. . . Nachrichten für eine andere Welt
|
Suche Nachrichtenarchiv |
NNA ist eine internationale Nachrichtenagentur, die Nachrichten und Ereignisse verbreitet und kommentiert aus einer Perspektive des Geistes und die sich um ein spirituelles Verständnis bemüht, das mit der Entwicklung neuer Paradigmen auf allen Lebensgebieten verbunden ist – sei es im Aktuellen, in Politik und Gesellschaft, in der Zivilgesellschaft, in Ökologie, Erziehung, Wirtschaft, Landwirtschaft, Kunst und Wissenschaft. |
Viel zu viel Medikamente für Demenzkranke
Ärzte unterschätzen Wechselwirkungen - Auch Psychopharmaka massenhaft im Einsatz - 5. Tag der Forschung in der Hausarztpraxis an der Uni Witten-Herdecke WITTEN/HERDECKE. Pflegebedürfte ältere Menschen mit Demenz bekommen von ihren Hausärzten viel zu viele Medikamente verschrieben. Viele von ihnen müssen deswegen ins Krankenhaus eingewiesen werden und es steigt das Risiko, an den Nebenwirkungen zu sterben. Dies ist das Ergebnis einer Studie mit Bewohnern von Pflegeheimen, die auf dem 5. Tag der Forschung in der Hausarztpraxis jetzt an der Uni Witten/Herdecke vorgestellt wird. „Die Gruppe der 80-90jährigen bekommt in Deutschland die meisten Medikamente verschrieben, viele gleich mehrere, und damit steigt das Risiko von Wechselwirkungen“, sagt Dr. Stefan Wilm - selbst niedergelassener Arzt und Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin und Familienmedizin an der Universität Witten/Herdecke. Er beklagt, dass gerade ältere Menschen genau deswegen ins Krankenhaus eingewiesen werden müssten, weil die behandelnden Ärzte verordnen, ohne das Risiko für den Patienten zu überblicken. In der gerade abgeschlossenen Studie in Wittener und Dortmunder Pflegeheimen habe sich gezeigt, dass alle 160 Bewohner im Durchschnitt sechs Medikamente nehmen, ein Zehntel sogar mehr als zehn. Mehr als fünf Medikamente sollte kein älterer Mensch nehmen, so die gültige Lehrmeinung. „Der Körper kann den Cocktail nicht verarbeiten, und die Wechselwirkungen stellen ein hohes Risiko dar. In Deutschland sterben geschätzt pro Jahr 20.000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten - dreimal so viele wie im Straßenverkehr“, betont Wilms. Die Studie zeige auch, wie verbreitet Psychopharmaka in den Pflegeheimen sind. „Drei Viertel der Bewohner, die wir in unserer Studie erfasst haben, wurden mit Psychopharmaka geradezu ruhig gestellt. Und das ist durchaus repräsentativ für den Umgang mit Demenz-Patienten“, betont Wilms. Ein Zehntel der Bewohner bekamen sogar mehr als drei Psychopharmaka gleichzeitig verabreicht. Besonders fleißig verschreiben laut der Studie Psychiater und Neurologen - sie übertreffen die Hausärzte um das Doppelte bis Vierfache bezogen auf Menge und Dosierung. „Die Mittel wirken im Gehirn gegen die bei Demenzpatienten oft auftretende Aggression und Unruhe. Insofern haben sie in manchen Fällen ihre Berechtigung. Studien haben aber gezeigt, dass diese Patienten auch früher versterben.“ Es komme aber darauf an, einen Mittelweg zu finden, wie man die Verschreibungen verringern könne. Der Tag der Forschung in der Hausarztpraxis findet am Mittwoch, den 14. April zum 5.Mal in der Universität Witten/Herdecke statt. Er dient auch der Information der Hausärzte aus der Region. END/nna/ung Link: Nähere Informationen zum Programm unter http://medizin.uni-wh.de/humanmedizin/institute/uebersicht/institut-fuer-allgemeinmedizin-und-familienmedizin/veranstaltungen-2010/?L=0 Bericht-Nr.: 100409-02DE Datum: 9. April 2010 © 2010 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
|
|
Nachrichtenarchiv
|
|||||||||||||||