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NNA
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Fri, 04 Jun 2010

Neue Impulse für Haiti – Zweiter erfolgreicher Einsatz der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners

Bereits im Februar reiste ein notfallpädagogisches Kriseninterventionsteam der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ in das vom Erdbeben schwer getroffene Haiti. Während des Folgeeinsatzes vom 12. bis 21. Mai konnte die Arbeit der vor Ort tätigen Lehrer weiter ausgebaut und neue Impulse für die Arbeit mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen gesetzt werden (NNA berichtete). Die Arbeit in einem der ärmsten Länder der Welt ist jedoch noch lange nicht zu Ende, wie die Waldorf-Organisation nachfolgend berichtet.

PORT-AU-PRINCE (NNA). Es ist heiß. Die Fahrt zum Kinderkrankenhaus St. Damien der befreundeten Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ durch meterhohe Müllberge, zwischen denen Menschen ihre Unterkünfte errichtet haben, schockierend. Vier Monate nach dem verheerenden Erdbeben in dem Karibikstaat wird das ganze Ausmaß der Katastrophe nun erst wirklich sichtbar. Eine funktionierende Infrastruktur ist nach wie vor nicht vorhanden und allem voran fehlt es an Trinkwasser.

Unser 10-köpfiges Team der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ hat bei seinem Folgeeinsatz Workshops und Seminare zur Psychotraumatologie und Notfallpädagogik abgehalten. Zentraler Aspekt der Workshops war das aktive Erleben der im Umgang mit psychotraumatisierten Kindern möglichen Methoden. Den lokalen Mitarbeitern („Animateurs“) des Angels of Light-Projekts der Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, den Lehrern und Lehrerinnen des Child Friendly Space der „Freunde“ und den ca. 100 haitianischen Mitarbeiter der Kindernothilfe wurde auch nahegebracht, warum sich gewisse Methoden bei der Arbeit mit psychotraumatisierten Kindern eignen.

Die Workshops in Port-au-Prince, Léogâne und Petit Goave bestanden aus einem Referat von Einsatzleiter Bernd Ruf zur Psychotraumatologie. Auch wenn von Seiten der lokalen Mitarbeitern berichtet wurde, wie positiv sich viele Kinder verändert hätten und dass die traumatischen Belastungsreaktionen bei einigen verebben, gab es dennoch viele Fragen: „Wie soll ich mit Kindern, die nicht mitmachen wollen, umgehen?“ „Wie verhalte ich mich bei apathischen Kindern?“ „Wie gehe ich mit Aggressionen der Kinder um?“ Um diese und andere Fragen gemeinsam zu besprechen, ging es nach dem Referat in kleine Gesprächsgruppen, in denen ein bis zwei Miterbeiter der „Freunde“ teilnahmen.

Nach einer Pause hielt Einsatzleiter Bernd Ruf ein Referat zur Notfallpädagogik, bevor die Teilnehmer in einzelnen Workshops zur Maltherapie, Eurythmie, Erlebnispädagogik und Unterrichtsgestaltung weitergeschult wurden. Johannes Portner, anthroposophischer Arzt und Teammitglied des Folgeeinsatzes, bot einen Workshop zur der Frage an, wie man Traumata körperlich erkennen kann.

Das ehrenamtliche Team der „Freunde“ nahm seine Arbeit zuerst in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince auf, um dort ca. 100 „Animateurs“ von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ und zwei Mitarbeitern des College Waldorf Steiner in notfallpädagogischen Methoden weiterzubilden. Am Tag der Ankunft fand ebenso ein Treffen mit der Kindernothilfe statt, um die geplanten Workshops und Seminare zu besprechen. Auch besuchten die Teammitglieder einige Tage später verschiedene Camps von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, um sich von der bisher geleisteten Arbeit ein Bild zu machen.

Nach Port-au-Prince ging es für die „Freunde“ dann weiter nach Léogâne, wo zunächst ein Treffen mit der lokalen Hilfsorganisation Acrederp und den für die „Freunde“ tätigen Lehrern und Lehrerinnen auf der Agenda stand.

Da in Haiti Notschulen eröffnet wurden, beginnt in dem von den „Freunden“ errichteten Child Friendly Space in Léogâne die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erst um 14 Uhr. Diejenigen Kinder, die nicht die Schule besuchen, kommen bereits in den Morgenstunden zu dem Kinderschutzraum der „Freunde“.

Ein Nachmittag im Child Friendly Space der „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ beginnt mit einem gemeinsamen Kreis, bevor die Kinder in ihre Gruppen gehen. In den Gruppen werden auf Wunsch der Eltern zusammen Hausarbeiten erledigt. Danach wird mit den Kindern gemalt, gesungen und gespielt. Nach einem gemeinsamen Essen und einem Abschlusskreis werden die Kinder und Jugendlichen geordnet entlassen.

