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Mon, 21 Dec 2009

Uni Witten-Herdecke jetzt mit Aufsichtsrat

WITTEN/HERDECKE (NNA). Als einen „weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg ihrer Neuausrichtung“ wurde an der Privatuni Witten/Herdecke (UWH) jetzt ein Aufsichtsrat eingerichtet. Ziel des Gremiums sei es, in den Kernbereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur über professionelles fachliches Expertenwissen zu verfügen, schreibt die UWH dazu in einer Pressemitteilung. Die von den Gesellschaftlern der UWH gewählten Führungspersönlichkeiten und Bildungsexperten sollen die Aktivitäten der Geschäftsführung „als neutrales Aufsichtsgremium begleiten und kontrollieren“.

Der wissenschaftliche Geschäftsführer der UWH, Dr.  Martin Butzlaff, äußerte sich zufrieden über die „hochkarätige“ Zusammensetzung des neuen Gremiums. Die Experten könnten „den besonderen Wert der UWH einschätzen und uns mit ihren Erfahrungen bei der Neu-Justierung unserer Universität tatkräftig und kompetent unterstützen“, betonte er.

Dem Aufsichtsrat gehören folgende Personen an: Prof. Dr.  Johannes Dichgans (ehemaliger Vorsitzender des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung und Leiter der Neurologischen Abteilung der Universitätsklinik Tübingen), Dr.  Jörg Dräger, (ehemaliger Wissenschafts- und Gesundheitssenator von Hamburg sowie aktueller Vorstand Bildung der Bertelsmann-Stiftung), Prof. Dr.  Peter Hommelhoff (ehemaliger Rektor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie ehemaliges Mitglied der Ständigen Kommission für Lehre und Studium der Hochschulrektorenkonferenz), Arnd Zinnhardt (Finanzvorstand der Software AG) sowie Dr.  Rudolf Köster (Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft).

Prof. Dichgans, frisch gewähltes Mitglied des Aufsichtsrats, unterstrich nach der Wahl die Bedeutung der ersten Privatuniversität Deutschlands, die „eine Bereicherung der Hochschullandschaft“ sei.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 091221-03DE Datum: 21. Dezember 2009

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GLS Bank-Vorstand Jorberg erhielt future-Award 2009

BOCHUM/SCHWERTE (NNA). Thomas Jorberg, der Vorstandssprecher der GLS-Bank, ist mit dem furure-Award 2009 ausgezeichnet worden. Damit werde seine „verantwortungsvolle Unternehmensführung und sein konsequentes Nachhaltigkeitsmanagement“ gewürdigt, schreibt die Bank in einer Pressemitteilung dazu.

Jorberg unterstrich anlässlich der Preisverleihung die Bedeutung sozial-ökologischer Nachhaltigkeit im Wirtschaftsleben. Sie sei der Schlüssel für eine zukunftsorienterte Entwicklung der Wirtschaft.

Der future-Award wird jährlich von future e.V. vergeben, in diesem Jahr erstmals auch in der Kategorie “Verantwortungsbewusste Unternehmerpersönlichkeit”. Der Preis zeichnet mittelständische Inhaber aus, die beweisen, dass wirtschaftlicher Erfolg, Umweltengagement und Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.

Die GLS Bank wurde 2009 außerdem mit dem Portfolio Institutionell Award als “Bester nachhaltiger Investor” prämiert. Im vergangenen Jahr erhielt sie den Utopia Award als “Bestes Unternehmen 2008” und 2007 wurde sie für ihre nachhaltige Mitarbeiterpolitik mit dem “Top Job”-Siegel ausgezeichnet.

