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Tue, 24 Jan 2012

Zum ersten Mal biologisch-dynamisches Studium als Online-Angebot

FOREST ROW (NNA). Die UK Biodynamic Associaton (BDA) bietet ein voll anerkanntes Fernstudium in biologisch-dynamischer Landwirtschaft zum ersten Mal online an. Das Programm „Biologisch-Dynamische Landwirtschaft - Grundlagen und Methoden“ wurde vom BDA Biodynamic Agriculture College (BDAC) entwickelt. Sie wird es zukünftig auch leiten. Das BDAC sitzt in Forest Row, East Sussex, England.

Arjen Husse, einer der BDAC Kursleiter, entwickelte den Kurs zusammen mit seinen Mitarbeitern als Antwort auf die zunehmende Nachfrage aufbauend auf der Erfahrung und dem Erfolg, den der traditionelle Studiengang des BDAC in den letzten zehn Jahren zu verzeichnen hatte, so der Verein in einer Presseerklärung. „Es wurde uns allen am College klar, dass ein biologisch-dynamischer Onlinestudiengang ein großartiger Weg ist, um mehr Menschen zu erreichen. Er kann Bauern, Gärtnern und allen Interessierten tiefere Einblicke in die biologisch-dynamischen Methoden und die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln bieten,“ betonte Husse.

Im Januar 2012 wurde das erste Modul „Einführung in die Biologisch Dynamische Landwirtschaft“ veröffentlicht. Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden zehn weitere Module folgen. Laut BDA beinhalten die Module ein breites Angebot an Themen einschließlich Kompostieren, Astronomie, ätherische Bildekräfte und durch Gemeinschaften unterstützte Landwirtschaft. Jedes Modul dauert drei Monate und schließt acht Lektionen ein, jede mit einem Video und einer detaillierten Vorlesung zum Thema. Verbunden mit jeder Lektion ist eine Prüfung, die durch die Mitarbeiter des BDAC abgenommen werden. Zusätzlich haben die Studenten durch die Website Zugang zu einer virtuellen Lernwelt mit Forum, Chatrooms und Wikiseiten.

Der Studiengang richtet sich genauso an Anfänger wie an professionelle Gärtner und Bauern: „Der Lernweg ist sehr flexibel und jedes Kursmodul wird individuell bewertet,“ so der Verein.

Um das volle Diplom zu erhalten, müssen die Studenten alle zehn Module beenden. Einige Prüfungen sind praktisch und die Studenten müssen Zugang zu einem Garten, Schrebergarten oder Bauernhof haben, um die Qualifikation zu erreichen.

Patrick Holden, Förderer der BDA erklärt: „Für alle, die neue Fertigkeiten in der Lebensmittelherstellung erwerben wollen, ist das Biologisch-Dynamische College ein hoffnungsvolles Leuchtfeuer für die Zukunft.“ Holden ist der ehemalige Direktor der Soil Association, der führenden britischen Bioorganisation.

Interessenten für das Studium können sich auf www.bdacollege.org.uk einen kostenlosen Einblick verschaffen. Dort können sie sehen, ob „dieser inspirierende und ansprechende neue Studiengang“ sich für sie eignet.

END/nna/cva/lml

Bericht-Nr.: 120124-04DE Datum: 24. Januar 2012

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Lernen, auf sich selbst zu schauen: Mbagathi Workshops boten Fortbildung für Waldorflehrer in Nairobi

Ende letzten Jahres hielten die Lehrer der Rudolf Steiner Schule Mbagathi in Nairobi eine Reihe von Workshops, die von Troels Ussing aus Dänemark ermöglicht wurden. NNA Korrespondentin Teresia Muthoni Gachiri berichtet.

NAIROBI (NNA). Die Workshops basierten auf zahlreichen Themen wie den Jahrsiebtzyklen und der Dreifaltigkeit des Lebens. Am 21.Oktober hatten wir einen gemeinsamen Workshop mit der Nairobi Waldorfschule zum Theama Selbstentwicklung.

