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Neues Online-Portal für anthroposophische Medizin
PHOENIXVILLE, PA, USA (NNA). Ärzte, Therapeuten und Patienten, die Informationen in Englisch über anthroposophische Medizin suchen, können jetzt auf ein neues Online-Portal zurückgreifen. Die Website heißt AnthroMedLibrary (www.anthromed.org) und wird von der Organisation Physicians Association für Anthroposophic Medicine (PAAM) in den USA und von dem Gesundheitsmagazin Lilipoh Publishing unterstützt. Ihr Ziel ist es, „eine Informationsquelle über anthroposophische Medizin im internationalen Vergleich zu schaffen und stetig außubauen und damit auch die öffentliche Wahrnehmung der anthroposophischen Medizin zu verbessern“, schreibt Lilipoh in einer Pressemitteilung. Die Website verfügt über eine Volltextsuchfunktion und kann kostenlos benutzt werden. Zur Zeit enthält sie über 500 Vorlesungen, Artikel und Bücher, klinische Studien und Forschungsunterlagen. Einige klinische Auswertungen sind allerdings nur für Ärzte mit einem Passwort zugänglich. Anthroposophische Ärzten und internationale anthroposophische medizinische Organisationen sollen nach Angaben von Lilipoh Zugang dazu haben. AnthroMedLibrary wünscht sich außerdem eine Ergänzungen des Portals durch seine Nutzer: „Wir laden Ärzte und Therapeuten herzlich dazu ein, ihre Arbeiten für eine Veröffentlichung auf diesen Seiten zur Verfügung zu stellen oder andere Zusätze zu empfehlen,“ heißt es weiter. End/nna/cva/ung Link: www.anthromed.org Kontakt: editor@anthromed.org Bericht-Nr.: 091202-03DE Datum: 2. Dezember 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ Durch Informationen Aids und Übergewicht vorbeugen
Herdecker Medizinstudenten in der Krankheitsprävention aktiv an Schulen und in Osteuropa WITTEN/HERDECKE (NNA). Zwei Initiativen von Studenten sind an der Universität Witten-Herdecke gegenwärtig zum Thema gesundheitliche Aufklärung und Prävention aktiv. Der Students Health Dialogue (SHD) besucht Schulen im Ruhrgebiet, um Schüler über das Thema Sex und Aids zu informieren. In zeitweise geschlechtergetrennten Gruppen werde von den Schülern mit den angehenden Ärzten „zum Teil sehr offen“ über das für sie brisante Thema gesprochen, erläuterte die Vertreterin von SHD, Theresa Hermwille dazu. Der SHD wurde im Jahr 2004 von Studierenden der Humanmedizin gegründet. Gegenwärtig hat er 25 aktive Mitglieder, die auch aus der Zahnmedizin und den Wirtschaftswissenschaften kommen. Neben der Arbeit in den Schulen stehen auch Aktivitäten im Ausland auf dem Programm der Organisation. So haben bisher zwei Aufklärungscamps auf der Krim, dem Strand Osteuropas mit der höchsten Verbreitungsquote von AIDS, stattgefunden. Die jährliche Rate von HIV-Infektionen hat sich seit dem Jahr 2000 in Europa mehr als verdoppelt, 2008 wurde bei 51.600 Menschen HIV neu festgestellt. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Weltgesundheitsorganisation WHO anlässlich des Welt-Aids-Tages in dieser Woche veröffentlicht hat. Knapp die Hälfte der Neuinfizierten lebt danach in Osteuropa. Seit 2009 gibt es an der Privatuniversität Witten/Herdecke eine weitere Präventionsgruppe von Studierenden, die AddAction. Sie möchte Adipositas (Übergewicht) im Kindes- und Jugendalter verhindern und führt dazu Veranstaltungen durch. End/nna/ung Kontakt: theresahermwille@gmx.de Bericht-Nr.: 091202-02DE Datum: 2. Dezember 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ 40 Jahre im Dienst einer individuellen Medizin