Der Folgeeinsatz und die mit ihm verbundenen Seminare und Workshops waren überaus erfolgreich. Da die Zeit jedoch knapp war und es weiterer Bedarf an Weiterbildungen besteht, wird es 2010 noch einen Einsatz in Haiti geben.

Es wird sicherlich große persönliche und finanzielle Anstrengungen bedürfen, um in den chaotischen Zuständen des vom Erdbeben zerstörten Haiti nach der notfallpädagogischen Akuthilfe nun strukturelle Wiederaufbauhilfe im Bildungssektor zu leisten. Aber die Kinder Haitis benötigen unsere nachhaltige Unterstützung. Sie werden die Gestalter der Zukunft Haitis sein. Die Arbeit in Haiti, dem Armenhaus der Karibik, hat gerade erst begonnen.

END/nna/cva

Link: www.freunde-waldorf.de/nothilfe

Spendenkonto: Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, GLS Gemeinschaftsbank Bochum, BLZ: 430 609 67, Konto: 13042010, Stichwort: „Notfallpädagogik“

Bericht-Nr.: 100604-03DE Datum: 4. Juni 2010

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Alanus Hochschule erhält Akkreditierung

NRW-Innovationsminister: „Herausragende wissenschaftlichen Leistung“ - Forschung im Bereich Reformpädagogik gelobt - Jetzt auch Promotion möglich

ALFTER (NNA). Als erste nichtstaatliche Kunsthochschule Deutschlands ist die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn jetzt vom Wissenschaftsrat akkreditiert worden.

Zusätzlich zur zehnjährigen Akkreditierung erhält die Hochschule das eigenständige Promotionsrecht für den Fachbereich Bildungswissenschaft. Der Hochschule sei es gelungen, in der Verbindung von Kunst und Bildungswissenschaft ein eigenes Profil zu entwickeln. „Die Besonderheiten des Hochschulkonzepts sind eine Quelle für interdis-ziplinäre Fragestellungen und viele internationale künstlerische Entwicklungsvorhaben“, heißt es in der Stellungnahme des Wissenschaftsrats zur Akkreditierung.

Ausdrücklich lobt das Akkreditierungsgremium, das vom Bundespräsidenten berufen wird, auch die bisherigen Forschungsleistungen im Fachbereich Bildungswissenschaft. Hier sei ein spezifisches Forschungsprofil in der Auseinandersetzung mit reformpädagogischen Ansätzen entwickelt worden.

„Die Entscheidung des Wissenschaftsrats ist eine tolle Anerkennung für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen der Alanus Hochschule“, sagte der nordrhein-westfälische Innovationsminister Andreas Pinkwart. Besonders freue er sich, dass es die Hochschule geschafft habe, den Wissenschaftsrat von ihren hohen wissenschaftlichen Standards zu überzeugen, so dass sie nunmehr als zweite private Hochschule in NRW das Promotionsrecht erhalte.

Für die Professoren, Mitarbeiter und Studenten sowie die fördernden Stifter sei dies eine wunderbare Bestätigung ihrer Arbeit, betonte Rektor Marcelo da Veiga. „Die Alanus Hochschule hat mit ihrem profilierten Auftreten einen bildungspolitischen Akzent gesetzt“, so der Rektor und Impulsgeber für die Neuausrichtung des Hochschulprofils. Er dankte auch den Unterstützern der Hochschule, der Software AG Stiftung und der GLS Treuhand, dass sie „an die Vision der Hochschule glauben, die die Kunst ins Spannungsfeld von Wissenschaft und Gesellschaft setzt, und junge Menschen dafür qualifiziert, die Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten“. Die Akkreditierung ermutige die Hochschule, den Kurs ihrer Arbeit fortzusetzen.

Der Alanus Hochschule wurde im Oktober 2002 als erster nichtstaatlicher Kunsthochschule Deutschlands die staatliche Anerkennung durch das Land Nordrhein-Westfalen erteilt. Seit 2007 darf sie als einzige private Kunsthochschule das Staatsexamen für angehende Kunstlehrer anbieten. Durch die Akkreditierung kann sie jetzt auch Doktortitel vergeben.

End/nna/ung

Link: www.alanus.edu

Bericht-Nr.: 100604-02DE Datum: 4. Juni 2010

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„Neues Herz Europas“ von Infarkt bedroht?

Trotz Baustart protestieren die Bürger weiter gegen Bahnprojekt „Stuttgart 21“ – Moratorium im Verkehrsausschuss des Bundestages wegen drohender Finanzlücke gefordert

Montagsdemonstrationen kennt man aus der ehemaligen DDR, als die Bürger sich gegen die staatliche Bürokratie zur Wehr setzten und damit die Wende einleiteten. Stuttgarter Bürger haben diese Protestform gewählt, um ein umstrittenes Großprojekt der Bahn zu Fall zu bringen. NNA-Korrespondentin Cornelie Unger-Leistner berichtet.