Der Tag startete mit einer Einführung über Lebenskräfte, Seelenkräfte und das Ich. Drei einfache Fragen wurden gestellt. Es fiel uns allen sehr schwer, sie zu beantworten. Die Fragen lauteten: Wo bin ich? Was bin ich? Wer bin ich?

Unsere Gruppe erkannte, dass die Frage „Wer bin ich?“ am schwierigsten zu beantworten ist und dass es eine Million Antworten gibt - abhängig von vielen verschiedenen Faktoren. Als wir fortfuhren, wurde klar, dass es ein höheres Ich und ein alltägliches Ich gibt und dass es deswegen nahezu unmöglich ist, die Frage „Wer bin ich?“ zu beantworten.

Wir diskutierten auch über Emotionen im Vergleich zu wahren Gefühlen. Emotionen werden temporär gefühlt und sind voller Feuer, insbesondere wenn sie „zu viel“ werden. Es ist aber möglich, dass sich Emotionen in wahre Gefühle verwandeln.

Nach der Einführung hatten wir eine Teepause gefolgt von etwas Bewegung. Jeder von uns klatschte, stampfte und machte Zählübungen. Nach den Bewegungsübungen sprach Troels Ussing über verschiedene Schritte zur Selbstentwicklung.

Der erste Schritt zur Selbstentwicklung ist Beobachtung. Wir sollten etwas oder jemanden beobachten ohne zu urteilen. Der zweite Schritt ist die Erinnerung, Wir sollten uns in den Eindruck, den wir von der Beobachtung bekommen haben, vertiefen. Der dritte Schritt war die Stille. Hier sollten wir leise sein und versuchen zu „sehen“ was die Beobachtung mit uns macht. Der vierte Schritt war die Nachricht. An diesem Punkt sollten wir uns fragen, welche Nachricht wir von dem, was wir beobachtet haben, bekommen haben.

Diesen Schritten zu folgen ermöglichte uns „aufzuwachen“ und hilft uns, unsere Emotionen in tiefere Gefühle zu verwandeln. Nach diesem Gespräch gingen wir nach draußen um die Natur zu beobachten und versuchten, unterschiedliche Nachrichten aus der Natur zu erhalten.

Die Nachmittagstagung begann mit einem künstlerischen Teil. Mit Kreide zeichneten wir „Bilder der Seele“. Danach hatten wir Diskussionen zu den Tagesthemen. Wir wurden in Gruppen mit fünf oder sechs Personen aufgeteilt. In den Diskussionsrunden wurden viele Fragen deutlich wie z.B. „Kollidieren Höheres und alltägliches Ich?“, „Wie kann man sein eigener Therapeut sein?“ und „Kann sich das Ich ohne Input zu seiner vollen Leistungsfähigkeit entwickeln?“

Es entstanden heiße Debatten zu den Fragen und den gegebenen Antworten. Wir lernten, dass der Kontakt mit unserem höheren Ich bedeutet, sich der göttlichen Welt zu öffnen. Um uns selbst weiterzuentwickeln, müssen wir eine gewisse Dis-ziplin halten. Wir müssen uns selbst mögen und in Frieden mit uns selbst sein. Wir erkannten auch, dass wir ehrlich zu uns sein müssen, wenn wir uns selbst weiterentwickeln wollen und unsere Temperamente und Gefühle verstehen. Wir müssen Herr unserer Gefühle werden. Aus Emotionen lernen wir nichts, aus wahren Gefühlen schon. Wie Emotionen treiben uns wahre Gefühle nicht - aber sie können uns für die Welt öffnen.

END/nna/tmg/lml

Bericht-Nr.: 120124-03DE Datum: 24. Januar 2012

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Waldorf-Zertifikat in Neuseeland jetzt auch von Unis anerkannt

AUCKLAND (NNA). Nach seiner Genehmigung durch die New Zealand Qualification Authority ist das neue Zertifikat der Waldorfschulen SSC nun auch von den Universitäten des Landes als Zugangs-zertifikat anerkannt worden.

