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Nahrung soll Licht und Lebenskräfte bringen
Auch im Überfluss besteht heute die Gefahr der Mangelernährung - Tagung am Goetheanum zeigte komplexe Problemlage auf - Mensch als Mikrokosmos Von NNA-Korrespondentin Ruth Zbinden DORNACH (NNA). Licht und Lebenskraft als entscheidende Qualitäten menschlicher Ernährung - so lässt sich ein Motto zusammenfassen zur Ernährungstagung, die Ende November am Goetheanum stattfand. Referenten waren u.a. Nikolai Fuchs, Petra Kühne, Ulrike von Schoultz und Michæla Glöckler. Man fragt sich, was es noch Neues gibt auf dem Gebiet der Ernährung. Sind wir nicht durch die Presse mehr als genug „gefüttert“ mit neuen und alten Erkenntnissen? Jedermann weiß mehr oder weniger, welche Lebensmittel gesund sind oder es wenigstens wären. Aber wir alle wissen auch, wie groß die Versuchung ist, zu dem zu greifen, was unserem Gaumen schmeichelt oder in unseren hektischen Lebensrhythmus passt. Einer der Vortragenden hielt fest, dass Denken bedeute, sich dessen bewusst zu werden, was man schon weiß. Nun müsse nur noch das Handeln folgen! Oft ist es so, dass wir uns nicht die Zeit dazu nehmen, die Nahrung zu erleben und nicht nur zu schmecken. Nehmen wir immer wahr, dass das, was für uns gesund ist, auch für den Boden gesund ist? Sind wir uns bewusst, wie die Menschen dort leben, wo unsere Lebensmittel herkommen? Nehmen wir als Beispiel nur die alltägliche Tasse Kaffee! Gegenbewegungen werden immer mehr publik, die auch die spirituelle Komponente berücksichtigen: Die anthroposophisch orientierte oder z.B. die ayurvedische Ernährung. In den asiatischen Ländern hatte der kosmische Aspekt mit seiner Wirkung auf Leib, Seele und Geist seit jeher große Bedeutung. Nahrung kann einfach unseren Hunger stillen, oder passender gesagt, den Bauch füllen. Sie kann aber durch die irdischen und kosmischen Kräfte, die sie angereichert hat, auf uns wirken lassen, also Licht und Leben bringen. Wir können uns mit den Menschen verbinden, die dafür gearbeitet haben. In Europa haben wir die Freiheit, Nahrung zu beschaffen, die uns bekommt sowie Licht und Lebenskräfte enthält. Beim Anhören der Vorträge wurde einmal mehr bewusst, wie wenig Zeit wir uns oft nehmen für das Bewusstsein, wie die Naturreiche (Tier-, Pflanzen- und Mineralreich) in uns wirken und wir so übersinnliche Kräfte aufnehmen können, die Bilde- und Gestaltungskräfte durch die Verdauungskräfte bilden. Der Mensch ist also ein Mikrokosmos, in dem diese Kräfte wirken können auf die leibliche, seelische und geistige Gesundheit. Ein weiteres gegenwärtiges Problem ist das Gleichgewicht zu finden zwischen Mangel und Überfluss. Es ist heute möglich, genügend oder sogar zuviel zu essen und trotzdem an Mangelerscheinung zu leiden. Den Erziehern kommt hier eine große Verantwortung zu, den Kindern lichtreiche und kräftewirkende Nahrung zu bieten. Es liegt auf der Hand, dass genetisch veränderte, mit Chemie behandelte, in Gewächshäusern gewachsene, in Kühlhäusern gelagerte und Tausende von Kilometern weit transportierte Lebensmittel wenig oder nichts davon enthalten. Wenn wir nun über unseren Tellerrand gucken und uns ernsthaft mit der Nahrungssituation befassen, werden wir oft fassungslos, was wirtschaftlich gesehen mit den Lebensmitteln geschieht. So wird z.B. Getreide an Vieh verfüttert, was dann in Form von Fleisch viel weniger Nährwert hat und somit als Nahrung für den Menschen fehlt. Durch die Globalisierung des Marktes entsteht ein kostspieliger Transport rund um die Erde. Und was wir für Lebensmittel bezahlen, geht hauptsächlich auf die Konti der Händler und Zwischenhändler, außerdem verteuern behördliche Bestimmungen wie Zölle die Nahrungsmittel und erschweren einen menschengerechten Markt. Es wird klar, dass Gesundheits-, Landwirtschafts- und Handelsprobleme nicht nur mit dem Kauf von Bio- und Fair-Trade-Ware zu lösen sind. Bereits wenn man versucht einzustehen für eine gerechte Verteilung spürt man die eigene Machtlosigkeit. Ein Schritt kann sei, wie von Dr. Michæla Glöckler gefordert, die Aktion ELIANT zu unterstützen (Europäische Allianz von Initiativen angewandter Anthroposophie) nach dem Motto „Ein Einzelner hilft nicht, sondern wer sich mit Vielen zur rechten Stunde vereinigt.“ (J. W. Goethe) End/nna/zbi/jh Link: www.eliant.eu Bericht-Nr.: 101223-01DE Datum: 23. Dezember 2010 © 2010 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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