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Tue, 23 Dec 2008

Uni Witten/Herdecke vorläufig finanziell gesichert

WITTEN-HERDECKE/DÜSSELDORF (NNA). Die Zukunft der in finanzielle Schwierigkeiten gestürzten Universität Witten/Herdecke (UWH) ist kurzfristig gesichert. Das ergab sich nach Gesprächen in „konstruktiver Atmosphäre“ am Montagabend unter Leitung des Innovationsministers des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Andreas Pinkwart, über die mögliche Fortsetzung der Landesförderung der UWH.

Die Krise wurde herbeigeführt nachdem das Wissenschaftsministerium am Mittwoch letzter Woche die Entscheidung bekannt gegeben hatte, die für 2008 eingeplanten Haushalts-zuwendungen an die Universität Witten/Herdecke in Höhe von 4,5 Millionen Euro zurückzunehmen. Es sei der Hochschule nicht gelungen nachzuweisen, dass der fortlaufende Betrieb gesichert sei. Das Land sei also nicht in der Lage die Zuwendung aus-zuzahlen. (NNA berichtete). Außerdem sollte die Hochschule für das Jahr 2007 drei Millionen Euro zurückzahlen, weil der Finanzbedarf aufgrund anderer Zahlungen so nicht gegeben gewesen sei. Auch wurde der Hochschule nicht ordnungsgemäße Geschäftsführung vorgeworfen.

Nun gibt es nach den jüngsten Gesprächen laut Ministerium und Universität eine „neue Perspektive“ für die UWH. Die Gespräche seien geprägt gewesen vom Willen aller Beteiligten - Vertretern von Hochschule, Studierenden, des Betriebsrates, der Bürgermeisterin der Stadt Witten und Vertretern der potentiellen strategischen Partner von SRH Holding, Software AG Stiftung und dem Gemeinnützigen Verein zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenhäusern Herdecke - ein tragfähiges Konzept für die Wiederaufnahme der Landesförderung zu erarbeiten.

Vorerst soll aus dem Kreise der potentiellen strategischen Partner die Zahlungsfähigkeit der Hochschule über den Jahreswechsel hinaus gesichert werden. Als weiterer Schritt wurde dann vereinbart, eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit zu beauftragen, bis Anfang des Jahres die notwendige Transparenz über die finanzielle Situation der Hochschule herzustellen.

Auf dieser Basis werde die Hochschule gemeinsam mit den strategischen Partnern ein „belastbares Finanz- und Hochschulentwicklungskonzept erarbeiten“, so die Mitteilung des Ministeriums und der Universität. Damit solle die Grundlage für die weitere Förderung durch das Land geschaffen werden. Ihre Unterstützung sagten auch die Stadt, das Kuratorium der Hochschule und die Studierendengesellschaft zu.

Die SRH Holding war schon im letzten Jahr als möglicher Förderer im Gespräch. Der Einstieg scheiterte jedoch laut „Manager-Magazin“ u.a. daran, dass die SRH Holding auch die unternehmerische Führung der UWH übernehmen wollte, ein Anspruch womit das Unternehmen, „Manager-Magazin“ zufolge, in Konflikt mit Studierenden, Professoren und Mitarbeitern an der ältesten deutschen Privatuni geriet, weil sich deren Ziele widersprachen. Auch Spiegel-Online berichtete über Befürchtungen eines „Kulturbruchs“.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 081223-01DE Datum: 23. Dezember 2008

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GLS Bank erhält überraschend Utopia Award

Von Konsumentenplattform als Impulsgeber im Wirtschaftsleben ausgezeichnet - Wachstumstrend setzt sich trotz Bankenkrise fort

BOCHUM/BERLIN (NNA). Für ihre nachhaltige Geschäftspolitik und ihr beispielhaftes Engagement ist die GLS Bank in Berlin mit dem Utopia Award in der Kategorie „Unternehmen 2008“ ausgezeichnet worden. Die GLS Bank stelle täglich unter Beweis, dass sich ökonomisch orientiertes Bankmanagement mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbinden lasse, so die Begründung der Jury nach Angaben der Pressestelle der Bank.

Die Preisverleihung fand auf der ersten Utopia Konferenz statt, Veranstalter war utopia.de, die erste unabhängige Konsumenten-Pattform im Internet für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil, die vor einem Jahr in Betrieb ging. Mit derzeit 28.000 Mitgliedern ist sie die führende Web-Plattform in diesem Bereich. Die Konferenz wurde von Sandra Maischberger moderiert, der Jury gehörten u.a. Rainer Grießhammer, Axel Milberg und Wolfgang Sachs an. Für den Preis waren 77 Unternehmen nominiert worden.

Für das Management der GLS Bank kam die Preisverleihung in Berlin überraschend. Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank betonte: „Ich bin stolz darauf, dass sich die GLS Bank zu den Impuls gebenden Unternehmen in Deutschland zählen darf“. Das Konzept der Bank verbindet seit über 30 Jahren ökonomische mit sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Aktuell zeige sich am Zusammentreffen von Finanzmarktkrise, Armutskrise und Klimakrise, wie zentral die gemeinsame Berücksichtigung dieser Aspekte sei, so Jorberg weiter. „Um nachhaltige Lösungen zu finden, ist es unerlässlich, soziale, ökologische und ökonomische Fragestellungen gemeinsam zu bedenken.“

Die Utopia Awards honorieren besonders nachhaltige Geschäftsideen unter Kriterien der Effizienz, Originalität, Attraktivität und des Wirkungsgrades. Zu den Nominierten gehörten Unternehmen, Ideen, Initiativen und Produkte aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien.