Nach einer Aussage der Federation of Rudolf Steiner/Waldorf Schools in Neuseeland, hat Te Pokai Tara, die Organisation, die Neuseelands acht Universitäten repräsentiert, das Zertifikat genehmigt. Es hat damit seine letzte Hürde genommen, d.h. Schüler, die in der 12.Klasse den SSC erreicht haben auf dem dritten Level, haben damit einen gleichwertigen Status mit den Absolventen staatlicher Schulen und werden zu jeder dieser Universitäten zugelassen.

„Das Zertifikat bietet dem Waldorfabschluss einen schützenden Rahmen und zeigt einen staatlich anerkannten Weg für Waldorfschüler zur tertiären Bildung,“ betont die Vereinigung der neuseeländischen Waldorfschulen. Sie sieht darin einen Anlass zu feiern, denn: „angesichts der gegenwärtigen ideologischen Trends in unserem Bildungssystem ist dieses Zertifikat eine gewaltige Leistung unserer Waldorfschulbewegung.“

END/nna/cva/lml

Bericht-Nr.: 120124-02DE Datum: 24. Januar 2012

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Rückschlag in der Kampagne für Legalisierung der Rohmilch in Kanada

Gerichtshof hob Urteil zugunsten von Farmer Michæl Schmidt auf

NEWMARKET, Ontario (NNA). Michæl Schmidt, ein Milchbauer, der eine Kampagne zur Legalisierung des Verkaufs von unpasteurisierter oder „roher“ Milch in Kanada führt, wurde vom Ontario Gerichtshof in 15 von 19 Anklagepunkten in Zusammenhang mit dem Verkauf und Vertrieb von roher Milch für schuldig befunden.

Die Entscheidung des Ontario Gerichtshofs vom September 2011 hob damit das Urteil einer niedrigeren Instanz auf, die Schmidt im letzten Jahr in allen Anklagepunkten freigesprochen hatte.

Wie es in einer Pressemitteilung der Canadian Constitution Foundation weiter heißt, die Schmidt im Streit mit den Behörden unterstützt hatte, hat der Gerichtshof auch die Argumentation zurückgewiesen, dass das gesetzliche Verbots des Verkaufs von Rohmilch in Kanada gegen die Verfassung, die Canadian Charter of Rights and Freedoms, verstoße.

Rohmilch-Farmer Schmidt gibt trotz des Urteils nicht auf: „Das ist nur ein vorübergehender Rückschlag. Wir werden weiter kämpfen, sowohl gegen die Gerichte als auch gegen die Gesetzgebung für das Recht jedes Einzelnen, zu entscheiden was er zu sich nimmt und was nicht. Die Öffentlichkeit unterstützt uns bei diesem Vorhaben,“ wird Schmidt in dem Statement zitiert.

Eine Ipsos Reid Umfrage, die kurz nach Schmidts Freispruch 2010 veröffentlicht wurde, ergab, dass sich 70 Prozent der Befragten aus Ontario für die Legalisierung des Rohmilchverkaufs aussprachen. Das Verfahren wird durch das Urteil des Gerichtshofs auch nicht beendet sein, da Schmidt ankündigte, dass er Revision einlegen wird.

Schmidts Anwältin, Karen Selick von der Canadian Constitution Foundation, forderte, den Verkauf solange zuzulassen, wie das Verfahren läuft. Selick: „Wir fordern das Versprechen der Regierung von Ontario ein, nicht gegen den Farmer vorzugehen, solange dieser Fall seinen Weg durch die höheren Gerichte nimmt. Der Schaden, der den Bauern und den Anteilseignern beim Kuh-Sharing zugefügt wird, ist irreparabel, wenn die Regierung dieser Zusage nicht zustimmt.“

Laut der Canadian Constitution Foundation kann Rohmilch in 26 Staaten der USA und in den meisten europäischen Ländern legal verkauft werden. In Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz ist sie sogar an Getränkeautomaten erhältlich.

