die Vielzahl der Vorträge, Foren und Arbeitsgruppen an den folgenden Tagen befassten sich mit Themen wie der Metamorphose der Bildekräfte in der Evolution des Menschen, den Lebensprozessen im Sozialen mit den dazu gehörenden Fähigkeiten oder auch konkret mit Wasserphänomenen als Ausdruck des Ätherischen. Am Samstagabend fand eine festliche Eurythmieaufführung mit dem Titel „Die Seele des Menschen ist die Blüte der Welt“ unter Leitung von Gioia Falk statt.

Die Anthroposophische Gesellschaft, die in Deutschland über 16.000 Mitglieder verzeichnet, hat entsprechend ihren Statuten das Anliegen, das seelische Leben im einzelnen Menschen und in der menschlichen Gesellschaft auf der Grundlage der Erkenntnis der geistigen Welt zu pflegen. Sie gliedert sich in lokale Gruppen, regionale Arbeits-zusammenhänge und Ländergesellschaften. Mitglieder und Gruppen sind in 78 Ländern auf allen Kontinenten tätig, weltweit sind dies rund 40.000 Menschen. In ihren Publikationen betont die Gesellschaft, dass jeder als Mitglied willkommen ist, unabhängig von seiner Weltanschauung, seiner nationalen oder kulturellen Herkunft oder Religion.

Zur weltweiten anthroposophischen Bewegung gehört auch die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft, die ihren Sitz am Goetheanum in Dornach/Schweiz hat.

End/nna/ung

Links: www.anthroposophie-de.com, www. goetheanum.org, www.anthromedia.net

Bericht-Nr.: 090624-01DE Datum: 24. Juni 2009

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Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

 

 


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