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Studierende als Mitunternehmer
Finanzmodell der Uni Witten-Herdecke feiert 15. Geburtstag WITTTEN/HERDECKE (NNA). Studiengebühren an Universitäten sind in Deutschland höchst umstritten. Umso ungewöhnlicher ist das Modell einer finanziellen Beteiligung der Studierenden an der Privatuniversität Witten-Herdecke, das jetzt sein 15jähriges Bestehen feiert. Was damals am Küchentisch in einer Wittener Studenten-WG erfunden worden sei, könne heute Impulse für das heiß diskutierte Thema Studiengebühren liefern, betonte dazu Malte Kullak-Ublick vom Vorstand der StudierendenGesellschaft. Die finanziellen Beiträge der Studenten würden in Witten-Herdecke nicht als Preis oder Gebühr für das Studium verstanden, sondern als „unternehmerischer Beitrag zur Finanzierung der Universität“, betonte Kullak-Ublick. Die Höhe bemesse sich nicht nach den Kosten oder der Zahl der Bewerber, sondern nach der persönlichen Wertschätzung der Studenten gegenüber ihrer Universität. Der finanzielle Beitrag wird erst nach dem Studium fällig, er ist unabhängig von der Dauer des Studiums und bezieht das Einkommen ein, das der ehemalige Studierende erzielt. „Wir halten das Modell für eine echte Alternative zu den gewöhnlichen Studiengebühren. Gerne laden wir alle Interessenten ein, mit uns in Kontakt zu treten“, erklärte Gero Niggemeier, ebenfalls Vorstandsmitglied der Studierendengemeinschaft. Die Herdecker Studierenden hätten mit ihrem Modell eines „umgekehrten Generationenvertrags“ einen Weg gefunden, Finanzierung, Sozialverträglichkeit und freiheitliche Studienbedingungen miteinander zu vereinen. Ein Ziel des Modells ist es, niemand aus finanziellen Gründen vom Besuch der Hochschule außuschließen. Der Verein, der von den Studenten selbst geführt wird, hält inzwischen auch Geschäftsanteile an der Privatuniversität. Wie hoch die Wertschätzung der Studenten in Witten/Herdecke für ihre Universität ist, wurde auch deutlich, als die erste Privatuni Deutschlands in den Jahren 2008/09 durch die Streichung von Landeßuschüssen in Höhe von 4,5 Millionen Euro in eine existentielle Krise geraten war. Ein Sponsoren-Patchwork hatte damals die Universität vor dem Bankrott gerettet, dabei wurden auch die Studierenden aktiv und sagten die Beschaffung von Geldbeträgen in Millionenhöhe zu. Inzwischen ist die Software AG Stiftung der Hauptsponsor der UWH. (NNA berichtete) END/nna/ung Bericht-Nr.: 100608-01DE Datum: 8. Juni 2010 © 2010 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. Siehe: www.nna-news.org/copyright/ Weitere NNA-Berichterstattung unter: www.nna-news.org/de/ |
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