Rohmilch zu trinken ist auch in Kanada erlaubt, aber der Verkauf ist verboten, weil die Behörden Sicherheitsbedenken haben. Deswegen kam Farmer Schmidt auf die Idee, ein Kuh-Sharing-Programm zu gründen, bei dem jeder, der legalen Zugang zu Rohmilch haben möchte, einen Anteil an seinen Kühen kaufen kann. Im Gegenzug bietet Schmidt an, die Kühe zu versorgen und zu melken. Was er damit eben genau nicht tut, ist die Milch und Produkte, die daraus hergestellt werden, zu verkaufen.

Schmidt, der zum „Rohmilchchampion“ getauft wurde, leitet einen biologisch dynamischen Bauernhof in Durham, Ontario, nordwestlich von Toronto. Er hat einen Masterabschluss in Landwirtschaft und kämpft nun seit zwei Jahrzehnten dafür, den Verkauf der Rohmilch in Kanada zu legalisieren. Die Behörden tun dagegen alles, um dies zu verhindern.

END/nna/cva/lml

Bericht-Nr.: 120124-01DE Datum: 24. Januar 2012

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Mon, 23 Jan 2012

Flutkatastrophe in Thailand mahnt Umdenken an

Während sich Thailand noch von der politischen Krise des Jahres 2010 erholte, fegte 2011 die seit Generationen schlimmste Flutwelle über zwei Drittel des Landes hinweg. Es gab über 600 Tote. Mehr als sechs Millionen Hektar Land wurden überschwemmt. Die Prognose des geschätzten Schadens liegt laut der World Bank bei 45 Milliarden US Dollar (33 Milliarden Euro). Im folgenden Artikel beschreibt die Anthroposophical Group Thailand die Folgen der Flutwelle.

BANGKOK (NNA) – Im Juli fing im Norden Thailands alles an: Aufgrund einer ungewöhnlich schweren Monsunsaison ertränkten ungeheure Wasserfluten Provinz um Provinz im Flachland von Zentralthailand auf ihrem Weg zum Meer. Im Oktober schließlich erreichte die Flut die Hauptstadt Bangkok.

Die Panyotai Waldorfschule liegt in einem nördlichen Vorort der Hauptstadt und galt als stark gefährdet. Glücklicherweise hielten uns Freunde aus dem Katastrophenzentrum über die Situation auf dem Laufenden. Das erlaubte uns, rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Mitarbeiter- und Elterntreffen wurden Mitte Oktober umgehend einberufen, damit sie die Nachrichten - verbunden mit dem Rat zur Evakuierung - weitergeben konnten.

Die meisten folgten dankbar dem Rat. Die Warnung wurde auch an Freunde und Kollegen übermittelt. Als das Flutwasser uns schließlich erreichte und die Schulhöfe unter sich begrub, blieben die höher gelegenen Gebäude sicher und trocken. Viele Elternhäuser wurden trotzdem überflutet.

Die Traidhaksa Schule, der Baan Rak Kindergarten und die heilpädagogische Schule Tonrak, die in anderen Teilen Bangkoks außerhalb der Reichweite der zerstörerischen Ströme liegen, wurden von der Flut verschont, die ganze Gemeinden im Norden und Westen zerstört hat.

Obwohl Dämme errichtet wurden, um die Hauptstadt vor dem Eindringen des Wassers zu schützen, war die Kraft der Flut stärker und konnte nicht wirklich aufgehalten werden. Bezirk um Bezirk fiel der Flut zum Opfer, bis sich halb Bangkok in einen Sumpf verwandelt hatte, unaufhaltbar flossen die Wassermassen weiter in die Stadt. Täglich wurden neue Evakuierungs-zonen eingerichtet und mehr Straßen geschlossen.

