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Sun, 20 Dec 2009

Nicanor Perlas von philippinischer Präsidentschaftskandidatenliste gestrichen

Perlas juristisch vorgegangen

Von NNA-Korrespondent Walter Siegfried Hahn

MANILA (NNA). „Und dann waren´s nur noch acht“ – so und ähnlich kommentierten Presse, Funk und Fernsehen in den Philippinen die Entscheidung der Wahlkommission Comelec, die Zahl der Präsidentschaftskandidaten von 99 auf acht zu reduzieren. Unmittelbar davon betroffen war auch Nicanor Perlas, Laureat des Alternativen Nobelpreises und Repräsentant der Anthroposophie, der die Argumentation der Comelec auf seiner eigenen Homepage aufnimmt und fragt: „Nicanor Perlas ein Ärgernis?“

Der 59-jährige Landwirt und Umweltaktivist hatte seine Kandidatur für das am 10. Mai 2010 zur Wahl anstehende Amt des philippinischen Präsidenten im Juni verkündet und war seitdem fleißig in Fernseh-Shows, Talk-Runden und Wahlveranstaltungen aufgetreten. Die Ankündigung der Comelec, ihn von der Kandidatenliste zu streichen, kam für Perlas in einer ersten Reaktion „überraschend“.

In der Comelec Resolution 8713 vom 16. Dezember wird bezweifelt, ob die 91 ausgeschlossenen Kandidaten – unter ihnen Perlas – eine nationale Kampagne finanzieren können bzw. ob sie ernsthafte Motive mit der Kandidatur verbinden oder maßgeblich zum Ärgernis der etablierten Politik antreten. Ein offizielles Motiv für die Reduzierung der Kandidatenzahl ist auch, dem Wähler eine leichtere Übersicht zu ermöglichen. Da die Comelec das Alleinrecht auf Akzeptanz von Kandidaten hat, hat diese Entscheidung bindenden Charakter.

Trotzdem ist Perlas juristisch dagegen vorgegangen. „Der Präsidentenwahlkampf ist nicht nur für die Reichen“, sagte er und fügte hinzu: “Die Comelec sagt im Grunde, wenn Du nicht reich bist, kannst Du nicht Präsident dieses Landes werden.“ Er habe jedoch schon mehr als 100.000 Freiwillige mobilisiert und verfüge über 700 Kampagnenkoordinatoren im ganzen Land.

Perlas wies auf seine zahlreichen Teilnahmen in Präsidentschafts-Debatten und Foren hin, von denen einige sogar von der Comelec selbst organisiert wurden. „Wenigstens hat man meine Fähigkeiten und Qualifikationen nicht bezweifelt“, sagte er, „doch ich bezweifle, dass die Comelec das Recht hat zu bestimmen, welche Wahlkampagne die richtige ist”.

Auch im unwahrscheinlichen Fall, dass Perlas sich juristisch die Rückkehr in den Wahlkampf erstreiten könnte, wären seine Chancen wohl nicht groß. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage unter 1200 Wahlberechtigten, wo jeweils drei Favoriten für das Präsidentenamt genannt werden konnten, wurde er nicht einmal erwähnt.

Perlas hat zwar eine Stellungnahme zum Massaker in Maguindanao vom 23. November abgeben, in dem im Zusammenhang mit einer regionalen Wahl 57 Menschen auf bestialische Weise ermordet wurden. Doch nicht nur empfinden die meisten, die ihn zum ersten Mal hören, als zu theoretisch und kompliziert. Er scheint auch entfernt von seiner eigenen Basis im Umweltbereich. In einseitigen Anzeigen in den großen Zeitungen des Landes forderte etwa eine umfassende Allianz von Umweltschützern die Präsidentin auf, endlich das Ausbringen von Pestiziden aus der Luft zu stoppen – Perlas findet sich jedoch nicht unter den Unterzeichnern.

Eine Kampagne, die Comelec überzeugen soll, Perlas als Kandidaten wieder zuzulassen ist inzwischen im Internet angelaufen.

END/nna/wsh

www.nicanor-perlas.com

www.thepetitionsite.com/1/let-nick-run

www.comelec.gov.ph

Bericht-Nr.: 091220-01DE Datum: 20. Dezember 2009

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