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Wed, 10 Nov 2010

Petition soll EU-Richtlinie zu Heilkräutern noch stoppen

Naturheilkundler befürchten das Aus für zahlreiche Präparate - Frist zur digitalen Unterzeichnung beim Deutschen Bundestag läuft am 11.11. ab

BONN (NNA). Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag wollen engagierte Bürger noch in letzter Minute verhindern, dass die EU-Richtlinie THMPD zu traditionellen pflanzlichen Heilmitteln in Deutschland in Kraft tritt. Diese Richtlinie, die ab April 2011 gelten soll, bedeute für viele Nahrungsergänzungen und Naturheilmitteln aus Kräutern das Aus, heißt es dazu auf der Website „Gesundheitliche Aufklärung“. Es handele sich um einen erneuten „Streich der Pharmalobby gegen die Volksgesundheit“, schreibt die Initiative.

Bisher sind bereits 20.000 Unterschriften für die Petition eingegangen, 50.000 sind notwendig, damit sich der Bundestag damit befasst. Die Frist für die digitale Unterzeichnung läuft am 11.November ab.

Die EU-Richtlinie THMPD (Traditional Herbal Medical Product Directive) dient der Vereinheitlichung des Zulassungsverfahrens für traditionelle Kräuterzubereitungen, die medizinisch eingesetzt werden. Zubereitungen aus Kräutern, die bisher als Naturheilmittel, Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel verfügbar gewesen seien, würden damit zu medizinischen Produkten erklärt, die ein Zulassungsverfahren durchlaufen müssten. Sie dürfen künftig nur noch auf den Markt gebracht werden, wenn sie die Voraussetzungen der Richtlinie erfüllen. Diese Zulassungsverfahren, die teuer und aufwändig seien, könnten von vielen kleinen und mittelständischen Herstellern dieser Naturpräparate nicht aufgebracht werden.

Die THMPD lege für die Naturheilmittel dieselben Anforderungen zugrunde wie für chemische Arzneimittel. Qualitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitskriterien, die für die pharmazeutische Herstellung gelten, sollen auch bei der Herstellung von Naturheilmitteln erfüllt werden. Viele pflanzliche Produkte seien jedoch aus Mischungen zusammengesetzt und könnten diese Kriterien nicht erfüllen.

Bereits im Oktober 2005 sei ein Teil der Bestimmungen von THMPD von den EU-Mitgliedstaaten in Kraft gesetzt worden, wodurch viele preiswerte und wirksame Naturheilmittel vom Markt verschwunden seien. Nun trete im April 2011 die Richtlinie in vollem Umfang in Kraft.

Die ältesten medizinischen Traditionen der Welt wie Ayuverda, Traditionelle Chinesische oder auch Tibetische Medizin mit ihrem jahrtausendealten Wissen über die Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen würden durch die EU-Richtlinie benachteiligt. Der HMPC-Ausschuss (Commitee on Herbal Medicinal Products), der für die Zulassung der Heilmittel zuständig sei, bestehe hauptsächlich aus Pharmakologen ohne spezielles Wissen und Erfahrung zur traditionellen medizinische Pflanzenkunde. Die Medizin aus der Natur sei der Pharmalobby „schon immer ein Dorn im Auge“, heißt es weiter auf der Website.

End/nna/ung

Links:

Petition: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14032*

Homepage der Initiative: http://www.gesundheitlicheaufklærung.de/eu-richtlinie-thmpd-das-aus-fur-heilpflanzen-und-naturheilmittel*

Bericht-Nr.: 101110-01DE Datum: 10. November 2010

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