Die Menschen standen unter einer enormen Anspannung und waren mehr als bestürzt über das Krisenmanagement, das mehr politisch als effizient gehandelt hat. So waren sich die Menschen unsicher, ob das Desaster nun eher natürlicher oder menschlicher Art war. Inmitten des Konflikts, ihrer Verwirrung und der unseriösen Berichte und Schätzungen von Experten und Behörden gerieten die Menschen in eine hoffnungslose Lage und fühlten sich im Stich gelassen, so dass ihnen nichts anders übrig blieb, als sich selbst zu retten.

Viele Wohngebiete standen wochenlang knietief oder sogar hüft- und brusthoch unter Wasser. Das trübe Wasser verweilte hartnäckig. Viele gestrandete Bewohner brauchten dringend Nahrungsmittel, Trinkwasser und Medikamente. Die öffentlichen und freiwilligen Maßnahmen schienen niemals alle erreichen zu können.

Gemeinsame Anstrengungen linderten die Not der Opfer. In Zeiten von Naturkatastrophen kommt das Beste im Menschen zum Vorschein, was durch spontane öffentliche Unterstützung für die Fluthilfe bestätigt wird. Eltern, Schüler und Mitarbeiter der Panyotai Schule steuerten etwas bei, sie kochten Mahlzeiten, schnürten Hilfspakete und stellten Bälle mit EM her, das sind Effektive Mirkoorganismen, die helfen kontaminiertes Flutwasser zu desinfizieren.

Wie bei anderen Naturkatastrophen haben Schüler und Mitarbeiter der Schule eine wichtige Rolle gespielt. Sie haben Erste Hilfe Sets für die Rote Kreuz Gesellschaft Thailands gepackt. Dieses Mal hatten sie noch mehr Hilfsanfragen vom Thai Roten Kreuz.

Weil uns klar war, dass aufgrund des Ausmaßes der Katastrophe unzählige Flutopfer ohne rechtzeitige Warnung und ausreichend Hilfe vom Staat ohne Nahrungsmittel und Wasser in ihren Häusern eingesperrt waren, hat die Schule mit anderen Organisationen aus verschiedenen Gemeinden ein Netzwerk gebildet, um den Flutopfern Nahrungsmittel und Notwendigkeiten zu liefern. Da die Schuleltern dank der rechtzeitigen Warnung gerettet werden konnten, war es ihnen möglich, sich aktiv an der Finanzierung und Auslieferung von Lastwagenladungen mit Nahrungsmitteln für die Flutopfer zu beteiligen.

In der Zwischenzeit spendeten die Eltern und Mitarbeiter der Traidhaksa Schule, besorgten traditionelle Heilmittel und leiteten eine Musiksession in einem Evakuierungs-zentrum. Ärzte, die auf anthroposophischer Grundlage arbeiten, stellten gemeinsam mit der Alternative Medical Group den Flutopfern alternative medizinische Versorgung bereit.

Obwohl das Flutwasser in manchen Bereichen zurückgegangen ist, blieben einige Wohngebiete im Großraum Bangkok und in den angrenzenden Provinzen lange unter Wasser. Der Beginn des zweiten Schulhalbjahres wurde in den überfluteten Provinzen wiederholt von Ende Oktober bis Anfang Dezember verschoben.

Welche Botschaft sendet uns nun diese Megakatastrophe, die mit dem Klimawandel in einer sich erwärmenden Welt, mit der Umweltzerstörung und der blinden Urbanisierung zusammenhängt? Mit der Flut wurde uns die Frage des Umweltschutzes vor die Füße gespült, auf die wir dringend aufmerksam werden müssen.

Traditionellerweise glauben wir, dass Wasser die heilige Macht hat, die Dinge rein zu waschen und einen sauberen Neuanfang einleitet. Gerade, weil auch Zentralthailand mit Bangkok und damit das Herz unseres Landes so stark betroffen war, wurden wir daran erinnert, dass gerade das Herz gereinigt werden muss, wenn sich neues Bewusstsein entfalten soll. Politische Zerrissenheit und soziale Spaltung müssen Platz machen für Zusammenhalt und Mitgefühl.