End/nna/ung

Bericht-Nr.: 091221-02DE Datum: 21. Dezember 2009

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Berlin: Inhaftierte Waldorfschüler nach sieben Monaten frei

BERLIN (NNA). Große Erleichterung in der Berliner Waldorfschulbewegung: Die beiden Waldorfschüler Rigo B. (17) und Yunus K. (20) sind nach sieben Monaten Untersuchungshaft jetzt freigelassen worden. In seiner letzten Sitzung hob das Kriminalgericht Moabit den Haftbefehl gegen die beiden auf, weil es keinen dringenden Tatverdacht mehr sieht. Die Anklage wirft ihnen vor, nach der Demonstration am 1.Mai in Berlin einen Molotow-Cocktail auf Polizisten geworfen zu haben. Die Schüler bestreiten die Tat vehement, ihre Anwälte gehen von einer Verwechslung aus. Dies hielt auch das Gericht jetzt für möglich.

Zu der Verhandlung waren Presseberichten zufolge rund 200 Personen erschienen, nicht alle fanden Platz im Gerichtssaal. Eltern, Lehrer und Mitschüler der beiden Berliner Waldorfschulen Mitte und Zehlendorf hatten zuvor unter dem Motto „Freiheit für Rigo und Yunus“ eine Solidaritätsveranstaltung organisiert, die von ähnlich vielen Menschen besucht worden war.

Der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft gegen die beiden lautete auf versuchten Mord, fahrlässige Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Der Brandsatz verfehlte die Polizisten und traf eine Passantin, die schwere Brandverletzungen erlitt. Presseberichten zufolge war es die schwerste Anklage, die bisher in Berlin nach einer 1.Mai-Demonstration erhoben worden ist. Bei einer Verurteilung würden Yunus K. im Höchstfall lebenslange Haft und Rigo B. zehn Jahre nach dem Jugendstrafrecht drohen.

Die Berliner Medien hatten den Prozess, der am 1.September eröffnet worden war, mit viel Aufmerksamkeit verfolgt. Auch Polit-Prominenz wie der Abgeordnete der Grünen im Bundestag, Christian Ströbele oder die Berliner SPD-Abgeordnete und frühere TV-Moderatorin Bilkay Öney waren im Gerichtssaal anzutreffen. Selten hätten sich in einem Prozess „so viel Brisanz, soviel Emotionen“ verdichtet, schrieb die Berliner online-Ausgabe der taz. Zweifel an der Schuld der beiden ließen sich „auch nach 15 Prozesstagen nicht kleinreden“, hieß es weiter. Auch in den Solidaritätserklärungen der Mitschüler war von einer „mehr als fragwürdigen Beweislage“ gesprochen worden. Die ganze Anklage hatte auf den Aussagen von zwei Polizisten aufgebaut, objektive Beweismittel lagen den Presseberichten zufolge nicht vor. Zeugen, die andere Tatverdächtige beschrieben hatten, waren als nicht glaubwürdig eingestuft worden. Nun konzidierte auch das Gericht, die Polizisten könnten sich geirrt haben.

Die 1.Mai-Demonstration in Berlin in diesem Jahr war laut Berliner taz „so gewalttätig wie lange nicht mehr“. Die Polizei habe 289 Festnahmen und 479 verletzte Polizisten verzeichnet. In 140 Fällen sei Anklage erhoben worden, bisher kam es zu 12 Urteilen mit Haftstrafen, elfmal seien Bewährungsstrafen und 38mal sonstige Strafbefehle ergangen. Staatsanwalt Ralph Knispel wies nach dem Bericht der taz den Vorwurf zurück, die Behörden beugten sich mit ihrem Vorgehen den Forderungen der Berliner Bourlevardpresse nach Abschreckung. Die Staatsanwaltschaft erklärte jetzt, sie akzeptiere die Entscheidung des Gerichts, gehe aber nach wie vor von dringendem Tatverdacht aus. Die Beweisaufnahme wird im Januar fortgesetzt.

Auch Berliner Kirchengemeinden hatten eine Freilassung der Schüler wenigstens über Weihnachten gefordert. Die beiden Waldorfschüler haben trotz U-Haft mit Unterstützung ihrer Lehrer ihre Schulabschlüsse gemacht.

End/nna/ung

Links: http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/ein-cocktail-der-viele-fragen-aufwirft/, http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/149859/149860.php

Bericht-Nr.: 091221-01DE Datum: 21. Dezember 2009

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