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Wed, 10 Feb 2010

Notfallpädagogisches Kriseninterventionsteam startet nach Haiti

KARLSRUHE (NNA). Nach vierwöchiger Planung bricht das 14köpfige notfallpädagogische Kriseninterventionsteam der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.“ heute zu einem waldorfpädagogischen Nothilfeeinsatz nach Haiti auf. Ziel des Einsatzes ist es, laut Freunde der Erziehungskunst, die Selbstheilungskräfte der vom Erdbeben psychotraumatisierten Kinder durch waldorfpädagogische Methoden zu stärken, so dass die Ausbildung „Posttraumatischer Belastungsstörungen“ verhindert werden kann.

Aufgrund der brisanten Sicherheitslage in der Erdbebenregion campiert das Nothilfeteam zusammen mit anderen Hilfsorganisationen auf dem Gelände einer amerikanischen Schule oder auf einem Gelände in Leogane, welches sich 40 Kilometer außerhalb Port-au-Prince befindet.

Bei einem Koordinationstreffen des Technischen Hilfswerks (THW) am 12. Februar in Port-au-Prince entscheide sich, wo das notfallpädagogische Kriseninterventionsteam zum Einsatz kommen werde, erklärt die Organisation in einer Mitteilung. Einsatzorte würden die Kinderzentren der Kindernothilfe sein, wie auch das Waisenheim „Port-aux-petits-Princes“ in der haitianischen Hauptstadt. Des Weiteren gebe es Kontakte zu der Karlsruher Organisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, die u.a. ein Kinderkrankenhaus vor Ort betreiben.

Das Team besteht neben dem Einsatzleiter Bernd Ruf und der Koordinatorin Kristina Manz, aus zwei Ärzten, einer Psychologin, zwei Kunsttherapeuten, drei Erlebnispädagogen, zwei Kleinkindpädagogen, einem Waldorfpädagogen und einer Eurythmistin. Den betroffenen Kindern soll durch Bewegungsspiele, Malen, Plastizieren und Kneten die Möglichkeit gegeben werden, das entsetzliche Erlebnis non-verbal zu artikulieren und so den Verarbeitungsprozess anzuregen.

In der Traumaforschung sei hinlänglich bekannt, dass die Möglichkeit traumatische Ereignisse zu bewältigen von vielfältigen Komponenten abhänge, die sowohl in der Person selbst als auch in der Umwelt zu suchen sind, so die Mitteilung. So seien zu den individuell-biografischen Schutzfaktoren u.a. körperliche und psychische Gesundheit, eine dauerhafte Beziehung zu einer primären Bezugsperson, verlässliche Unterstützung durch Bezugspersonen, Kontaktfreudigkeit, religiöse Bindung und das Erleben der Sinnhaftigkeit des eigenen Lebens und Handelns zu zählen. Aber auch soziale Unterstützung helfe bei der Verarbeitung des traumatischen Erlebnisses und der Bearbeitung der Folgen. Da die meisten der genannten Komponenten in der Krisenregion jedoch nicht gegeben seien, müsse das Karlsruher Nothilfeteam mit einer großen Zahl schwer traumatisierter Kinder und Jugendlicher rechnen, sagen die Freunde.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 100210-02DE Datum: 10. Februar 2010

© 2010 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/

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Nicanor Perlas startet Wahlkampagne „dort, wo alles anfing“

Von NNA-Korrespondent Walter Siegfried Hahn

MANILA (NNA). Drei Monate vor dem Wahltermin am 10. Mai wurde heute die offizielle Wahlkampagne auf den Philippinen gestartet – „der Karneval ist wieder da“, so titelt die Zeitung Philippine Inquirer. Der als „Grüner“ und „Reformer“ angesehene Nicanor Perlas begab sich dazu in die Ateneo de Manila University, wo er einmal studiert hatte, und beantwortete Fragen der Studenten. „Junge Menschen sind am wenigsten von der traditionellen Politik beeinflusst und offener für neue Ideen.“, sagte er. Er wolle die Studenten zu eigener Meinungsbildung anregen.

Offiziell eröffnet Perlas seine Kampagne am 13. Februar nicht in Manila, sondern in Cebu City, um damit auf seine Ideen einer mehr dezentralisierten Politik aufmerksam zu machen, was seiner Ansicht nach ein Schlüssel für die Bekämpfung der Armut ist. Mit einer Fahrrad-Tour versucht er an diesem Freitag in Quezon City seinen „umweltfreundlichen und nicht traditionellen Stil“ hervorzuheben.

Nachdem Nicanor Perlas vor wenigen Wochen als Präsidentschaftskandidat bestätigt wurde, ist überhaupt öfter von ihm in der Presse die Rede. Ausführlich wurde von einem Konzert berichtet, mit dem eine der erfolgreichsten Rockmusikerinnen des Landes, Cynthia Alexander (die auch Waldorfmutter ist) und deren Bruder Joey Ayala, berühmt im Filipino Pop, ihn unterstützten. Auch dem Vorschlag für einen eigenen Ministerposten für Nichtregierungsorganisationen (NGO) wurde mit Interesse begegnet. Mit diesem Posten soll der „Dritte Sektor“ der Gesellschaft zu seinem Recht kommen und ein „neues und größeres Gleichgewicht der Kräfte entstehen“ – nicht nur zwischen Exekutive, Legislative und Judikative, sondern zwischen Regierung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft. „Es gibt keine wirkliche Demokratie ohne Zivilgesellschaft“, sagte Perlas und ergänzte, die Zivilgesellschaft solle an der Entscheidungsbildung mitwirken, wenn er gewählt werde.

Perlas, der als weitere Priorität auf seiner Agenda die Ausrottung von Korruption und die Förderung moralischer Integrität und Effektivität in der Regierung bezeichnet, machte auch mit der Nominierung des internierten Luftwaffenkapitäns Joenel Pogoy als Gast-Kandidaten für den Senat von sich reden. Er bezeichnete es als eine Verletzung der Menschenrechte, dass Pogoy von einem Militärgericht zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, weil dieser die massive Korruption bei der Luftwaffe angeprangert hatte. Pogoy dokumentierte den illegalen Verkauf von Ersatzteilen und die unzureichende Instandhaltung von Flugzeugen unter anderem auf der populären Internet-Plattform you tube und prangerte die Verschwendung von Steuergeldern und die direkte Gefährdung von Menschleben an. „Wir sollten so etwas anerkennen, nicht bestrafen“, sagte Perlas nach dem Absturz einer Nomad N-22B–Maschine, die zum Tod von neun Menschen in der Stadt Cotabato City führte.

END/nna/wsh

Links: captainpogoy.blogspot.com, www.nickperlas.com, www.nicanor-perlas.com

Bericht-Nr.: 100210-01DE Datum: 10. Februar 2010

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Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/

 

 


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