Die aktuelle Krise kann jedem einzelnen helfen, das zu erkennen. Er kann seine Lektion lernen, mehr auf seine Beziehung zur Natur und zu seinem Gegenüber zu achten. Es wird nicht vergebens sein und das Land bekommt die Chance eines Neuanfangs, die nicht mit der nächsten Flut hinweggewaschen werden kann.

END/nna/cva/lml

Bericht-Nr.: 120123-03DE Datum: 23. Januar 2012

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Behörden rügen Mängel in Camphill-Gemeinschaft Botton Village

Beim Schutz vor Missbrauch und bei der Mitbestimmung der Betreuten sollen offizielle Standards für soziale Einrichtungen nicht eingehalten worden sein

Von Christian von Arnim

BOTTON VILLAGE/NEWCASTLE UPON TYNE (NNA). Mängel bei der Betreuung behinderter Erwachsener in der Botton Village Camphill Gemeinschaft hat die Care Quality Commission (CQC), die britische Regierungsbehörde für Krankenhäuser, Pflegeheime und Pflegedienste in einer Routineuntersuchung festgestellt.

Die Kommission kam in ihrem Bericht Ende November zu dem Schluss, dass das Personal zwar die Bewohner pflege und Mitgefühl zeige, aber in der Camphill Einrichtung „mehre wesentliche Standards nicht erfüllt“ seien. In ihren abschließenden Urteil fordert die Kommission daher Nachbesserungen.

Die CQC hat die positiven Aspekte des Lebens in Botton Hill anerkannt: „Menschen die in Botton leben, erzählten uns, dass sie die Freiheit genießen, in einer Gemeinschaft zu leben, in der sie sich frei bewegen können. Sie müssen keine Angst haben, gedemütigt oder ausgelacht zu werden. Mehrere Menschen sagten, dass sie es besonders genießen, auf der Farm zu arbeiten, während andere meinten, dass es ihnen aufgrund ihres Alters möglich sei, hier zur Ruhe zu kommen“, heißt es in dem Bericht.

Die Bereiche, in denen die Kommission Bedenken äußert, betreffen die Mitbestimmung der Betreuten bei der Pflege und dem Umgang. Die Kommission urteilt, dass „Menschen, die die Einrichtung nutzen, nicht dazu in die Lage versetzt werden, eigene Entscheidungen über ihre Pflege und die Art ihrer Unterstützung zu treffen. So können sie nicht sicher sein, dass ihre Menschenrechte gewahrt werden und ihnen Rechnung getragen wird.“

Ein anderer Bereich, in dem die Kommission Beanstandungen wegen fehlendem Verständnis hatte, war der Schutz vor Missbrauch und der Wahrung der Menschenrechte. Die Kommission befand, dass das Personal „sich potentiellen Missbrauch nicht ausreichend bewusst macht oder ausreichende Schutzverfahren anbietet, um den Betreuten Sicherheit und notwendige Unterstützung zu gewährleisten.“

Huw John, Vorstandschef des Camphill Village Trust (CVT), der Dachorganisation der Camphilleinrichtungen in England und Schottland betont, dass Botton Village und der CVT bereit sind, mit der CQC und der örtlichen Behörde, dem North Yorkshire County Council (NYCC) zusammenzuarbeiten um sicherzustellen, „dass wir den Anforderungen entsprechen. Gleichzeitig versicherte er, dass Botton Village seine Werte und seinen Lebensweise, die es zu etwas Besonderem machen, beibehalten wird.

Beide Behörden, NYCC und CQC hätten im Lauf der Befragungen wiederholt betont, dass sie die Einrichtung nicht schließen wollen. Es sei auch nicht ihr Ziel, die Werte, die Traditionen oder die Lebensweise, die für Botton Village und seine Bewohner so wichtig ist, zu ändern. John betonte, „sie verlangen aber, dass das Pflege- und Unterstützungsmodell das in Botton existiert, den rechtlichen Anforderungen genügt“. Alle müssten anerkennten, dass Botton und der CVT in erster Linie anerkannte soziale Pflegeeinrichtungen seien und als solche keine andere Alternative hätten, als nach den Vorgaben des offiziellen Gesundheitssektors zu arbeiten.