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke feierte seinen Geburtstag Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz HERDECKE (NNA). Für ein völlig neues Miteinander zwischen Krankenkassen, Ärzten und Therapeuten, Krankenhäusern sowie allen anderen Dienstleistern im Gesundheitswesen hat sich Dr. Stefan Schmidt-Troschke, der medizinische Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (GKH), ausgesprochen. Es komme darauf an, eine Gesundheitsversorgung zu realisieren, in der die Beteiligten sozial verantwortlich handelten und sich an den klassischen humanen Werten orientierten, betonte Schmidt-Troschke anlässlich des 40jährigen Bestehen des GKH. Das Gemeinschaftskrankenhaus beging sein Jubiläum Mitte November mit einer Festwoche. Das GKH gilt als das größte Krankenhaus in Europa, das sich an den Grundsätzen der anthroposophisch erweiterten Medizin orientiert. In zwölf Fachbereichen wenden sich Ärzte, Therapeuten und in der Pflege Tätige in der medizinischen Versorgung auch bewusst dem Schicksal des einzelnen Menschen zu. Herdecke-Gründer Dr. med. Gerhard Kienle (1923-1983) sah in der Weiterentwicklung der klinischen Medizin hin zu einer ganzheitlichen Heilkunde eine wesentliche Aufgabe der heutigen Gesellschaft. Als Leitsatz für das Gemeinschaftskrankenhaus formulierte er: „Unterstütze den kranken Menschen darin, seine individuellen Möglichkeiten zu erkennen und in der Auseinandersetzung mit seinem kranken Leib, seinem Schicksal und seiner Umwelt neue Verwirklichungsmöglichkeiten zu erlangen.“ Neben dieser Aufgabe ist auch die Mitverantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung in der Region eine zentrale Herausforderung des GKH. Dabei kooperiert die Klinik mit anderen Leistungserbringern wie niedergelassenen Ärzten, Pflegediensten, Therapeuten, stationäre Einrichtungen, Altenpflege, Patientenberatung etc. Veranstaltungen wie Theater, eine Zukunftswerkstatt sowie Musik und Tanz standen bei der Geburtstagsfeier auf dem Programm, außerdem verschiedene grundsätzliche Vorträge. Am Abschlusstag nahmen über 100 Mittarbeiter, Freunde und Gäste an den Impulsreferaten teil. Christoph Strawe vom Institut für soziale Gegenwartsfragen in Stuttgart und Redakteur der Zeitschrift „Sozialimpulse“ sprach über neue Impulse für das Gesundheitswesen, dabei ging es um eine Gesundung des Ganzen, sowohl des Patienten als auch des Systems und seiner Bedingungen. Als Voraussetzung nannte er die Möglichkeit des Menschen, Gestalter in seinem Leben zu sein. Die Tendenz gegenwärtig sei aber gerade gegenläufig, die Menschlichkeit werde immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Zahlen und Streiks der Ärzte in Krankenhäusern zeigten Missstände, die bearbeitet werden müssten. In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte Strawe Selbstbestimmung und Autonomie im Gesundheitswesen. Im Kern beinhalte es eine Beziehungs-Dienstleistung, die frei gestaltet und finanziert werden müsse. Die Anerkennung des mündigen Patienten setze Methodenfreiheit voraus. Diese wiederum sei notwendig, damit Gesundheit und Krankheit ganz individuell gesehen werden könnten. Das Gesundheitswesen sollte nach Strawe solidarisch finanziert werden und die Leistung, die Patient, Arzt und Therapeut wählen, auch ermöglichen. Die Kosten sollten für den Patienten transparent gemacht werden vor jeder Behandlung. Die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen müsse als Kooperation ohne Hierarchie organisiert werden, nur so könne sie der Freiheit des Einzelnen gerecht werden. Eine Notwendigkeit von staatlichen Eingriffen sieht Strawe nur bei größeren Risiken. Außerdem setzte Strawe in seinen Ausführungen auch auf Salutogenese. Dabei spielt nach seinen Worten auch die grundsätzliche Lebenseinstellung eine Rolle. Wenn der Mensch in seinem Leben Sinnvolles empfinde, sorge er auch für seine Gesundheit, denn eine solche Einstellung trage zur Gesunderhaltung bei. Dr. Rüdiger