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Wed, 25 Nov 2009

Sekem Geschäftsführer verlangt klare Ziele für Klimaschutzabkommen

Wichtige Rolle der biologischen Landwirtschaft im Kampf gegen Klimawandel

KAIRO (NNA). Der Geschäftsführer der ägyptischen Sekem-Gruppe, Helmy Abouleish, hat erneut „alle Länder“ dazu aufgerufen, sich klaren Zielen zur Vermeidung des Klimawandels zu verpflichten.

In einem Interview aus Anlass des Weltklimatages am 8. Dezember, wendet sich der Sekem CEO an alle Entscheidungsträger mit dem Aufruf, die Kohlenstoffbindung in Böden, die Forstwirtschaft und die nachhaltige Raumnutzung einen Teil des Klimaschutzabkommens zu machen, das auf der anstehenden UN-Klimakonferenz verabschiedet werden soll.

Vom 7.-18. Dezember diskutieren Delegierte aus 190 Ländern der Welt in Kopenhagen auf der 15. UN-Klimakonferenz dringende Fragen zum Schutz des Weltklimas. Abouleish ist offizielles Mitglied der ägyptischen Delegation.

„Als ein ägyptischer Biolandwirt, und wie viele andere ägyptische Farmer, bin ich über die Zukunft unseres Planeten und namentlich über die Zukunft der Landwirtschaft sehr beunruhigt. Knappe Wasserressourcen, steigende Preise für Güter wie Dünger und Samen und die Zunahme von extremen Wettervorfällen bedrohen die landwirtschaftliche Produktion bzw. die Haupteinkommensquelle der wachsenden Bevölkerung Ägyptens und Afrikas“, führt Abouleish zum Weltklimatag aus.

„Ägypten wird fast so schlimm wie Bangladesch vom Klimawandel betroffen sein. Nur 5% des Landes ist anbaufähig, der Rest ist Wüste“, erklärt er weiter. Der Anstieg des Meeresspiegels würde den Verlust von Millionen Wohnstätten und Million Acre anbaufähiges Land bedeuten. Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten würden verheerend sein.

Abouleish hebt auch die wichtige Rolle der biologischen Landwirtschaft hervor: „1,5 Biohektar nachhaltig bewirtschaftetes Land können bis zu 3 Tonnen Kohlenstoff/Hektar aufnehmen, das bedeutet 7,5 Tonnen CO2“, erklärt er in dem Interview.

Mit der gleichen Botschaft war er schon im September beim Treffen des „UN Leadership Forum on Climate Change“ unter der Schirmherrschaft des UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon aufgetreten.

„Ich bin sehr froh, dass immer mehr Menschen die biologische Landwirtschaft als einen positiven Faktor im Kampf gegen den Klimawandel wahrnehmen und dass ich in New York die Möglichkeit hatte, diese Tatsache nochmals den anwesenden Staats- und Regierungschefs vorzutragen. Auch Al Gore, mit dem ich auf dem Podium einer wichtigen Pressekonferenz war, hat das Thema sofort aufgegriffen und verteidigt. Wichtig ist außerdem, dass der Private Sektor in einer gemeinsamen Erklärung die Regierungschefs explizit auffordert, in Kopenhagen mutige, zukunftsfähige Entscheidungen zu verabschieden“ erklärte Helmy Abouleish die Ergebnisse des Gipfels aus seiner Sicht.

Zusammen mit vielen Akteuren aus der Bio-Bewegung setze Sekem sich dafür ein, dass der positive Beitrag, den Bio-Landbau und nachhaltige Forstwirtschaft zur Reduzierung von Treibhausgasen lieferten, nach dem neuen Protokoll, das in Kopenhagen verhandelt wird, auch finanziell honoriert werden sollte, ähnlich wie dies bei sauberen Industrieanlagen bereits heute der Fall ist. Durch gesündere, humusreichere Böden auf Bio-Farmen könne mehr CO2 gebunden werden, durch den Verzicht auf Kunstdünger und Pestizide würden große Emissionsmengen eingespart. Ein finanzieller Ausgleich für diesen positiven Beitrag zum Klimaschutz könne den Bio-Landbau besonders in den Entwicklungsländern fördern, so der Sekem-Geschäftsführer in New York.

SEKEM erzielt nach eigenen Angaben allein durch die kontrollierte und zertifizierte Produktion von Kompost bereits Einsparungen von bis zu 60.000to CO2-Equivalent im Jahr. Durch die biologisch-dynamische Bewirtschaftung von drei neuen Farmen und der kontinuierlichen Umwandlung von mehr als 2500ha Wüstenboden in fruchtbaren Humus entstünden weitere immense Einsparungen.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 091125-01DE Datum: 25. November 2009

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