„Beide Berichte betonen, dass die Einrichtung gegenwärtig kein angemessenes Verständnis für die Verantwortung zeige, die sie als Pflegeeinrichtung trage, und obwohl sie als Gemeinschaft arbeite, müssten die Bedürfnisse der einzelnen Bewohner individueller beurteilt, verstanden und unterstütz werden“, so John weiter.

Obwohl die Kontrollgremien CQC und NYCC Merkmale der Gemeinschaft wie gemeinsames Familienleben, Mitarbeiter anstelle von Angestellten, die Farmarbeit, Gärtnern, Jobs, Rollen und Gewohnheiten nicht abschaffen wollen, die das „Ethos“ von Botton Village ausmachen, gehe es jetzt darum, „sicherzustellen, dass die Art, wie wir Mitarbeiter und Bewohner in ihrem Zusammenleben unterstützen sicher für jeden ist.“ Es solle auch dokumentiert werden, dass die individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Bewohner das Herz aller Formen des Zusammenlebens sind, was „unterschiedliche Dinge für unterschiedliche Menschen“ bedeute.

Eine unabhängige Kampagene, die vorgebe, Botton Village vor den Kontrollbehörden zu schützen, beschreibt John als „fehlgeleitet“ und „schweren Schaden anrichtend“. Sie basiere auf falschen Informationen. Die Campaign for Real Care warf der CQC vor, Botton Village unter Druck zu setzen durch ein „Regulierungssystem, das das Ethos, die Werte und den Sinn der Gemeinschaft nicht versteht.“ Die Kampagne sucht auf ihrer Website Zusagen zur Unterstützung von Botton.

„Diese fehlgeleitete Kampagne hat gegenwärtig das Potential, schweren Schaden zu verursachen und die Mitarbeiter in der Leitung der Gemeinschaft haben betont, dass die Initiative nicht von Botton Village ausgeht und sie wurden auch nicht vorab informiert,“ betonte John und distanziert somit Botton und den CVT von der Real Care Kampagne. „Es muss eine konstruktivere Antwort geben, sonst werden das Überleben von Botton und der gute Ruf der Camphill Bewegung insgesamt erheblich gefährdet“, schloss der Geschäftsführer des CVT.

END/nna/cva/lml/ung

Bericht-Nr.: 120123-02DE Datum: 23. Januar 2012

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Nachfrage nach Mikrofinanzkrediten übertrifft Erwartungen

BOCHUM (NNA). Die Resonanz der Kreditnehmer auf das Mikrokreditangebot der Bochumer GLS-Bank übertrifft die Erwartungen bei weitem „Nach knapp zwei Jahren Mikrofinanzangebot ziehen wir eine positive Bilanz“, betonte dazu Falk Zientz, der Leiter des Mikrofinanzwesens bei der GLS-Bank. Bisher seien rund 6630 Mikrokredite mit einem Volumen von 39,8 Mio Euro vergeben worden, gerechnet habe man mit 2400 Krediten in diesem Zeitraum. Auch die Zahl der kooperierenden Mikrofinanzinstitute (MFI), die regional die Kreditberatung übernehmen, konnte die GLS-Bank von 10 auf 45 erhöhen.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hatte der Bank 2010 den Auftrag erteilt, in Deutschland ein flächendeckendes Angebot für Mikrokredite aufzubauen. Mit einer deutschlandweiten Kampagne möchte die Bochumer GLS-Bank das Angebot für Mikrokredite noch bekannter machen. Das Programm läuft noch bis 2015. Geplant ist, bis dahin ca 25.000 Kredite zu vergeben. Das BMAS und der Europäische Sozialfonds haben 100 Mio Euro zur Verfügung gestellt, um die Kreditrisiken abzusichern.

End/nna/ung

Link: www.mein-mikrokredit.de

Bericht-Nr.: 120123-01DE Datum: 23. Januar 2012

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