Krech, Mitarbeiter im Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO brachte in seinem Impulsreferat eine globale Sichtweise ein. Er konfrontierte die Zuhörer mit der Situation in Krankenhäusern in Jemen, Uganda und Südindien und schilderte damit ganz andere Bedingungen im Gesundheitswesen. Was zu tun sei, um die Verhältnisse in diesen Ländern zu verbessern, sei deutlich, hier schaue man schon auf die erweiterte Medizin, betonte Krech. Die Frage sei mehr, wie man die Vorstellungen auch wirklich realisieren könne. Ein modernes Management sei wichtig für die Entscheidungsprozesse. Informationen sollten deshalb bis in die letzten „Zellen dieses sozialen Organismus“ führen. Krech stellte dabei die vorbildliche Arbeit des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke heraus. Dr. Ellis Huber, Präsident der Berliner Ärztekammer und ehemaliger Vorstand der Securvita BKK betrachtete das klassenlose Krankenhaus unter den Gesichtspunkten von Ethik und Konflikt. Der stete Ausbau des Herdecker Krankenhauses zum Beispiel sei auch möglich gewesen, weil die Gelder der Chefärzte in der Aufbauphase in die Klinik geflossen seien. Gerade in diesen Tagen, in denen sich Deutschland an den Mauerfall vor 20 Jahre erinnere, zeigt sich nach den Worten Hubers, wie Fähigkeiten der Menschen und ihr Mut neue Realitäten schaffen konnten und können. Gegenseitiges Vertrauen, gemeinsames Wollen verbunden mit guten Organisationsformen bildeten die Basis. Wenn man achtsam wahrnehme, was ist, Pluralismus zulasse und sich um Konflikte gemeinsam kümmere und jeder einzelne wisse, warum er was tue, ergäbe sich ein Wir-Gefühl als kulturelles Ziel. Wichtig dabei ist nach Huber vor allem eine offene Kommunikation. Eine Regionale Gesundheitsentwicklung und eine klare Orientierung an den Bedürfnissen der Bevölkerung könnten im Gesundheitswesen Wesentliches verbessern. Krankenhäuser sollten zu einem Ort werden, in denen der Patient Geborgenheit erlebe und ein Klima von Vertrauen spürbar sei, denn das mache gesund und fördere den Mensch darin, wieder selbst zurecht zu kommen. Auf dem Programm der Geburtstagsfeier in Herdecke stand auch Gruppenarbeit als Zukunftskonferenz mit einer langen Fragenliste. Das Gemeinschaftskrankenhaus sollte sich auf seine Wurzeln besinnen sowie auf Meilensteine und Wendepunkte in seiner Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass diese Zukunftskonferenz Fortsetzungen braucht, was auch von Klinikleiter, Dr. Schmidt-Troschke angesprochen wurde. Er betonte in seinen Ausführungen die Notwendigkeit, die Mitarbeiter an der Gestaltung teilnehmen zu lassen. Dazu bedürfe es der Förderung des Einzelnen wie auch der Transparenz auf allen Ebenen. Ein umfangreiches Kulturprogramm umrahmte die Feierlichkeiten. Das Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus hatte mit seinem finanziellen Engagement auch eine entscheidende Rolle bei der Rettung der Universität Witten-Herdecke zu Beginn dieses Jahres gespielt. Mit 1,3 Millionen Euro hatte das Krankenhaus nach Angaben von UWH-Geschäftsführer Michæl Anders die Liquidität der Privatuni gesichert. Dadurch hatte die UWH Zeit gewonnen, neue Investoren zu gewinnen. Eigentlich sei es so etwas wie eine „zweite Gründung“ aus dem Krankenhaus heraus gewesen, denn ursprünglich sei die UWH ja aus diesem Zusammenhang heraus entstanden, hatte Anders gegenüber der Zeitschrift INFO3 betont. Jetzt ist die Darmstädter Software AG Stiftung Hauptgesellschafter der UWH. (NNA berichtete, siehe Artikel vom 5.2. und 7.4.09). End/nna/wil Link: www.gemeinschaftskrankenhaus.de Bericht-Nr.: 091202-01DE Datum: 2. Dezember 2009 © 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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