STUTTGART (NNA). „Man baut in Europa wieder Bahnhöfe,“ heißt es im Kundenmagazin der Deutschen Bahn, „mobil“. Lyon, Berlin und Lüttich mit ihren spektakulären neuen Bahnhofsgebäuden bedeutender Architekten ließen „die Bahnhofsarchitektur mit ihren luftigen Konstruktionen vom 19. direkt ins 21. Jahrhundert schweben.“ Ähnliches stellt die Deutsche Bahn jetzt auch Stuttgart mit dem Projekt „Stuttgart 21“ in Aussicht, dessen Baustart im Februar verkündet wurde. Mit dem Unterschied allerdings, dass offenbar ein beachtlicher Teil der Stuttgarter Bürger in dem Projekt keineswegs eine der „Kathedralen der Mobilität“ sieht, wie die Bahnneubauten in der Schlagzeile von „mobil“ bezeichnet werden, sondern eine Grabstätte für Milliarden verschwendeter Steuergelder.

„Dieser Turmbau zu Babel als Labyrinth unter der Erde wird scheitern - davon bin ich überzeugt. Es fragt sich nur, wann!“ Prof. Dieter Bodack, Verkehrswissenschaftler und Gründer der Initiative „Bürgerbahn statt Börsenbahn“ spricht vor rund 4000 Stuttgarter Bürgern. Sie haben sich - wie jeden Montagabend – am Nordeingang des Stuttgarter Bahnhofs versammelt nach Vorbild der Leipziger Montagsdemonstrationen, um den Bürgerprotest gegen das Großprojekt zum Ausdruck zu bringen. Dass „Stuttgart 21“ trotz hoher Stimmengewinne der Gegner des Projekts bei der Wahl zum Stuttgarter Stadtparlament 2009 jetzt doch umgesetzt wird, hat sie auf die Straße getrieben. Bündnis 90/Die Grünen stellt seither im Stuttgarter Gemeinderat mit 25,3 Prozent die stärkste Fraktion.

„Gehen Sie zu Ihren Abgeordneten, verlangen Sie die Einsetzung unabhängiger Sachverständiger, die nicht von der Bahn bezahlt werden“, fordert Bodack die Demonstranten auf. „Die Abgeordneten müssen sich ein Bild davon machen, was hier wirklich in Gang ist.“ Das Projekt „Stuttgart 21“ ist durch Beschlüsse des Stadtrats und des Landtags auf den Weg gebracht worden und so sollte es nach Auffassung des Verkehrswissenschaftlers auch wieder gestoppt werden.

Nach Bodacks Ausführungen weist das prestigeträchtige Umbauprojekt, das aus dem sanierungsbedürftigen Stuttgarter Bahnhof laut Bahn das „neue Herz Europas“ machen soll, alle Anzeichen eines üblen Schildbürgerstreichs auf. Eingleisige Streckenführungen, die eigentlich ins vorletzte Jahrhundert gehörten, Kreuzungen, die ohne Verspätungen nicht passierbar sein werden, ökologisch unvertretbare Steigungen und ein mit acht Gleisen viel zu kleines Anschlussvolumen nennt der Verkehrswissenschaftler als Beleg für seine These. Und nur durch eine Ausnahmegenehmigung sei es möglich, Gleise mit Neigung im Bahnhof zu verlegen – eine Lösung, die es bisher in Deutschland nicht gebe, im Ausland aber als Unfallursache berüchtigt sei.

Geplant gewesen sei von den Volksvertretern, die „Stuttgart 21“ beschlossen hätten, etwas ganz anderes: Qualitätsverbesserungen, Streckenführungen, die zu mehr Pünktlichkeit führen und eine bessere Erschließung einzelner Landesteile. „Das, was jetzt hier abläuft, wäre so niemals beschlossen worden“, ist sich Bodack sicher. Die geplante Bauzeit von zehn Jahren hält er für illusorisch, die anvisierten Kosten von ca. vier Milliarden ebenso, außugehen sei von rund 10 Milliarden Euro einschließlich des Neubaus der Bahnstrecke zwischen Stuttgart und Ulm.

Vor allem im komplizierten Tunnelbau durch die Ausläufer der schwäbischen Alb in und rund um Stuttgart und unter der Alb hindurch für die Strecke nach Ulm sieht Bodack ein unkalkulierbares weiteres Risiko für die Kosten des Projekts. Insgesamt sind 21 Tunnel nötig. Zu allen kostspieligen Vorhaben des Projekts sieht Bodack preisgünstigere Alternativen z.B. die, den jetzigen Bahnhof einfach zu modernisieren. Dann würden aber nicht so viele Steuergelder fließen, denn für Modernisierungen ist die Bahn zuständig.