Die GLS Bank konnte entgegen aller Trends am Finanzmarkt auch in diesem Jahr besonders profitieren und wird in 2008 voraussichtlich rund 25 Prozent Bilanzwachstum verzeichnen.

End/nna/ung

Link: www.utopia.de

Bericht-Nr.: 081223-03DE Datum: 23. Dezember 2008

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Patente auf Brokkoli, Tomaten, Schweine und Reis?

Weltweite Kampagne gestartet - Saatgut-Multis wollen auch die Zucht von konventionell erzeugten Pflanzen und Tieren unter ihre Kontrolle bringen

Von Christian von Arnim und Cornelie Unger-Leistner

MÜNCHEN (NNA). Eine weltweite Kampagne gegen den „alarmierenden Trend“, Patente auch auf Saatgut und Tiere aus konventioneller Züchtung anzumelden, wurde vor kurzem von verschiedenen Organisationen gestartet. Mit einem Offenen Brief haben sich u.a. Greenpeace, Swissaid, Misereor, Demeter und die Initiative „Kein Patent auf Leben“ deswegen an die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) in München gewandt. Aber auch die Regierungsverantwortlichen sind angesprochen. Sie werden zu raschem Handeln aufgefordert.

Die Beschwerdekammer hat in Kürze über Patente hinsichtlich konventionelle erzeugter Brokkoli und Tomaten zu entscheiden, die eine Methode beinhalten, um die Inhaltsstoffe der Pflanzen zu erhöhen. Die Veranstalter der Kampagne sehen darin eine entscheidende Weichenstellung für die Möglichkeit, konventionelles Saatgut in Europa patentieren zu lassen.

In den USA sind Patente für konventionelle Pflanzensorten die gängige Praxis, viele andere Staaten, vor allem die Entwicklungsländer, lehnen Patente auf Pflanzen und Tiere ab. Die Europäische Patent Konvention enthält ein Verbot von Patenten auf „wesentliche biologische Prozesse in der Produktion von Pflanzen und Tieren“.

„Es zeigt sich die wachsende Gefahr, dass die genetische Vielfalt landwirtschaftlich genutzter Pflanzen und Tiere von einigen Unternehmen weltweit monopolisiert wird, “ schreibt die Initiative. Sie ruft dazu auf, sich mit Emails und Briefen an das Europäische Patentamt (EPA) zu wenden.

Der neue Trend, auch auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere Patente anzumelden, werde noch mehr Bauern und Züchter betreffen, als dies bisher bei Patenten auf gentechnisch veränderte Organismen schon der Fall sei, betonen die Organisationen. Gerade Kleinbauern seien darauf angewiesen, eigenes Saatgut zu behalten und untereinander außutauschen. Betroffen seien besonders auch Bauern in den Entwicklungsländern.

„Diese Patente zerstören ein Rechtssystem, das für Farmer und Züchter überlebenswichtig ist und die Aufsicht über die Lebensmittel sowie die Erhaltung der Vielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion garantiert“, betont die Initiative.

Außerdem würden die beantragte Patente den Hunger in der Welt noch weiter verstärken, indem sie zu einem Preisanstieg für Lebensmittel auf den internationalen Lebensmittelmärkten beitragen und zusätzliche Engpässe in der Lebensmittelversorgung herbeiführen.

Seit einigen Jahren werden bereits weltweit Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere vergeben. Landwirte verlieren dadurch das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu behalten, Züchter dürfen nicht mehr mit dem patentierten Saatgut weiterzüchten. In den USA und Kanada wurden bereits viele Farmer vom mulitnationalen Saatgutunternehmen Monsanto deswegen verklagt. Nur zehn solcher Unternehmer beherrschen zur Zeit rund die Hälfte des weltweiten Handels mit Saatgut.

Nun kommen die Anträge auf Patente für konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere hinzu. So wurde nach Angaben der Initiative „No patents on seeds“ bereits eine Sojabohnen-Art zum Patent angemeldet, die eine bessere Ölqualität hat, das Patent deckt Teile des pflanzlichen Erbguts ab (Genom). Ein Agrarkonzern, Syngenta, habe große Teile des Reis-Genoms als Patent angemeldet, dabei werde auch die Züchtung von anderem Getreide erfasst, das ähnliches Erbgut habe wie Reis, beispielsweise die Sorten Mais und Weizen. Patentanmeldungen von Monsanto beziehen sich nach dieser Information auch auf Schweine aus konventioneller Züchtung.

Die Unterzeichner des Offenen Briefs fordern Politiker und Patentämer auf, rasch zu handeln und den freien Zugang zu Saatgut und genetischen Ressourcen weltweit zu sichern. „Nur auf diese Weise ist es möglich, die Ernährungssicherheit auch für die kommenden Generationen sicher zu stellen. Wir, die unterzeichnenden Landwirte, Forscher, Züchter und Nichtregierungsorganisationen aus der ganzen Welt setzten uns dafür ein, dass keine Patente auf Leben vergeben werden“, heißt es in dem Offenen Brief.

End/nna/cva/ung

Link: www.no-patents-on-seeds.org

Bericht-Nr.: 081223-02DE Datum: 23. Dezember 2008

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