Die Kosten des Projekts „Stuttgart 21“ werden ungefähr zu je einem Drittel von Bahn, Bund und Land zusammen mit der Stadt Stuttgart, der Region und dem Flughafen Stuttgart getragen. Jede Seite investiert bisher etwa 1,35 Milliarden Euro, 238 Millionen davon trägt die Stadt Stuttgart. Die Neubaustrecke nach Ulm ist für Bund und Land ungefähr je zur Hälfte mit knapp zwei Milliarden Euro veranschlagt, Höhere Kosten gehen hier allein zu Lasten des Bundes. (Zahlen von der Website “Neues Herz Europas” s.u.)

„Wie können sich die Stuttgarter das leisten?“ fragt die Journalistin Prof. Hannelore Schlaffer auf der Kundgebung. Sie vertritt die These, dass Stadt- und Landespolitiker aus mangelndem Selbstwertgefühl das Prestigeprojekt in Gang gesetzt haben. Von der Provinz- zur Weltstadt sei ihre Devise. „Stuttgart ist eine moderne Stadt mit einem reichen Kulturleben, die so ein Projekt nicht nötig hat“, betont sie unter dem Beifall der Demonstranten, zu denen auffallend viele ältere Bürger gehören.

Auf den Transparenten der Kundgebung sind noch andere Argumente gegen das Projekt zu lesen: „Wir werden nicht zulassen, dass eine Clique von Politikern ihr Mandat missbraucht und im Verein mit Spekulanten Stadt, Zentrum und Park zerstört“, heißt es da.

Durch die Verlegung des Gleiskörpers soll auf dem frei werdenden Gelände ein ganz neues Viertel mit Gewerbe- und Wohnraum in der Stuttgarter Innenstadt entstehen. Außerdem wird der geplante Tiefbahnhof zum Teil unter dem Schlossgarten in der Erde verschwinden, einem großen Park im Zentrum der Stadt. Die Gegner des Projekts befürchten, dass sich die beliebte grüne Oase der Stuttgarter dadurch auf unabsehbare Zeit in eine Baugrube verwandeln wird.

Für das Projekt müssen auch einige Hundert alter Bäume des Schlossgartens gefällt werden. Eine bislang fünfstellige Zahl von Bürgern hat sich nach Angaben der Stuttgart 21-Gegner als „Parkschützer“ registrieren lassen und ein Teil davon ist bereit, sich an die Bäume anzuketten, wenn mit dem Fällen begonnen wird.

Obwohl der offizielle Startbaubeginn für das Projekt im April von der Deutschen Bahn und den Kommunal- und Landespolitikern verkündet worden ist, sind die Mitglieder der Initiative „Oben bleiben“, wie das Motto der Stuttgart-21-Gegner heißt, optimistisch, dass sie mit ihrem anhaltenden Protest das Projekt doch noch stoppen können.

Schützenhilfe könnten sie aus Berlin bekommen. Die Verkehrspolitiker des Bundestags waren im März alarmiert worden, als Bundesbahnchef Rüdiger Grube im Verkehrsausschuss einen Überblick über Investitionsprojekte der Bahn vorlegte. Daraus ging hervor, dass 46 dringliche Schienenprojekte auf absehbare Zeit nicht finanzierbar sind. Der Vorsitzende des Ausschusses, Winfried Hermann (Die Grünen) nahm die Finanzlücke bei der Deutschen Bahn zum Anlass, ein Moratorium für Großprojekte zu fordern. Großbauten wie Stuttgart 21 müssten sofort ausgesetzt werden, weil sie auf Jahre hinaus die ohnehin schon knappen Mittel blockierten.

Der Verkehrsexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, forderte Presseberichten zufolge eine komplett neue Bahnpolitik. Jahr für Jahr würden Milliarden an Steuergeldern fehlgeleitet, weil das Geld nicht dahin fließe, wo es am meisten benötigt werde, sondern in Projekte, von denen das größte Prestige zu erwarten sei. Das Ergebnis könnten die Bahnkunden mit überlasteten Strecken und Verspätungen täglich beobachten.

Die Gegner von „Stuttgart 21“ mit ihrem anhaltenden Protest könnten so ein Beispiel dafür werden, wie die Bürger selbst den Abschied von Großprojekten herbeiführen, die angesichts der leeren Kassen der Öffentlichen Hand nicht mehr zeitgemäß sind. Erwägen doch schon Kommunen in anderen Teilen Deutschlands die Schließung von Theatern oder Schwimmbädern, weil sie nicht mehr wissen, wie sie ihrer ständig steigenden Verschuldung Herr werden sollen.

End/nna/ung

Links: www.leben-in-stuttgart.de, www.das-neue-herz-europas.de

Bericht-Nr.: 100604-01DE Datum: 4. Juni 2010

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